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Nepotianus

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Datei:Nepotianus Coin 1.jpg
Münze des Nepotianus

Nepotianus (eingedeutscht Nepotian, mit vollem Namen Flavius Iulius Popilius Nepotianus Constantinus; † 30. Juni 350 in Rom) war ein römischer Usurpator des Jahres 350.<ref>Der Numismatiker Curtis Clay (Revolt of Nepotian: 351 instead of 350 AD?) datiert die Erhebung auf den Zeitraum vom 10. Mai bis 7. Juni 351. Für (Juni) 351 plädierte zuletzt auch Michel Festy: Philostorge: de la source latine d’Eunape à la Zwillingsquelle. In: Doris Mayer (Hrsg.): Philostorge et l’historiographie de l’Antiquité tardive / Philostorg im Kontext der spätantiken Geschichtsschreibung. Stuttgart 2011, S. 65ff.; Kay Ehling hält jedoch weiterhin 350 für plausibler.</ref>

Leben[Bearbeiten]

Nepotianus war der Sohn Eutropias, einer Halbschwester Konstantins des Großen. Vermutlich war Virius Nepotianus, der Konsul von 336, sein Vater. Nepotianus überlebte als einziger männlicher Verwandter Konstantins neben Constantius Gallus und Julian die Morde nach dem Tod Konstantins des Großen. Konstantin hatte sein Reich seinen drei Söhnen überlassen; 350 waren von diesen noch Constans und Constantius II. am Leben. Am 18. Januar dieses Jahres ließ sich Magnus Magnentius in Augustodunum (Autun) zum Kaiser ausrufen. Constans floh daraufhin und wurde schließlich ermordet. Am 1. März ernannte sich Vetranio, der greise Heermeister des illyrischen Heeres, zum Kaiser.

Gegen die pro-heidnische Politik des von Kaiser Magnentius eingesetzten praefectus urbis Romae (Stadtpräfekten) Fabius Titianus erhob sich bald Widerstand in der stadtrömischen Bevölkerung. Nepotianus ernannte sich am 3. Juni 350 selbst zum Imperator. Unterstützt wurde er dabei angeblich von Gladiatoren und „verzweifelten Männern“, also wohl einer Schar bewaffneter Aufständischer. Es ist ungeklärt, ob Constantius II. Nepotianus bei der Machtergreifung unterstützt hat. Es spricht mehr dafür, dass die christliche Opposition, die auch im Senat saß, Nepotianus von der Notwendigkeit einer Revolte überzeugte. Magnentius entsandte Legionäre unter Führung seines magister officiorum Marcellinus nach Rom. Am 30. Juni wurde der Aufstand niedergeschlagen. Nepotianus wurde getötet und sein Kopf auf einer Lanze durch die Straßen Roms getragen. In der darauffolgenden Proskription wurde unter anderem auch Eutropia, die Mutter des Nepotianus, hingerichtet.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Bleckmann: Nepotianus [1]. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 8, Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01478-9, Sp. 840–841.
  • Richard W. Burgess: The Date of Nepotian’s Usurpation. In: Historia. Band 72, 2023, S. 370–384.
  • Kay Ehling: Die Erhebung des Nepotianus in Rom im Juni 350 n. Chr. und sein Programm der urbs Roma christiana. In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft. Band 4, 2001, S. 141–158 (Open Access).
  • Arnold Hugh Martin Jones, John Robert Martindale, John Morris: Iul. Nepotianus 5. In: The Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE). Band 1, Cambridge University Press, Cambridge 1971, ISBN 0-521-07233-6, S. 624.
  • Dietmar Kienast, Werner Eck, Matthäus Heil: Römische Kaisertabelle. Grundzüge einer römischen Kaiserchronologie. 6., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2017, ISBN 978-3-534-26724-8, S. 306–307.
  • Esteban Moreno Resano: La usurpación de Nepociano (350 D.C.). In: Veleia. Band 26, 2009, S. 297–322.
  • Edward Watts: The Curious Usurpation of Nepotian. In: Noel Lenski, Roger Rees, Onno van Niif (Hrsg.): From East to West in Late Antiquity. Studies in Honor of Jan Willem Drijvers (= Munera. Studi storici sulla Tarda Antichità. Band 56). Edipuglia, Bari 2024, ISBN 979-12-5995-073-4, S. 73–81.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Nepotianus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references />