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Nastassja Kinski

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Nastassja Kinski (2017)

Nastassja Kinski (* 24. Januar 1961 als Nastassja Aglaia Nakszynski in West-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde 1977 mit dem von Wolfgang Petersen gedrehten Fernsehfilm Tatort: Reifezeugnis im deutschen Sprachraum bekannt. Ihre größten Erfolge hatte sie in den späten 1970er und den 1980er Jahren. Sie drehte in Deutschland, Frankreich und Hollywood, unter anderem mit den Regisseuren Wim Wenders, Roman Polański und Francis Ford Coppola. Zeitweise war sie eine der meistfotografierten Frauen der Welt und auf vielen Titelbildern zu sehen.

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

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Nastassja Kinski, 1990

Nastassja Kinski wurde 1961<ref>Es werden bzw. wurden mitunter auch andere Jahre genannt, etwa 1960 (Vorlage:Dirk Jasper FilmLexikon). Nastassja wurde jedoch in Klaus Kinskis zweiter, erst Oktober 1960 geschlossener Ehe geboren. 1961 ist gesichert durch seinerzeitige Meldungen, u. a. in Klaus Kinski: Familiäres. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1961 (online). Am 11. September 2008 nannte Nastassja Kinski in der Talkshow Johannes B. Kerner selbst dieses Jahr.</ref> in West-Berlin<ref>James M. Welsh, Gene D. Phillips, Rodney F. Hill: The Francis Ford Coppola Encyclopedia. Scarecrow Press, Lanham/Toronto/Plymouth, UK 2010, ISBN 978-0-8108-7651-4, S. 154 (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> als zweite Tochter des Schauspielers Klaus Kinski (bürgerlicher Name Klaus Günter Karl Nakszynski) geboren. Sie war das einzige Kind aus seiner 1960 geschlossenen Ehe mit der damals zwanzigjährigen Brigitte Ruth Tocki.<ref>Ruth Brigitte Tocki und ihre Tochter Nastassja Kinski, Foto vom 14. August 1982 bei Getty Images, abgerufen am 22. Mai 2021</ref><ref>Kinskis 2. Frau Brigitte, Webseite Hommage an Klaus Kinski, abgerufen am 22. Mai 2021</ref> Aus der ersten Ehe des Vaters stammt ihre Halbschwester Pola Kinski, aus seiner dritten Ehe ihr Halbbruder Nikolai Kinski. Sowohl Pola und Nikolai Kinski als auch Nastassjas Cousine Lara Naszinsky sind ebenfalls Schauspieler.

Bedingt durch die wechselnden Drehorte ihres Vaters wuchs Kinski in Berlin, München und Rom auf. Nach der Trennung der Eltern 1968 verließ sie mit ihrer Mutter Italien und lebte bis 1971 in München, dann für kurze Zeit in Caracas und ab 1972 erneut in München – diesmal zusammen mit ihrer Mutter in einer Kommune. 1977 verließ sie das Willi-Graf-Gymnasium München mit der Mittleren Reife.<ref>Nastassja Kinski im Munzinger-Archiv, abgerufen am 26. Juli 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>

Über ihre Kindheitserlebnisse mit ihrem Vater äußerte sich Nastassja Kinski später kritisch, nachdem ihre Halbschwester Pola enthüllt hatte, von ihm missbraucht worden zu sein. Selbst habe sie zwar das Verhalten des Vaters gefürchtet, aber – entgegen den von Klaus Kinski in seiner Autobiografie aufgestellten Inzestbehauptungen – einen Missbrauch abwehren können.<ref>Sebastian Hammelehle, Barbara Hans: Pola Kinskis Buch "Kindermund": Ein durchschnittliches Ekel. In: Der Spiegel. 11. Januar 2013, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. Juli 2022]).</ref><ref>Süddeutsche Zeitung: "Er hat es versucht" vom 13. Januar 2013. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 8. Juli 2022.</ref>

Karriere[Bearbeiten]

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Nastassja Kinski, 2009

Nastassja Kinskis schauspielerisches Talent wurde in den 1970er Jahren von Lisa Kreuzer, einer Darstellerin des Neuen Deutschen Films, entdeckt. Sie vermittelte der Dreizehnjährigen 1974 die Rolle der stummen Mignon in Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung. Kinski forderte Wenders später über Jahre mehrfach auf, eine Szene, in der sie nur mit einem Slip bekleidet ist, aus dem Film zu entfernen. 2026 kündigte seine Stiftung an, Wenders werde den Film von allen Auswertungsformen zurückziehen.<ref>Lennart Jerke, dpa: Streit um Nacktsezene: Wim Wenders zieht Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück. In: Die Zeit. 3. Juni 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 3. Juni 2026]).</ref>

1977 wurde Kinski im Alter von 15 Jahren als Schülerin Sina, die ein Liebesverhältnis mit ihrem Lehrer eingeht, in dem von Wolfgang Petersen gedrehten Film Reifezeugnis aus der Fernsehreihe Tatort (ARD) bekannt. 2024 forderte Kinski ein Verbot der erneuten Ausstrahlung einer mit ihr aufgenommenen Nacktszene in dem Film;<ref>Martin U. Müller: (S+) Sie war erst 15 Jahre alt: Nastassja Kinski will Nacktszenen in ARD-Tatort »Reifezeugnis« verbieten lassen. In: Der Spiegel. 20. Februar 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 20. Februar 2024]).</ref> die ARD gab 2026 bekannt, den Film nicht mehr auszustrahlen.<ref>Ina Milert: Nach 50 Jahren: ARD verbannt Tatort „Reifezeugnis“ dauerhaft. In: focus.de. 6. Juni 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Juni 2026; abgerufen am 7. Juni 2026.</ref>

Ebenfalls 1977 nahm sie in New York Schauspielunterricht bei Lee Strasberg. Der Regisseur Roman Polański nahm im selben Jahr Fotos von Kinski für die französische Modezeitschrift Vogue auf.

Ihre erste Hauptrolle in einer Kinoproduktion spielte Kinski 1978 in dem Erotikfilm Leidenschaftliche Blümchen. Im selben Jahr war sie an der Seite von Marcello Mastroianni in dem italienisch-spanischen Erotikdrama Bleib wie du bist (Così’ come sei) zu sehen. Die deutsche Ausgabe des Männermagazins Playboy veröffentlichte im September 1978 Fotos von ihr.<ref>Playboy Nr.9 / September 1978. Abgerufen am 8. Juni 2026 („Nastassja findet nichts dabei: Bilder von Nastassja Kinski, auf die wir schon lange gewartet haben.“).</ref><ref>Kati Witt und Co.: Die deutschen "Playboy"-Promis. In: Der Spiegel. 12. Januar 2010, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. Juni 2026]).</ref><ref>Kati Witt und Co.: Die deutschen "Playboy"-Promis. In: Der Spiegel. 12. Januar 2010, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. Juni 2026]).</ref>

Polański inszenierte im folgenden Jahr die französisch-britische Literaturverfilmung Tess nach dem Roman Tess von den d'Urbervilles: Eine reine Frau von Thomas Hardy mit Kinski in der Hauptrolle. Für ihre Darstellung erhielt sie einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Die Zeitschrift Stern zeigte sie damals mit der Schlagzeile „Unser Weltstar in Hollywood“ auf der Titelseite, fotografiert von dem US-amerikanischen Fotokünstler Richard Avedon.

Es folgten Filme in den USA; u. a. drehte sie 1982 mit Regisseur Francis Ford Coppola Einer mit Herz, der bei Kritik und Publikum schlecht ankam. 1982 übernahm sie die Hauptrolle in Paul Schraders erotischem Thriller Katzenmenschen. Im Mai 1983 wurde sie erneut in der deutschen Ausgabe des Playboys abgebildet, fotografiert von Helmut Newton.<ref>Die 80er-Jahre - Bo Derek, Nastassja Kinski, Grace Jones. Abgerufen am 10. Juni 2026.</ref><ref>Playboy Nr.5 / Mai 1983. Abgerufen am 8. Juni 2026 („Enthüllt: Der Ausstrahlung von Nastassja Kinski konnte sich Helmut Newton nicht entziehen“).</ref> Es folgten 1984 Hotel New Hampshire an der Seite von Jodie Foster und Rob Lowe sowie unter Wenders’ Regie der preisgekrönte Film Paris, Texas, der als eine ihrer besten Leistungen gilt.

Ihre Karriere flaute danach ab, auch der aufwändig inszenierte amerikanische Historienfilm Revolution, in dem sie 1985 an der Seite von Al Pacino auftrat, erwies sich als Misserfolg. Eine Reihe weiterer Filme mit Kinski entstand in der Folgezeit in Italien und wurde außerhalb des Landes kaum rezipiert. 1993 drehte sie, erneut unter Wenders Regie, In weiter Ferne, so nah!. In den 2000er Jahren pausierte sie zeitweise von der Schauspielerei.

2011 wurde Kinski Mitglied der US-Filmakademie Academy of Motion Picture Arts and Sciences.<ref>Nastassja Kinski aufgenommen. Neuzugang in der Oscar-Akademie. In: n-tv. 18. Juni 2011, abgerufen am 22. Mai 2021.</ref> 2016 nahm sie in Deutschland an der Fernsehtanzshow Let’s Dance teil; sie schied mit ihrem Tanzpartner Christian Polanc nach der siebten Runde aus. Später spielte Kinski wieder in einigen deutschen Filmproduktionen mit, darunter Die stillen Trabanten (Regie Thomas Stuber, mit Martina Gedeck, 2022) und Las Vegas (Regie Kolja Malik, mit Robert Stadlober, 2023).

Privatleben[Bearbeiten]

Nastassja Kinskis 1984 geborener Sohn stammt aus ihrer Beziehung mit dem Schauspieler Vincent Spano, mit dem sie in dem im selben Jahr erschienenen Film Maria’s Lovers spielte.<ref>Nastassja Kinski wird 60: Ein Tanz zwischen Traum und Trauma, in kurier.at vom 24. Januar 2021, abgerufen am 22. Mai 2021</ref> Im September 1984 heiratete sie den ägyptisch-US-amerikanischen Filmproduzenten Ibrahim Moussa (1946–2012). 1986 wurde ihre gemeinsame Tochter Sonja geboren, die Model und Schauspielerin wurde.<ref>Nastassja Kinski: Filmographie, Galerie, Weblinks auf Ugugu vom 21. März 2008, abgerufen am 22. Mai 2021</ref><ref>Inga Pylypchuk: Sonja, die nächste Schönheit aus der Kinski-Dynastie. In: Die Welt Online. 25. März 2012, abgerufen am 22. Mai 2021</ref> Die Ehe wurde 1992 geschieden. Von 1991 bis 1997 lebte Nastassja Kinski mit dem US-amerikanischen Musiker Quincy Jones (1933–2024) zusammen, mit dem sie eine 1993 geborene Tochter hat, Kenya Kinski-Jones, die als Model arbeitet.<ref>„Let's Dance“. So schön ist Nastassja Kinskis Tochter Kenya. In: Bunte Online. 8. April 2016, abgerufen am 6. November 2016.</ref> 2016 war sie mit dem Tänzer Ilia Russo liiert.<ref>„Let’s Dance“-Paar. Profitänzer Ilia Russo gibt Nastassja Kinski den Laufpass. In: Stern.de. 5. November 2016, abgerufen am 6. November 2016.</ref>

Trivia[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

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Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jo Burger (Redaktion): Nastassja Kinski. Unser rätselhafter Weltstar, Karriere, Probleme, Filme, Liebe, Enttäuschung, Zukunft. AC-Verlag, Grünwald 1983, DNB 830773762.
  • Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Langen Müller Verlag, München / Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 498.
  • Andreas Jacke: Nastassja Kinski. Die Tochter des schwarzen Panthers. Ein Aufsatz über Katzenmenschen in IMDb, Berlin 2004.
  • Wolfgang Jacobsen: Nastassja Kinski – Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 24, 1994.
  • Dirk Manthey (Hrsg.), Hans-Werner Asmus (Mitarb.): Göttinnen des erotischen Films. 1. Auflage. Kino-Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-88724-012-X (ein Filmbuch von Cinema, Nr. 12).
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 390 f.

Dokumentation[Bearbeiten]

  • Nastassja Kinski - Geschichte einer Befreiung. Regie: Marie-Gabrielle Fabre, ARTE F, Frankreich, 54 Minuten, 2023

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Nastassja Kinski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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