Moritz Kellerhoven

Moritz Kellerhoven (* 1758 in Altenrath; † 15. Dezember 1830 in München) war ein deutscher Porträtmaler und Radierer.
Leben[Bearbeiten]
Moritz Kellerhoven wurde als Sohn des Wirtes Wilhelm Kellerhoven und seiner Frau Juliane im Wittelsbacher Herzogtum Berg geboren.<ref>Barbara Hardtwig: Nach-Barock und Klassizismus. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, 1978, S. 150</ref> Der Vater starb früh und der Junge kam nach Düsseldorf in die Obhut seines Onkels mütterlicherseits, eines Geistlichen. Dieser erzog ihn und ermöglichte ihm zur Vorbereitung auf den geistlichen Stand ein Studium. Da Moritz Kellerhoven hierzu keine Berufung verspürte, besuchte er ab dem 17. Lebensjahr die Kunstakademie Düsseldorf und war dort Schüler von Lambert Krahe.<ref>Barbara Eschenburg: Vom Spätmittelalter bis zur Neuen Sachlichkeit. Die Gemälde im Lenbachhaus München. Deutscher Kunstverlag, 2008, S. 18</ref>
Weiteres Studium führte ihn nach Antwerpen, London und Paris. 1779 ging er nach Wien, 1782 nach Italien. Kellerhoven erwarb sich einen guten Namen als Kunstmaler, weshalb ihn Kurfürst Karl Theodor 1784 als Hofmaler nach München berief. 1808, bei der Reorganisation der Akademie der Bildenden Künste München, avancierte er dort zum ersten Professor. Den Direktor des Hauses, Professor Johann Peter von Langer, kannte er aus Düsseldorf. Hier wirkte er bis zu seinem Tode als Lehrer und tüchtiger Organisator des Schulbetriebes. Er gilt als einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Epoche und malte viele Personen aus dem Herrscherhaus Wittelsbach und dessen Umfeld.
Kellerhovens bekanntestes Werk ist das lebensgroße Bildnis von König Max I. Joseph im Krönungsornat, welches er für die Universität Landshut malte und das bis heute häufig in geschichtlichen Veröffentlichungen reproduziert wird. 1818 schuf er das Bild nochmals in einer Variation, bei der sich König Max zusätzlich mit der Hand auf die neue Verfassung stützt.<ref>2. Version des Königsporträts von Moritz Kellerhoven, 1818</ref>
Zahlreiche Berühmtheiten ließen sich von Kellerhoven porträtieren<ref name=NDB>Lohkamp, Brigitte: Kellerhoven, Moritz. In: in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 469 f. 3. Juni 2026.</ref>:
- Königin Karoline von Bayern, Stadtmuseum, München
- König Ludwig I. als Kronprinz
- König Ludwig I. als Generalissimus der Landwehr, München
- Kurfürst Max IV. Joseph v. Bayern, 1801, Stadtmuseum, München
- König Max I. Joseph v. Bayern im Krönungsornat, Bayer. Verwaltung d. staatl. Schlösser, Gärten u. Seen, München
- König Gustav Adolph IV. von Schweden und seine Frau Friederike Dorothea von Baden (gemalt als sie sich in München aufhielten)
- Auguste Amalie von Leuchtenberg
- Lothar Anselm von Gebsattel, Münchner Erzbischof
- Ignaz Albert von Riegg, Bischof von Augsburg
- Franz Xaver Schwäbl, Bischof von Regensburg
- Franz Ignaz von Streber, Weihbischof von München
- Lorenz von Westenrieder, Historiker, Stadtmuseum, München, 1803
- Johann Goswin Widder, Historiker
- Graf Rumford, Wissenschaftler, vor 1814, München
- Erzherzog Karl von Österreich, 1796, Bayer. Staatsgemäldesammlung, München
- Frater Zacharias, 1806, Apotheker im Karmeliterkloster, München
- Josef Millbiller, 1816, München
- Hofkammerrat Hebberling, Frau Hebberling, Lenbachhaus, München
Die meisten dieser Porträts wurden von anderen Künstlern als Stiche oder Lithographien vervielfältigt. Moritz Kellerhoven fertigte auch ein Selbstporträt als Radierung. Ebenso sind Kupferstiche und Lithografien von seiner Hand bekannt.
Auswahl von Personengemälden von Moritz von Kellerhoven:
-
Karoline von Baden, (1776–1841)
-
Maria Leopoldine von Österreich-Este, (1776–1848)
-
Lorenz von Westenrieder, 1803
-
Maximilian I. Joseph, (1756–1825)
-
Lothar Anselm von Gebsattel, Erzbischof, (1761–1846)
-
Wilhelm von Kobell, Maler, {1766–1853}
-
Benjamin Thompson, Graf von Rumford, (1783–1792)
Kellerhovens Nekrolog hält fest, dass „Zeichnung, Kolorit, plastische Vollendung und lebendige Auffassung“ seine Gemälde auszeichneten. Er habe besonders in den letzten Lebensjahren Bildnisse mehrerer Mitglieder des höheren Klerus geschaffen; „in ihrem Amtsornate, größtenteils in halber Figur… welchen an Ähnlichkeit, markiger und kräftiger Behandlung der mannigfaltigen Stoffe, Seide, Samt, Emaille und Edelsteine, nur wenige zur Seite gestellt werden können“. Zu diesen Porträts zählt auch das hier abgebildete Gemälde des Münchner Erzbischofs Lothar Anselm von Gebsattel, das bei hoher Leuchtkraft eine sehr feine Farbkomposition aufweist und besonders in den fast fotografisch genau dargestellten Seidenstoffen und Albenspitzen das herausragende Talent Kellerhovens offenbart.
Moritz Kellerhoven litt in den letzten Lebensjahren stark an der Gicht. Seit Frühjahr 1830 mehr und mehr hinfällig, starb der Maler im Alter von 72 Jahren am 15. Dezember 1830 in München und wurde am 17. Dezember 1830 unter großer Anteilnahme beigesetzt.
Grabstätte[Bearbeiten]
Die Grabstätte von Moritz Kellerhoven befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 25 – Reihe 13 – Platz 31, Standort
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|name=Standort des Grabes von Moritz Kellerhoven
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}}).<ref>Grabinschrift und Infos zum Grab von Moritz von Kellerhoven. In: alter-suedlicher-friedhof-muenchen.de.</ref><ref>Stadtgeschichte München: Grab von Moritz Kellerhoven</ref>
Familie[Bearbeiten]
Moritz Kellerhoven war verheiratet mit Lucia Bram, mit der er einen Sohn und vier Töchter hatte und die 1823 sieben Jahre vor ihm starb. Von den Kindern bekannt ist Franziska Kellerhoven (* 1793), die Kammerdienerin der Königin Karoline v. Bayern wurde und Joseph Kellerhoven (1789–1847) der Maler und Lithograph wurde<ref name=NDB />. Joseph Kellerhoven lebte als renommierter Porträtmaler in Speyer und malte mehrere der dortigen Bischöfe sowie eine Vielzahl der Pfälzer Honoratioren.<ref>Viktor Carl: Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten. Hennig Verlag, Edenkoben 2004, S. 434</ref> Er hatte die Malkunst u. a. bei seinem Vater an der Akademie der Bildenden Künste München erlernt, wo er ab 1809 studierte.<ref>Matrikeleintrag Joseph Kellerhoven, Kunstakademie München.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Kellerhoven, Moriz. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band I, Dresden 1891, S. 671 f.
- Nekrolog. Moritz Kellerhoven, in: Morgenblatt für gebildete Leser, Beilage Kunstblatt Nr. 44 vom 2. Juni 1831 (Digitalisat)
- Joseph Heller: Praktisches Handbuch für Kupferstichsammler, Leipzig 1850, S. 348 f. (Digitalisat)
- Hyacinth Holland: Kellerhoven, Moritz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 584 f.
- Brigitte Lohkamp: Kellerhoven, Moritz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 11. Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
- Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München; Moritz von Kellerhoven; Nr. 364, Seite 218. Zeke Verlag, 4. Auflage, Würzburg 1983, ISBN 3-924078-00-9.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kellerhoven, Moritz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 1758 |
| GEBURTSORT | Altenrath (Troisdorf) |
| STERBEDATUM | 15. Dezember 1830 |
| STERBEORT | München |