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Nikitowka (Kaliningrad, Polessk)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Siedlung
Nikitowka
Lablacken und Marienhof, Kreis Labiau

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Flagge Wappen
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Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Polessk
Gegründet {{#property:P571}}
Frühere Namen Labelawk (1302),
Labelack (um 1391),
Labbelaucken (um 1539),
Lablauken (um 1565),
Lablack (um 1871),
Lablacken (bis 1945)
Bevölkerung 84 Einwohner
(Stand: 1. Okt. 2021)<ref name="einwohner_aktuell">Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)</ref>
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40158
Postleitzahl 238651
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 230 000 041
Geographische Lage
Koordinaten 54° 52′ N, 20° 56′ OKoordinaten: 54° 51′ 51″ N, 20° 56′ 28″ O
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Lablacken und Marienhof, Kreis Labiau
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Nikitowka (Kaliningrad, Polessk) (Europäisches Russland)
Nikitowka (Kaliningrad, Polessk) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Nikitowka (Kaliningrad, Polessk) (Oblast Kaliningrad)
Nikitowka (Kaliningrad, Polessk) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad

Nikitowka ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk. Die Ortsstelle Marienhof ist verlassen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Nikitowka liegt östlich des Ostkanals (heute russisch: Wostotschny kanal), elf Kilometer westlich der Rajonstadt Polessk (Labiau). Durch den Ort führt die Kommunalstraße 27K-106 von Slawjanskoje (Pronitten) nach Uschakowka (Kampkenhöfen). Bis zum Kurischen Haff sind es vier Kilometer. Slawjanskoje ist die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).

Geschichte[Bearbeiten]

Lablacken[Bearbeiten]

Im Jahre 1302 erhielt das damalige Labelawk<ref>D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lablacken</ref> seine Handfeste<ref>Lablacken bei ostpreussen.net</ref>. Hier wurde anstelle eines Forsthauses aus der Ordenszeit gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Gutshaus errichtet. Bis 1788 gehörte das Gut den Ostaus, von denen es über die Töchter und Schwiegersöhne zunächst Christoph von Kleist, dann 1832 der Kammerherr von Wnuck und 1877 Werner von Gustedt-Lablacken erbte.

Datei:Lablacken-Sammlung Duncker (5370620).jpg
Das Gut Lablacken um 1860 (Sammlung Alexander Duncker)

Werner von Gustedt-Lablacken war Rittergutsbesitzer und auch Mitglied des Deutschen Reichstages. Er ließ Dämme, Deiche und Entwässerungsgräben anlegen, um sein mehr als 1.000 Hektar umfassendes Gutsgelände am Haff vor Überflutungen zu schützen. Außerdem baute er einen kleinen Hafen, begründete eine Pferdezucht und beschaffte moderne landwirtschaftliche Maschinen. Den Gutsgarten ließ er in einen englischen Landschaftspark umwandeln. 1903 wurde Hans Detlev von Massow sein Nachfolger, 1913 der Oberleutnant Oskar Pein. Der letzte Gutsbesitzer, Franz Waldhauer, Kaufmann aus Pronitten, wurde 1945 von Angehörigen der Roten Armee erschlagen.

Im Jahre 1928 war Lablacken vollständig aufgesiedelt worden.

Seit dem 9. April 1874 war der Ort Amtsdorf und damit namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Lablacken</ref>. Er bestand bis 1945 und gehörte zum Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Aus dem Gutsbezirk Lablacken wurde am 14. Januar 1908 der Gutsbezirk Annenhof (heute russisch: Rybkino) ausgegliedert, am 16. Oktober 1909 folgten der Gutsbezirk Damm und die Landgemeinde Kampken (beide heute: Uschakowka) sowie der Gutsbezirk Steinau (russisch: Kamenka).

Die Einwohnerzahl Lablackens lag im Jahre 1910 bei 297<ref>M. W. Ehrenreich: Landkreis Labiau. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. Januar 2008; abgerufen am 20. Dezember 2025 (Stand 1. Dezember 1910).</ref>. Am 11. August 1915 wurde auch der Gutsbezirk Taktau (Ijulskoje) ausgegliedert. Annenhof und Steinau kamen am 30. September 1928 als Ortsteile wieder zurück nach Lablacken, das jetzt von einem Gutsbezirk in eine Landgemeinde umgewandelt wurde. Die Einwohnerzahl belief sich 1933 auf 532 und betrug 1939 bereits 568<ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>.

Marienhof[Bearbeiten]

Marienhof<ref>D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Marienhof</ref> war vor 1945 ein Vorwerk des Gutes Lablacken (s. o.).

Nikitowka[Bearbeiten]

In Kriegsfolge kamen Lablacken und Marienhof mit dem nördlichen Ostpreußen im Jahre 1945 zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt Marienhof die russische Bezeichnung Nikitowka und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Slawjanski selski Sowet im Rajon Polessk zugeordnet.<ref>Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)</ref> Auf den bekannten Karten seit den 1970er Jahren ist die Ortsstelle Marienhof als verlassen dargestellt, während das ehemalige Lablacken mit Nikitowka identifiziert wird. Dass Lablacken (offenbar) nicht offiziell umbenannt wurde, verwundert. Von 2008 bis 2016 gehörte Nikitowka zur Landgemeinde Turgenewskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.

Amtsbezirk Lablacken[Bearbeiten]

Der Amtsbezirk Lablacken bestand zwischen 1874 und 1945. Ursprünglich gehörten zu ihm drei Gutsbezirke (GB, alternativ zu Landgemeinden (LG)), deren Zahl sich aber bis 1915 steigerte, um dann bis 1945 auf nur noch drei Gemeinden zurückzugehen<ref name="Jehke" />:

Name Russischer Name Bemerkungen
Fischer-Taktau Ijulskoje
Lablacken 1928 in eine „Landgemeinde“ umgewandelt
Schlepecken,
1938–1946: Kleinpronitten
Owraschje 1928 in die LG Pronitten,
Amtsbezirk Legitten, eingegliedert
ab 1892: Julienhöhe Ijulskoje 1928 nach Willmanns eingegliedert
ab 1892: Willmanns
ab 1908: Annenhof Rybkino 1928 nach Lablacken eingegliedert
ab 1909: Damm Uschakowka 1928 nach Kampken eingegliedert
ab 1909: Kampken Uschakowka
ab 1909: Steinau Kamenka 1928 nach Lablacken eingegliedert
ab 1915: Taktau Ijulskoje 1928 nach Kampken eingegliedert

Am 1. Januar 1945 bildeten noch drei Gemeinden den Amtsbezirk Lablacken: Kampken, Lablacken und Willmanns.

Kirche[Bearbeiten]

Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Lablackens war in das Kirchspiel der Kirche Groß Legitten (russisch: Turgenewo) eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Wilhelm August Woel.

Auch heute ist Nikitowka kirchlich wieder zur Kirche Turgenewo (= Groß Legitten) orientiert. Hier entstand eine neue evangelisch-lutherische Gemeinde, die eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) ist. Sie gehört zur Propstei Kaliningrad<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)</ref> der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Schule[Bearbeiten]

In Lablacken bestand vor 1945 eine zweiklassige Dorfschule, deren letzter deutscher Schulleiter Fritz Adloff war. Das Schulgebäude ist heute noch erhalten, wird aber anderweitig genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Mit dem Ort verbunden[Bearbeiten]

  • Werner von Gustedt-Lablacken (1842–1908), 1877 bis 1903 Rittergutsbesitzer auf Lablacken, Mitglied des Deutschen Reichstages
  • Jenny von Gustedt (1811–1890), deutsche Schriftstellerin, verbrachte ab 1883 die letzten Lebensjahre bei ihrem Sohn in Lablacken, wo sie am 29. Juni 1890 verstarb
  • Margot Sperling (* 1939), deutsche Malerin, wurde hier geboren

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Stadt: Polessk (Labiau)

Siedlungen: Alexandrowka (Alexen/Grotfeld) | Belomorskoje (Groß Friedrichsgraben I/Hindenburg) | Berjosowka (Burgsdorf, Friedrichsfelde, Geidlauken/Heiligenhain, Petruschkehmen/Kleinburgsdorf und Schönwalde) | Blischneje (Klein Elxnupönen/Kleinerlenfließ) | Bogatowo (Szargillen/Eichenrode) | Brigadnoje (Christoplacken, Theut und Zanderlacken) | Dalneje (Bittkallen/Bitterfelde) | Druschnoje (Rüdlauken/Rothöfen und Waldhausen) | Fewralskoje ((Groß) Kirschnakeim und Klein Kirschnakeim/Kleinschanzkrug) | Furmanowka (Friedrichsburg) | Golowkino (Nemonien/Elchwerder) | Grigorjewka (Sprindlack) | Ijulskoje (Julienhöhe und Fischer-Taktau) | Iljitschowo (Kelladden/Waldwinkel) | Iskrowo (Plattupönen/Breitflur) | Isobilnoje (Dedawe/Deimehöh, Klein Fließ und Rathswalde) | Iwanowka (Adlig Bärwalde, Groß Bärwalde und Neu Bärwalde) | Jagodnoje (Bittehnen/Biehnendorf) | Jelnikowo (Neu Kirschnabeck/Kleinhirschdorf) | Kamenka (Steinau) | Kaschtanowo (Schmilgienen/Kornfelde) | Krasnocholmskoje (Abschruten/Ehlertfelde) | Krasnoje (Agilla/Haffwerder) | Krasny Bor (Klein Steindorf, Krakau, Müllershorst und Peremtienen) | Lipowka (Stenken) | Lomonossowka (Permauern/Mauern und Meyerhof) | Maiskoje (Meyken) | Malaja Matrossowka (zu Nemonien/zu Elchwerder) | Marxowo ((Groß) Steindorf, Skrusdienen/Steinrode und Steingrenz) | Matrossowo (Gilge) | Meschdulessje (Kukers und Jodeiken) | Nachimowo (Adamswalde, Perkeisten, Perkuiken und Roddau) | Nekrassowo (Groß Scharlack) | Nikitowka (Lablacken) | Nowaja Derewnja (Alt und Neu Gertlauken) | Nowaja Schisn (Neu Domharthenen/Kleindomhardtfelde) | Nowoselskoje (Schaltischledimmen/Neuwiese) | Oktjabrskoje (Panzerlauken/Panzerfelde) | Owraschje (Schlepecken/Kleinpronitten) | Peski (Parwischken/Parwen) | Petino (Groß Rudlauken/Rotenfeld, Jorksdorf und Perdollen) | Podsobny (Groß Reikeninken/Reiken) | Polewoi (Luschninken/Friedrichsmühle) | Pridoroschnoje (Neu Droosden) | Rasino (Juwendt/Möwenort und (Alt) Heidendorf) | Retschki (Groß Pöppeln) | Rybkino (Annenhof) | Salessje (Mehlauken/Liebenfelde) | Saliwino (Labagienen/Haffwinkel und Rinderort) | Sapowedniki (Lucknojen/Neuenrode) | Saranskoje (Laukischken) | Saretschje (Schwirgslauken/Herzfelde) | Scholochowo (Schelecken/Schlicken) | Schurawljowka (Groß Droosden und Seith) | Selenowo (Minchenwalde/Lindenhorst) | Seljonoje (Gründen und Pareyken/Goldberg) | Sibirskoje (Moritten) | Slawjanskoje (Pronitten) | Sosnowka (Groß Baum und Augstagirren) | Sujewka (Rogainen/Hornfelde) | Swobodny (Brandlauken/Brandfelde) | Tjulenino (Viehof) | Trudowoi (Steinfeld) | Turgenewo (Groß Legitten und Jäger-Taktau) | Uschakowka (Kampken, Kampkenhöfen und Damm) | Winogradnoje (Schaudienen/Kornhöfen) Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang Abschruten [Gut]/zu Ehlertfelde (Mochowoje) | Adlig Legitten (Prigorodnoje) | (Adlig) Wißritten (Kustowka) | Alt Sternberg [Gut] | Alt Sussemilken/Friedrichsrode (Tarassowka) | Ant-Alexen/zu Liebenfelde | Aszlacken [Fh.]/Mittenwald [Fh.] | 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