Oliver Janich
Oliver Markus Raoul Janich (* 3. Januar 1969<ref>BA 12 (Schwabing-Freimann), Hallo München, 21. Februar 2014.</ref> in München) ist ein deutscher Buchautor sowie Mitbegründer und ehemaliger Vorsitzender der Partei der Vernunft (PDV). Er vertritt libertäre, rechtsextremistische, rassistische, antisemitische und verschwörungsideologische Positionen. Der Verfassungsschutz stuft ihn als Rechtsextremisten und Antisemiten ein.<ref name=":1">Max Hoppenstedt, Wolf Wiedmann-Schmidt: Mordaufruf auf Telegram: Onlinehetzer Oliver Janich erhält Bewährungsstrafe. In: Der Spiegel. 5. Dezember 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 5. Dezember 2022]).</ref> Experten halten ihn für einen der einflussreichsten deutschsprachigen Verschwörungsideologen.<ref>Einflussreicher Verschwörungsideologe festgenommen: Das ist Oliver Janich. Josef Holnburger (CeMAS – Center für Monitoring, Analyse und Strategie) im Gespräch mit Annika Schneider. Deutschlandfunk, 18. August 2022. </ref><ref>Rechter Telegram-Influencer Oliver Janich auf den Philippinen festgenommen. Der Spiegel. 17. August 2022.</ref><ref>Rief zu Exekutionen auf. Die Welt, 18. August 2022.</ref> Janich lebt seit 2015 auf den Philippinen. Dort wurde er am 17. August 2022 auf Intervention deutscher Behörden wegen strafrechtlicher Ermittlungen festgenommen und in Abschiebehaft genommen. Seit dem 20. Januar 2023 befindet er sich wieder auf freiem Fuß.
Leben und Arbeit[Bearbeiten]
Arbeit als Börsen- und Finanzjournalist[Bearbeiten]
Oliver Janich war mehrere Jahre lang für Focus Money tätig. Nachdem die Zeitschrift die Zusammenarbeit beendet hatte, schrieb er unter anderem für das rechtsextreme Blog Politically Incorrect und für rechtspopulistische Magazine wie Kopp Online und Compact.
Ermittlungen gegen Janich wegen Börsenkursmanipulationen[Bearbeiten]
Zusammen mit zwei Freunden aus der Zeit seines Wirtschaftsstudiums war Janich Bestandteil eines Netzwerkes aus Aktienhändlern und Börsenjournalisten („Bosler-Clique“), die systematisch die Kurse von eher unbekannten börsennotierten Unternehmen hochschrieben, deren Aktien Personen in ihrem Netzwerk zuvor gekauft hatten. Die Staatsanwaltschaft München ließ im September 2010 Wohnungen und Büros von rund 30 Verdächtigen durchsuchen, darunter die von Janich. Die Rädelsführer dieser Verschwörung, zu denen Janich nach den Erkenntnissen durch den Prozess nicht gehörte, wurden 2012 verurteilt. Verschiedene Börsenjournalisten haben durch Geständnisse ihr Strafmaß reduziert und wurden höchstens auf Bewährung verurteilt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Bullshit mit Bildchen.] In: Der Spiegel. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Dezember 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Fall SdK: Ex-Aktionärsschützer wieder auf freiem Fuß.] In: Der Spiegel. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Dezember 2015.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig SdK-Affäre Die Urteile helfen Anlegern wenig.] In: Wirtschaftswoche. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Dezember 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
2015 wurde Janich durch das Amtsgericht München wegen organisierter Kursmanipulationen zu einer Geldstrafe verurteilt. Janich hatte im Anlegerblatt Focus Money aus der Münchner Burda-Gruppe als freier Mitarbeiter in der Rubrik Hot Stocks („heißer Tipp“) eine kanadische Ramschaktie zum Kauf empfohlen – und dafür mindestens 15.000 Euro bekommen. Gleichzeitig hielt er selbst in großem Umfang Aktien des angepriesenen Unternehmens. Die Leser hatten davon nichts erfahren.<ref>Rechter Telegram-Influencer – Oliver Janich auf den Philippinen festgenommen. Der Spiegel.</ref>
Verschwörungstheorien[Bearbeiten]
Schon als Finanzjournalist vertrat Janich in mehreren Artikeln Verschwörungstheorien zum 11. September 2001,<ref>Nik Afanasjew: 9/11 - Alles Lüge? In: Der Tagesspiegel. 9. April 2011, S. 2, abgerufen am 9. Juni 2019.</ref> auch in seinen Büchern kommen diese vor.<ref name=":0">Was ist dran an Gerüchten zu angeblichem Wahlbetrug? Bayerischer Rundfunk, 19. Oktober 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 9. Juni 2019.</ref> Des Weiteren verbreitet er Verschwörungstheorien über angeblichen Wahlbetrug bei der Landtagswahl in Bayern 2018, ohne Belege dafür zu nennen.<ref name=":0" />
Gegen die Ernennung von Sinan Selen als Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz machte Janich in einem auf YouTube veröffentlichten Video mit der Behauptung Stimmung, Selen hätte den Posten „auf Wunsch der türkischen Regierung bekommen“. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete den Beitrag als „Hassvideo“ und verwies auf fremdenfeindliche Kommentare darunter.<ref>Ronen Steinke, Georg Mascolo: Verfassungsschutz - Sinan Selen schlägt Hass entgegen. 6. Dezember 2018, abgerufen am 1. September 2020.</ref> Laut Spiegel Online enthalten seine YouTube-Videos „teilweise rassistische Aussagen und bedienen antisemitische Verschwörungstheorien“.<ref>Corona-Videos auf YouTube. Hinter der Verschwörung . In: Spiegel Online, 21. Mai 2020. Abgerufen am 21. Mai 2020.</ref>
Ende 2020 stellte er die Frage, ob „die Merkel-Kritiker Oppermann und Ohoven ermordet“ worden seien, und schrieb, es müsse „ja nicht eine Merkel anordnen, sondern irgendeiner aus dem militärisch-pharmazeutischen-industriellen Komplex“.<ref>Hans Demmel: Anderswelt. Ein Selbstversuch mit rechten Medien, begleitet von Friedrich Küppersbusch. Kunstmann, München 2021, S. 93</ref>
Im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine Anfang 2022 positionierte Janich sich laut dem Politikwissenschaftler Jan Rathje gegen Russland wie auch gegen die Ukraine, „weil er beide nur als Parteien in einer jüdischen Weltverschwörung wahrnimmt“; Janich integriere somit den Krieg in ein antisemitisches Weltbild.<ref>Elisabeth Kagermeier: Warum Querdenker nun prorussiche Propaganda verbreiten. www.br.de, 25. März 2022.</ref>
Als einer der ersten deutschsprachigen Webvideoproduzenten verbreitete Janich QAnon-Erzählungen, eine umfangreiche Verschwörungstheorie, die von einem Kampf gegen satanistische Eliten des „Tiefen Staats“ unter Führung der Erlöserfigur Donald Trump handelte.<ref>Matthias Pöhlmann: Rechte Esoterik. Wenn sich alternatives Denken und Extremismus gefährlich vermischen. Herder, Freiburg i. Br. 2021, S. 197 ff.</ref> Dabei greift Janich auch den auch von Xavier Naidoo verbreiteten Mythos auf, in unterirdischen Kellern würden Kinder gequält, um ihnen Adrenochrom abzuzapfen.<ref>Jan-Gerrit Keil: Verschwörungserzählungen aus Sicht der Kriminalpsychologie und ihre besondere Rolle im Milieu von „Reichsbürgern“, „Impfgegnern“ und „QAnon-Anhängern“. In: Frank Lüttig. Jens Lehmann (Hrsg.): Verschwörungstheorien. Ursprung – Anhänger – Bewältigung. Nomos, Baden-Baden 2022, ISBN 978-3-7489-3675-6, S. 13–50, hier S. 45.</ref>
Festnahme wegen Äußerungsdelikten auf den Philippinen[Bearbeiten]
Vorwürfe[Bearbeiten]
Aufgrund von Äußerungen im Internet wurden gegen Oliver Janich Ermittlungen wegen Beleidigung, Übler Nachrede, Volksverhetzung, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten sowie Belohnung und Billigung von Straftaten eingeleitet. Konkret legen die Behörden Janich zur Last am 22. Oktober 2020 den Geschäftsführer des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) als „Spast“ bezeichnet zu haben. Im Übrigen soll er den CeMAS-Geschäftsführer und eine Mitgründerin am 25. April 2021 und 26. April 2021 als „geisteskranke[s] Duo“, das „schlicht zu dämlich“ und „abgrundtief böse“ sei beleidigt haben. Die CeMAS-Mitgründerin sei von Janich darüber hinaus als „kreuzdämlich“, der Geschäftsführer als „saudämlich“ herabgewürdigt worden.<ref name=":2">Bundesverfassungsgericht: Beschluss vom 15. Juli 2026, abgerufen am 4. September 2026</ref>
Am 20. Januar 2021 schrieb Janich den Ermittlungen zufolge im Messengerdienst Telegram: „Hängt Biden. Hängt Soros. Hängt sie alle, verdammt nochmal.“ Am 14. Dezember 2021 soll er im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verbreitet haben, dass ein Gutachten im Auftrag des Innenministeriums zu dem Schluss gekommen sei, dass es geboten sei „sämtliche Regierungsmitglieder im Bund und in den Ländern standrechtlich hinzurichten“, was der Gutachter mit „der ‚Schutzpflicht’ des Staates für seine Bürger“ begründet habe. Am 25. Februar 2021 soll Janich in einer Audiobotschaft geäußert haben, dass es in Deutschland wieder Konzentrationslager gebe und diese „nicht nur ‚für Quarantänebrecher‘“ gedacht seien. Am 20. Februar 2022 soll er auf YouTube wahrheitswidrig behauptet haben, dass eine von ihm namentlich benannte Sektenangehörige, die wegen Mordes an einem Vierjährigen verurteilt worden war, 2020 in den Anschlag von Hanau verwickelt gewesen sei.<ref name=":2" /><ref>Oliver Koch: Urteil gegen Hanauer Neuoffenbarerin. In: Zeitschrift für Religion und Weltanschauung. 1. November 2020, abgerufen am 4. September 2026.</ref>
Haftbefehl und Festnahme auf den Philippinen[Bearbeiten]
Das Amtsgericht München erließ gegen Oliver Janich aufgrund der Vorwürfe am 22. April 2022 einen Haftbefehl. Als Haftgrund nahm das Gericht Flucht an, weil Janich unbekannten Aufenthalts sei und sich möglicherweise auf die Philippinen abgesetzt habe. Mitarbeiter des Bundeskriminalamts (BKA) und der Staatsanwaltschaft München I konferierten daraufhin im Juni 2022 zur Frage, wie Janich zwecks Strafverfolgung wieder in die Bundesrepublik gebracht werden könne. Die BKA-Mitarbeiter regten an bei den Philippinen auf eine Abschiebung Janichs hinzuwirken und übersandten der Staatsanwaltschaft hierfür notwendige Dokumente. Die Staatsanwaltschaft wandte sich daraufhin am 27. Juni 2022 unter Verweis auf die Ermittlungen in Deutschland an die Deutsche Botschaft Manila und forderte diese auf keinen neuen Pass für Janich auszustellen bzw. dessen aktuellen Pass einzuziehen.<ref name=":2" />
Nach Angaben von Janich geht aus einem Urteil des „Regional Trial Court Taguig City“ hervor, dass ein Verbindungsbeamter des BKA den philippinischen Behörden im Anschluss mitteilte, dass gegen Janich in Deutschland ein Haftbefehl bestehe und die deutsche Botschaft passbeschränkende Maßnahmen gegen diesen eingeleitet habe. Janich wurde daraufhin am 17. August 2022 von den philippinischen Behörden festgenommen.<ref>„Goodbye Germany“ - Der „patriotische Kampf“ aus dem Ausland.</ref><ref>Police Regional Office MIMAROPA: Wanted German national, captured in Romblon. 17. August 2022, abgerufen am 21. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>German wanted in his country arrested in Romblon. Abgerufen am 21. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da Janich das Ermittlungsverfahren in Deutschland vor seiner Festnahme nicht bekannt war, äußerte die Leiterin des Rechtsreferats der Botschaft in Manila in einem Schreiben vom 8. September 2022 an die Staatsanwaltschaft, dass ein Passentzug rechtlich nicht möglich sei und darüber hinaus angesichts der aktuellen Abschiebehaft auch nicht verhältnismäßig erscheine.<ref name=":2" />
Erlass des Strafbefehls[Bearbeiten]
Am 23. August 2022 meldete sich ein Rechtsanwalt im Namen von Janich beim Amtsgericht München, beantragte Akteneinsicht und legte am 22. April 2022 erfolglos Haftbeschwerde ein. Die Staatsanwaltschaft teilte dem Anwalt mit, dass wegen der Vorwürfe gegen Janich aus ihrer Sicht eine zehnmonatige Bewährungsstrafe mit Geldauflage in Betracht komme. Der Anwalt teilte daraufhin am 17. November 2022 mit, einen entsprechenden Strafbefehl und eine Geldauflage von 5.000 Euro im Namen von Janich akzeptieren zu wollen. Das Amtsgericht München erließ daraufhin am 24. November 2022 einen entsprechenden Strafbefehl. Nachdem der Anwalt dem Gericht per Fax einen Rechtsmittelverzicht übermittelt hatte, wurde auf dem Strafbefehl eine Rechtskraft für den 25. November 2022 vermerkt. Den Haftbefehl gegen Janich hob das Gericht auf.<ref name=":2" />
Anfechtung des Strafbefehls[Bearbeiten]
Am 28. November 2022 wandte sich ein weiterer Anwalt an das Amtsgericht und bat um eine deklaratorische Bestätigung der Verfahrensbeendigung und der Aufhebung des Haftbefehls für die philippinischen Behörden. Janich wurde im Anschluss am 20. Januar 2023 aus der philippinischem Abschiebehaft entlassen. Nach seiner Entlassung aus der Haft legte er gegen den Strafbefehl am 27. Januar 2023 Einspruch ein. Zur Begründung gab er an, dass sein vorheriger Anwalt nicht zustellungsbevollmächtigt gewesen sei und es diesem zudem an einer ausdrücklichen Ermächtigung zur Annahme des Strafbefehls gefehlt habe. Hilfsweise beantragte Janich die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand, weil er sich seit dem 17. August 2022 in Abschiebehaft befunden und dort seine Rechte nicht adäquat wahrnehmen können habe. Er sei nicht angemessen über den Inhalt des Strafbefehls informiert worden und habe Dokumente nur kurzzeitig auf einem Smartphone lesen können. Die Abschiebehaft habe für ihn eine Notsituation bedeutet und ihm sei von seiner Anwältin und anderen Gefangen deutlich gemacht worden, dass das Verfahren in Deutschland abgeschlossen sein müsse, bevor er entlassen werden könne. Er habe nicht die Möglichkeit gehabt sich dem Verfahren in Deutschland zu stellen und sei auch nicht dorthin überführt worden. Die deutschen Behörden hätten die Abschiebehaft zudem durch Falschangaben über in Wirklichkeit nie ergriffene passbeschränkende Maßnahmen gegen ihn herbeigeführt.<ref name=":2" />
Das Amtsgericht München lehnte den Antrag am 13. März 2023 ab. Das Landgericht München I wies den Antrag als Beschwerdeinstanz am 15. Juni 2023 ebenfalls ab. Janich legte gegen die Entscheidungen Verfassungsbeschwerde ein. Das Bundesverfassungsgericht entschied am 15. Juli 2026, dass die entsprechenden Beschlüsse Janich in seinem Recht auf Zugang zu einem Rechtsmittel verletzen. So sei nicht geprüft worden, ob die Säumnis gegen den Strafbefehl rechtzeitig Einspruch einzulegen Janichs Verschulden gewesen sei. Das Landgericht München I hatte erklärt, dass die durch Abschiebehaft entstandene Zwangslage nicht den deutschen Behörden zurechenbar sei. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kommt es darauf jedoch nicht an.<ref name=":2" />
Einordnung durch Verfassungsschutz[Bearbeiten]
Der Bayerische Verfassungsschutz ordnet Janich als Rechtsextremisten und Antisemiten ein. In der Analyse der Behörde wird Janich als „reichweitenstärkster Verbreiter der QAnon-Verschwörungstheorie im deutschsprachigen Raum“ bezeichnet.<ref name=":1" /><ref>Verfassungsschutzinformationen Bayern 1. Halbjahr 2021, Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz, 2. August 2021.</ref>
Partei der Vernunft[Bearbeiten]
Janich gründete die Partei der Vernunft, nachdem er die Parteigründung in einer Focus-Money-Kolumne vorgeschlagen hatte.<ref>Oliver Janich: Börsenkommentar: Neue Partei. In: Focus Money. Nr. 2, 2. Januar 2008</ref> Am 17. April 2013 trat Janich vom Bundesvorsitz zurück.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Bundesvorsitzende der Partei der Vernunft tritt zurück ( vom 20. April 2013 im Internet Archive)</ref>
Bei der Kommunalwahl in München 2014 wollte Janich als Vertreter der PDV für das Amt des Oberbürgermeisters und für den Münchner Stadtrat kandidieren, erhielt aber nicht die nötige Zahl an Unterstützerunterschriften. In Folge trat er ohne Erfolg als 11. Listenkandidat auf der Liste 3 der Freien Wähler für den Bezirksausschuss 12 Schwabing-Freimann an.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kommunalwahlen in München 2014 – Liste 3 der Freien Wähler für den Bezirksausschuß Schwabing-Freimann ( vom 14. Dezember 2015 im Internet Archive), KunstundKultur.org, 2014.</ref>
Das Kapitalismus-Komplott[Bearbeiten]
In seinem Buch Das Kapitalismus-Komplott beschreibt Janich die wirtschaftswissenschaftliche Österreichische Schule.<ref>Münchner Verlagsgruppe: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Das Kapitalismus-Komplott ( vom 25. Mai 2012 im Internet Archive)</ref> Darüber hinaus behauptet Janich, dass es mächtige Interessengruppen gebe, die gegen eine freiheitliche Wirtschaftsordnung im Sinne der Österreichischen Schule opponierten. Die Süddeutsche Zeitung nennt Janich einen „rabiaten Verfechter des Libertarismus“, der Anomie oder zumindest einen Minimalstaat fordere, auf dass der freie Markt dann eine faire und effiziente Wirtschaftsordnung schaffe. Janich habe mit einer klaren Sprache die Geschichte des Geldschein-Systems wiedergegeben und den Mythos der Geldschöpfung als den zentralen Systemfehler des Kapitalismus aufgedeckt. Während die erste Hälfte des Buches noch als unterhaltsam bewertet wird, wird die zweite Hälfte als im Ansatz gescheiterte Verschwörungstheorie beschrieben. So halte Janich den Leser für naiv und seine Überzeugungen für allgemeingültig. Am Ende bleibe „die These, das kapitalistische System sei ein riesiges Stück Propaganda, mit dem die ‚Weltregierung‘ einer Mafia gleich die Menschen zu beherrschen versucht. Hinter dieser ‚kommunistischen Weltverschwörung‘ verbergen sich angeblich auch die Eugeniker, die Pharmaindustrie, Otto Schily und sogar Angela Merkel.“<ref>Verschwörer trifft Verschwörung. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Oktober 2010</ref> In einem Beitrag im Magazin Der Spiegel aus dem Jahr 2010 wird die Meinung vertreten, Janichs mutmaßliches „Spezl-Netz hätte wunderbar in das Buch hineingepasst“, werde jedoch nicht erwähnt.<ref>Dinah Deckstein, Markus Grill & Christoph Pauly: Affären: Bullshit mit Bildchen. In: Der Spiegel. Nr. 46, 15. November 2010.</ref>
Politische Ansichten[Bearbeiten]
Janich unterstützte vor der Bundestagswahl 2017 die Alternative für Deutschland.<ref>Oliver Janich: Warum Sie die Alternative für Deutschland (AfD) wählen sollten. 5. Mai 2017, abgerufen am 13. September 2018.</ref> 2018 verglich er eine Dokumentation des Kinderkanals mit der Propaganda von Joseph Goebbels. Die Stuttgarter Zeitung kritisierte diesen Vergleich und bezeichnete Janich als „rechte[n] Blogger“.<ref>Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Streit um Kinderkanal-Beitrag geht weiter: Stoff für die Hetzer und Hasser. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 13. September 2018]).</ref> 2018 verbreitete Janich ein Video, das „angeblich zeigen soll[te], wie Journalisten inszenierte Bilder von geflüchteten Menschen in Seenot drehen“. Dieses stellte Jacques Pezet jedoch später als Fälschung heraus.<ref>Nora Frerichmann: Das Altpapier am 17. August 2018: Verteidigt oder verrannt? | MDR.DE. (mdr.de [abgerufen am 13. September 2018]).</ref> Nach der bayerischen Landtagswahl 2018 berichtete der Bayerische Rundfunk, dass Janich Videos verbreite, die von Betrug bei der Landtagswahl sprachen, ohne dass auch nur ein Anhaltspunkt dafür geliefert würde.<ref name=":0"/>
Janich leugnet die Existenz des Klimawandels und bestreitet, dass das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid zur Erderwärmung beiträgt.<ref>Hanno Böck: Die Partei der Klimaskeptiker. In: klimaretter.info. 5. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. Juli 2023.</ref> Die menschengemachte globale Erwärmung bezeichnet er als „Klimamärchen“ und behauptet, die Klimabewegung hätte einen satanischen Hintergrund. Auch hinter der COVID-19-Pandemie vermutet er eine Verschwörung.<ref>Michael Borgers: Xavier Naidoo: Wechselspiel mit rechten Medien. deutschlandfunk.de, 18. März 2020, Zugriff am 4. Juni 2020.</ref> Im Juni 2020 zeigte die Sendung Frontal21 in einem Beitrag über Verschwörungserzähler, wie Janich über Tribunale für Politiker und Journalisten sprach und sagte: „Viele der Leute, die heute an der Macht sind, gehören eigentlich aufgehängt.“<ref>Verschwörungstheorie: Warum ist QAnon so gefährlich? Abgerufen am 26. Juli 2020.</ref> Im Dezember 2021 äußerte er sich ähnlich, indem er von einem angeblichen Gutachten schrieb, laut dem „sämtliche Regierungsmitglieder im Bund und in den Ländern standrechtlich hinzurichten“ seien.<ref>Hass und Hetze per App: Wie der Staat jetzt auf Telegram reagieren kann, Der Tagesspiegel vom 15. Dezember 2021; Zugriff am 17. Dezember 2021</ref>
Am 20. Januar 2021, am Tag der Amtseinführung von Joe Biden, schrieb Janich: „Hängt Biden. Hängt Soros. Hängt sie alle, verdammt nochmal.“ Im November 2021 veröffentlichte Janich auf seinem Telegram-Kanal im Zusammenhang mit den Anti-COVID-19-Maßnahmen einen Beitrag, in dem er schrieb, selbstverständlich dürfe sich jeder auch unter Einsatz von Schusswaffen dagegen wehren, „zur Zwangsimpfung [ge]schleppt“ zu werden. Das sei Notwehr, die Coronaimpfungen seien der „größte Massenmord in der Geschichte der Menschheit“.<ref>Julius Geiler: Impfgegner machen mobil – wie gefährlich können sie werden? www.tagesspiegel.de, 20. November 2021; Christian Jakob: Eine deutsche Besonderheit. In: taz vom 18. Dezember 2021, S. 28.</ref>
Im Juni 2021 behauptete Janich in einem Video, bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 habe es den „gigantischsten, dilettantischsten Wahlbetrug aller Zeiten“ gegeben. Benachteiligt wurde aus seiner Sicht ausschließlich die AfD. Diese Behauptungen basierten jedoch auf seinen persönlichen Ansichten und Spekulationen; schlüssige Belege brachte er nicht, wie das Faktencheckportal Correctiv nachwies.<ref>Alice Echtermann: Oliver Janich verbreitet haltlose Spekulationen über Wahlbetrug in Sachsen-Anhalt correctiv.org, 17. Juni 2021</ref>
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Money-Management. Rationalität und Anwendung des Fixed-fractional-Ansatzes. Diplomarbeit. TM-Börsenverlag, Rosenheim 1996, ISBN 3-930851-10-5
- Das Kapitalismus-Komplott. 6. erweiterte Auflage, FinanzBuch Verlag, München, 2012, ISBN 978-3-89879-718-4
- Die Vereinigten Staaten von Europa. Geheimdokumente enthüllen: Die dunklen Pläne der Elite. FinanzBuch-Verlag, München 2013, ISBN 978-3-89879-820-4
- Sicher ohne Staat: Wie eine natürliche Rechtsordnung ohne Gewaltmonopol funktioniert. CBX-Verlag, München 2017, ISBN 978-3-945794-90-6
- Impossible Mission 9/11: Wie ein kleines Spezialkommando den größten Terroranschlag der Geschichte durchgeführt haben könnte. CBX-Verlag, München 2018, ISBN 978-3-945794-91-3
- Das offene Geheimnis: Die Revolution von Jesus Christus gegen die Bruderschaft des Allsehenden Auges. AGE Verlag, Vaduz 2024, ISBN 978-3-00-081096-1
Fernsehbeiträge[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Oliver Janich im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Oliver Janich (2009–2013) | Norbert Geng (2013) | Susanne Kablitz (2013–2014) | Rainer Hoffmann (2014–2015) | Friedrich Dominicus (2015–2022) Dirk Hesse (seit 2022)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Janich, Oliver |
| ALTERNATIVNAMEN | Janich, Oliver Markus Raoul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor und Politiker (Partei der Vernunft) |
| GEBURTSDATUM | 3. Januar 1969 |
| GEBURTSORT | München |
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- Person des Antisemitismus
- Person des Rassismus
- Volksverhetzer nach deutschem Recht
- Person (Neue Rechte)
- Person (Klimawandelleugnung und -skepsis)
- Person des Rechtslibertarismus
- Bundesparteivorsitzender der Partei der Vernunft
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Sachbuchautor
- Deutscher
- Geboren 1969
- Mann
- Mitglied der Partei der Vernunft