Mona Neubaur


Mona Neubaur (* 1. Juli 1977 in Pöttmes, Schwaben) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit dem 29. Juni 2022 Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II.<ref>WDR: CDU und Grüne einigen sich auf Koalitionsvertrag für NRW. 23. Juni 2022, abgerufen am 23. Juni 2022.</ref>
Sie war von 2014 bis 2022 Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW und von 2010 bis 2014 Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung in NRW. Bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Seit Juni 2022 ist sie Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen.
Leben[Bearbeiten]
Neubaur ist die Tochter einer Krankenschwester und eines Kunstschmiedemeisters, der sein Handwerk in einem Gefängnis jungen Straftätern beibrachte.<ref>Reiner Burger: Grüne Triumphatorin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Mai 2022.</ref> Aufgewachsen ist sie im Rainer Stadtteil Oberpeiching. Sie bestand 1996 am katholischen St.-Bonaventura-Gymnasium in Dillingen an der Donau ihr Abitur. Sie nahm 1997<ref>Mona Neubaur – Über Mich. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 24. Mai 2022.</ref> ein Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf, das sie 2003 als Diplom-Pädagogin abschloss.<ref name="HBS_NRW">Heinrich-Böll-Stiftung Nordrhein-Westfalen: Mona Neubaur, abgerufen am 24. Mai 2022.</ref> Danach war sie bis 2007 Referentin für Öffentlichkeitsarbeit/PR beim Ökostromanbieter Naturstrom AG. Von dort wechselte sie zur Heinrich-Böll-Stiftung NRW, in deren Geschäftsführung sie 2010 aufstieg<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.gruendrehtdas.zeit-fuer-gruen.de: Mona Neubaur für Düsseldorf-Nord ( vom 6. November 2014 im Internet Archive), Seite für den Bundestagswahlkampf 2013.</ref><ref name="LVGNRW">Mona Neubaur, Landesvorsitzende, Grüne NRW, abgerufen am 19. Oktober 2021.</ref><ref name="HBS_NRW" /> und der sie bis 2014 angehörte.<ref>Mona Neubaur | GRÜNE NRW. Abgerufen am 27. März 2022.</ref>
Politik[Bearbeiten]
Neubaur trat 1999 den Grünen bei<ref>Theo Schumacher: Diplom-Pädagogin Mona Neubaur will NRW-Grüne führen. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 6. Februar 2014, abgerufen am 19. Oktober 2021.</ref> und ist dort seit 2005 aktiv.<ref name="LVGNRW" /> 2007 wurde sie vom Kreisverband Düsseldorf zur Sprecherin gewählt. 2009 und 2013 war sie für den Bundestagswahlkreis Düsseldorf I Direktkandidatin zur Bundestagswahl; 2013 kandidierte sie außerdem auf Platz 19 der NRW-Landesliste.<ref>rp-online.de: Grüne: Mona Neubaur – die Hoffnungsträgerin, 12. September 2013.</ref> 2014 wählten die Grünen in NRW Neubaur als Nachfolgerin von Monika Düker zur Landesvorsitzenden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Grünen-Parteitag in Siegburg ( vom 12. Juni 2015 im Internet Archive)</ref> Dieses Amt hatte sie bis Juni 2022 inne.<ref>Persönliche Erklärung von Mona Neubaur, abgerufen am 15. Juni 2022.</ref> Bei der Landtagswahl in NRW am 15. Mai 2022 konnte Neubaur als Spitzenkandidatin ihrer Partei deren Stimmenanteil mit 18,2 % gegenüber 2017 fast verdreifachen.<ref>Mona Neubaur soll Grüne im Landtagswahkampf anführen. In: wdr.de. 28. Oktober 2021, abgerufen am 29. Oktober 2021.</ref><ref>Wahl in Nordrhein-Westfalen: CDU klar vor SPD, Grüne stark, FDP knapp drin. In: tagesschau.de. 15. Mai 2022, abgerufen am 16. Mai 2022.</ref> Im Landtagswahlkreis Düsseldorf I errang sie ein Erststimmenergebnis von 26,71 % und lag damit deutlich über den Zweitstimmen für ihre Partei, verpasste jedoch das Direktmandat<ref>Landeshauptstadt Düsseldorf. Wahlamt Landeshauptstadt Düsseldorf, 15. Mai 2022, abgerufen am 22. Mai 2022.</ref> und zog deshalb über die Landesliste der Grünen in den Landtag ein.
Am 29. Juni 2022 wurde Neubaur zur Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie zur stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II ernannt.<ref>Mona Neubaur. Abgerufen am 20. August 2026.</ref> Sie ist Vorsitzende des Verwaltungsrats der NRW.Bank.<ref>Organe und Organisationsstruktur - NRW.BANK. Abgerufen am 20. August 2026.</ref>
Während ihrer Zeit als Düsseldorfer Kommunalpolitikerin hat sich Neubaur im Rahmen des Aktionsbündnisses Sauberer Strom am Rhein erfolgreich für einen Wechsel von Kohle- auf Gas- und Dampfturbinenkraftverstromung in einem Teil des Kraftwerks Lausward (Düsseldorfer Hafengebiet) eingesetzt.<ref>Düsseldorfer Wahlkreis 106: Grüne: Mona Neubaur – die Hoffnungsträgerin. RP Online, 12. September 2015, abgerufen am 3. August 2018.</ref>
Mona Neubaur erhielt im Jahr 2023 den Brost-Ruhr Preis der Essener Brost-Stiftung. Der Stiftungsvorstand begründete dies mit ihren „beispiellosen Verdienste für die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“. Sie habe „durch ihre Weitsicht wichtige Impulse gesetzt, die darauf abzielen, Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet innovativ zu stärken und zukunftsfähig zu machen“.<ref>„Eine, auf deren Unterstützung das Ruhrgebiet in schwerer Zeit bauen kann.“ – Brost-Stiftung. Abgerufen am 29. September 2026.</ref> Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro spendete Neubaur an das Mädchenfußballprojekt „Nordstadtliga Queens“ der AWO Dortmund.<ref>Dortmund-App: NRW-Ministerin Mona Neubaur besucht Nordstadtliga Queens. Abgerufen am 29. September 2026.</ref>
Beim traditionellen Floriansumtrunk von HANDWERK.NRW und der Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Düsseldorf erhielt Neubaur im Mai 2026 für ihre politischen Impulse in der Mittelstandspolitik und ihr Engagement zur Stärkung des Handwerks die Floriansplakette des nordrhein-westfälischen Handwerks.<ref>Mona Neubaur erhält Floriansplakette. Abgerufen am 29. September 2026.</ref> Als positive Beispiele für ihr Wirken wurden dabei unter anderem die Weiterentwicklung der Meistergründungsprämie und eine Bundesratsinitiative zum Mutterschutz für Selbstständige hervorgehoben.<ref>Floriansplakette für Mona Neubaur. Abgerufen am 29. September 2026.</ref>
2026 wurde Neubaur in Kiew von Wolodymyr Selenskyj mit dem Orden der Fürstin Olga ausgezeichnet.<ref>Maximilian Plück: Orden der Fürstin Olga: NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur von Selenskyj geehrt. 26. Mai 2026, abgerufen am 15. September 2026.</ref> Hintergrund der Verleihung ist ihr anhaltendes Engagement für die Ukraine seit dem russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022.
Als Würdigung ihres langjährigen Engagements für jüdisches Leben und ihren entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus entschied die Jüdische Gemeinde Düsseldorf 2026, Neubaur die Josef-Neuberger-Medaille zu verleihen. Die Laudatio wird der Publizist Michel Friedman halten.<ref>Christopher Trinks: Auszeichnung in Düsseldorf: „Verlässliche Partnerin und wahre Freundin“ – Jüdische Gemeinde ehrt Mona Neubaur. 14. September 2026, abgerufen am 15. September 2026.</ref>
Mitgliedschaften[Bearbeiten]
Während ihres Studiums war Neubaur als Referentin beim Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) tätig. Daneben ist sie u. a. Mitglied bei der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und bei Fortuna Düsseldorf sowie DLRG-Fördermitglied. Sie gehört zudem der Mitgliederversammlung der Heinrich-Böll-Stiftung an.<ref>Heinrich-Böll-Stiftung – Mitgliederversammlung.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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Ministerpräsident: Wüst
Landesminister: Optendrenk (Finanzen) | Reul (Inneres) | Limbach (Justiz) | Neubaur (Wirtschaft) | Krischer (Umwelt und Verkehr) | Brandes (Wissenschaft) | Laumann (Soziales) | Gorißen (Landwirtschaft) | Schäffer (Familie) | Feller (Schule) | Scharrenbach (Heimat) | Liminski (Bundesangelegenheiten)
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Erik Nölting (1946–1950) | Artur Sträter (1950–1954) | Friedrich Middelhauve (1954–1956) | Hermann Kohlhase (1956–1958) | Hans Lauscher (1958–1962) | Gerhard Kienbaum (1962–1966) | Bruno Gleitze (1966–1967) | Fritz Kaßmann (1967–1970) | Horst-Ludwig Riemer (1970–1979) | Liselotte Funcke (1979–1980) | Reimut Jochimsen (1980–1990) | Günther Einert (1990–1995) | Wolfgang Clement (1995–1998) | Bodo Hombach (1998) | Peer Steinbrück (1998–2000) | Ernst Schwanhold (2000–2002) | Harald Schartau (2002–2005) | Christa Thoben (2005–2010) | Harry Voigtsberger (2010–2012) | Garrelt Duin (2012–2017) | Andreas Pinkwart (2017–2022) | Mona Neubaur (seit 2022)
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Nicole Hoffmeister-Kraut (Baden-Württemberg) | Hubert Aiwanger (Bayern) | Franziska Giffey (Berlin) | Martina Klement (Brandenburg) | Kristina Vogt (Bremen) | Melanie Leonhard (Hamburg) | Kaweh Mansoori (Hessen) | Wolfgang Blank (Mecklenburg-Vorpommern) | Grant Hendrik Tonne (Niedersachsen) | Mona Neubaur (Nordrhein-Westfalen) | Michael Ebling (Rheinland-Pfalz) | Jürgen Barke (Saarland) | Dirk Panter (Sachsen) | Michael Richter (Sachsen-Anhalt) | Claus Ruhe Madsen (Schleswig-Holstein) | Colette Boos-John (Thüringen) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neubaur, Mona |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), MdL |
| GEBURTSDATUM | 1. Juli 1977 |
| GEBURTSORT | Pöttmes |
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