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Mutter Fourage

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Chausseestraße 15 a, Berlin-Wannsee
Wohnhaus der Mutter Fourage

Die Mutter Fourage ist ein in einen ehemals landwirtschaftlichen und als Pferdefutterhandlung genutzten Dreiseitenhof integrierter Kulturstandort, der u. a. die Galerie Mutter Fourage sowie die Kulturscheune in der Chausseestraße 15a in Berlin-Wannsee betreibt. Eigner und Betreiber dieses Kulturstandortes war über viele Jahrzehnte bis August 2021 Wolfgang Immenhausen.

Mutter Fourage[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

1900 hat Wilhelm Hönicke in der Chausseestraße 15 in Berlin-Wannsee auf dem Dreiseitenhof mit zweistöckigem Wohngebäude, einstöckigen Werkstätten und Lagerräumen etc. eine Mehl- und Fouragehandlung gegründet, wofür in der Scheune Heu, Stroh und Hafer als Pferdefutter (Fourage) gehäckselt und verladen wurde. Die gesamte Familie war in den Transport der Ware eingebunden. 1919 kaufte Otto Hönicke seinem Bruder die Fouragehandlung ab und wohnte seither mit seiner Frau und deren gemeinsamer Tochter auf dem Anwesen.<ref name="GMF">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wie alles begann (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mutter-fourage.de, online unter mutter-fourage.de</ref> Während des Zweiten Weltkriegs war der Hof ein wichtiger Verteiler nach den Abgaberegeln des Reichsnährstandes.<ref name=":0">Sebastian Senftleben: Im Portrait: Geistiger Vater und Mitbegründer von „Mutter Fourage“ - Berlin Südwest e.V. Abgerufen am 12. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Später wurden auch Kartoffeln und andere Futtermittel dort gehandelt.

Die 1924 nach einem Brand der alten Scheune neu gebaute und seit 2012 denkmalgeschützte Scheune der Mutter Fourage besitzt ein Zollingerdach, welches auch Thema einer Ausstellung war.<ref>Das Zollinger Dach - weniger ist Zukunft. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2017; abgerufen am 12. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mutter-fourage.de</ref> Zum 50-jährigem Jubiläum im Jahr 1950 wurde das Wohnhaus renoviert. Otto Hönicke hatte den Betrieb zu einem Kartoffelgroßhandel ausgebaut und vererbte diesen 1957 an seine Tochter, der Mutter von Wolfgang Immenhausen.<ref name="GMF" />

1977 musste der Familienbetrieb aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Fourage geschlossen werden.<ref name=":0" /> In Anlehnung an Mutter Courage von Bertolt Brecht benannte Wolfgang Immenhausen den renovierungsbedürftigen Hof noch im gleichen Jahr<ref name="GMF" /> in „Mutter Fourage“ um<ref name=":0" /> und startete auf ihm gemeinsam mit dem ihm vom Grips-Theater bekannten Autor Stefan Reisner und dem Unternehmer Lutz Peters eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für den Betrieb einer ökologischen Futter- und Gartenbedarfshandlung, die Scheune mit der außergewöhnlichen Dachkonstruktion wurde zur Kulturscheune, in der sie Kinderfeste mit Clowns, Pfingstkonzerte und Hoffeste für Nachbarn und Freunde aus der Stadt organisierten.<ref name=":0" /><ref name=":1">Tanja Laninger: Wannsees erster Berufs-Öko. (morgenpost.de [abgerufen am 12. Dezember 2017]).</ref> Als Mutter Fourage – Futtermittelhandels GmbH Wannsee wurde der ursprüngliche Handel mit Futtermittel im Namen aufrechterhalten.<ref name=":0" />

Der 1980 aufgestellte Taubenturm<ref name="GMF" /> stellt inzwischen das Wahrzeichen der Mutter Fourage dar. Die Mitbegründer Reisner und Peters stiegen 1985 aus, zeitgleich beendete Immenhausen sein Engagement im Grips-Theater. Immenhausen und Sabine Schneider bauten ab Mitte der 1980er gemeinsam das Kulturprogramm der Mutter Fourage in der Kulturscheune aus, die als Veranstaltungsort für Konzerte (z. B. von den zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker),<ref name=":1" /> Theateraufführungen und Lesungen etabliert wurde, und richteten in dem ehemaligen Wagenschuppen die Galerie Mutter Fourage ein.<ref name="GMF" />

Unter dem Motto „Kunst und Ökologie“ wurden auf dem Hof bis 2007 Heidschnucken, Pferde, Schweine und Tauben gehalten, was dann jedoch aufgrund von Auflagen des Veterinäramtes aufgegeben werden musste,<ref name=":1" /> und 1989 einer der ersten Naturkostläden Berlins eröffnet<ref name="GMF" /> (heute verpachtet als Feinkostladen). Darüber hinaus sind derzeit Räumlichkeiten an das Hofcafé, eine Gärtnerei und ein Bilderrahmenatelier verpachtet.<ref>Siehe Startseite der Homepage von Mutter Fourage</ref>

Im August 2021 gab Wolfgang Immenhausen die Leitung der Galerie Mutter Fourage und der Kulturscheune ab.<ref name=":2">Neue Leitung für Kultort in Wannsee: „In der Mutter Fourage wird man von einer besonderen Aura umschlossen“. Abgerufen am 12. September 2021.</ref>

Aufbau[Bearbeiten]

  • Galerie Mutter Fourage
  • Kulturscheune
  • kopfsteingepflasterter Hof
  • Wohnhaus
verpachtete Räumlichkeiten

Galerie Mutter Fourage[Bearbeiten]

Grundlage der Galerie Mutter Fourage war die Sammlung von Wolfgang Immenhausen, der u. a. vor Jahrzehnten für wenig Geld Werke des seinerzeit vergessenen Wannseer Malers und Mitbegründers der Berliner Secession Philipp Franck erwarb, die heute ein Vielfaches wert sind. Neben Ausstellungen des Galeriebestandes wurden und werden in der Galerie Mutter Fourage auch Werke von Gegenwartskünstlern ausgestellt.

Im August 2021 gab Wolfgang Immenhausen die Leitung der Galerie Mutter Fourage ab, behielt aber noch die Aufgabe des Kunsthandels.<ref name=":2" /><ref>Impressum. In: Galerie Mutter Fourage. Abgerufen am 12. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Werke im Bestand der Galerie (Auswahl)[Bearbeiten]

Werke von Künstlern der Berliner Secession sowie Vertreter der sogenannten Verschollenen Generation, d. h. Maler, die den Ersten Weltkrieg erlebten, in der Weimarer Republik erfolgreich ihren künstlerischen Weg fanden, in der Nazizeit aber als „entartet“ stigmatisiert und verboten wurden, sind im Bestand der Galerie und werden kontinuierlich in Ausstellungen gezeigt:<ref>Berliner Secession , online unter mutter-fourage.de</ref>

Zeitgenössische Künstlerin

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1979: Sabine Schneider
  • 1979: Hildegard Ochse
  • 1990: Barbara Raetsch
  • 1993: Hans Scheib
  • 1997: Max Liebermann in Wannsee – Glanz und Untergang einer Lebenswelt
  • 2003: Helen Berggruen<ref>About. Abgerufen am 16. Dezember 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Thomas Veszelits: Die Robin-Hood-Falle: »Mister Karstadt«, Nicolas Berggruen. Eine Biographie. Rotbuch Verlag, 2013, ISBN 978-3-86789-545-3 (google.de [abgerufen am 16. Dezember 2017]).</ref>
  • 2007: Opium bei Mutter Fourage – Verhüllt um zu verführen – Die Welt auf der Orange<ref>Dirik von Oettingen: Opium bei Mutter Fourage: Katalog zur Ausstellung. BoD – Books on Demand, 2016, ISBN 978-3-7392-6797-5 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2017]).</ref>
  • 2009: Helen Berggruen – Haus und Landschaft<ref>Ingeborg Ruthe: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Helen im Glück. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-zeitung.de In: Berliner Zeitung, 13. Oktober 2009.</ref>
  • 2010: Philipp Franck
  • 2010: Helfried Strauß Sanssouci: Skulptur im Park
  • 2011: Kleist-Gedenken (200. Todestag)<ref>Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft und des Kleist-Museums: Kleist-Jahrbuch 2012. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-476-00814-5 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2017]).</ref>
  • 2013: Emil Pottner – Impressionistische Glanzstücke in Malerei und Plastik
  • 2015: Das Zollinger Dach – weniger ist Zukunft
  • 2015: 33 Jahre Malerei von Sabine Schneider
  • 2015: Franz Heckendorf
  • 2016: Josef Steiner
  • 2016: Eine Annäherung in Wannsee: Verein Berliner Künstler und Berliner Secession<ref>Eine Annäherung in Wannsee: Verein Berliner Künstler und Berliner Secession : eine Ausstellung in der Galerie Mutter Fourage Berlin in Kooperation mit dem Verein Berliner Künstler anlässlich seines 175-jährigen Jubiläums : November 2016. Verein Berliner Künstler, 2016, ISBN 978-3-9818399-0-6 (google.de [abgerufen am 12. Dezember 2017]).</ref>
  • 2016: Ziegen in der Kunst mit Werken von Max Liebermann, Oskar Kokoschka, Pablo Picasso<ref>Bei dieser Ausstellung wird viel gemeckert! (bz-berlin.de [abgerufen am 12. Dezember 2017]).</ref>
  • 2018: Eleonore Lingnau-Kluge – Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen 1945–2000
  • 2018: Rainer Mang & Michael Otto – Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen
Wanderausstellungen

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 52° 24′ 59″ N, 13° 8′ 46,7″ O

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