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Oberer Eimersee

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Datei:Oberer Eimersee (2).jpg
Der Eimersee im Dezember 2014

Oberer Eimersee, meist verkürzt nur Eimersee, ist der Name eines künstlich angelegten Weihers mit einer Fläche von ungefähr 1,5 Hektar im Stadtgebiet von Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Name[Bearbeiten]

Seinen Namen verdankt der See seiner ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte.<ref name="zehn">Michael Packschies: 10 Jahre Oberer Eimersee in Eckernförde (PDF)</ref> Diese hat sich als erfolgreiches Beispiel für eine kostengünstige Renaturierung bis nach Japan, Südkorea und in die Vereinigten Staaten verbreitet.<ref name="stadtplanung">Michael Packschies: Management urbaner Gewässersysteme und Renaturierung von Siedlungsbrachen als Teil ganzheitlich-ökologischer Stadtplanung (PDF)</ref><ref>„Grüner Daumen hoch“ In: Kieler Nachrichten vom 22. April 2014</ref><ref>„Eckernförde – Ein ökologisches Vorbild für Südkorea“ Eckernförder Zeitung vom 18. Mai 2011</ref> Der Eimersee ist das plakative Aushängeschild für die 1984 begonnene ökologische Ausrichtung des städtebaulichen Planungskonzeptes der Stadt Eckernförde.<ref name="stadtplanung" />

See und Umgebung sind in erster Linie als attraktiver Lebensraum für Tiere und Pflanzen vorgesehen. Das Gebiet ist dadurch zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Der eigens angelegte Wanderweg kreuzt den Abfluss des Sees. Ein schlichter Steg und Trittsteine dienen zur Querung. An dieser Stelle haben Kinder, zum Beispiel Gruppen von Kindergärten,<ref name="zehn" /> die Möglichkeit, in und mit dem fließenden Wasser zu spielen. Nebenher können sie die Natur beobachten und erleben.<ref name="stadtplanung" /> Bei ausreichender Eisdicke wird die Fläche des Eimersees zum Schlittschuhlaufen genutzt.<ref name="zehn" />

Entstehung und Namensgebung[Bearbeiten]

Durch die Renaturierung des Oberlaufes des Lachsenbaches wurde das ursprüngliche Bachbett für 56.000 DM wiederhergestellt. Am 6. Dezember 1990 erläuterte der Naturschutzbeauftragte der Stadt Eckernförde, Michael Packschies, den anwesenden Pressevertretern, wie die vom Lachsenbach durchflossene Senke Dramms Koppel zu einem Feuchtgebiet umgestaltet wird: Es werde lediglich ein Mörteleimer aus Kunststoff benötigt (Kostenpunkt: 5,90 DM), der das Abfließen des Wassers verhindert. Der Eimer wurde dann von Packschies in einem Kontrollschacht in der Senke verkeilt, der ursprüngliche Ablauf des verrohrten Bachlaufes war verschlossen und das Wasser begann sich zu stauen. Im Januar 1991 erreichte der Wasserspiegel seinen Höchststand, das Wasser floss über einen natürlichen Überlauf ab. Die Wassertiefe des Eimersees beträgt bis zu 1,5 Meter.<ref name="zehn" />

Der Namenszusatz „Oberer“ wurde gewählt, weil die Methode zur Wasseraufstauung zuvor unterhalb des späteren Eimersees in kleinerem Rahmen auf Tauglichkeit geprüft worden war. Dabei entstand eine kleine und sehr flache Wasserfläche, die eher als Sumpf einzustufen ist.<ref name="zehn" />

Tiere und Pflanzen[Bearbeiten]

Datei:Eimersee Eckernförde.jpg
Eimersee (2018)

Der Obere Eimersee wurde schnell von Stockenten, Blässhühnern und Teichrallen als Lebensraum angenommen.<ref name="zehn" /> Zwergtaucher<ref name="shz4.3.13">„Lachsenbach – Ein kleiner Eimer mit großer Wirkung für die Natur“ Eckernförder Zeitung vom 4. März 2013</ref>, Rothalstaucher<ref name="shz4.3.13" /> und Bekassinen sind anzutreffen.<ref name="zehn" /> Höckerschwäne<ref name="shz4.3.13" /> und Graureiher<ref name="zehn" /> sind regelmäßige Besucher. Auch Eisvögel<ref name="shz4.3.13" /> wurden beobachtet. Als einzige Fischart konnten bislang nur Moderlieschen<ref name="shz4.3.13" /> bestimmt werden. Auch die Sumpfschrecke, eine Indikatorart für intakte Feuchtgebiete, lebt dort.<ref name="zehn" /> Am Eimersee sind Erdkröten und Grasfrösche sowie Moorfrösche und Teichmolche zu beobachten.<ref name="zehn" />

Im Uferbereich sind der Breitblättrige Rohrkolben, der Ästige Igelkolben und das Zottige Weidenröschen zu finden. Im Wasser ist das Ährige Tausendblatt verbreitet. Auch das Weiße Straußgras und der Kriechende Hahnenfuß sind vertreten.<ref name="zehn" /> An den ehemaligen Entwässerungsgräben wurden Berlen, Sumpfdotterblumen, Moor-Labkraut und Schild-Ehrenpreis gefunden.<ref name="zehn" /> Einige der gefundenen Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen Schleswig-Holsteins.<ref name="zehn" />

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 54° 29′ 21,1″ N, 9° 51′ 0,4″ O

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