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Natternzungen

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Natternzungen
Datei:Ophioglossum vulgatum Saarland 01.jpg

Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Psilotopsida
Ordnung: Natternzungenartige (Ophioglossales)
Familie: Natternzungengewächse (Ophioglossaceae)
Gattung: Natternzungen
Wissenschaftlicher Name
Ophioglossum
L.

Die Natternzungen (Ophioglossum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae) innerhalb der Farne.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Späd ormtunga - Ophioglossum azoricum - Flickr - Ragnhild & Neil Crawford.jpg
Azorische Natternzunge (Ophioglossum azoricum)
Datei:Ophioglossumcalifornicum.jpg
Ophioglossum californicum
Datei:Ophioglossum lusitanicum.jpg
Portugiesische Natternzunge (Ophioglossum lusitanicum)
Datei:Ophioglossum nudicaule.jpg
Ophioglossum nudicaule
Datei:Starr 040713-0097 Ophioderma pendulum subsp. falcatum.jpg
Ophioglossum pendulum subsp. falcatum in Hawaii
Datei:Ophioglossum pusillum USFS-1.jpg
Ophioglossum pusillum

Die Natternzungen-Arten besitzen ein oder wenige grundständige Blätter, die aus einem unterirdischen, kurzen Stämmchen entspringen. Die Blätter sind bis zum Grund oder zumindest weit hinab in zwei Abschnitte geteilt, eine flächige, sterile „Spreite“, das Trophophyll, das man gewöhnlicherweise als „das Blatt“ bezeichnet, und einen fertilen Teil, das Sporophyll.

Das Trophophyll ist bei den Natternzungen stets ungeteilt und ganzrandig. Von der Form her ist es zungenförmig, lanzettlich, bis herzförmig. Sein Grund umfasst das Sporophyll scheidig, so dass sich die beiden Blattteile auf den ersten Blick oft erst weit über dem Boden zu trennen scheinen. Der flächige Teil des Trophophylls kann sitzend oder gestielt sein. Seine Größe schwankt bei den verschiedenen Arten erheblich.

Die netzartige Nervatur des Trophophylls scheint darauf hinzudeuten, dass es sich bei den Natternzungen eher um eine abgeleitete als eine ursprüngliche Farngruppe handelt.

Das nicht immer vorhandene Sporophyll ist stets lang gestielt. Die Sporangien sind auf ihm in zwei vertikalen Reihen angeordnet und lateral verwachsen, so dass es wirkt, als seien sie in das Sporophyll eingesenkt. Letzteres ist schmal linear und endet bei den meisten Arten mehr oder weniger spitz.

Bei den meisten Arten in den gemäßigten Gebieten wird pro Jahr nur ein einziges Blatt gebildet, bei tropischen Vertretern der Gattung manchmal auch bis zu fünf.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Ophioglossum ist weltweit verbreitet, wobei die meisten Arten in den Tropen und Subtropen vorkommen.

Bis auf zwei Arten wachsen alle Natternzungen auf feuchter bis nasser Erde auf Grasland. Sie werden wahrscheinlich oft übersehen, da sie in sterilem Zustand den Keimblättern von Einkeimblättrigen ähnlich sehen. Die beiden erwähnten nicht terrestrisch wachsenden Arten sind Ophioglossum pendulum und Ophioglossum palmatum.

Alle anderen Arten wachsen epiphytisch und weichen auch im Habitus um einiges von den anderen Arten ab, weshalb sie oft auch als Ophioderma pendula bzw. Cheiroglossa palmata in eigene, monotypische Gattungen ausgegliedert werden.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Ophioglossum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 1062 aufgestellt.

Arten[Bearbeiten]

Die Gattung Ophioglossum umfasst je nach Autor weltweit zwischen 20 und 50 Arten.

In Europa kommen vier Arten vor:

  • Azorische Natternzunge (Ophioglossum azoricum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.Presl): Sie kommt auf den Azoren, Kanaren, Madeira, in Portugal, Spanien, Frankreich, auf Korsika, in Italien, im Vereinigten Königreich, in Irland, Island, Kroatien und Polen vor.<ref name="Euro+Med" /> Nach Á.Löve und B.M.Kapoor ist diese Art aus dem Bastard von Ophioglossum lusitanicum mit Ophioglossum vulgatum entstanden.<ref name="Hegi1984" />
  • Portugiesische Natternzunge (Ophioglossum lusitanicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie kommt auf den Azoren, Kanaren sowie Madeira, in Marokko, Algerien, Tunesien, Tansania, Uganda, in Portugal, Spanien, Frankreich, im Vereinigten Königreich, Italien, Kroatien, Griechenland, Albanien, Zypern, in der Türkei, im Gebiet von Israel und Jordanien, in Aserbaidschan und Georgien vor.<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />
  • Ophioglossum polyphyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Braun: Sie kommt in Afrika und Südasien, in Australien und Nordamerika aber auch auf den Kanarischen Inseln vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.): Sie ist in fast ganz Europa, in Nordamerika, Asien, Australien und Afrika verbreitet.

Sonstige Arten (Auswahl) sind:

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei den Natternzungen ist die Zahl der Chromosomen auffallend hoch. Die südasiatische Art Ophioglossum reticulatum hat mit 2n=1260 sogar die höchste Chromosomenzahl im gesamten Pflanzenreich.

Alle Natternzungenarten sind mykotroph, also in ihrem Leben mehr oder weniger stark auf das Zusammenleben mit Pilzen angewiesen. Beispielsweise fehlen den Wurzeln die Wurzelhaare, was darauf hindeutet, dass Mykorrhizapilze deren Funktion übernommen haben. Weiterhin bleibt das unterirdische Prothallium in der Regel ohne Chlorophyll und damit nicht allein lebensfähig. Bei einigen Arten schließlich ist das Sporophyll auch fast ganz reduziert.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Fukarek: Urania Pflanzenreich. Band 2: Moose, Farne, Nacktsamer. Urania-Verlag, Leipzig 1992, ISBN 3-332-00495-6.
  • Wolfgang Frey, Jan-Peter Frahm, Eberhard Fischer, Wolfram Lobin: Kleine Kryptogamenflora. Band IV: Die Moos- und Farnpflanzen Europas. Gustav Fischer, Stuttgart, Jena, New York 1995, ISBN 3-437-30756-8.
  • Warren H. Wagner Jr., Florence S. Wagner: Ophioglossum. In: , textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Werner Rothmaler, John Robert Akeroyd: Ophioglossum L. In:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FoC2010"> Quanru Liu, Norio Sahashi: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 2–3: Ophioglossaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010. Ophioglossum Linnaeus. S. 102–105 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA1993"> Warren H. Wagner Jr., Florence S. Wagner: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms. Oxford University Press, New York und Oxford, 1993, ISBN 0-19-508242-7. Ophioglossum Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Hegi1984"> J. Dostál: Ophioglossaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage. Band I, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin-Hamburg 1984. S. 87. </ref> <ref name="Euro+Med"> M. Christenhusz, E. von Raab-Straube (2013): Lycopodiophytina. Datenblatt Ophioglossum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Natternzungen (Ophioglossum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien