Zum Inhalt springen

Olivia Retzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Olivia Retzer (* 13. Juni 1981 in Klagenfurt, Kärnten) ist eine österreichische Filmeditorin, Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Seit 2023 arbeitet sie auch als Regisseurin und inszenierte unter anderem die Serien Testo und Asbest sowie den ORF-Fernsehfilm Halbweg.<ref>Olivia Retzer. In: Crew United. Abgerufen am 15. August 2026.</ref><ref name="Filmportal" />

Leben und Werk[Bearbeiten]

Olivia Retzer wurde in Klagenfurt geboren und wuchs in München und am Wörthersee auf.<ref name="Kärntnerin des Tages" /> Ihre Mutter Shirley Retzer stammt aus Mauritius;<ref name="APA-OTS" /> ihr Vater ist der Regisseur und Schauspieler Otto Retzer. Der Filmproduzent Michael Retzer ist ihr jüngerer Bruder.<ref name="Getty Foto 1993" /><ref name="Kronen Zeitung 2017" />

Ausbildung[Bearbeiten]

Retzer besuchte das deutsch-französische Lycée Jean Renoir in München, welches sie im Jahr 2000 mit dem Baccalauréat international abschloss. Anschließend studierte sie bis 2003 – ohne Abschluss – Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und Völkerkunde an der LMU München. Neben dem Studium absolvierte sie 2001 ein Praktikum bei Arri München, wo sich ihr Interesse an der Schneidearbeit entwickelte. Sie begann Kurzfilme zu schneiden, u. a. von Regiestudenten der Hochschule für Fernsehen und Film München, und sammelte Erfahrung als Schnittassistentin bei Langfilm-Produktionen, wie z. B. Tatort: Zielscheibe (2001) und Grenzverkehr (2005).

Im Jahr 2005 begann sie ein Studium im Fachbereich Montage an der HFF Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Da sie parallel weiterhin an Aufträgen aus der Filmwirtschaft, etwa der Schnittassistenz bei Keinohrhasen (2007) und der Arbeit als Filmeditorin bei dem Langfilm Große Lügen! von Jany Tempel schloss sie das Studium nicht ab.<ref name="Vita" />

Karriere[Bearbeiten]

In den folgenden Jahren etablierte sich Retzer als Editorin für Kino- und Fernsehproduktionen. Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem Großstadtklein, Alles ist Liebe, Desaster, die Netflix-/ORF-Serie Freud, die Fernsehserie Euer Ehren sowie Pia Hierzeggers Kinofilm Altweibersommer.<ref>Olivia Retzer. In: Crew United. Abgerufen am 4. August 2026.</ref>

Anfang der 2020er-Jahre verlagerte sie ihren beruflichen Schwerpunkt auf die Regie. Ihr Regiedebüt gab sie 2023 bei der in Echtzeit erzählten Gangsterserie Testo, bei der sie gemeinsam mit Kida Khodr Ramadan Regie führte und am Drehbuch beteiligt war. Die Serie wurde 2024 in der ARD-Mediathek und im Ersten veröffentlicht.<ref>Olivia Retzer. In: Crew United. Abgerufen am 4. August 2026.</ref> Anschließend inszenierte sie gemeinsam mit Juri Sternburg die zweite Staffel der Serie Asbest.<ref>Asbest – Staffel 2. In: ARD Presse. Abgerufen am 4. August 2026.</ref> 2026 folgte mit Halbweg ihre erste alleinverantwortliche Regie eines abendfüllenden Fernsehfilms. Die von Lotus Film für den ORF produzierte Mysterykomödie entstand mit Manuel Rubey und Simon Schwarz in den Hauptrollen.<ref>Halbweg. In: Lotus Film. Abgerufen am 4. August 2026.</ref>

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für ihre Montage des Kurzfilms Simones Labyrinth erhielt sie 2003 den Schnittpreis des Internationalen Filmfestivals in Elche und war 2004 für den Deutschen Kamerapreis nominiert.<ref name="Vita" />

Mitgliedschaften und Privatleben[Bearbeiten]

Olivia Retzer ist Mitglied im Österreichischen Verband Filmschnitt (aea), im deutschen Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS), in der Akademie des Österreichischen Films,<ref name="Österreichische Filmakademie" /> sowie in der Deutschen Filmakademie,<ref name="Deutsche Filmakademie" /> wo sie 2014 und 2019 zur Vorauswahlkommission des Deutschen Filmpreises gehörte.<ref name="DFA Vorauswahl 2014" /><ref name="DFA Vorauswahl 2019" /> Sie ist Mitglied der Organisation FC Gloria.

Retzer wohnt seit 2016 mit ihrem Partner Philipp Brozsek, einem Filmeditor und Fotografen, in Wien.<ref name="fc-gloria" /><ref name="Philipp Brozsek" /> Die beiden haben einen Sohn (* 2016) und eine Tochter (* 2019).<ref name="Vita" />

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Wo nicht anders ausgewiesen, handelt es sich um einen Kinospielfilm.

Filmschnitt[Bearbeiten]

Zusatzschnitt[Bearbeiten]

Schnittassistenz[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Filmportal"> Olivia Retzer. Filmportal, abgerufen am 15. August 2026.</ref> <ref name="fc-gloria"> Mentees und Mentorinnen 2018/19 – Olivia Retzer. Verein FC Gloria, abgerufen am 28. Januar 2021.</ref> <ref name="Kärntnerin des Tages"> Marianne Fischer: Olivia Retzer: Schnittig zum Erfolg. Kleine Zeitung, 21. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Oktober 2017;.</ref> <ref name="APA-OTS"> Kulturminister Ostermayer ehrt Regisseur Otto Retzer. APA-OTS, 16. Dezember 2014, abgerufen am 24. Januar 2021.</ref> <ref name="Getty Foto 1993"> Peter Bischoff: Otto W. Retzer mit Ehefrau Shirley, Kindern Olivia + Michael. Getty Images, 2. Juli 1993, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> <ref name="Kronen Zeitung 2017"> Conny Bischofberger: Warum immer den Macho raushängen, Herr Retzer? Kronen Zeitung, 29. April 2017, abgerufen am 24. Januar 2021.</ref> <ref name="Vita"> Olivia Retzer – CV/Vita. (PDF) oliviaretzer.com, 1. Februar 2021, abgerufen am 15. August 2026.</ref> <ref name="Österreichische Filmakademie"> Mitgliedschaft und Mitglieder. Akademie des Österreichischen Films, abgerufen am 15. August 2026.</ref> <ref name="Deutsche Filmakademie"> Olivia Retzer. Deutsche Filmakademie, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> <ref name="DFA Vorauswahl 2014"> Michael Bellia: Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2014 bekannt. Game2gether.de, 10. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref> <ref name="DFA Vorauswahl 2019"> Die Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2019 ist komplett. Deutscher Filmpreis, 7. Januar 2019, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref> <ref name="Philipp Brozsek"> Philipp Brozsek. cargocollective.com, 2018, abgerufen am 27. Januar 2021.</ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein