Okartowo
| Okartowo | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorlage:Platzhalterbild | ||||||
| Basisdaten | ||||||
| Staat: |
| |||||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |||||
| Powiat: | Pisz | |||||
| Gmina: | Orzysz | |||||
| Geographische Lage: | 53° 48′ N, 21° 51′ O
{{#coordinates:53,806|21,85799|primary
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| Einwohner: | 404 (31. März 2011<ref>GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku, 31. März 2011, abgerufen am 21. April 2019 (polnisch).</ref>) | |||||
| Postleitzahl: | 12-250<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2022, S. 855 ( vom 26. Oktober 2022 im Internet Archive) (polnisch) (PDF; 7,4 MB)</ref> | |||||
| Telefonvorwahl: | (+48) 87 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | NPI | |||||
| Wirtschaft und Verkehr | ||||||
| Straße: | DK 16: Grudziądz–Olsztyn–Mrągowo–Mikołajki ↔ Orzysz–Ełk–Augustów–Ogrodniki (–Litauen) | |||||
| Eisenbahn: | Czerwonka–Ełk (nicht in Betrieb) | |||||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |||||
Okartowo (deutsch Eckersberg) ist ein Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Orzysz (Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage[Bearbeiten]
Okartowo liegt in der Masurischen Seenplatte im historischen Ostpreußen am nordöstlichen Ufer des Spirdingsees ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und am südlichen Ufer des Tirklosees (polnisch Jezioro Tyrklo) in der östlichen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Vom Dorf aus ist die Insel Teufelswerder (polnisch Czarci Ostrów) in der Mitte des Spirdingsees sichtbar. Bis nach Königsberg (Preußen) ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) sind es 130 Kilometer (Luftlionie) in nordwestlicher Richtung, etwa dreißig Kilometer in nördlicher Richtung bis zur Stadt Lötzen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und zwanzig Kilometer in südlicher Richtung bis zur Kreisstadt Johannisburg (Pisz).
Geschichte[Bearbeiten]
Etwa 1340–1345 ließ der Komtur des Deutschen Ordens der Niederlassung Balga die Eckersberg errichten<ref name="ostpreussen70">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Geschichte Okartowo - Eckersberg bei ostpreussen.net ( vom 19. Juni 2018 im Internet Archive)</ref>. Die Burg wurde 1361 von dem litauischen Fürsten Kynstut zerstört, danach vom Orden wieder aufgebaut, 1378 jedoch erneut von Kynstut geschleift. Der Orden gab daraufhin das Pflegeamt Eckersberg auf und ließ die zugehörigen Ländereien von der Komturei Rhein aus verwalten. Im Jahr 1492 verschreibt der Komtur von Rhein, Rudolf von Diepolskirchen, dem Nikolaus Garnmeister das Land zu den Bedingungen des Kulmer Rechts.<ref name="GW">Eckersberg Ostpreußen. In: wiki.genealogy.net. Abgerufen am 2. April 2025.</ref>
Im Jahr 1503 unterstand das Kirchspiel des Kirchdorfs Eckerspurg dem ermländischen Fürstbischof Lucas Watzenrode.<ref>Max Toeppen: Geschichte Masurens. Ein Beitrag zur preußischen Lands- und Kulturgeschichte. Danzig 1870, S. 164.</ref>
Nach der Säkularisation 1525 wurde das Burggelände Staatsdomäne.<ref name="GW" />
Im Jahr 1625 starb der Eckersberger evangelische Pfarrer Johann Gregorewitz (oder Gregorczewski, seit 1583 im Dienst<ref>Friedwald Moeller, Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 34</ref>) an der Pest.<ref>Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 369–370.</ref> Im Jahr 1657 wurde das Dorf von Tataren überfallen. Im Zeitraum von 1709 bis 1711 wurden erneut Dorfbewohner Opfer der Pest.<ref name="GW" /> Während des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) wurde das Dorf durch Kriegshandlungen in Mitleidenschaft gezogen und von russischen Truppen besetzt.
Im Jahr 1724 war Eckersberg dem Kriegs- und Domänenamt Gumbinnen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) unterstellt worden. Seit der neuen Kreiseinteilung 1752 gehörte Eckersberg mit dem Hauptamt Rhein zum Kreis Seehesten.<ref name="GW" /> Um 1782 gehörte Eckersberg zum Königlichen Domänenamt Arys, das zwei Vorwerke und 38 Dörfer mit insgesamt 651 Feuerstellen (Haushalten) umfasste.<ref>Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen, Königsberg/Leipzig 1785, S. 42, Nr. 6).</ref>
Am 8. April 1874 wurde Eckersberg Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Eckersberg</ref>, der bis 1945 bestand und zum Kreis Johannisburg im Regierungsbezirk Gumbinnen (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein) der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.
In Eckersberg gab es im 19. Jahrhundert eine evangelische Schule. 1805 wird das Burggelände einigen Landwirten in Erbpacht überlassen.<ref name="GW" />
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Eckersberg gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Eckersberg stimmten 40 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.<ref>Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 73</ref>
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 23. Januar 1945 die Rote Armee die Region. Im August 1945 wurde Eckersberg zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens unter polnische Verwaltung gestellt. Danach kamen polnische Zivilisten in das Dorf. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit größtenteils vertrieben. Eckersberg erhielt die polnische Namensform „Okartowo“ und ist heute Sitz eines Schulzenamtes<ref>Gmina Orzysz</ref> ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und als solches eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Orzysz (Arys) im Powiat Piski (Kreis Johannisburg), bis 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Einwohnerzahlen[Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | 121 | <ref name="GW" /> |
| 1910 | 118 | <ref>Landkreis Johannisburg im Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2024; abgerufen am 4. Dezember 2025.</ref> |
| 1933 | 210 | <ref name="VG">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1939 | 234 | <ref name="VG" /> |
Amtsbezirk Eckersberg (1874–1945)[Bearbeiten]
Religionen[Bearbeiten]
Kirchengebäude[Bearbeiten]
Bei der Kirche in Okartowo handelt es sich um einen Nachfolgebau eines 1914 zerstörten Bauwerks des Jahres 1799<ref name="ostpreussen71">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kirche Okartowo - Eckersberg bei ostpreussen.net ( vom 19. Juni 2018 im Internet Archive)</ref>. Er wurde in den Jahren 1922 bis 1924 als massiver verputzter Ziegelbau nach den Plänen des Johannisburger Regierungsbaumeisters Henry errichtet<ref name="Hubatsch2">Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreussischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 119, Abb. 540–543</ref>. Bis 1945 war die Kirche evangelische Gottesdienststätte. Seither ist sie römisch-katholisches Gotteshaus und seit 1984 Pfarrkirche „Unbefleckte Empfängnis der heiligsten Jungfrau Maria“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="parafia">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Parafia Okartowo ( vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)</ref>, kurz: Mariä-Empfängnis-Kirche).
Kirchengemeinde[Bearbeiten]
Bereits zwischen 1340 und 1345 wurde Eckersberg in vorreformatorischer Zeit ein Kirchdorf. Schon in der Ordenszeit war hier eine Kirche errichtet worden.
Evangelisch[Bearbeiten]
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hielt hier die lutherische Reformation Einzug<ref name="Hubatsch3">Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 491</ref>. Es nahmen zwei evangelische Geistliche gleichzeitig ihren Dienst auf<ref>Friedwald Moeller, Altpreußisches Evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, S. 34</ref>. Vor 1715 war das Kirchspiel Eckersberg in die Inspektion Lyck ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eingegliedert, kam dann bis 1945 zum Kirchenkreis Johannisburg (Pisz) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Im Jahre 1925 zählte die Pfarrei 3.815 Gemeindeglieder, die in einem weiträumigen Kirchspiel wohnten. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten dem Leben der evangelischen Kirchengemeinde in dem nun Okartowo genannten Dorf ein Ende. Heute leben hier nur sehr wenige evangelische Kirchenglieder. Sie orientieren sich zur Pfarrei in Pisz, die der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen angehört.
Römisch-katholisch[Bearbeiten]
Vor 1945 lebten im Raum Eckersberg nur sehr wenige katholische Kirchenglieder. Sie waren der Pfarrei in Johannisburg im Dekanat Masuren II (Amtssitz: Johannisburg) im Bistum Ermland zugeordnet. Durch die Neuansiedlung polnischer Bürger meist katholischer Konfession stieg die Zahl der Katholiken nach 1945 stark an. Sie übernahmen das bisher evangelische Gotteshaus als ihre Kirche und errichteten am 5. November 1984 hier eine römisch-katholische Pfarrei<ref name="parafia" />. Mit einer Filialkirche in Cierzpięty (Czierspienten, 1905 bis 1945 Seehöhe) ist sie dem Dekanat Biała Piska (Bialla, 1938 bis 1945 Gehlenburg) im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen zugehörig.
Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]
- Paul Plinzner (1852–1920), Leibstallmeister von Kaiser Wilhelm II. und Major der der Landwehr-Kavallerie
- Georg Teschner (1888–1978), deutscher Offizier, Generalmajor der Luftwaffe
Verkehr[Bearbeiten]
Okartowo liegt an der polnischen Landesstraße 16 (einstige deutsche Reichsstraße 127), die als Ost-West-Achse die drei Woiwodschaften Kujawien-Pommern, Ermland-Masuren und Podlachien miteinander verbindet. Seit 1911 ist das Dorf Bahnstation (der Bahnhof liegt im Ortsteil Okartowo-Przystanek) an der Bahnstrecke Czerwonka–Ełk ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), die jedoch nicht mehr regulär befahren wird.
Literatur[Bearbeiten]
- Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 369–370.
- August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 456, Nr. 67.
Weblinks[Bearbeiten]
- Eckersberg Ostpreußen. In: wiki.genealogy.net. Abgerufen am 2. April 2025.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Amtssitz: Orzysz
Ortsteile/Schulzenämter: Chmielewo (Chmielewen/Talau) | Cierzpięty (Czierspienten/Seehöhe) | Czarne (Czarnen/Herzogsdorf) | Dąbrówka (Dombrowken/Eichendorf) | Drozdowo – Zastrużne (Drosdowen/Drosselwalde – Sastrosnen/Schlangenfließ) | Dziubiele (Dziubiellen/Zollerndorf) | Gaudynki (Pappelheim) | Góra (Gurra/Gebürge) | Grądy (Gronden/Grunden) | Grzegorze (Gregersdorf) | Klusy (Klaussen) | Mikosze (Mykossen/Arenswalde) | Mikosze-Osada | Nowe Guty (Gutten (E)/Seegutten) | Odoje (Odoyen/Nickelsberg) | Ogródek (Ogrodtken/Kalgendorf) | Okartowo (Eckersberg) | Osiki (Schönwiese) | Pianki (Pianken/Altwolfsdorf) | Rostki Skomackie (Rostken) | Strzelniki (Strzelnicken/Schützenau) | Suchy Róg (Trockenhorn) | Szwejkówko (Mittel Schweykowen/Schweiken) | Tuchlin (Tuchlinnen) | Ublik (Ublick) | Wężewo (Wensewen/Wensen) | Wierzbiny (Wiersbinnen/Stollendorf)
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