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Nacktsohlen-Rennmäuse

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Nacktsohlen-Rennmäuse
Datei:Gerbilliscus kempi SierraLeone.jpg

Gerbilliscus kempi

Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Rennmäuse (Gerbillinae)
Tribus: Gerbillurini
Untertribus: Gerbillurina
Gattung: Nacktsohlen-Rennmäuse
Wissenschaftlicher Name
Gerbilliscus
Thomas, 1897

Nacktsohlen-Rennmäuse (Gerbilliscus) sind eine Gattung der Rennmäuse mit etwa zehn Arten, die in Afrika vorkommen. Gerbilliscus wurde früher als Untergattung der Gattung Tatera geführt.<ref name="Walkers"/> Neuere taxonomische Abhandlungen, wie Mammal Species of the World (2005), listen Gerbilliscus als eigenständige Gattung, so dass Tatera nur noch eine einzige Art enthält, die Indische Nacktsohlenrennmaus.<ref name="Wilson"/>

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten ähneln anderen Rennmäusen im Körperbau. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 bis 20 cm und eine Schwanzlänge von 13 bis 25 cm. Das Gewicht variiert zwischen 30 und 227 g. Auf der Oberseite hat das weiche Fell eine sandbraune, graubraune bis schwarzbraune Farbe. Der Bauch und die Füße sind weißlich bis völlig weiß. Bei den meisten Arten kommt am Schwanzende eine Quaste aus langen Haaren vor. Namensgebend sind die haarlosen Sohlen der Hinterfüße.<ref name="Walkers"/>

Arten, Verbreitung und Status[Bearbeiten]

Laut Wilson & Reeder (2005) besteht die Gattung aus 11 Arten, die auf zwei Untergattungen aufgeteilt werden.<ref name="Wilson"/><ref name="IUCN"/>

Die IUCN listet mit Gerbilliscus gambiana eine weitere Art zur Gattung. Diese wird bei Wilson & Reeder (2005) und bei Kingdon (2013)<ref>David C. D. Happold: Boehm's gerbil. In: Jonathan Kingdon, David Happold, Michael Hoffmann, Thomas Butynski, Meredith Happold, Jan Kalina (Hrsg.) Mammals of Africa. Band 3: David C. D. Happold (Hrsg.): Rodents, hares and rabbits. Bloomsbury, London u. a. 2013, ISBN 978-1-4081-2253-2, S. 278–279.</ref> als Synonym von Kemps Nacktsohlenrennmaus betrachtet. Alle 12 Arten werden als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.<ref name="IUCN"/>

Lebensweise[Bearbeiten]

Nacktsohlen-Rennmäuse halten sich vorwiegend in trockenen Habitaten wie Savannen, Sandflächen, offenen Baumbeständen, Landwirtschaftsflächen und Gärten auf. Sie sind meist nacht- oder dämmerungsaktiv und bewegen sich laufend auf vier Füßen. Bei Gefahr können sie bis 1,5 Meter weit springen. Für kurze Ruhephasen graben die einzelnen Exemplare einfache Erdlöcher und für längere Aufenthalte bauen sie mehr oder weniger komplexe Tunnelsysteme. Dort verbleiben sie bei starker Hitze oder Kälte. Nacktsohlen-Rennmäuse fressen Wurzeln, Samen und grüne Pflanzenteile sowie einige Insekten.<ref name="Walkers"/>

Das Fortpflanzungsverhalten ist weitgehend unerforscht. Laut unterschiedlichen Studien sind Weibchen ganzjährig oder nur in der Regenzeit paarungsbereit. Nach 22 bis 30 Tagen Trächtigkeit werden bis zu 13 Jungtiere geboren.<ref name="Walkers"/>

Referenzliteratur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Wilson"></ref> <ref name="IUCN">Gerbilliscus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012. Abgerufen am 20. Oktober 2013.</ref> <ref name="Walkers">Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Band 2. 6. Auflage. 1999, S. 1449–1450.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Nacktsohlen-Rennmäuse (Gerbilliscus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien