Nikolaus Wynmann
Nikolaus Wynmann (* 1510 in Saanen; † um 1550) war ein Schweizer Humanist und Lehrer<ref>Er wird häufig in der Literatur als Professor bezeichnet, wenngleich sein Name nicht in den Matrikeln der Universität Ingolstadt verzeichnet ist. Vgl. Franz Xaver Freninger: Matrikelbuch der Universität Ingolstadt-Landshut-München. Theil 1. Rectoren, Professoren, Doctoren 1472 – 1872. E. Eichleiter, München 1872.</ref> für alte Sprachen (insbesondere Hebräisch) an der Universität Ingolstadt.
Leben[Bearbeiten]
Nach Studium und Arbeit in Zürich, Breslau und Wien wurde er Sprachlehrer an der Universität Ingolstadt, später noch in Tübingen.<ref>Nikolaus Wynmann: Colymbetes, avagy az uszas müveszete. Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 24. September 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> 1531 ist Korrespondenz zwischen ihm aus Basel und Erasmus von Rotterdam überliefert.<ref>Jean-Michel Agasse: Discere ex tipulis. In: Biblioteca Sportiva Nazionale (Hrsg.): Il corpo e l’acqua. Iride, Rom 2009, ISBN 978-88-6389-030-3, S. 59–66.</ref> Er ist besonders bekannt geworden, da er mit Colymbetes, Sive De Arte Natandi das erste Schwimmbuch der Welt geschrieben hat.<ref>Colymbetes sive de arte natandi …. Steiner, Augsburg 1538.</ref> Wynmann geht in seinem Buch allerdings davon aus, dass Schwimmen noch immer als etwas Ungewöhnliches gilt,<ref>Ralph Thomas: Swimming. London: Samson Low 1904</ref> auch wenn in Zürich am Limmatquai das Springen ins Wasser und das Schwimmen der Kinder selbstverständlich sei. Ein in der Donau ertrunkener Junge wurde als Leiche noch mit Ruten geschlagen, die übliche Strafe für Schwimmen.<ref>Detlef Wienecke-Janz (Hrsg.): Die große Chronik-Weltgeschichte: Europas Sprung in die Neuzeit. 1492–1648. Bertelsmann, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-577-09070-4.</ref>
Wynmann empfiehlt eine Schwimmtechnik wie ein Frosch (= Brustschwimmen).<ref>Arnd Krüger: Schwimmen. Der Wandel in der Einstellung zu einer Form der Leibesübungen. In: ders., John McClelland: Die Anfänge des modernen Sports in der Renaissance. Arena, London 1984, ISBN 0-902175-45-9, S. 19–42.</ref> Da er den Frosch als Vorbild für den Bewegungsablauf anpries, stand sein Schwimmbuch bald auf dem Index der katholischen Kirche.<ref>Gesellschaft & Religion - Eine kleine Kulturgeschichte des Schwimmens. Abgerufen am 16. August 2026.</ref> Wynmann vermittelt in seinem Werk das Schwimmen pragmatisch mit Hilfsmitteln und setzt sich nicht mit der Physik des Schwimmens auseinander wie Everard Digby. Von ihm wurde das Schwimmen zunächst im Bruststil und mit Auftriebshilfen geübt. Wynmann setzte sich daneben auch mit dem Ringen auseinander.<ref>Herculis Cum Antaeo Pugnae Allegorica Ac Pia Interpretatio, Christiano militi non minus utilis quam iucunda lectu. Petreius, Nürnberg 1537.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wynmann, Nikolaus |
| ALTERNATIVNAMEN | Winmann, Nikolaus |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Humanist |
| GEBURTSDATUM | 1510 |
| GEBURTSORT | Saanen |
| STERBEDATUM | um 1550 |