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Monodora myristica

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Monodora myristica
Datei:Monodora myristica (Annonaceae) in the Dja Faunal Reserve.jpg

Monodora myristica

Systematik
Magnoliids
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)
Unterfamilie: Annonoideae
Gattung: Monodora
Art: Monodora myristica
Wissenschaftlicher Name
Monodora myristica
(Gaertn.) Dunal

Monodora myristica ist eine Pflanzenart aus der Gattung Monodora innerhalb der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Die Samen dieses tropischen Baumes werden weithin als Gewürz, früher vor allem als kostengünstiger Muskatersatz, verkauft. Trivialnamen sind Afrikanische oder auch Falsche Muskatnuss, Jamaika-Muskatnuss und Kalabassenmuskat.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Curtis's botanical magazine (Plate 3059) (8411481286).jpg
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3059
Datei:Monodora-myristica-SF26020-02.jpg
Zweig mit Laubblättern und Blüten
Datei:Monodora-myristica-SF26020-03.jpg
Habitus

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Monodora myristica wächst als laubabwerfender Baum und erreicht Wuchshöhen von 35, teilweise bis 40 Metern und Brusthöhendurchmesser von 40 bis 100 Zentimetern. Der zylindrische, leicht gefurchte Stamm besitzt eine bräunliche bis gräuliche Borke. Die Rinde an den Zweigen mit einem graublauen Wachsüberzug versehen ist und an älteree Zweige ist sie aschgrau bis braun.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 8 bis 14 Millimeter lang und ist außen auf der Oberseite gefurcht. Die einfache, leicht ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von 11 bis über 50 Zentimetern sowie einer Breite von 4 bis 14 Zentimetern, verkehrt-eiförmig bis elliptisch oder schmal-elliptisch, ihre Basis leicht herzförmig bis gerundet, seltener keilförmig mit spitzem bis bespitztem oder geschwänztem 10 bis 15 Millimeter langem oberen ende. Die Blattunterseite heller, mit deutlich hervortretenden Blattrippen.

Blüte[Bearbeiten]

Monodora myristica ist vorweiblich, protogyn.<ref name="Saunders2012" /> Die hängenden Blüten sind einzeln gegenständig zu den Blättern angeordnet. Der Blütenstiel mit einer Länge von 5,5 bis 30 Zentimeter (und daran von der verwandten Monodora undulata unterscheidbar) und ist hell-grün mit purpurfarbenen Flecken sowie mit einem blau-grauen Wachsüberzug versehen. Das obere, wellige und kahle Tragblatt ist 1,5 bis 4 Zentimeter lang, grün mit purpurfarbener Streifung mit spitzem bis zugespitztem oberen Ende.

Die duftenden, großen, zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die drei zurückgelegten, grün bis rötlich, kahl und welligen Kelchblätter sind bei einer Länge von 2 bis 4 Zentimeter sowie einer Breite von 0,7 bis 1,7 Zentimeter eilanzettlich. Die drei ungleichen, inneren und äußeren Kronblätter in zwei Kreisen sind basal miteinander verwachsen, der basale Teil ist 6 bis 8 Millimeter lang mit dem Blütenstiel verwachsen. Die äußeren, ausladenden, langen und rüschigen, welligen Kronblätter sind 4 bis 10,5 Zentimeter lang, mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 1,8 bis 3, sie sind eilanzettlich mit spitzem oberen Ende, sie sind hellgelb mit purpurfarbenen Streifen, Flecken bis manchmal komplett purpurrot. Die inneren, aufrechten Kronblätter sind nur 25 bis 35 Millimeter lang, mit einem Verhältnis von Länge zu Breite von etwa 1 bis 1,5 und sind dreieckig bis herzförmig sowie an ihrer Basis zu einem kurzen, weißen Nagel verschmälert. Innen sind sie an der Basis mit kurzen, aufrechten Trichomen besetzt. Sie sind überwiegend hellgelblich gefärbt, auf der Innenseite mit roten Flecken, außen sind sie nur wenig gefleckt und gekielt. Ihr glatter Rand ist mit kurzen, gebogenen Haaren besetzt. Die zahlreichen kurzen Staubblätter sitzen in 16 bis 20 Reihen an der oben eiförmigen Blütenachse an, sie sind etwa 2 Millimeter lang. Der oberständige, grüne Fruchtknoten überragt die Staubblätter, er ist 4 bis 5 Millimeter lang und ebenso breit. Die geteilte Narbe ist relativ klein.

Frucht und Samen[Bearbeiten]

Datei:Monodora myristica seeds.png
Samen

Die Früchte hängen von dunkel-braunen und 30 bis 35 Zentimeter langen Fruchtstielen. Die stark verholzten Früchte sind bei einem Durchmesser von 9 bis 15 Zentimeter kugelig und enthalten viele Samen; sie sind jung grün mit weißer Fleckung, später werden sie blass-gelb und fein längsgerippt. Die 15 bis 22 Millimeter langen, braunen Samen sind in ein weißliches „Fruchtfleisch“ eingebettet.

Ökologie, Inhaltsstoffe und Phänologie[Bearbeiten]

Monodora myristica blüht und fruchtet ganzjährig. Die auffallenden Blüten werden so weit bekannt von Fliegen bestäubt.

Die sehr harten und stabilen Früchte werden nur von größeren, fruchtfressenden Arten wie Schimpansen genutzt. Die Samen enthalten 5 bis 9 % eines farblosen ätherisches Öls.

Vorkommen[Bearbeiten]

Monodora myristica wächst natürlich in immergrünen tropischen Regenwäldern von Westafrika und des westlichen Zentralafrikas. Es gibt Fundortangaben für São Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Togo, Guinea-Bissau, die Elfenbeinküste, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Kongo, Gabun, Äquatorialguinea, Liberia, Tansania, Nigeria, Kamerun, Ghana, Angola, Gambia, Sudan, Angola, Uganda und das westliche Kenia.<ref name="GRIN" /> Sie gedeiht in Höhenlagen von Meereshöhe am Golf von Guinea bis in etwa 1600 Metern. Sie kommt in primären und Sekundärwäldern auf sandigen bis steinigen Böden vor, meist entlang von Flüssen oder in sumpfigen Regionen.

Mit dem Sklavenhandel wurde Monodora myristica zu einem unbekannten Zeitpunkt auf die Karibik-Inseln eingeführt<ref name="Zumbroich2005" />, wo sie sich etablierte.

Taxonomie und Phylogenie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1791 unter dem Namen (Basionym) Annona myristica durch den deutschen Botaniker Joseph Gärtner, unter dem in De Fructibus et Seminibus Plantarum, Band 2, Seite 194 Tafel 125 nach dem Herbarbeleg eines auf Jamaika kultivierten Pflanzenexemplars, die er von dem englischen Botaniker Joseph Banks erhalten hatte. Der französische Botaniker Michel Félix Dunal transferierte diese Art 1817 in die von ihm neu beschriebene Gattung Monodora in Monographie de la Famille des Anonacées, Seite 80 als Monodora myristica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gaertn.) Dunal; es ist die Typusart der Gattung.<ref name="GRIN" /> Weitere Synonyme für Monodora myristica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Gaertn.) Dunal sind: Monodora borealis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Scott-Elliot, Monodora claessensii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.De Wildeman, Monodora unwinii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hutchinson & Dalziel.

Nach genetischen Daten gehört Monodora myristica in eine Klade von Arten der Gattung Monodora, die vor allem im westlichen und zentralen Afrika verbreitet sind. Schwesterart wäre Monodora laurentii, weitere nahe verwandte Arten sind Monodora crispata, Monodora tenuifolia und Monodora undulata.

Nutzung[Bearbeiten]

Gewürze und Heilpflanze[Bearbeiten]

Die aromatischen Samen werden zu Pulver gemahlen und als Würzmittel mit Muskatnuss-ähnlichem Geschmack in Speisen verwendet<ref name="Bejeng2016">Mirabel Tengi Bejeng: Journal of African Medicine (JOFAM), 13. Januar 2016: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Datenblatt von Monodora myristica (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.journalofafricanmedicine.com, abgerufen am 23. April 2016.</ref>. In Ghana, wo die Art sowohl wild als auch kultiviert vorkommt, gehört sie zu den wichtigsten dort gehandelten Gewürzpflanzen, der Handel auf Märkten wird auf landesweit etwa 10 Tonnen täglich hochgerechnet.<ref name="vanAndel2012">Tinde van Andel, Britt Myren, Sabine van Onselen: Ghana’s herbal market. In: Journal of Ethnopharmacology. Volume 140, Issue 2, 2012, S. 368–378, doi:10.1016/j.jep.2012.01.028.</ref>

Dieses Pulver wird traditionell auch der Pfeffersuppe beigefügt als anregendes Mittel zum Lösen von Verstopfung und zur Vorbeugung passiver Gebärmutterblutungen bei Frauen unmittelbar nach der Geburt des Kindes. Ebenso gilt es als Stimulans zur Förderung des Milchflusses bei der Mutter nach der Geburt des Kindes. Es hat zudem harntreibende Eigenschaften und wird auch zur Senkung von leichtem Fieber eingesetzt.

Die Rinde von Monodora myristica wird zur Behandlung von Hämorrhoidenleiden sowie von Magen- und Fieberschmerzen verwendet. In Dampfbädern findet sie als Erfrischungsmittel Verwendung und eignet sich zur Linderung der Beschwerden bei Lumbago mit Fieber.

Die Afrikanische Muskatnuss wird auch für die Herstellung von Heilsalben zur Behandlung von Rheumatismus, Arthritis und Halsentzündungen verwendet.

In der äußerlichen Anwendung kann der Samen, entweder in Puderform oder als Paste angerührt, zur Wundpflege, insbesondere zur Behandlung von Wunden, die durch den Guineawurm verursacht wurden, eingesetzt werden. Außerdem findet er auch als Mittel gegen Flöhe und Läuse Anwendung.

Sonstige Nutzung[Bearbeiten]

Das Holz von Monodora myristica ist hart. Die Samen werden auch zu Ketten verarbeitet. Die Samen von Monodora myristica werden als Insektenschutzmittel verwendet.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas L. P. Couvreur: Monograph of the Syncarpous African Genera Isolona and Monodora (Annonaceae). In: Systematic Botany Monographs. Volume 87, 2009, 150 Seiten.
  • Thomas L. P. Couvreur: Revealing the Secrets of African Annonaceae: Systematics, Evolution and Biogeography of the Syncarpous Genera Isolona and Monodora. Dissertation, Wageningen University, 2008, ISBN 978-90-8504-924-1, (PDF; 14,6 MB).
  • E. A. Weiss: Spice Crops. CABI, Centre for Agriculture and Biosciences International, 2002, ISBN 978-0-85199-605-9, S. 102 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Zumbroich2005"> Thomas J. Zumbroich: The introduction of Nutmeg (Myristica fragans Houtt.) and Cinnamon (Cinnamomum verum Presl.) to America. In: Acta Botanica Venezuela. Volume 28, Issue 1, 2005, S. 155–160, online. </ref> <ref name="Saunders2012"> Richard M. K. Saunders: The diversity and evolution of pollination systems in Annonaceae. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Volume 169, Issue 1, 2012, S. 222–244, doi:10.1111/j.1095-8339.2011.01208.x. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Monodora myristica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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