Nava Ebrahimi
Nava Ebrahimi (* 1978 in Teheran, Iran<ref name="rh">Verlagsgruppe Random House: Nava Ebrahimi. Abgerufen am 8. November 2017.</ref>) ist eine iranisch-deutsche<ref>Michael Wurmitzer: "Woher wir kommen" im Literaturmuseum: Wie gehen Autoren mit Herkunft um? In: DerStandard.at. 23. April 2025, abgerufen am 24. April 2025.</ref> Schriftstellerin.<ref>Nava Ebrahimi: Echte vs. unechte Staatsbürger. In: Kleine Zeitung. 15. Januar 2023, abgerufen am 16. Januar 2023.</ref><ref>Norbert Mappes-Niediek: Klischees törnen ab, Kultur-Land Steiermark, 2018.</ref> Ihr Roman Sechzehn Wörter wurde wiederholt ausgezeichnet.<ref name="randomho-590551">Nava Ebrahimi. In: randomhouse.de.</ref> Im Jahr 2021 wurde ihr der Ingeborg-Bachmann-Preis für ihren Text Der Cousin zugesprochen.<ref name=":0">Bachmannpreis geht an Nava Ebrahimi. In: ORF.at. 20. Juni 2021, abgerufen am 20. Juni 2021.</ref>
Leben[Bearbeiten]
Ebrahimi kam mit ihren Eltern und ihrer Schwester im vierten Lebensjahr nach Deutschland.<ref>„Ich bin im Dazwischen zu Hause.“ Video, Büchereiverband Österreichs</ref> Sie besuchte die Kölner Journalistenschule,<ref>Haus für Poesie :: Die Finalisten. Abgerufen am 20. Juni 2021.</ref> studierte Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete unter anderem als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland und der Kölner StadtRevue sowie als Nahost-Referentin für die Bundesagentur für Außenwirtschaft. 2007 war sie Finalistin beim Literaturpreis Open Mike, 2013 nahm sie an der Bayerischen Akademie des Schreibens teil.<ref>Literarische Agentur: Nava Ebrahimi. Abgerufen am 8. November 2017. In Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte sie verschiedene Kurzgeschichten.</ref><ref name="rh"/>
Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Graz.<ref>Wiener Zeitung: Österreichischer Buchpreis für Eva Menasse. Artikel vom 7. November 2017, abgerufen am 8. November 2017.</ref> Für ihren ersten Roman Sechzehn Wörter wurde sie im Rahmen der Verleihung des Österreichischen Buchpreises 2017 mit dem mit 10.000 Euro dotierten Debütpreis ausgezeichnet.<ref>orf.at: Österreichischer Buchpreis an Eva Menasse. Artikel vom 7. November 2017, abgerufen am 7. November 2017.</ref> In diesem Roman reist die Protagonistin Mona mit ihrer Mutter von Köln zur Beerdigung ihrer Großmutter in den Iran. 2023 wurde eine Bühnenfassung des Romanes von Margit Mezgolich mit der Gruppe Theater IG Fokus in der Zacherlfabrik auf die Bühne gebracht.<ref>"Sechzehn Wörter" als Stück: On-Off-Beziehung mit dem Iran. In: VOL.at/APA. 28. August 2023, abgerufen am 28. August 2023.</ref> 2025 wurde Sechzehn Wörter am Theater im Fridericianum des Staatstheaters Kassel von Dariusch Yazdkhasti inszeniert.<ref>Deutschsprachige Erstaufführung: „Sechzehn Wörter“ nach dem Roman von Nava Ebrahimi im STAATSTHEATER KASSEL. In: theaterkompass.de. 22. Mai 2025, abgerufen am 22. Mai 2025.</ref>
2018 wurde sie zum Festival Neue Literatur in New York City eingeladen.<ref>Festival Neue Literatur in New York: Deutsche Autoren im Big Apple. Artikel vom 6. März 2018, abgerufen am 7. März 2018.</ref> Mit Das Paradies meines Nachbarn veröffentlichte sie 2020 ihren zweiten Roman, dessen Hauptfigur ein exzentrischer Münchner Star-Designer und Exil-Iraner namens Ali Najjar ist.<ref>Neuer Roman von Nava Ebrahimi. In: ORF.at. 24. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.</ref> Der Roman kam im Mai und Juni 2020 auf die ORF-Bestenliste.<ref>Die besten 10 im Mai 2020. In: ORF.at. Abgerufen am 29. April 2020.</ref><ref>Die besten 10 im Juni 2020. In: ORF.at. Abgerufen am 30. Mai 2020.</ref>
Von Klaus Kastberger wurde sie 2021 zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen, den sie mit dem Text Der Cousin gewann.<ref name="orf3102023">Bachmannpreis: Nava Ebrahimi (A). In: ORF.at. 20. Mai 2021, abgerufen am 20. Mai 2021.</ref><ref name=":0" /> Im September 2021 hielt sie die Festrede zur Wiedereröffnung des Wiener Burgtheaters nach der Schließung des Theaters aufgrund der COVID-19-Pandemie ab November 2020.<ref>Stephan Hilpold: "Fehlende Scham": Burgtheater mit Ebrahimi-Festrede wiedereröffnet. In: DerStandard.at. 5. September 2021, abgerufen am 7. September 2021.</ref><ref>Nach 307 Schließtagen: Nava Ebrahimi: Pointierte Festrede zur Wiedereröffnung des Burgtheaters. In: Kleine Zeitung. 5. September 2021, abgerufen am 7. September 2021.</ref> 2023 wurde ihr Stück Die Cousinen an der Volkstheater-Dunkelkammer mit Irem Gökçen, Hasti Molavian und Claudia Sabitzer unter der Regie von Laura N. Junghanns uraufgeführt.<ref>Andrea Heinz: In Nava Ebrahimis "Die Cousinen" rangeln drei Frauen um einen Job. In: DerStandard.at. 3. April 2023, abgerufen am 4. April 2023.</ref><ref>DIE COUSINEN - Volkstheater Wien. In: volkstheater.at. Abgerufen am 4. April 2023.</ref> Im März 2026 wurde Und Federn überall in der Bearbeitung von Heiko Dietz (auch Regie) am Münchner theater ... und so fort uraufgeführt.
Ebrahimi hatte im akademischen Jahr 2024/25 die Poetikdozentur Neue deutsche Literatur inne, die vom Literaturhaus Hannover und dem Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover 2022 gemeinsam ins Leben gerufen wurde und von der VGH Stiftung gefördert wird.<ref>NDL Poetik Dozentur. Abgerufen am 11. September 2024.</ref> Im Rahmen der Tage der Deutschsprachigen Literatur 2025 hielt sie die Klagenfurter Rede zur Literatur unter dem Titel Drei Tage im Mai.<ref>Wer dieses Jahr ins Rennen um den Bachmannpreis geht. In: DerStandard.at. 19. Mai 2025, abgerufen am 20. Mai 2025.</ref><ref>„Drei Tage im Mai“ von Nava Ebrahimi. In: bachmannpreis.orf.at. 25. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref> Ebenfalls 2025 folgte sie Barbara Frischmuth in der Jury des Rotahorn-Literaturpreis nach.<ref>Bachmann-Preisträgerin Ebrahimi folgt Barbara Frischmuth. In: klippmagazin.at. 30. Juli 2025, abgerufen am 1. August 2025.</ref> Ihr Roman Und Federn überall über das Leben von Menschen in einer Kleinstadt, deren wichtigster Arbeitgeber ein Schlachtbetrieb ist, stieg im Oktober 2025 auf Platz drei der ORF-Bestenliste ein.<ref>Die besten 10 im Oktober 2025. In: ORF.at. Abgerufen am 3. Oktober 2025.</ref> Seit Februar 2025 verfasst sie eine vierwöchentliche Kolumne in der Süddeutschen Zeitung.<ref>Kolumne von Nava Ebrahimi. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>
Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]
- 2017: Debütpreis des Österreichischen Buchpreises für Sechzehn Wörter
- 2017: Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis für Sechzehn Wörter<ref>Geht los: Das Harbour Front Festival in Hamburg. In: kulturnews.de. 9. September 2017, abgerufen am 19. August 2020.</ref>
- 2017/2018: Projektstipendium Literatur BKA
- 2019: Morgenstern-Preis des Landes Steiermark für Sechzehn Wörter<ref>Verleihung im November: Morgenstern-Preis geht an Nava Ebrahimi. Kleine Zeitung, 26. September 2019, abgerufen am 28. September 2019.</ref>
- 2019: Nominierung für den AK-Literaturpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich für Die Rückkehr der Angst (Romanauszug)<ref>Karin Seyringer: Großes Finale zum AK-Literaturpreis 2019: Preisverleihung am 4. Oktober in Linz. In: tips.at. 29. September 2019, abgerufen am 29. September 2019.</ref>
- 2020: Rotahorn-Literaturpreis<ref>Teresa Guggenberger: Rotahorn Literaturpreis: Das sind die Siegerinnen 2020. Kleine Zeitung, 8. September 2020, abgerufen am 16. September 2020.</ref>
- 2021: Ingeborg-Bachmann-Preis<ref name="orf3102023" />
- 2024: Literaturstipendium der Stadt Graz<ref>Kulturförderungspreise und Stipendien 2024 verliehen. In: graz.at. 8. November 2024, abgerufen am 10. November 2024.</ref>
- 2025: Longlist des Deutschen Buchpreises mit Und Federn überall<ref name="sn183125164">Dinić, Ebrahimi, Köhlmeier für Deutschen Buchpreis nominiert. In: Salzburger Nachrichten/APA/dpa. 19. August 2025, abgerufen am 19. August 2025.</ref>
- 2025: Péter-Horváth-Literaturpreis<ref>Nava Ebrahimi erhält Péter-Horváth-Literaturpreis 2025. In: Börsenblatt. 24. Oktober 2025, abgerufen am 10. November 2025.</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Sechzehn Wörter. Roman, btb-Verlag, München 2017, ISBN 978-3-442-75679-7 (= Ein Buch für die Stadt 2022<ref>Anne Burgmer: „Sechzehn Wörter“ Nava Ebrahimis großer Roman ist das Buch für die Stadt 2022. In: ksta.de. 28. Mai 2022, abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>).
- Das Paradies meines Nachbarn. Roman. btb-Verlag, München 2020, ISBN 978-3-442-75869-2.
- Einander: Ein Buch, das Generationen verbindet. Mit Illustrationen von Sabine Presslauer, Leykam, Graz 2021, ISBN 978-3-7011-8203-9.<ref>Neue Bücher: Monika Helfer, Bettina Balàka und Nava Ebrahimi. In: VOL.at/APA. 20. September 2021, abgerufen am 22. September 2021.</ref><ref name="k6073532">Bernd Melichar: Interview mit Nava Ebrahimi: Ein Buch als Anregung zum Dialog. In: Kleine Zeitung. 13. Dezember 2021, abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref>
- Wer ich geworden wäre, wenn alles ganz anders gekommen wäre: Herkunft. Identität. Imagination. Literaturverlag Droschl, Graz 2024, ISBN 978-3-99059-156-7.
- Drei Tage im Mai. Gehalten als „Rede zur Literatur“ am 25. Juni 2025 bei den 49. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.<ref>„Drei Tage im Mai“ von Nava Ebrahimi. In: bachmannpreis.orf.at. 25. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref>
- Und Federn überall. Roman, Luchterhand, München 2025, ISBN 978-3-630-87745-7.<ref>Juliane Bergmann: Federn, Fleisch und Fremdheit: Nava Ebrahimi seziert postmigrantisches Leben in der deutschen Provinz. Abgerufen am 27. Januar 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Nava Ebrahimi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Nava Ebrahimi bei Perlentaucher
- „Ich bin im Dazwischen zu Hause.“ – Nava Ebrahimi im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer, Video, 25 min., Büchereiverband Österreichs.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ebrahimi, Nava |
| KURZBESCHREIBUNG | iranisch-österreichische Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1978 |
| GEBURTSORT | Teheran |