Zum Inhalt springen

Niobzinn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Niobzinn
Vorlage:Farbe Nb 0 Vorlage:Farbe Sn
Allgemeines
Name Niobzinn
Andere Namen

Triniobzinn

Verhältnisformel Nb3Sn
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 15251588
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 397,43 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

2130 °C (Zersetzung)<ref>G Ellis, Thomas & A Wilhelm, Harley. (1964). Phase equilibria and crystallography for the niobium-tin system. Journal of The Less Common Metals. 7. 67-83. 10.1016/0022-5088(64)90018-9.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Niobzinn ist eine intermetallische chemische Verbindung aus der Gruppe der Niob-Zinn-Verbindungen. Neben Nb3Sn sind mit Nb6Sn5 und NbSn2 noch mindestens zwei weitere Phasen bekannt.<ref name="Paul Seidel">Paul Seidel: Applied Superconductivity: Handbook on Devices and Applications. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-3-527-67066-6, S. 109 (books.google.de).</ref>

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Niobzinn kann durch Reaktion der Elemente bei 900 bis 1000 °C oder NbSn2 mit Niob und einem geringen Anteil Kupfer bei 600 °C gewonnen werden.<ref name="Paul Seidel" />

Es kann auch aus Niob(IV)-chlorid und Zinn(II)-chlorid bei Temperaturen unter 1000 °C dargestellt werden.<ref>Anant V. Narlikar: Frontiers in Superconducting Materials. Springer Science & Business Media, 2005, ISBN 978-3-540-27294-6, S. 704 (books.google.de).</ref>

<math>\mathrm{3 \ NbCl_4 + SnCl_2 + 7 \ H_2 \longrightarrow Nb_3Sn + 14 \ HCl}</math>

Eigenschaften[Bearbeiten]

Niobzinn ist ein spröder Feststoff und Supraleiter mit einer Sprungtemperatur von 18 K. Wie auch Niobgermanium kristallisiert er in geordneten Strukturen des A15-Typs mit der Raumgruppe Pm3n (Raumgruppen-Nr. 223)Vorlage:Raumgruppe/223, deren auffälliges Strukturmerkmal die kurzen Niob-Niob-Abstände von 258 pm sind.<ref name="Christoph Janiak, Hans-Jürgen Meyer, Dietrich Gudat, Ralf Alsfasser">Christoph Janiak, Hans-Jürgen Meyer, Dietrich Gudat, Ralf Alsfasser: Riedel Moderne Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-11-024901-9, S. 326 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Nachdem 1954 durch Bernd Matthias, Theodore Geballe, Ernie Corenzwit und Seymour Geller die Supraleitung bei Niobzinn entdeckt wurde,<ref>Christian Barth: High Temperature Superconductor Cable Concepts for Fusion Magnets. KIT Scientific Publishing, 2013, ISBN 978-3-7315-0065-0, S. 15 (books.google.de).</ref> war dies 1961 die erste Verbindung, für die Supraleitung auch bei hohen Stromstärken nachgewiesen werden konnte.<ref>Horst Rogalla, Peter H. Kes: 100 Years of Superconductivity. Taylor & Francis, 2011, ISBN 978-1-4398-4948-4, S. 661 (books.google.de).</ref><ref>A. Godeke: A review of the properties of Nb3Sn and their variation with A15 composition, morphology and strain state. In: Superconductor Science and Technology. Band 19, Nr. 8, 2006, S. R68, doi:10.1088/0953-2048/19/8/R02 (iop.org).</ref>

Verwendung[Bearbeiten]

Niobzinn wird als Supraleiter, zum Beispiel für Magnete und Kabel, verwendet.<ref>R.G. Sharma: Superconductivity: Basics and Applications to Magnets. Springer, 2015, ISBN 978-3-319-13713-1, S. 162 (books.google.de).</ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />