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Moringa

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Moringa
Datei:Moringabäume Sprokieswoud Etosha.jpg

Moringa ovalifolia in Namibia

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Bennussgewächse
Gattung: Moringa
Wissenschaftlicher Name der Familie
Moringaceae
Martinov
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Moringa
Adans.
Datei:Moringa 1x1cm-grid.jpg
Samen
Datei:Moringa hildebrandtii 2.JPG
Moringa hildebrandtii
Datei:Sanleaf Moringa.jpg
Sanleaf Moringa - Moringa oleifera
Datei:Moringa flower 5.jpg
Zygomorphe Blüten der Moringa oleifera
Datei:Moringa-ovalifolia.jpg
Moringa ovalifolia

Moringa ist die einzige Pflanzengattung der monogenerischen Familie der Bennussgewächse (Moringaceae). Der botanische Name der Gattung stammt von der in Südindien gebräuchlichen Bezeichnung für die Art Moringa oleifera (Malayalam: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) muriṅṅa, Tamil: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) muruṅkai) ab.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Arten dieser Gattung sind laubabwerfende kleine Sträucher oder Bäume mit sukkulenten, knolligen oder rübenförmigen Wurzeln oder „Flaschenbäume“ mit sukkulenten, angeschwollenen Stämmen. Sie enthalten insbesondere in ihren sukkulenten Teilen Senfölglykoside, die stark nach Meerrettich riechen. Die strauchförmigen Arten haben teils nur sehr wenige Zweige, die in Dürreperioden zurücktrocknen. In Feuchteperioden treiben sie mit schnellem Wuchs wieder aus den Speicherwurzeln aus. Die wechselständig angeordneten, gestielten Laubblätter sind zwei- oder dreifach gefiedert, mit ganzrandigen, meist kleinen Teilblättern. Nebenblätter fehlen oder bilden manchmal gestielte Drüsen an den Basen der Blattstiele und Teilblätter.

In achselständigen, rispigen oder zymösen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten sind sehr gering bis stark zygomorph. Der Blütenbecher ist tassen- oder röhrenförmig. Die fünf Kelchblätter sind teilweise ungleich. Von den fünf ungleichen weißen, gelben oder roten Kronblättern ist meist das außen stehende am größten. Zwischen den fünf freien, fertilen Staubblättern mit nur einer Theke stehen drei bis fünf Staminodien. Zwei bis vier Fruchtblätter sind zu einem mittelständigen bis halbunterständigen, gestielten und zylindrischen Fruchtknoten verwachsen, der einen schlanken, röhrenförmigen Griffel ohne Narbenstrahlen, mit manchmal auch hohlen Narben trägt. Es ist ein Diskus vorhanden.

Die verholzende, drei- bis zwölfkantige Kapselfrucht besteht aus drei Klappen, die bei Reife (explosiv) aufreißen. Die zahlreichen, meist (mit drei Flügeln) geflügelten Samen enthalten kein Nährgewebe (Endosperm).

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Pflanzenfamilie ist mit einer Gattung und 13 Arten sehr klein. Näher verwandt sind die Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und, wie sich erst durch DNA-Analysen ergab, die Kaperngewächse (Capparaceae).<ref>Mark Earl Olson: Intergeneric relationships within the Caricaceae-Moringaceae clade (Brassicales) and potential morphological synapomorphies of the clade and its families. In: International Journal of Plant Sciences. Band 163, 2002, S. 51–65.</ref>

Auf Grund der Blütenstruktur wird die Gattung in drei Sektionen geteilt:<ref>Bernard Verdcourt: A synopsis of the Moringaceae, Kew. Bull. 40(1): 1-23, 1985</ref>

  • Sektion Moringa mit kurzem Blütenbecher und halbunterständigem Fruchtknoten,
  • Sektion Donaldsonia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Baker f.) Verdc. - mit kurzem Blütenbecher und oberständigem Fruchtknoten und
  • Sektion Dysmoringa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Engl. - mit langröhrigem Blütenbecher und halbunterständigem Fruchtknoten.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Familie und Gattung erstreckt sich von Indien über die Arabische Halbinsel bis zum Schwerpunkt in Ostafrika und mit einer Lücke nach Madagaskar sowie ins südwestliche Afrika.

Arten[Bearbeiten]

Bernard Verdcourt berichtet von einer weiteren sukkulenten, noch nicht beschriebenen Art, die wahrscheinlich mit Moringa longituba verwandt ist.<ref>Bernard Verdcourt: Moringaceae. In: Roger Marcus Polhill (Hrsg.): Flora of Tropical East Africa, Rotterdam (NL) / Brookfield (US: VT): A.A. Balkema, 1986</ref>

Moringas als Nutz- und Zierpflanzen[Bearbeiten]

Die Samen von Moringa oleifera liefern das Behenöl, das früher als Schmierstoff in Uhren verwendet wurde. Heute dient es als Salatöl oder zur Seifen- und Kosmetikherstellung. Die jungen, fleischigen Wurzeln dienen mitunter als Gemüse. Arten, die sich schnell als Stecklinge ziehen lassen, werden in Afrika als Grenzmarkierungen für Häuser oder Farmen angepflanzt. Die sukkulenten Arten sind seltene und begehrte Sammelobjekte von Liebhabern.

In den Blättern des Moringa-Baumes sind sämtliche lebenswichtigen Aminosäuren und Fettsäuren enthalten sowie eine große Bandbreite an Vitaminen und Mineralstoffen. Auf Teneriffa wird seit 2012 Moringa angebaut, und es werden Produkte der Pflanze angeboten.

Eine weitere Anwendung macht sich die Fähigkeit der Samen zunutze, Wasser zu desinfizieren bzw. zu reinigen. Mit 0,2 g gemahlenem Moringasamen kann 1 Liter verunreinigtes Wasser trinkbar gemacht werden. Die wasserreinigende Wirkung von Moringa beruht hauptsächlich auf der koagulierenden Wirkung<ref>Moringa-Projekt: Umweltfreundliche Trinkwasseraufbereitung durch den Einsatz von Samen des Moringa oleifera/Meerettichbaums. In: DBU. 13. Juli 2023, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref><ref>Moringa: die Wissenschaft hinter dem Wunderbaum. Science in School, 9. September 2013.</ref> einiger Inhaltsstoffe der Samen. Die Bakterien und Schwebstoffe vereinigen sich zu Agglomeraten, sodass diese zu Boden sinken oder abfiltriert werden können. Es existieren allerdings auch direkte bakterizide Eigenschaften der Inhaltsstoffe der Samen.<ref>Eilert U. et al. (1981): The Antibiotic Principle of Seeds of Moringa oleifera and Moringa stenopetala Journal of Medicinal Plant Research 42: 55-61</ref>

Eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine kam zu dem Schluss, dass eine Menge von 4 g getrocknetem Pulver oder einer entsprechenden wässrigen Zubereitung aus gemahlenen Moringablättern ähnlich effektiv beim Händewaschen ist (die Hände wurden vorher mit Escherichia coli kontaminiert) wie rund 3 g einer Standardseife nach EN 1499.<ref>Efficacy of Moringa oleifera leaf powder as a hand- washing product: a crossover controlled study among healthy volunteers Four grams of Moringa oleifera powder in dried and wet application had the same effect as non-medicated soap when used for hand washing.</ref>

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Kubitzki, C. Bayer: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. V: Flowering Plants Dicotyledons, Springer, 2003, ISBN 3-540-42873-9, S. 312 ff.
  • Michel Adanson: Moringaceae, Familles des Plantes 2: 318, 1763.
  • Monique Keraudren: Famille 85: Moringacées. In: Jean-Henri Humbert & Jean-François Leroy (Hrsg.): Flore des Madagascar et des Comores, Muséum National d’Historie Naturelle: 33–44, 1982.
  • Ian Keith Ferguson: The pollen morphology of Moringaceae, Kew. Bull. 40(1): 25–34, 1985.
  • M. Fernanda Pinto Basto: Flora de Cabo Verde, plantas vasculares - 37. Moringaceae, 1995, ISBN 972-672-783-9
  • Mark Earl Olson: Intergeneric Relationships within the Caricaceae-Moringaceae Clade (Brassicales) and Potential Morphological Synapomorphies of the Clade and Its Families, International Journal of Plant Sciences, 163: 51–65, 2002.
  • Mark Earl Olson: Combining data from DNA sequences and morphology for a phylogeny of Moringaceae (Brassicales), Syst. Bot. 27: 55–73, 2002.
  • Mark Earl Olson: Ontogenetic origins of floral bilateral symmetry in Moringaceae (Brassicales). American J. Bot. 90: 49–71, 2003.
  • Erwin G. Bruhns: „Der Wunderbaum Moringa“, ISBN 978-3-9812259-1-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Moringa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien