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Monika Helfer

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Datei:Monika Helfer (2023).jpg
Monika Helfer (2023)

Monika Helfer (früher Publikationsname Monika Helfer-Friedrich;<ref name="Nachruf-vorarlbergORFat-20260802" /> verheiratete Monika Köhlmeier;<ref>Monika Helfer im Munzinger-Archiv, abgerufen am 3. August 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> * 18. Oktober 1947 in Au, Vorarlberg; † 2. August 2026 in Feldkirch)<ref name="DerStandard-20260802" /> war eine österreichische Schriftstellerin. Helfer wurde durch ihre autobiografischen Bücher bekannt, der Durchbruch gelang ihr mit Bagage, dieser wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert und erhielt beim Bayerischen Buchpreis den Publikumspreis.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater Josef Helfer war ein uneheliches Kind einer Magd. Ihre Mutter Margarete, die in dem Bergdorf, in dem sie aufwuchs, als Kuckuckskind galt, arbeitete als Krankenschwester in einem Kriegslazarett. Dort lernten sich die beiden kennen, als Josef Helfer nach einer Verwundung als Soldat an der russischen Front dort behandelt wurde. Nach der Heirat zog die Familie auf die Tschengla, eine auf 1220 m ü. A. gelegene Alm in Vorarlberg.<ref>Helfer, Monika: Vati. Buchbeschreibung. In: Bibliothek Ottensheim. Abgerufen am 3. August 2026.</ref><ref name="Deutschlandfunk-20210208" />

Als Kriegsversehrter mit Beinprothese arbeitete Monika Helfers Vater als Verwalter in einem Kriegsopfererholungsheim. Ende der 1950er Jahre schlossen die Eigentümer das Erholungsheim und wollten daraus ein Hotel machen; Josef Helfer wurde damit die Existenzgrundlage entzogen. Nachdem Margarete Helfer an einer Krebserkrankung starb – Tochter Monika war noch ein Kind – erlitt der Vater „einen psychischen Zusammenbruch“. Daraufhin wurden Monika und ihre drei Geschwister voneinander getrennt in der Verwandtschaft ihrer Mutter verteilt.
Helfer beschrieb die Ehe ihrer Eltern als „Eine Versehrtenliebe“, wonach sich „zwei Depressive […] gefunden haben, um ihre Last gemeinsam besser ertragen zu können und die doch oft heillos überfordert sind.“<ref name="Deutschlandfunk-20210208">Christel Wester: Monika Helfer: „Vati“. Er kehrte heim und kam nie an. In: Deutschlandfunk. 8. Februar 2021, abgerufen am 3. August 2026.</ref> Nach der Pensionierung arbeitete der Vater „als Bibliothekar und bestellte für die Leihbibliothek die Bücher, die er schon immer haben wollte.“<ref>Wolfgang Paterno: Monika Helfer: Gift der Welt. In: Profil.at. 30. Mai 2017, abgerufen am 3. August 2026.</ref>

Literarisches Werk[Bearbeiten]

Helfer veröffentlichte Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.<ref>Dorothea Zanon: Monika Helfer und Michael Köhlmeier: Schleusen in die Welt der Fantasie öffnen. In: Der Standard. 28. März 2016, abgerufen am 8. November 2021.</ref>

Ihre frühen Texte veröffentlichte die Autorin unter dem Namen Monika Helfer-Friedrich,<ref name="Nachruf-vorarlbergORFat-20260802">Schriftstellerin Monika Helfer verstorben. In: vorarlberg.ORF.at. 2. August 2026, abgerufen am 2. August 2026.</ref><ref>Zum Beispiel:

  • Monika Helfer-Friedrich: Einfach Anna. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 1. Prosa. Fink’s Verlag, Bregenz 1977, S. 41 ff.
  • Monika Helfer-Friedrich: Unsere Mutter. In: Franz-Michael-Felder-Verein (Hrsg.): Neue Texte aus Vorarlberg. 3. Hörspiele. Fink’s Verlag, Bregenz 1983, S. 143 ff.</ref> ihr damaliger Familienname aus ihrer ersten Ehe war Friedrich.<ref name="BMUK-Stip-Lit-Monika-Friedrich" />

2018 wurde ihr Roman Oskar und Lilli (1994) von Arash T. Riahi unter dem Titel Ein bisschen bleiben wir noch verfilmt.<ref name="sn36997282">„Es wird kein Opferfilm“: Riahi dreht „Oskar & Lilli“. In: Salzburger Nachrichten. 27. Juli 2018, abgerufen am 14. Dezember 2019 (Quelle: APA).</ref>

In ihrem Roman Die Bagage (2020) erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder, besonders ihrer Mutter Grete. Nach ihrem Bestseller Die Bagage folgte Helfers autofiktionaler Familienroman Vati (2021), in dem ihr Vater als Büchermensch im Mittelpunkt steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet ihre Beziehungen zu ihren beiden Schwestern Gretel und Renate sowie zu ihrem Bruder Richard, der getrennt von ihnen bei ihrer Tante Irma aufwuchs.<ref>Monika Helfer: Vati. 1. Auflage. Carl Hanser, München 2021, ISBN 978-3-423-14843-6, S. 105–146.</ref> In Löwenherz (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit Die Jungfrau ein Roman, der ebenso in Helfers persönlicher Vergangenheit angesiedelt ist, sich aber auf die Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria fokussiert.

Ihr Kurzgeschichtenband Bettgeschichten und andere (2022) wurde auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert.

Persönliches[Bearbeiten]

Monika Helfer heiratete im Alter von 19 Jahren. Aus dieser acht Jahre andauernden Ehe stammen ihre ersten beiden Kinder,<ref>Nini Tschavoll: Ich war in die Welt hinausgeworfen. Interview. In: MadameWien.at. März 2021, abgerufen am 3. August 2026 (Wiederveröffentlichung am 2. August 2026): „Monika Helfer war 19, als sie zum ersten mal heiratete. Sie bekam zwei Kinder, nach acht Jahren war die Ehe vorbei.“</ref> eine Tochter und der Sohn<ref name="Schubert-Lit-Preis-2021-mit-Dankesrede" /> Lorenz Helfer, der als bildender Künstler wirkt.<ref>Monika Helfer: „Alkoholikerbild“ von Monika Helfer. Sendereihe Ö1 Kunstgeschichten. In: Ö1.ORF.at. 28. Juni 2019, abgerufen am 3. August 2026: „‚Alkoholikerbild – Eine nicht komponierte Tragödie‘ von Monika Helfer. Es liest Sabine Lorenz“</ref><ref>Monika Helfer über eine dunkle und eine helle Figur. Sendereihe Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte. In: Ö1.ORF.at. 30. September 2019, abgerufen am 3. August 2026: „‚Alkoholikerbild – Eine nicht komponierte Tragödie‘. Von Monika Helfer. Es liest Sabine Lorenz. Gestaltung: Ingrid Bertel“</ref><ref>Lorenz Helfer. Eigene Website. In: lorenzhelfer.at. Abgerufen am 4. Oktober 2021.</ref>

Die Ehe mit ihrem ersten Ehemann beschrieb Helfer in ihrer Dankesrede zum Schubart-Literaturpreis 2021 wie folgt:

„Als ich an meinem ersten Buch Eigentlich bin ich im Schnee geboren schrieb, lebte ich im Bregenzerwald mit zwei kleinen Kindern und einem Mann, der viel auf Reisen war.
[…]
Mein erster Ehemann, kam er am Wochenende nach Hause, packte seine Kamera aus, um seine Familie zu filmen. Er führte uns in den Wald, ich sollte ein himmelblaues Kleid anziehen, in dem ich aussah wie eine Halbwüchsige, was ihm gefiel, das Mädchen trug das rote Mäntelchen, der Bub den Matrosenanzug, eine Märchenfamilie. Fliegenpilze hätten zu uns gepasst. Ich wollte diese Filme nie ansehen.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Monika Helfer<ref name="Schubert-Lit-Preis-2021-mit-Dankesrede" />

In zweiter Ehe war Monika Helfer von 1981 bis zu ihrem Tod mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet, mit ihm hatte sie zwei weitere Kinder. Die gemeinsame Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 bei einem Bergunfall. Helfers Roman Bevor ich schlafen kann von 2010 ist ihrem Andenken gewidmet.<ref>Katja Lückert: Schluchzer wie Schluckauf. Monika Helfer: „Bevor ich schlafen kann“, Deuticke Verlag, Wien 2010. In: Deutschlandfunk. 3. Dezember 2010, abgerufen am 8. November 2021 (Rezension).</ref><ref>Rezension zu Bevor ich schlafen kann: Michaela Schmitz: Ein bisschen hoffnungslos. Im Online-Rezensionsportal vom Literaturhaus Wien am 5. August 2010.</ref>

Monika Helfer und Michael Köhlmeier lebten in Hohenems und in Wien.<ref>Cathrin Kahlweit: Monika Helfers neuer Roman „Vati“: Nichts wird, wie es war. In: Süddeutsche.de. Abgerufen am 24. April 2022.</ref> Am 2. August 2026 starb sie im Landeskrankenhaus Feldkirch im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines am Tag zuvor erlittenen Sturzes.<ref name="Nachruf-vorarlbergORFat-20260802" /><ref name="DerStandard-20260802">Ronald Pohl: 1947 – 2026: Vorarlberger Autorin Monika Helfer verstorben. In: Der Standard. 2. August 2026, abgerufen am 3. August 2026.</ref>

Werke[Bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten]

  • Eigentlich bin ich im Schnee geboren. Illustrationen von Richard Helfer. Edition Roetzer, Eisenstadt 1977, ISBN 3-85374-025-1.
  • Die wilden Kinder. Roman. Piper, München 1984, ISBN 3-492-02886-1.
  • Mulo. Eine Sage. Piper, München 1986, ISBN 3-492-03006-8.
  • Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr. Roman. Piper, München/Zürich 1989, ISBN 3-492-11343-5.
  • Der Neffe. Erzählung. Piper, München 1991, ISBN 3-492-03465-9.
  • mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Variationen zu Theophrast. Holzschnitte von Peter Guth. Blei-Verlag Karl Kretschmer, Mosbach 1994.
  • Oskar und Lilli. Roman. Piper, München 1994, ISBN 3-492-03686-4.
  • Kleine Fürstin. Haymon, Innsbruck 1995, ISBN 978-3-7099-7024-9.
  • Wenn der Bräutigam kommt. Roman. Piper, München 1998, ISBN 3-492-03964-2.
  • Mein Mörder. Roman. Piper, München 1999, ISBN 3-492-04184-1.
  • Bestien im Frühling. Stück. Deuticke, Wien 1999, ISBN 3-216-30495-7.
  • Rosie in New York. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2002, ISBN 3-85326-250-3.
  • Rosie in Wien. Illustrationen von Birgitta Heiskel. Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 2004, ISBN 3-85326-283-X.
  • Tiere allein. Kinderbuch. Illustrationen von Sofie Loeprecht. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2009, ISBN 978-3-85252-998-1.
  • Bevor ich schlafen kann. Roman. Deuticke, Wien 2010, ISBN 978-3-552-06142-2.
  • mit Michael Köhlmeier: Rosie und der Urgroßvater. Carl Hanser, München 2010, ISBN 978-3-446-23587-8.
  • Die Bar im Freien. Aus der Unwahrscheinlichkeit der Welt. Deuticke, Wien 2012, ISBN 978-3-552-06190-3.
  • mit Ingrid Puganigg: Zwei Frauen warten auf eine Gelegenheit. Roman. Zsolnay-Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-552-06240-5.
  • Diesmal geht es gut aus. Geschichten. Mit Zeichnungen von Lorenz Helfer. Haymon, Innsbruck 2014, ISBN 978-3-7099-7802-3.
  • Die Welt der Unordnung. Roman. Jung und Jung, Salzburg 2015, ISBN 978-3-99027-073-8.
  • Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Jung und Jung, Salzburg/Wien 2017, ISBN 978-3-99027-094-3.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Monika Helfer: „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ (Memento vom 29. Juni 2022 im Internet Archive). Sendereihe Literarisches Österreich – Vorarlberg. In: Ö1.ORF.at, 3. November 2017. (Eingebundenes Audio: Monika Helfer: „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ Es liest: Silvia Meisterle; 19:39 Min.)</ref>
  • Schau mich an, wenn ich mit dir rede! Neuauflage. Kampa, Zürich 2022, ISBN 978-3-311-15048-0.
  • Mit Michael Köhlmeier: Der Mensch ist verschieden. Dreiunddreißig Charaktere. Haymon, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-7099-7269-4.
  • Die Bagage. Roman. Carl Hanser, München 2020, ISBN 978-3-446-26562-2.
  • Vati. Roman. Carl Hanser, München 2021, ISBN 978-3-446-26917-0.
  • Dickerle. Mit Illustrationen von Christoph Abbrederis. Leykam, Graz 2021, ISBN 978-3-7011-8201-5.
  • Löwenherz. Roman. Carl Hanser, 2022, ISBN 978-3-446-27269-9.
  • Bettgeschichten und andere. Kurzgeschichten. Bahoe Books, Wien 2022, ISBN 978-3-903290-71-6.
  • Die Jungfrau. Roman. Carl Hanser, München 2023, ISBN 978-3-446-27789-2.
  • mit Michael Köhlmeier: Mein schwarzer Hund. Bahoe Books, Wien 2024, ISBN 978-3-903478-26-8.
  • Der Stoff. Illustrationen Hanna Zeckau. Residenz Verlag, Salzburg 2024, ISBN 978-3-7017-3607-2
  • Wie die Welt weiterging. Geschichten für jeden Tag. Carl Hanser, München 2024, ISBN 978-3-446-27750-2.
  • Der Bücherfreund. Erzählung. Illustriert von Kat Menschik. Carl Hanser, München 2025, ISBN 978-3-446-28273-5.

Theaterstücke[Bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten]

  • Bitte schick mir eine Droge. Gedichte. Hanser, München 2025, ISBN 978-3-446-28419-7.

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Der Zorn des Meisters. (mit Gerold Amann und Michael Köhlmeier), 1979.
  • Tondbandprotokoll. (mit Michael Köhlmeier), 1979.
  • Indische Tempeltänzerin. 1981.
  • Oskar und Lilli. 1994.

Filme[Bearbeiten]

  • Die wilden Kinder. TV-Film. (Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Monika Helfer) mit Christian Berger, Regie: Christian Berger, 1986/86.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Monika Helfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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