Moses Schneider
Moses Schneider (* 1966 in West-Berlin als Andreas Schneider) ist ein deutscher Musikproduzent, Musikstudiobetreiber und Musiker. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit deutschen Rockbands wie den Beatsteaks oder Tocotronic.
Leben[Bearbeiten]
Schneider wuchs in Berlin-Spandau als Sohn eines Kirchenmusikers<ref>Moses kennt den Weg. In: Bonedo. Abgerufen am 8. Mai 2026.</ref> auf und zog im Alter von 16 Jahren von zuhause aus.<ref>Reflektor mit Moses Schneider – Teil 1: „Am Ende des Tages ist alles Psychologie“ | Reflektor. 7. Mai 2026, abgerufen am 8. Mai 2026 (5:00).</ref> Er kam 1982 bei Aufnahmen seiner damaligen Band Nachdruck, bei der er Saxophon spielte, zum ersten Mal mit Musikstudiotechnik in Berührung. Von 1985 bis 1987 arbeitete er als Assistent im Sinus Tonstudio von Hans-Ulrich Weigel<ref>Hans-Ulrich Weigel wird stellvertretender Aufsichtsrat der GEMA. In: gema.de. 1. März 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. November 2011. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> in Berlin, bevor er 1987 an die Hansa-Tonstudios wechselte und mit Tom Müller<ref>Videointerview mit Tom Müller. In: freshmilk.tv. Abgerufen am 12. November 2011.</ref> arbeitete. Seine erste Arbeit als Assistent waren Aufnahmen für den Song Blown Away des Albums Bossa Nova der Pixies. 1989 beendete er seine Ausbildung und zog von Berlin nach Hamburg und kehrte im November 1990 nach dem Fall der Mauer in seine Heimatstadt zurück.<ref>Interview mit Ingo Petz im Rheinischen Merkur Nr. 37, 10. September 2009 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.online ( des Vorlage:IconExternal vom 7. Dezember 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
Er spielte einige Zeit bei der Band Gum und als Bassist bei Susie van der Meer. Schneider war zwischen 1991 und 1996 Teil des Produzententeams Bauknex. 1996 gründete er in Berlin mit Bernd „Ben“ Lauber und anderen das Tonstudio Transporterraum, deren erste Veröffentlichung 1997 das Album Static Warp Bubble von Susie van der Meer war. Der New Yorker Produzent Gordon Raphael benannte sein Studio Transporterraum nach einer Begegnung mit Schneider 1998 nach dessen Studio.<ref>Gordon Raphael: Producing The Strokes. Abgerufen am 10. Mai 2026.</ref>
Seine bevorzugte Produktionsweise, Bands entgegen den Gepflogenheiten in der Rock- und Popbranche nicht einzeln, sondern im Zusammenspiel und gewissermaßen live aufzunehmen, brachte ihm Bezeichnungen, wie „Wunderkind“ (Tagesspiegel) oder „Starproduzent“ (taz) ein.<ref>Thomas Winkler: „Es muß brezeln“ – Musikproduzent Moses Schneider. In: taz.de. 14. Februar 2008, abgerufen am 12. November 2011.</ref> Für den Musiker Jens Friebe ist er „der deutsche Steve Albini“.<ref>Jens Friebe: Moses Schneider – Live aus dem Heute-Studio. In: intro.de. 8. September 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Oktober 2011; abgerufen am 12. November 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Schneider wurde 2005 und 2008 als Produzent des Jahres für den Echo nominiert, unterlag aber 2005 gegen Stefan Raab und 2008 gegen Andreas Herbig.
Zusammen mit Gisbert zu Knyphausen und Tobias Friedrich aka Der dünne Mann gründete Schneider die Band Husten.<ref>Aus einem nachtlangen Jahr von Husten. 29. September 2023, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref>
Im August 2014 veröffentlichte Moses Schneider sein E-Book The Alternative Workbook – Or How to Pimp Your Practice Room.
2025 wurde bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert.<ref>Reflektor mit Moses Schneider – Teil 2: „Die Krankheit ist jetzt Teil meiner Geschichte“ | Reflektor. 14. Mai 2026, abgerufen am 16. Mai 2026.</ref>
Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]
- 1995: Bobo in White Wooden Houses – Cosmic Ceiling
- 2001: Stone the Crow – Year of the Crow
- 2003: Generation Fuck – Snapshots
- 2004: Beatsteaks – Smack Smash
- 2005: Spitting Off Tall Buildings – Spitting Off Tall Buildings
- 2005: Tocotronic – Pure Vernunft darf niemals siegen<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Releasemeldung „Pure Vernunft darf niemals siegen“ ( des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
- 2005: Ohrbooten – Spieltrieb
- 2006: Kante – Die Tiere sind unruhig
- 2006: Olli Schulz und der Hund Marie – Warten auf den Bumerang
- 2007: Beatsteaks – Limbo Messiah
- 2007: Fehlfarben – Handbuch für die Welt
- 2007: Tocotronic – Kapitulation
- 2007: Turbostaat – Vormann Leiss
- 2008: Tocotronic – Kapitulation Live
- 2008: Beatsteaks – Kanonen auf Spatzen
- 2008: Julia Marcell – It Might Like You
- 2009: Kreator – Hordes of Chaos
- 2009: Olli Schulz – Es brennt so schön (Teilproduktion, u. a. Mach den Bibo)
- 2009: Tele – Jedes Tier (Teilproduktion)
- 2010: Tocotronic – Schall & Wahn<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.musikexpress.de ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Februar 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
- 2010: Fehlfarben – Glücksmaschinen
- 2010: Dendemann – Vom Vintage verweht
- 2010: Turbostaat – Das Island Manöver
- 2011: Ja, Panik – DMD KIU LIDT
- 2011: Beatsteaks – Boombox
- 2011: Julia Marcell – June
- 2012: Fehlfarben – Xenophonie
- 2012: Olli Schulz – SOS – Save Olli Schulz
- 2013: Olli Schulz, Joko und Klaas – Rangel Song
- 2013: Tocotronic – Wie wir leben wollen
- 2013: Chuckamuck – Jiles
- 2013: Turbostaat – Stadt der Angst
- 2015: Olli Schulz – Feelings aus der Asche
- 2015: AnnenMayKantereit – Wird schon irgendwie gehen<ref>puls (BR).</ref>
- 2016: Turbostaat – Abalonia<ref name="DiscographieMosesSchneider">Discographie Moses Schneider</ref>
- 2016: AnnenMayKantereit – Alles nix Konkretes<ref name="DiscographieMosesSchneider" />
- 2018: Ätna – La Famiglia
- 2018: Olli Schulz – Scheiß Leben, gut erzählt
- 2018: Tocotronic – Die Unendlichkeit
- 2019: Die Heiterkeit – Was passiert ist
- 2019: Keimzeit – Das Schloss
- 2019: Turbostaat – Nachtbrot
- 2020: Pabst – Deuce Ex Machina
- 2020: Turbostaat – Uthlande
- 2021: Maulgruppe – Hitsignale
- 2022: Die Andere Seite – Epithymia
- 2022: Tocotronic – Nie wieder Krieg
- 2022: Musa Dagh – Musa Dagh
- 2022: Beatsteaks – Smack Smash
- 2023: Musa Dagh – No Future
- 2023: Bukahara – Tales of the Tides
- 2024: Ätna – Lucky Dancer
- 2024: Olli Schulz – Vom Rand der Zeit
- 2025: Die Heiterkeit – Schwarze Magie
- 2025: Tocotronic – Golden Years
- 2025: Turbostaat – Alter Zorn
- 2025: The Red Flags - Self-Centred and Delusional
- 2026: Kapa Tult - Immer Alles Gleichzeitig
Des Weiteren ist er auch bei zahlreichen Produktionen als Co-Produzent und/oder Co-Autor tätig.
Auszeichnungen/Nominierungen[Bearbeiten]
- Echo 2005: Produzent des Jahres national (nominiert)<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Echo Nominierungen 2005: Produzent des Jahres national ( des Vorlage:IconExternal vom 21. April 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
- Echo 2008: Produzent/Produzentin des Jahres (nominiert)<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Echo Nominierungen 2008: Produzent/Produzentin des Jahres ( des Vorlage:IconExternal vom 27. März 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Jens Balzer: Die Tocotronic Chroniken. Hrsg.: Martin Hossbach. 1. Auflage. Blumenbar / Aufbau Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-351-05020-7.
- Moses Schneider: Das etwas andere Handbuch oder How To Pimp My Übungsraum. 1. Auflage. Transporterraum Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-034731-3.
Weblinks[Bearbeiten]
- Website von Moses Schneider
- Moses Schneider bei Discogs
- Moses Schneider bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schneider, Moses |
| ALTERNATIVNAMEN | Schneider, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musikproduzent |
| GEBURTSDATUM | 1966 |
| GEBURTSORT | Berlin |
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