NGC 7088
Bei NGC 7088, auch bekannt als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (dt. „Baxendells unfotografierbarer Nebel“), handelt es sich um einen wohl nicht existierenden Nebel etwa 30′ nördlich des Kugelsternhaufens Messier 2 im Wassermann. Nachdem er 1880 vom Astronomen Joseph Baxendell in Birkdale „entdeckt“ und zunächst von anderen Astronomen visuell bestätigt wurde, war er auf keiner fotografischen Aufnahme sichtbar. Heute geht man davon aus, dass es sich bei den Beobachtungen um optische Täuschungen handelte und an der entsprechenden Position kein Nebel existiert.
Geschichte[Bearbeiten]
In der Nacht des 28. Septembers 1880 beobachtete Joseph Baxendell mit seinem T. Cooke & Sons 6″-Teleskop in seinem privaten Observatorium im Garten der 14 Liverpool Road, Birkdale einen schwachen ausgedehnten Nebel im Wassermann, der ihm neu war und den er in keinen Katalog eingetragen oder auf einer Karte verzeichnet fand, die er besaß. In einem Brief an William Christie vom 1. November 1880, der in der Ausgabe vom 12. November 1880 der Monthly Notices der Royal Astronomical Society abgedruckt erschien, beschreibt Baxendell den Nebel mit einer irregulären ovalen Form, dessen südliche Grenze sich etwa 7′ nördlich von Messier 2 (M 2) befindet und eine Ausdehnung von 75′ × 52′ besitzt. Weiterhin vergleicht Baxendell ihn mit dem Merope-Nebel (NGC 1435), einem Reflexionsnebel im Bereich der Plejaden (M 45), nur dass sein aufgefundener Nebel nicht so hell sei.
Johan Ludvig Emil Dreyer verzeichnete ihn 1888 in seinem New General Catalogue unter der Nummer 7088. Er beschreibt ihn dort als sehr großen und diffusen Nebel mit einer Länge von 45′.<ref name="Dreyer, 1888, 225" /> Keinen Eingang fand der Nebel in Edward Barnards Katalog der Dunkelwolken in den Versionen von 1919 und 1927. In der Überarbeitung des New General Catalogue von Johann Georg Hagen an der vatikanischen Sternwarte (1922) wird er in der Einleitung mit 16 weiteren ominösen Nebeln von Dreyer mit einer Dichte von III–IV auf einer fünfstufigen Skala geführt; im Katalog selbst ist er nicht verzeichnet.<ref name="Hagen, 1930, 332" /> Bis 1930 folgten weitere visuelle Beobachtungen des Nebels mit verschiedenen Teleskopen an unterschiedlichen Sternwarten (→ Sichtungen).
Als einigermaßen empfindliche Emulsionen zur Verfügung standen, begann man damit, den Nebel fotografieren zu wollen, jedoch weder im blauen noch im gelben Spektralbereich ließen sich Spuren des Nebels finden. Josef Hopmann versuchte das in einer Arbeit von 1930 damit zu erklären, dass er dem Nebel ein ausgedehntes kontinuierliches Spektrum zuschrieb.<ref name="Hopmann, 1930" />
1937 erhielt Marcel de Kérolyr vom Observatoire de Haute-Provence zum zweiten Mal nach 1933 den Klumpke-Roberts-Preis für seine Fotografien der Herschel-Felder H12, H14, H15, H20, H21, H33, H41 und des Baxendell-Nebels NGC 7088 verliehen.<ref name="Klumpke Roberts, 1935" /> Dabei entstanden zwei Aufnahmen von NGC 7088: die eine am 18. Juli und die andere am 2. September 1934. Dies wurde als erster fotografischer Nachweis des Nebels angesehen. Wolfgang Strohmeier und Adalbert Güttler gaben aber in ihrer 1952 erschienenen Veröffentlichung über NGC 7088 einen Briefverkehr vom 4. April 1951 mit G. Courtés vom Observatoire de Haute-Provence an, in dem es heißt, dass „es keine Spur eines Nebels“<ref name="Strohmaier, 1952, 257" /> auf den Aufnahmen gibt.
Schon 1927 vermutete Max Wolf, dass das Leuchten des Nebels im roten Spektralbereich liegen müsse. Karl Haidrich versuchte 1936 mit einer Hα-Emulsion NGC 7088 zu fotografieren, nachdem die zuvor verwendeten Silberbromidemulsionen keine Ergebnisse gebracht hatten. Er fand auch schwache Anzeichen eines Nebels, jedoch lag Haidrichs verwendete Emulsion bei 656 nm schon auf dem steil abfallenden Teil der Empfindlichkeitskurve. 1947 und 1949 versuchte Strohmeier mit einer Isopan-Ultra-Emulsion des Unternehmens Agfa, dessen Empfindlichkeit bis 680 nm reichte, den Nebel zu fotografieren, erhielt aber auf keiner Aufnahme einen Nachweis.
Der derzeitige Stand der Forschung geht davon aus, dass kein Nebel an dieser Stelle existiert. Man vermutet, dass es sich bei den Beobachtungen um visuelle Illusionen handelte, ausgelöst durch Reflexionen des benachbarten Messier 2 im Instrument. Die Sichtungen erfolgten alle mit Refraktoren, die versuchten Fotografien hingegen mit Spiegelteleskopen.
Sichtungen[Bearbeiten]
| Beobachter | Zeit | Instrument | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Baxendell | 28. September 1880 | 6″-Refraktor, Birkdale | „Ich habe ihn in mehreren Nächten gesehen und keinen Zweifel an seiner Existenz.“<ref name="Baxendell, 1880, 48" /> |
| Dreyer | zwischen 1881 und 1888 | 10″-Refraktor, Armagh | „Ich habe ihn ohne Schwierigkeiten im Armagh-10″-Refraktor gesehen.“<ref name="Dreyer, 1888, 225" /> |
| Bigourdan | 27. Oktober 1888 | 12″-Refraktor, Paris | „Sehr geringe Nebelspuren in einer 8′ südlicheren Region als von Dreyer vermutet.“<ref name="Bigourdan, 1899, G.83" /> Keine Sichtung am 5. Oktober 1888 und 2. August 1889. |
| Hagen | 1915 und 1917 | 16″-Refraktor, Vatikan | |
| Wolf | 1927 | 6″-Refraktor, Heidelberg | |
| O’Connor | 1929 | 15″-Refraktor, Stonyhurst | „ohne Schwierigkeiten“ |
| Franks | 6. Oktober 1929 | 6″-Refraktor, East Grinstead | „Bei genauerer Betrachtung scheint es einen kleinen Unterschied in der Dichte zwischen dem Nebel und den umgebenden Sternenzonen zu geben.“<ref name="Pearson, 2014, 47" /> |
| Becker | 1930 | 12″-Refraktor, Potsdam | |
| Lehner | 1930 | 4″-Refraktor, Erfurt |
Fotografische Nachweisversuche[Bearbeiten]
| Beobachter | Jahr | Instrument | Emulsion, Filter | Belichtungszeit | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Duncan | 1919 | 1,5-m-Spiegel, Mount Wilson | Blau | 55 min | kein Nachweis |
| Wolf | 1927 | 6″-Refraktor, 16″-Refraktor, 71-cm-Spiegel, Heidelberg | Blau | ? | kein Nachweis |
| Baade | 1929 | 1-m-Spiegel (3 m Brennweite), Hamburg | u. a. panchromatische Emulsion + Gelbfilter | 1,5 h – 4 h | kein Nachweis |
| de Kérolyr | 1931 | 80-cm-Spiegel, Haute-Provence | Opto-Lumière | 12 h | kein Nachweis |
| Shapley | 1931 | 40-cm-Metcalf-Teleskop, Harvard | Gelbplatte + Gelbfilter | 1,5 h | kein Nachweis |
| Helwan | 1931 | 40-cm-Spiegel, Helwan | ? | 1 h | kein Nachweis |
| de Kérolyr | 1934 | 80-cm-Spiegel, Haute-Provence | Lumière-Ortho-Super-Opta | 2,5 h | kein Nachweis |
| de Kérolyr | 1934 | 80-cm-Spiegel, Haute-Provence | Lumière-Ortho-Super-Fulgur | 4,8 h | kein Nachweis |
| Haidrich | 1936 | 21-cm-Spiegel, Wien | Imperial-Eclipse-Panchromatic | 45 min | schwache Anzeichen einer Schwärzung |
| Strohmeier | 1947 | 10-cm-Schmidt-Spiegel, München | Agfa-Isopan-Ultra + Rotfilter RG2 | 1,5 h | kein Nachweis |
| Strohmeier-Güttler | 1949 | 6,5-cm-Xenone, München | Agfa-Isopan-Ultra + Rot-, Grün-, Blau-Filter | 6 h | kein Nachweis |
Siehe auch[Bearbeiten]
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
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- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.F. Becker: Kosmische Wolken in der Umgebung von V und UW Draconis. In: Astronomische Nachrichten. Band 224, Nr. 5359, 1925, Sp. 113/114–117/118, bibcode:1925AN....224..113B.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.F. Becker: Über interstellare Massen und die Absorption des Sternlichtes im Weltraum. In: Ergebnisse der exakten Naturwissenschaften. Band 9. Julius Springer, Berlin 1930, S. 1–37 (Library Archive National Mining University of Ukraine).
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- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.K. Haidrich: Die photographische Erfassung der roten Nebelwolken. In: Astronomische Nachrichten. Band 258, Nr. 6187, 1936, Sp. 321/322–329/330, bibcode:1936AN....258..321H.
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- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.W. Strohmeier & A. Güttler: Zur Frage der Existenz des Baxendell-Nebels NGC 7088. (Veröffentlichungen der Sternwarte München Bd. 4 Nr. 8). In: Astronomische Nachrichten. Band 280, Nr. 5, 1952, S. 254–258, bibcode:1952AN....280..254S.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references>
<ref name="Baxendell, 1880, 48">“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (Baxendell, 1881, S. 48)</ref> <ref name="Bigourdan, 1899, G.83">« {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) » (Bigourdan, 1899, S. G.83)</ref> <ref name="Dreyer, 1888, 225">“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (Dreyer, 1888, S. 225)</ref> <ref name="Hagen, 1930, 332">Einträge von Barnard und Hagen zitiert nach Hagen, 1930, S. 332.</ref> <ref name="Hopmann, 1930">J. Hopmann: Weshalb lassen sich die Hagenschen »dunklen Wolken« nicht photographieren? In: Astronomische Nachrichten. Band 238, Nr. 5706, 1930, Sp. 285/286–293/294, bibcode:1930AN....238..285H.</ref> <ref name="Klumpke Roberts, 1935"></ref> <ref name="Pearson, 2014, 47">“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (Pearson, 2014, S. 47)</ref> <ref name="Strohmaier, 1952, 257">« {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) » (Strohmeier & Güttler, 1952, S. 257)</ref>
</references>
Weblinks[Bearbeiten]
- NGC 7088 in der NASA/IPAC Extragalactic Database (NED)
- NGC 7088 in der VizieR-Datenbank
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