Nicola Albrecht
Nicola Albrecht (* 2. März 1975 in Frechen) ist eine deutsche Journalistin, Reporterin und Dokumentarfilmerin.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Nach dem Studium der Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Paris und Bonn begann Albrecht 2001 für das ZDF in der Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft zu arbeiten. 2005 wechselte sie als freie Reporterin in das ZDF-Landesstudio Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. 2006 schloss sie ihre Promotion im Fach Komparatistik an der Bonner Universität ab. In den Jahren 2008 und 2009 arbeitete sie zudem als Reporterin für den WDR in Bonn. Von 2009 bis 2011 gehörte sie dem ZDF-Reporterpool an und berichtete aus Kriegs- und Krisengebieten weltweit. Von Oktober 2011 bis November 2014 war sie Korrespondentin im ZDF-Studio Peking. Von dort aus berichtete sie über die Volksrepublik China, Japan, Korea und die Philippinen. Vom Dezember 2014 bis Juli 2020 leitete sie das ZDF-Auslandsstudio in Tel Aviv. Sie berichtete von dort aus über Israel, das Westjordanland, den Gazastreifen, Jordanien und Zypern. Von August 2020 bis Ende 2024 leitete sie das ZDF-Landesstudio Brandenburg in Potsdam.
Ab Januar 2025 leitete Albrecht das ZDF-Studio in New York und berichtete über die UNO, die Wall Street, New York und Kanada. Am 20. Februar 2026 wurde sie von diesem Posten abberufen, weil sie in einen Beitrag über die US-Einwanderungspolizei ICE für das heute-journal zwei als problematisch kritisierte Videosequenzen eingefügt hatte. Eines der Videos war mit künstlicher Intelligenz generiert worden, das andere zeigte die Festnahme eines 10-jährigen Jungen nach einer Amokdrohung in Florida im Jahr 2022. Die Festnahme war nicht durch ICE durchgeführt worden, sondern durch die örtliche Polizei. Das ZDF begründete den Abzug mit Verstößen gegen journalistische Standards und senderinterne Richtlinien.<ref>ZDF-Auslandskorrespondentin wird abberufen. In: ZDF Heute. 20. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref><ref>ZDF verwendete KI-Bilder in „Heute Journal“-Sendung – Sender entschuldigt sich live bei Zuschauern. In: Die Welt. 20. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref><ref>Boris Rosenkranz, Alexander Graf: ZDF sendet KI-Fake und versucht sich rauszureden: Ein Desaster. In: Übermedien. 17. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026.</ref> Zugleich stellte sich die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten hinter Albrecht: Sie betonte, dass die Abberufung keine arbeitsrechtliche Maßnahme war, dass Albrecht weiterhin Redakteurin des ZDF ist und dass sie Albrecht nicht fallen lassen werde.<REF>Bettina Schausten verteidigt Abberufung von Nicola Albrecht nach KI-Eklat – lässt sie aber „nicht fallen“ vom 25. Februar 2026, www.newsroom.de.</REF>
Zum 1. September 2026 wechselte Albrecht ins ZDF-Landesstudio Berlin und ist dort als Redakteurin und Reporterin für die verschiedenen Sendungsformate des ZDF tätig.<ref>Alexander Krei: Armin Coerper wird neuer Leiter des ZDF-Studios in New York. In: DWDL.de. 17. Juli 2026, abgerufen am 21. Juli 2026.</ref>
Albrecht ist verheiratet und hat ein Kind.
Fernsehdokumentationen[Bearbeiten]
- Tödlicher Müll in China (ZDF, 2013)
- Generation Einzelkind – Chinas mörderische Einkindpolitik (Phoenix, 2013)
- Liebe trotz allem – 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen, mit Co-Autor Alon Caspi (ZDF, 2015)
- Leben in der Falle – die vielen Gesichter Gazas (ZDF, 2015)
- Hebron – Die zerrissene Stadt (ZDF, 2017)
- Gelobtes Land, ewiger Konflikt – Israel zwischen Hoffen und Bangen (Phönix, 2018)
- Jerusalem – ewiger Kampf um die Heilige Stadt. Mit Winfried Laasch (ZDF, 2018)
- Tel Aviv – Lebensfreude trotz allem. (ZDF, 2018)
- Zwischen Schalom und Salam. Roadtrip durchs Heilige Land (ZDF, 2019)
- Leeres Jerusalem, Ostern zu Coronazeiten. (ZDF, 2020)
- ZDF Zoom: Das Virus und seine Opfer. Wie Corona das Sterben verändert. Mit Co-Autorin Susann von Lojewski (ZDF, 2021)
- Megacitys – Wenn es Nacht wird in Toronto (ZDF, 2026)
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Verschollen im Meer der Medien. Kafkas Romanfragment 'Amerika'. Zur Rekonstruktion und Deutung eines Medienkomplexes. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2007, ISBN 3825353206
- Mein Israel und ich – entlang der Road 90: Vom See Genezareth durch das Westjordanland bis ans Rote Meer. Polyglott, München 2022, ISBN 978-3846408971
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2013 Finalistin Deutscher Medienpreis für Entwicklungspolitik
- 2015 erhielt sie den Ulrich-Wickert-Preis für Kinderrechte für ihre Reportage Philippinen: Pädophilen Tätern auf der Spur.
- 2016 Katholischer Medienpreis, Auszeichnung „journalistisch WERTvoll“ für auslandsjournal – die doku: Leben in der Falle – Die vielen Gesichter Gazas
Weblinks[Bearbeiten]
- Biografie Nicola Albrecht auf presseportal.zdf.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Albrecht, Nicola |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Journalistin, Reporterin, Dokumentarfilmerin und Auslandskorrespondentin |
| GEBURTSDATUM | 2. März 1975 |
| GEBURTSORT | Frechen |