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Montepescali

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Montepescali
Datei:MontepescaliPanorama1.JPG
Panorama von Montepescali
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Grosseto (GR)
Gemeinde Grosseto
Koordinaten 42° 53′ N, 11° 5′ OKoordinaten: 42° 52′ 58″ N, 11° 5′ 12″ O
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Höhe 222 m s.l.m.
Einwohner 307 (2001)
Telefonvorwahl 0564 CAP 58100

Montepescali ist ein Ortsteil (Fraktion, italienisch frazione) von Grosseto in der Provinz Grosseto, Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt 14 km nördlich des Hauptortes und der Provinzhauptstadt Grosseto und ca. 100 km südlich der Regionalhauptstadt Florenz. Siena liegt ca. 50 km nordöstlich. Der Ort liegt bei 222 m s.l.m. und hatte 2001 ca. 300 Einwohner<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Offizielle Webseite des ISTAT (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. September 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dawinci.istat.it (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Grosseto, abgerufen am 16. Mai 2014 (italienisch)</ref> und liegt ca. 2 km östlich des Flusses Bruna am Brunatal (Valle della Bruna).<ref name="Repetti">Emanuele Repetti: MONTE PESCALI nella Valle della Bruna.</ref> Er liegt an einem südwestlichen Ausläufer des Berges Monte Leoni<ref name="CitterAssetto">Carlo Citter: L’assetto urbanistico del castello di Montepescali nel Medioevo.</ref> (614 m). Nachbarorte sind Sticciano (nördlich, Gemeinde Roccastrada), Montorsaio (nordöstlich, Gemeinde Campagnatico), Roselle (südöstlich), Braccagni (südwestlich) und Batignano (westlich, alle Ortsteile von Grosseto).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals dokumentiert wurde der Ort 1080, als die Aldobrandeschi im Ort herrschten. Diese unterstellten den Ort an die Familie Pannocchieschi. Bereits ab 1147 gab es Versuche drei wichtiger Familien des Ortes, sich unter den Schutz von Siena zu unterstellen, ohne sich von den Aldobrandeschi zu distanzieren. Dieser Akt wurde dann 1221 vollzogen<ref name="Santi">Nicoletta Maioli, Cristina Gnoni Mavarelli: Grosseto.</ref> 1259 herrschte Ildebrandino di Bonifazio aus dem Rahmen der Aldobrandeschi aus Santa Fiora über den Ort und pflegte politische Kontakte nach Siena, bis er sich mit seinem Bruder aus dem Rahmen von Sovana 1266 gegen Siena erhob und militärisch geschlagen wurde.<ref name="AST">Atlante Storico Topografico dei siti di interesse storico culturale del Comune di Grosseto</ref> Siena unterhielt mindestens seit 1291 einen Statthalter im Ort,<ref name="Santi" /> der Ort selbst unterwarf sich Siena in einem offiziellen Dokument am 6. August 1301, was durch Papst Bonifatius VIII. anerkannt wurde.<ref name="Repetti" /> Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts war das Hospital Santa Maria della Scala im Ort präsent, die damit verbundene Grancia entstand 1378.<ref name="AST" /> Die Statuten des Ortes entstanden 1427.<ref name="LuoghiFede">Bruno Santi (Hrsg.): I Luoghi della Fede. Grosseto, Massa Marittima e la Maremma.</ref> Nach der Niederlage von Siena im Konflikt mit Florenz (1554/55) ging der Ort an das Großherzogtum Toskana. Ferdinando II. de’ Medici vergab den Ort zusammen mit Monticiano am 25. Juli 1629 als Lehnswesen an den Seneser Grafen Orso di Ranieri de’ Conti d’Elci. Der wiederum verkaufte den Ort mit Erlaubnis von Ferdinando II. am 13. Oktober 1631 an Girolamo Tolomei, ebenfalls einer Seneser Adelsfamilie angehörig. Lelio Tolomei verkaufte 1696 an den Markgraf Pier Antonio Guadagni aus Florenz. Diese Konzession wurde 1710 für Enea Silvio Guadagni erneuert und hielt bis 1722, als Cosimo III. de’ Medici den Grafen Tommaso Federighi aus Florenz das Lehen zusprach. Auf Wunsch von Ferdinand III. übernahm ab dem 26. Februar 1819 Tommaso Corsi das Lehen.<ref name="Repetti" /> Danach gehörte der Ort zunächst zu Roccastrada und wurde 1905 Ortsteil von Grosseto.<ref name="AST" />

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:Chiesa di San Niccolò Montepescali (GR).jpg
Die Kirche Chiesa di San Niccolò im Ortskern nahe der Cassero
Datei:MontepescaliSantiStefanoLorenzo.JPG
Die Kirche Chiesa dei Santi Stefano e Lorenzo kurz außerhalb der Stadtmauern
Datei:Baluardo a tre punte Montepescali (GR).jpg
Die Befestigungsanlage Baluardo a tre punte nahe der Chiesa dei Santi Stefano e Lorenzo
  • Cassero Senese, Befestigungsanlage mit Uhrturm (Torre dell’Orologio, wurde 1492 restauriert<ref name="Guerrini">Guerrini: Torri e Castelli della provincia di Grosseto.</ref>) am höchsten Punkt des Ortes. Entstand zunächst als Konvent für die Kirche Chiesa di Santa Cecilia und wurde im 12. Jahrhundert zu einer Rocca aldobrandesca, dann zum Cassero umgebaut.
  • Chiesa di San Niccolò, Kirche im Ortskern. Erstmals erwähnt wurde die Kirche um 1275/76, um 1277 ist sie als Pieve erwähnt.<ref name="CitterAssetto" /> Enthält mehrere Fresken aus dem Jahr 1389, die der Werkstatt des Bartolo di Fredi zugeschrieben werden, und das Leinwandbild Madonna col Bambino tra Angeli e i Santi Sebastiano, Guglielmo di Malavalle, Maria Maddalena e Lucia von Matteo di Giovanni (um 1480 entstanden, stammt aus der Chiesa dei Santi Stefano e Lorenzo).<ref name="LuoghiFede" />
  • Chiesa dei Santi Stefano e Lorenzo, Kirche kurz außerhalb der Stadtmauern, wurde erstmals 1188 in päpstlichen Dokumenten erwähnt.<ref name="LuoghiFede" />
  • Chiesa della Madonna delle Grazie, ehemalige Kirche außerhalb der Stadtmauern aus dem 13. Jahrhundert. Wurde 1783 entweiht und wird seitdem nicht mehr benutzt.<ref name="Santi" />
  • Chiesa della Santissima Annunziata, ehemalige Kirche kurz außerhalb der Stadtmauern nahe dem Torre del Belvedere und der Porta Vecchia. Wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt.<ref name="Santi" />
  • Mittelalterliche Stadtmauern (mindestens vier Mauerringe, vom 9. bis zum 16. Jahrhundert entstanden<ref>Carlo Citter: L’edilizia storica di tre castelli medievali. Batignano, Istia d’Ombrone, Montepescali.</ref>) mit den beiden Stadttoren Porta Vecchia und Porta Nuova sowie den Befestigungsanlagen Torre del Belvedere, Torre del Guascone und Baluardo a tre punte.<ref name="AST" /> Die letzten Arbeiten an den Befestigungsanlagen fanden durch Siena während des Konfliktes mit Florenz statt.<ref name="Guerrini" />
  • Museo di storia locale Ildebrando Imberciadori, Museum im Ortskern.<ref>Webseite des Istituto e Museo di Storia della Scienza (Museo Galileo) zum Museo di storia locale Ildebrando Imberciadori in Montepescali, abgerufen am 21. Mai 2014 (englisch)</ref>
  • Palazzo del Podestà, 1291 durch Siena nahe der Porta Vecchia entstanden.<ref name="AST" />
  • Palazzo dei Priori, ehemaliger Regierungssitz an der Piazza del Cassero.<ref name="AST" />
  • Palazzo Grottanelli, gehörte zu Santa Maria della Scala.<ref name="AST" />
  • Palazzo Guadagni (auch Palazzo D’Elci), Gebäude aus dem 13. Jahrhundert, gehörte im 17. Jahrhundert dem Grafen Orso Niccolo Pannocchieschi conte d’Elci und ab 1694 den Guadagni aus Florenz.<ref name="AST" />
  • Palazzo Guicciardini Corsi Salviati, Gebäude aus dem 14. Jahrhundert.<ref name="CitterAssetto" />
  • Palazzo Lazzaretti, auch Palazzo Lazzaretti-Concialini<ref name="AST" /> genannt, Gebäude aus dem 14. Jahrhundert.<ref name="Santi" />
  • Palazzo Tolomei<ref name="AST" />

Verkehr[Bearbeiten]

  • Der Ort hat die Ausfahrt Montepescali (von Süden kommend, ohne Auffahrt) an der Strada Statale 1 Via Aurelia. Auffahrten und Ausfahrten von Norden sind über die Anschlussstelle Braccagni wenige Kilometer nördlich zu verrichten.
  • Der Ort liegt mit dem Haltepunkt Montepescali (Scalo) an der Eisenbahnstrecke Grosseto–Livorno.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlo Citter: L’assetto urbanistico del castello di Montepescali nel Medioevo. in: Serena Fommei: Progetto Montepescali, I Portici Editore, Grosseto, S. 31–52. (Onlineversion bei academia.edu)
  • Carlo Citter: L’edilizia storica di tre castelli medievali. Batignano, Istia d’Ombrone, Montepescali. in: Serena Fommei: Progetto Montepescali, I Portici Editore, Grosseto. (Onlineversion bei academia.edu)
  • Giuseppe Guerrini/Amministrazione Provinciale di Grosseto: Torri e Castelli della provincia di Grosseto. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1999, ISBN 88-7145-154-6, S. 105.
  • Emanuele Repetti: MONTE PESCALI nella Valle della Bruna. In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846). Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)
  • Nicoletta Maioli, Cristina Gnoni Mavarelli: Grosseto. In: Bruno Santi: Guida Storico-Artistica alla Maremma. Nuova Immagine Edizioni, Siena 1995, ISBN 88-7145-093-0, S. 136 ff.
  • Bruno Santi (Hrsg.): I Luoghi della Fede. Grosseto, Massa Marittima e la Maremma. Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46786-X
  • Touring Club Italiano: Toscana. Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 859.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Montepescali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />