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Obersolis

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Blick auf Obersolis, links die Wallfahrtskirche mit dem Pfarrhaus.

Obersolis ist eine Fraktion der Bündner Gemeinde Vaz/Obervaz. Sie liegt als einzige Fraktion der Gemeinde links der Albula, auf der südlichen Seite der Schinschlucht. Obersolis ist der Poststelle 7450 Tiefencastel zugeteilt und besteht aus den Kleinsiedlungen Solis (rätoromanisch Solas, 850 m ü. M.) und Obersolis, (rätoromanisch Solas seura, 1120 m). 1990 zählte Obersolis 8 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Kraftwerk Solis.JPG
Maschinenhaus des Heidseewerks

Um 1330 wurde Solis als ze Soles erstmals erwähnt. Der vazische Einkünfterodel von ca. 1330 nennt für Solis zwei Höfe. Archäologische Funde belegen, das Solis bereits zur Römerzeit besiedelt war.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heidseewerk[Bearbeiten]

1917 bis 1919 baute das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) das Heidseewerk, dessen Maschinenhaus in Solis steht. Es verarbeitet das Wasser vom Heidsee und diente anfänglich der Spitzenergiedeckung im Winter, wenn die Albula zu wenig Wasser führte, sodass das Albulawerk nicht die volle Leistung erbringen konnte.<ref>Eidgenössisches Amt für Wasserwirtschaft (Hrsg.): Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz. Band 4. Bern 1928, Heidsee, S. 262–263.</ref> Ursprünglich befanden sich zwei Peltonturbinen im Maschinensaal, welche 1953 durch eine neue Peltonturbine ersetzt wurden.<ref>Eidgenössisches Verkehrs- und Energiedepartement (Hrsg.): Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz. 1. Januar 1973, S. 44–45 (admin.ch).</ref> Das Kraftwerk erreicht eine Turbinenleistung von 7 MW und erzeugt jährlich 24 GWh Ökostrom.<ref>Bundesamt für Energie (Hrsg.): Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz. 1. Januar 2020 (admin.ch).</ref>

Verkehr[Bearbeiten]

Datei:Solis Train Station June 19.jpg
Dienststation Solis der RhB

Ursprünglich bestand eine Saumweg­verbindung nach Mutten. Seit 1869 wird Solis mit der Kantonsstrasse durch die Schinschlucht erschlossen. 1903 eröffnete die Rhätische Bahn (RhB) die Albulalinie mit der Station Solis, die heute nur noch als Dienstbahnhof dient.

Seit 2006 führt eine neuerstellte 6,4 Kilometer lange einspurige Strasse von der Soliserbrücke über Obersolis nach Mutten. Hauptbestandteil der neuen Verbindung ist der 1312 Meter lange Tunnel Muttner Tobel, der das gleichnamige Tal gefahrenlos unterquert.<ref>Dank neuer Strasse neue Chancen für Mutten. (PDF-Datei (558 KB)) Tiefbauamt Graubünden, Oktober 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. August 2014; abgerufen am 23. August 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/tools.tiefbauamt.gr.ch</ref> Die Strasse wird von der Postauto­linie 90.521 Thusis–Solis–Mutten–Obermutten benutzt.<ref>Jonas Schaufelberger: postautohalter.ch.vu. Die Webseite über die Schweizer Postauto-Unternehmer. Abgerufen am 23. August 2014.</ref>

Datei:Muttnerstrasse.jpg
Alte und neue Muttnerstrasse. Die neue Muttnerstrasse (rot) führt von der Abzweigung der Schin­strasse bei der Soliser Brücke über Obersolis zum Tunnel Muttner Tobel.

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Bauwerke[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche Solis[Bearbeiten]

Datei:Kirche Obersolis.JPG
Das landschaftlich reizvoll gelegene Wallfahrtskirchlein bildet mit dem Pfarrhaus eine harmonische Einheit. Westfassade mit Portal­umrahmung und mit lärchernen Schindeln bedeckte Turmkuppel.

Im Mai 1687<ref name="Kirchenführer"> (o.A.): Kirchenführer Obervaz. Aufgelegen in der Wallfahrtskirche Solis am 31. August 2014.</ref> wurde mit dem Bau der Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung und St. Felix begonnen.<ref>Dem Kirchenpatron St. Felix wurde keine Beachtung geschenkt.</ref><ref>Wallfahrtskirche in Obersolis. Lenzerheide Marketing und Support, abgerufen am 23. August 2014.</ref> Bereits seit 1354 soll dort eine dem heiligen St. Lucius geweihte Kapelle gestanden haben. Pater Bernardo die Marone O.C. leitete den Bau und zeichnete die Geschichte des Baues auf. Er und sein Mitbruder Lorenzo da Adolo sollen in drei Visionen Engel singen gehört haben, die sie zum Bau einer Kirche in Solis aufforderten. Trotz des anfänglichen Widerstands des Churer Bischofs Ulrich de Mont legte Pater Bernardo in einer Predigt am Fest Verkündigung des Herrn (25. März) 1687 seinen Plan zum Bau der Kirche vor. Laut Pater Bernardos Aufzeichnungen vollendete die Vazer Bevölkerung den Bau innerhalb von nur vier Monaten. Das beim Bau verwendete Zugvieh, das an der Maul- und Klauenseuche erkrankt war, soll nach der Arbeit gesund heimgekehrt sein.<ref>Wallfahrtskirchlein in Solis. Gemeinde Vaz/Obervaz, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. August 2014; abgerufen am 23. August 2014.</ref> Im Jahre 1688 erfolgte die einfache Weihe der Kirche. In den folgenden Jahren wurden Sakristei, Turm und Pfarrhaus errichtet. Am 23. Juni 1697 wurde das Gotteshaus durch den Churer Bischof Ulrich von Federspiel eingesegnet.<ref name="Kirchenführer" />

Das Wallfahrtskirchlein gehört der Katholischen Kirchgemeinde Vaz/Obervaz Lenzerheide.<ref>Unsere Kirchen. Katholischen Kirchgemeinde Vaz/Obervaz Lenzerheide, abgerufen am 23. August 2014.</ref> Es wurde im Jahre 1979/80 aussen restauriert.<ref name="Kirchenführer" />

Soliser Brücken[Bearbeiten]

Datei:CH Solis Bridge.jpg
Soliser Viadukt der Rhätischen Bahn, im Hintergrund Soliserbrücke für den Strassenverkehr

Vorlage:BildFloat Die heutige alte Bogenbrücke aus Stein wurde vermutlich 1869 erbaut und ersetzte damals eine gedeckte Holzbrücke. Die Soliserbrücke ist die älteste Brücke an dieser engen Stelle neben der Strassenbrücke von 1970 und dem Soliser Viadukt der Rhätischen Bahn (RhB) von 1902. Die Eisenbahnbrücke ist mit 89 Metern die höchste RhB-Brücke.<ref>Restaurant Solisbrücke. Familie Salzgeber, abgerufen am 10. Juni 2016.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Obersolis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 46° 40′ 56,2″ N, 9° 30′ 51,8″ O; CH1903: 758791 / 172217

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