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Orkney Hood

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Datei:Hood Orkney Anderson 1883 scotlandinpagant00andeiala 0129.jpg
Hood Orkney – nach Anderson 1883

Die Orkney Hood ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine der Gugel ähnliche Haube aus ungefärbter brauner Wolle, die in die späte Eisenzeit oder das Frühmittelalter datiert wird.

Fundumstände[Bearbeiten]

Die Haube wurde vor 1867 in der Nähe der Groatsetter Farm südwestlich der Halbinsel Tankerness im Kirchspiel St. Andrews auf der Orkneyinsel Mainland in Schottland gefunden. Dank der anaeroben Bedingungen in einem Torfmoor hat sie sich sehr gut erhalten.

Die Haube wurde, grob repariert, im schottischen Nationalmuseum in Edinburgh ausgestellt. Audrey Henshall hielt sie für wikingerzeitlich oder älter.<ref>Audrey Henshall: Early textiles found in Scotland: Part I (locally made). In: Proceedings of the Society of Antiquaries 46, 1951/52, S. 1–39.</ref> Eine Analyse durch Michael L. Ryder zeigte, dass die Wolle recht fein war und kaum grobe Deckhaare enthielt, weil die Schafe vielleicht gerupft worden waren.<ref>Michael L. Ryder: The Evolution of the Scottish Breeds of Sheep. In: Scottish Studies 12/2, 1968.</ref> 1981 wurde das Kleidungsstück im Vorfeld der Konservierung wissenschaftlich untersucht.<ref>Majorie Findlayson: Report on the conservation of the Orkney Hood. In: Tom Bryce, Jim Tate (Hrsg.): The Laboratories of the National Museum of Scotland 2, 1984, National Museum of Scotland, Edinburg, S. 95.</ref>

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Haube misst 49,4 × 95,3 cm, der Rand mit den Fransen ist etwa 20 cm breit.<ref>Majorie Findlayson: Report on the conservation of the Orkney Hood. In: Tom Bryce, Jim Tate (Hrsg.): The Laboratories of the National Museum of Scotland 2, 1984, National Museum of Scotland, Edinburg, S. 96.</ref> Sie besteht aus drei getrennt gewebten Teilen: der Haube selbst, einem Band, das an das untere Ende angenäht war, und einem weiteren Band mit Fransensaum.<ref>Audrey Henshall: Early textiles found in Scotland: Part I (locally made). In: Proceedings of the Society of Antiquaries 46, 1951/52, S. 9.</ref> Das Gewebe des Hauptteils wurde aus Z-gesponnenem Garn auf einem Gewichtswebstuhl in 2/2 Fischgrätköper gewoben. Die Fadenstärke ist sehr unterschiedlich, und beim Aufbäumen des Webstuhls wurden offensichtlich Fehler gemacht. Eine Webkante ist nicht erhalten.<ref name="Henshall 10">Audrey Henshall: Early textiles found in Scotland: Part I (locally made). In: Proceedings of the Society of Antiquaries 46, 1951/52, S. 10.</ref> Für die Ränder wurden Brettchen mit zwei- und vier Löchern verwendet.<ref name="Henshall 10" /> Da die Drehrichtung der Brettchen ungewöhnlicherweise nicht umgekehrt wurde, sind die sorgfältig angenähten Bänder stark verdreht.<ref name="Henshall 10" /> Die Haube hat zwei alte Risse.<ref name="Henshall 14">Audrey Henshall: Early textiles found in Scotland: Part I (locally made). In: Proceedings of the Society of Antiquaries 46, 1951/52, S. 14</ref> Fünf geknotete Lederbänder sind durch Löcher am Rand der Haube geführt, weitere drei Löcher verweisen auf fehlende Bänder. Sie waren nicht sichtbar, wenn die Haube getragen wurde, ihr Zweck ist unklar.<ref>Thea Gabra-Sanders: The Orkney hood, re-dated and re-considered. In: Penelope Walton Rogers, Lise Bender Jørgensen, Antoinette Rast-Eicher (Hrsg.), The Roman textile industry and its influence, a birthday tribute to John Peter Wild. Oxbow, Oxford 2001, S. 99.</ref> Henshall verweist auf die große Ähnlichkeit zu einem irischen brettchengewebten Band, das 1893 zwischen Moyarget und Ballintoy gefunden wurde und sich heute im irischen Nationalmuseum in Dublin befindet.<ref name="Henshall 14" />

Datierung und kulturelle Zuschreibung[Bearbeiten]

Eine Radiokarbon-Datierung im Beschleuniger der Universität Oxford<ref>Analyse OxA-3535: National Museum of Scotland und canmore.org (Historic Environment Scotland).</ref> ergab ein Datum von 1595±80 BP, was nach Kalibrierung eine Herstellung der Haube zwischen 250 und 615 n. Chr. wahrscheinlich macht (2σ-Bereich). Gabra Sanders führt als nächste Parallele eine Haube aus Schaffell aus Kogens Mølle Mosse in Dänemark an, die auf 80 v. Chr. datiert wird.<ref>Thea Gabra-Sanders: The Orkney hood, re-dated and re-considered. In: Penelope Walton Rogers, Lise Bender Jørgensen, Antoinette Rast-Eicher (Hrsg.): The Roman textile industry and its influence, a birthday tribute to John Peter Wild. Oxbow, Oxford 2001, S. 100</ref> Die Haube soll für ein Kind (oder eine kleine Frau) umgearbeitet worden sein, das fransenverzierte Brettchengewebe an der Basis stammt ursprünglich von einem Kleidungsstück eines Erwachsenen. Die Qualität weist nach Jacqui Wood, die ein Replikat der Haube anfertigte, auf einen Träger von hohem Status.<ref>http://www.archaeologyonline.org/Orkney%20Hood/Orkney%20Hood%20Main%20Page.htm</ref> Kontinentale Kleidungsstücke dieser Art wurden von Männern, vor allem von Klerikern getragen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thea Gabra-Sanders: The Orkney hood, re-dated and re-considered. In: Penelope Walton Rogers, Lise Bender Jørgensen, Antoinette Rast-Eicher (Hrsg.): The Roman textile industry and its influence, a birthday tribute to John Peter Wild. Oxbow, Oxford 2001, S. 98–104, ISBN 1-84217-046-5.
  • Gale R. Owen-Crocker, Orkney Hood. In: Gale R. Owen-Crocker, Elisabeth Coatsworth, Maria Hayward (Hrsg.), Encyclopedia of dress and textiles in the British Isles c. 450-1450 Leiden, Brill, ISBN 978-90-04-12435-6. Brill Online, 2015 [1].
  • Majorie Findlayson: Report on the conservation of the Orkney Hood. In: Tom Bryce, Jim Tate (eds): The Laboratories of the National Museum of Scotland 2, 1984, National Museum of Scotland, Edinburg, S. 95–96.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Koordinaten: 58° 56′ 33,5″ N, 2° 52′ 25,4″ W

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