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Obernai

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Obernai
Ewernah
Datei:FRA Obernai 67 COA.svg
Obernai (Frankreich)
Obernai (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Bas-Rhin (67)
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Obernai
Gemeindeverband Pays de Sainte-Odile
Koordinaten 48° 28′ N, 7° 29′ OKoordinaten: 48° 28′ N, 7° 29′ O
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Höhe Vorlage:Str replace–Vorlage:Höhe/Fmt m
Fläche –
Einwohner 12.587 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 67210
INSEE-Code 67348
Website obernai.fr
Datei:Obernai place marche.JPG
Zentrum Obernai: Marktplatz und Kappelturm

Obernai (<templatestyles src="IPA/styles.css" />[o.bɛʁ.nɛ] <phonos file="LL-Q150 (fra)-Visiteuse JEP (Madehub)-Obernai.wav"></phonos>, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., elsässisch Ewernah) ist eine französische Stadt mit Vorlage:Str replace Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est. Die Gemeinde liegt im Arrondissement Sélestat-Erstein. Der Name rührt (wie beim benachbarten Niedernai) von der Lage am Vogesenflüsschen und Illzufluss Ehn her. Die Bewohner von Obernai und Umgebung nennen den Ort Ewer’nahn, jedoch sind weitere elsässische Bezeichnungen wie Ewer’nah, Ower’nah, Ower’nahn oder (in Straßburg) Ower’näh bekannt. Der Neckname für die Einwohner lautet Zanefbieche (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.). Oberehnheim war bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges eine selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, was sich im Ortswappen widerspiegelt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Unterelsass in der Oberrheinebene am rechten Ufer der Ehn, etwa 25 Kilometer südwestlich von Straßburg am Fuß des Odilienbergs.

Benachbarte Gemeinden sind Bernardswiller (Bernhardsweiler), Goxwiller (Goxweiler), Krautergersheim, Meistratzheim, Niedernai (Niederehnheim), Heiligenstein, Bischoffsheim, Bœrsch (Börsch) und Ottrott.

Geschichte[Bearbeiten]

Ältere Ortsbezeichnungen sind Ehinheim (778), Ehinhaim (788), superius Ehenheim (837), Ehenheim (1051), Ehenhemium (1178), Einheim (1283), Oberehnheim (1285, 1366) und Oberœna (1555), fr. Obernay.<ref name="Kraus">Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band 1, Friedrich Bull, Straßburg 1876, S. 206–212 (Google Books).</ref> Auf der Gemarkung der Ortschaft sind im 19. Jahrhundert Grabstätten aus römisch-gallischer Zeit gefunden worden.<ref name="Kraus" />

Der Ort soll als ursprünglich fränkische Siedlung im 7. Jahrhundert Sitz des Merowingers Eticho, Herzog des Elsass, gewesen sein. Historisch bezeugt ist Etichos Schenkung der nahe gelegenen Hohenburg an seine Tochter, die heilige Odilia. In der Zeit der Staufer hielten sich Herzog Friedrich der Einäugige, Kaiser Heinrich VI. und Kaiser Friedrich II. zeitweilig hier auf.<ref name="Stockert" /> Im Jahr 1262, als die Stadt noch nicht von einer Mauer umgeben gewesen sein soll, wurde die kaiserliche Burg von dem Straßburger Bischof Heinrich III. von Stahleck im Krieg gegen Friedrich II. zerstört und die Stadt dabei beträchtlich beschädigt.<ref>Martin Zeiller: Topographia Alsatiæ, Frankfurt am Main 1663, S. 15.</ref><ref name="Aufschlager" /> Die Stadt erhielt eine doppelte, befestigte Stadtmauer.

Im Jahr 1242 war erstmals in Abgrenzung zu Niederehnheim der moderne Name Oberehnheim („Oberhehenheim“) erwähnt worden. Oberehnheim war von 1240 bis 1648 eine freie Reichsstadt. Während der Pestpogrome 1348/49 wurden alle jüdischen Einwohner wegen angeblicher Brunnenvergiftung verbrannt.<ref name="Judaica">Obernai. alemannia-judaica.de, aufgerufen am 27. Dezember 2024.</ref> 1354 trat Obernai dem Elsässer Zehnstädtebund bei. 1444 spielte die Stadt infolgedessen auch eine wichtige Rolle bei der Abwehr der Armagnaken und den Belagerungsversuchen Karls des Kühnen im 15. Jahrhundert. Ihre Blüte erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert trotz der Unruhen infolge der Reformation, die dank der Familie Oberkirch in der Stadt Anhänger fand, aber nach 1587 zurückgedrängt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Oberehnheim durch Beschuss und Brände schwer beschädigt. Die Kaiserliche Stadt des Heiligen Römischen Reichs wurde 1679 von Frankreich gewaltsam in Besitz genommen<ref name="Meyers" /> und 1680 unter Ludwig XIV. annektiert.<ref name="du Prel">Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870–1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 8, Ziffer 7 (Google Books).</ref><ref name="alteTerr">Die alten Territorien des Elsaß nach dem Stand vom 1. Januar 1648. Mit Ortsverzeichnis und zwei Kartenbeilagen. Statistische Mittheilungen über Elsaß-Lothringen, Heft 27. Herausgegeben vom Statistischen Bureau für Elsaß-Lothringen. Verlag M. DuMont-Schauberg, Straßburg 1896, S. 120–121 (Google Books).</ref>

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und die Stadt wurde dem Kreis Erstein im Bezirk Unterelsass zugeordnet. Die französisierte Namensform Obernai („Oberné“), die erstmals 1693 verwendet worden war, hatte sich inzwischen durchgesetzt, so dass zwischen 1871 und 1918 beide Ortsbezeichnungen gebräuchlich waren.

Die Stadt hatte um die Wende zum 20. Jahrhundert eine evangelische und zwei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Progymnasium, ein Schullehrerseminar, ein Amtsgericht, eine bedeutende Baumwollmanufaktur, verschiedene Produktionsstätten für Gebrauchswaren sowie Obst- und Weinbau.<ref name="Meyers" /> Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Stadt stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung. 1940 wurden die in Obernai verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert. Zahlreiche ehemalige jüdische Einwohner kamen während der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben.<ref name="Judaica" /> Im Jahr 1942 wurde im Schloss Oberkirch für die Ausbildung des SS-Helferinnenkorps eine Reichsschule der SS durch Zwangsarbeiter aus dem KZ Natzweiler-Struthof eingerichtet, die auch andere beschlagnahmte Gebäude im Umkreis nutzte. Am 15. Dezember 1942 wurde das erste KZ-Außenlager von Natzweiler-Struthof offiziell in Oberehnheim eingerichtet und bestand bis zum 22. November 1944.<ref>Jutta Mühlenberg: Das SS-Helferinnenkorps: Ausbildung, Einsatz und Entnazifizierung der weiblichen Angehörigen der Waffen-SS 1942–1949. BoD – Books on Demand, 2011, ISBN 978-3-86854-239-4, S. 183 ff.</ref>

Demographie[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780 – ehemalige Reichsstadt mit über 900 Feuerstellen (Haushaltungen)<ref name="Billings">Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 336–337 (Google Books)</ref>
1821 4328 fast nur katholische Einwohner, bis auf 160 Juden und einige nach Klingenthal eingepfarrte Lutheraner<ref name="Aufschlager">Johann Friedrich Aufschlager: Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Zweiter Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 307–308 (Google Books)</ref>
1846 5356 <ref name="Vwg" />
1872 4864 am 1. Dezember, in 890 Häusern<ref name="Stockert">C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 36 (Google Books) und S. 78 (Google Books).</ref>
1880 4725 am 1. Dezember, auf einer Fläche von 2542 ha, in 845 Häusern, davon 4280 Katholiken, 164 Evangelische und 271 Juden<ref>Statistisches Büro des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen (Hrsg.): Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 11, Ziffer 151 (Google Books).</ref>
1885 4512 davon 4075 Katholiken, 162 Protestanten und 262 Juden<ref>Anonymes Mitglied des Katholischen Volksvereins: Die konfessionellen Verhältnisse an den Höheren Schulen in Elsaß-Lothringen. Statistisch und historisch dargestellt. Straßburg 1894, S. 43 (Google Books).</ref>
1890 4187 <ref name="Vwg">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1905 3933 meist katholische Einwohner,<ref name="Meyers">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> nach anderen Angaben 3936 Einwohner<ref name="Vwg" />
1910 3915 auf einer Fläche von 2542 ha<ref name="Vwg" /><ref name="MeyersGaz">Oberehnheim, Landkreis Erstein, Elsaß-Lothringen. In: Meyers Gazetteer. mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Oberehnheim (meyersgaz.org).</ref><ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Gemeindeverzeichnis 1900Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2022;.</ref>

Obernai ist eine schnell wachsende Stadt, deren Bevölkerung 1968 noch 6304 Einwohner, 2009 bereits 10.803 Einwohner zählte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Commune : Obernai (67348) (Memento vom 29. April 2012 im Internet Archive), recensement.insee.fr, abgerufen am 25. November 2012.</ref> Der Großraum Obernai zählte 2009 12.369 Einwohner (1968 noch 7.293).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. recensement.insee.fr; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);</ref>

Vorlage:Démographie

Politik[Bearbeiten]

Hoheitssymbole[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Obernai
Wappen der Gemeinde Obernai
Blasonierung: „Vorlage:Str trim“<ref name=""></ref><ref name=""></ref>

Maire[Bearbeiten]

1945–1971: Marcel Gillmann

1971–1973: René Dubs

1973–1977: Marcel Gillmann

1977–1983: Hubert Eck

1983–2001: Hugues Hartleyb

seit 2001: Bernard Fischer

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Das Kronenbourg-Bier wird heute in Obernai gebraut. Die Brauerei, die über einen eigenen Bahnanschluss verfügt, liegt im Nordwesten der Gemeinde unmittelbar an der D 500.
  • Seit 1959 ist auch die Hager Group mit einem Hauptstandort in Obernai.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Obernai liegt an der Bahnstrecke Sélestat–Saverne (Schlettstadt–Zabern) und wird von TER-Zügen von und nach Straßburg und Sélestat bedient.

Die Stadtbusse sind seit dem 2. September 2024 kostenlos.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Dernières Nouvelles d'Alsace, 1. September 2024; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).@1@2Vorlage:Toter Link/www.dna.fr (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Sehenswürdigkeiten und Denkmäler[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1958 unterhält Obernai eine Partnerschaft mit der deutschen Stadt Gengenbach in Baden-Württemberg. Seit 1986 ist die Stadt auch mit Pully im schweizerischen Kanton Waadt am Genfersee partnerschaftlich verbunden. Ein Lycée in Obernai hat eine Partnerschaft mit dem Auguste-Pattberg-Gymnasium in Mosbach-Neckarelz und dem Anne-Frank-Gymnasium Erding.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 2, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 920–934.

Weblinks[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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Andere Mitglieder Landau • Selz Vorlage:Klappleiste/Ende

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