Muhammad Ahmad Hussein
Scheich Muhammad Ahmad Hussein (auch Mohammed, arabisch محمد أحمد حسين, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist ein sunnitischer Geistlicher und Rechtsgelehrter. Er ist der amtierende Großmufti von Jerusalem, dessen Einflussbereich sich auch auf das Westjordanland sowie das benachbarte Jordanien erstreckt, sowie Leiter der Waqf-Behörde Jerusalem.
Leben[Bearbeiten]
Er ist seit Juli 2006 im Amt, in das er vom Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas eingesetzt wurde, der seinen Vorgänger Ikrima Sa'id Sabri (* 1939) ablöste. Der Großmufti ist das Oberhaupt der palästinensischen muslimischen Geistlichen.<ref>vgl. Dynamit auf Beinen. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1951 (online). Zitat: „Im Gegensatz zu einem christlichen Bischof aber verfügt ein Mufti neben dem geistlichen auch über einen weltlichen Rang. Die Muftis von Jerusalem waren die obersten geistlichen und weltlichen Oberhäupter der Moslems innerhalb des früheren politischen Gebildes Palästina.“</ref> Hussein ist der siebte Großmufti.
1973 machte er seinen Bachelor-Abschluss in islamischem Recht an der Fakultät für Scharia an der Universität von Jordanien. Er besitzt einen Master-Abschluss in moderner Islamwissenschaft von der Universität von Jerusalem. Einen Teil seiner Ausbildung absolvierte er bei Scheich Mohammed Haschim al-Baghdadi.<ref>Zu Sheikh Muhammad Hashim al-Baghdadi (1909–1995) aus dem Qadiri-Sufiorden, vgl. islamophile.org: Sheikh Muhammad Hâshim Al-Baghdâdî & Hassan Abu Hanieh: Sufism and Sufi orders: God's spiritual paths ; adaption and renewal in the context of modernization. Amman, December 2011 (Friedrich-Ebert-Stiftung), Online unter library.fes.de, S. 154 f.</ref><ref>darifta.org (CV)</ref>
Bevor er das Amt des Großmuftis von Jerusalem antrat, war Hussein Imam der al-Aqsa-Moschee und Kostos der heiligen Stätten Jerusalems. Er ist einer der Senior Fellows des Königlichen Aal al-Bayt Instituts für islamisches Denken (Royal Aal Al-Bayt Institute for Islamic Thought).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.aalalbayt.org ( des Vorlage:IconExternal vom 20. September 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Mohammed-Zitat nach al-Buchari und Muslim (2011)[Bearbeiten]
Am 9. Januar 2011, als er sich an eine Menschenmenge wandte – der New York Times zufolge<ref>nytimes.com: „47th anniversary of the founding of Fatah“</ref> bei einer Veranstaltung anlässlich des 47. Jahrestages der Gründung der Fatah<ref>Eine politische Partei in den Palästinensischen Autonomiegebieten.</ref> – zitierte Hussein ein umstrittenes, dem Propheten Mohammed zugeschriebenes und von al-Buchari und Muslim<ref>Zu den beiden letztgenannten Persönlichkeiten, siehe auch Die zwei „gesunden“ Sahih-Werke</ref> überliefertes Hadith,<ref>Zur Kanonierung von al-Buchārī und Muslim sowie die Bildung und Funktion des sunnitischen Hadith-Kanons; vgl. Jonathan Brown: The Canonization of al-Bukhārī and Muslim : The Formation and Function of the Sunnī Ḥadīth Canon. 2007.</ref> das besagt:
“The Hour will not come until you fight the Jews. The Jews will hide behind stones or trees. Then the stones or trees will call: Oh Muslim, servant of Allah, there is a Jew behind me, come and kill him.”
„Die Stunde (des göttlichen Gerichtes und der Auferstehung) wird nicht kommen, bis ihr die Juden bekämpft habt. Die Juden werden sich hinter Steinen oder Bäumen verstecken. Dann werden die Steine oder Bäume rufen: 'Oh, Muslim, Diener Allahs, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.'“<ref name="nyt">Isabel Kershner: 2 Palestinian Legislators Are Arrested in East Jerusalem Protest. The New York Times, 23. Januar 2012, abgerufen am 4. Februar 2014.</ref>
Die Kommentare des Muftis wurden im palästinensischen Fernsehen am selben Tag ausgestrahlt und dann am 15. Januar von Palestinian Media Watch, einer israelischen Watchdog-Journalismus-Gruppe, weiter verbreitet. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Worte des Muftis als „moralisch verabscheuungswürdig“ und verglich seine Aktionen mit denen des ehemaligen Muftis von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini, der sich in den 1930er und 40er Jahren mit Adolf Hitler verbündet hatte.<ref>Isabel Kershner (23 January 2012). "2 Palestinian Legislators Are Arrested in East Jerusalem Protest". The New York Times</ref><ref>PM: Investigate PA cleric who called to kill Jews (Herb Keinon). – Zu Person und geschichtlichen Vorgängen, vgl. Dynamit auf Beinen. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1951 (online).</ref>
In einem Interview mit dem israelischen TV-Sender Channel 2 am 25. Oktober 2015 leugnete Muhammad Ahmad Hussein, dass sich auf dem Tempelberg in Jerusalem jemals ein jüdischer Tempel befunden habe. Dieser Ort war dem Großmufti zufolge vor „3.000 Jahren und vor 30.000 Jahren“ eine Moschee und wäre dies bereits „seit Erschaffung der Welt“ gewesen. Hinsichtlich der al-Aqsa-Moschee, die im 7. Jahrhundert unter dem Kalifen Omar ibn al-Chattab errichtet wurde, behauptete der Mufti, sie sei von „Adam oder in seiner Zeit von der Engeln erbaut“ worden.<ref>Ilan Ben Zion: Jerusalem mufti: Temple Mount never housed Jewish Temple. In: The Times of Israel. 25. Oktober 2015, abgerufen am 3. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Verschiedenes[Bearbeiten]
Anlässlich eines Handgemenges zwischen Palästinensern und Israelis bei der al-Aqsa-Moschee, der wichtigsten Moschee Jerusalems,<ref>Und eine der wichtigsten Stätten des Islam (siehe Liste islamischer Pilgerstätten).</ref> wurde der Großmufti am 8. Mai 2013 verhaftet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uk.reuters.com: Israeli forces detain top Palestinian cleric ( des Vorlage:IconExternal vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. & jewishpress.com: Police Arrest Jerusalem Mufti (The Jewish Press)</ref> Ebenfalls vorübergehend festgenommen wurde er, nachdem er zu Protestaktionen gegenüber der Polizei an den Zugängen des Tempelbergs aufgerufen hatte.<ref>dw.com: Großmufti von Jerusalem nach Schießerei festgenommen (Deutsche Welle)</ref>
Anfang August 2025 wurde er laut übereinstimmenden Berichten von der Times of Israel und der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa von der israelischen Polizei mit einem sechsmonatigen Betretungsverbot für den Tempelberg und die Al-Aksa-Moschee belegt. Er hatte zuvor einen achttägigen Bann erhalten, nachdem er laut Wafa das Aushungern der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen verurteilt hatte.<ref>Großmufti von Jerusalem vom Tempelberg verbannt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 7. August 2025.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- darifta.org (CV beim Palästinensischen Dār al-iftā', Jerusalem (دار الإفتاء الفلسطينية – القدس), dem Haus für Gutachterwesen und Rechtleitung)
- islamicinvitationturkey.com: Israel installed spy cameras in al-Aqsa Mosque
Videos[Bearbeiten]
- لقاء خطيب المسجد الاقصى الشيخ محمد أحمد حسين – برنامج يوم جديد auf YouTube
- برنامج حوار مع كبار – مفتي الديار المقدسة سماحة الشيخ محمد أحمد حسين auf YouTube (Ausschnitt aus dem jordanischen Fernsehen).
- Palestinian Grand Mufti shocks Israel auf YouTube
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Muhammad Ahmad Hussein (Alternativbezeichnungen des Lemmas) |
|---|
| Mohammed Ahmad Hussein; Mohammed Ahmad Husein; Muhammed Ahmad Husein; Muḥammad Aḥmad Ḥusayn; Muhammad Ahmad Husayn; Sheikh Mohammad Hussein |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hussein, Muhammad Ahmad |
| ALTERNATIVNAMEN | Hussein, Mohammed Ahmad; حسين, محمد أحمد (arabisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | sunnitischer Geistlicher und Rechtsgelehrter |
| GEBURTSDATUM | 20. Jahrhundert |
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- Islamischer Theologe (20. Jahrhundert)
- Islamischer Theologe (21. Jahrhundert)
- Islamwissenschaftler
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- Person des Islam (Palästina)
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