Zum Inhalt springen

Notkirche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Notkirche bezeichnet man im Allgemeinen einen Raum oder ein Gebäude, der in einer Notlage mit einfachen Mitteln für den provisorischen Gebrauch als Kirchengebäude hergerichtet wird. Das kann eine dafür hergerichtete Baracke sein, ein beliebiges, zu Kirchenzwecken genutztes Gebäude (Scheunen, Hallen, Lagergebäude) oder Container. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch Teile beschädigter, großer Kirchenbauten durch Zwischenwände und -decken abgetrennt und bis zur völligen Wiederherstellung des Gesamtgebäudes als Notkirchen genutzt. Die Bartning-Notkirchen (vgl. Abschnitt „Typenkirchen“) wurden hingegen nicht als Übergangslösungen konzipiert.

Datei:Bundesarchiv Bild 102-01610, Wünsdorf, Kirche russischer Emigranten.jpg
Notkirche russischer Emigranten in einer Baracke in Wünsdorf, 1925

Typenkirchen[Bearbeiten]

Als Notkirchen werden auch die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland rund 100 Typenkirchen bezeichnet, die von Otto Bartning als Ersatz für zerstörte Kirchen erbaut wurden. Von den in drei Modelltypen gefertigten Bauten sind heute noch rund 70 erhalten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Sonntagsblatt. Evangelische Wochenzeitung für Bayern (40/2012), 30. September 2012; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.@1@2Vorlage:Toter Link/www.sonntagsblatt-bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)@1@2Vorlage:Toter Link/www.sonntagsblatt-bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2024. Suche im Internet Archive)</ref>

Barackenkirchen[Bearbeiten]

Unter einer Barackenkirche versteht man eine aus einfachen Materialien wie Wellblech, Holz oder Pappe hergestellte behelfsmäßige Unterkunft, die der Zusammenkunft von Gläubigen dient. Baracken sind provisorische, einfach gestaltete Gebäude zur Unterbringung größerer Menschenmengen.

In Europa wurden Barackenkirchen oft in Nachkriegszeiten errichtet und bis auf wenige Ausnahmen später durch Neubauten ersetzt. Ein beispielhafter Standort von Barackenkirchen waren DP-Lager. Kirchen dieser Art fanden sich aber auch in während des Wiederaufbaus schnell wachsenden Industriegebieten.

Zu den Barackenkirchen zählen auch die sogenannten Schwedenkirchen, die in der Nachkriegszeit mit Unterstützung der Schwedischen Missionskirche errichtet wurden.<ref>Schwedenkirche, Webseite im Portal bgv-wuppertal.de, abgerufen am 21. September 2024</ref>

Bildbeispiele[Bearbeiten]

Liste von Notkirchen[Bearbeiten]

Datei:HolzkircheSchoenebeck Bremen.jpg
Holzkirche Schönebeck

Deutschland[Bearbeiten]

weitere

Österreich[Bearbeiten]

Datei:Italian Chapel - Lamb Holm - Orkney - kingsley - 29-JUN-09.JPG
Die aus einer Nissenhütte von Kriegsgefangenen erbaute Italian Chapel auf Lamb Holm

Großbritannien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Siebold: Die Notkirche. Ein Beitrag zur Lösung einer Kirchennot. Verlag der Anstalt Bethel, Bethel bei Bielefeld 1905.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Notkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:HinweisbausteinVorlage:Wikidata-Registrierung