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Ornithoglossum

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Ornithoglossum
Datei:Ornithoglossum viride cbm.png

Ornithoglossum viride, Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Zeitlosengewächse (Colchicaceae)
Tribus: Colchiceae
Gattung: Ornithoglossum
Wissenschaftlicher Name
Ornithoglossum
Salisb.

Die Pflanzengattung Ornithoglossum gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Es gibt etwa acht Arten, die im tropischen und südlichen Afrika verbreitet sind.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Ornithoglossum-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten<ref name="WCSP" /> bilden als Speicherorgane unterirdische, eiförmige bis fast kugelige Sprossknollen, die einfach oder mehrteilig sein können und von einer pergamentartigen Tunika bedeckt sind. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl und oft blau-grün. Meist ein aufrechter, einfacher oder verzweigter, beblätterter Stängel vorhanden.<ref name="Manning2002" />

Die Laubblätter verwelken in der Trockenzeit und werden in der Regenzeit wieder neu gebildet. Es sind wenige bis einige grundständige und/oder wechselständig verteilt am Stängel angeordnete Laubblätter vorhanden, die in Blattscheide und Blattspreite gegliedert sind. Die Blattscheiden sind stängelumfassend. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis lanzettlich und parallelnervig.<ref name="Manning2002" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten zu mehreren in endständigen, traubigen Blütenständen zusammen. Die Tragblätter sind laubblattähnlich und werden allmählich nach oben hin kleiner. Die Blüten stehen über den Tragblättern, aber sie wirken als ob sie gegenüber den Tragblättern stehen, da der untere Bereich der Blütenstiele mit der Blütenstandsachse verschmolzen ist. Die Blüten befinden sich nickend am freien Bereich der dünnen Blütenstiele, die scharf ausgebreitet sind.<ref name="Manning2002" />

Die selten duftenden (Ornithoglossum undulatum), zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder selten (Ornithoglossum undulatum) etwas zygomorph und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen, freien Blütenhüllblätter stehen stern- bis becherförmig zusammen und sind im unteren Bereich verschmälert bis genagelt. Nahe der Basis der Blütenhüllblätter ist jeweils ein je nach Art rinnen-, sack- oder taschenartiges Nektarium vorhanden. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von grün über cremefarben bis braun oder purpurfarben; oft sind sie zweifarbig. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden. Die unterhalb des Fruchtknotens inserierten, untereinander freien Staubfäden sind manchmal nahe ihrer Mitte verdickt. Drei Fruchtblätter sind zu einem kugeligen, eiförmigen oder länglichen, oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält wenige bis viele Samenanlagen. Die meist drei dünnen Griffeläste sind meist scharf ausgebreitet.<ref name="Manning2002" />

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Mindestens Ornithoglossum parviflorum mit kleinen, düsteren Blüten wird von Echten Fliegen (Muscidae) bestäubt. Bei Ornithoglossum undulatum mit relativ auffälligen, süß duftenden Blüten erfolgt die Bestäubung wohl durch langrüsseligen solitäre Bienen (der Tribus Anthophorini, Apidae).<ref name="Manning2002" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die lokulizide Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die mehr oder weniger kugelförmigen Samen besitzen eine braune bis schwarze Samenschale (Testa).<ref name="Manning2002" />

Chromosomenzahlen und Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12.<ref name="Manning2002" /> Es liegt Diploidie vor, also 2n = 24.

Wie die meisten Arten innerhalb der Familie Colchicaceae enthalten auch die Ornithoglossum-Arten toxische Alkaloide, die Colchicine. Ornithoglossum-Arten sind dadurch giftig, daher auch der Trivialname Snake Lily. Von Ornithoglossum vulgare ist bekannt, dass sie zu Viehverlusten führte.<ref name="Manning2002" />

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Die Gattung Ornithoglossum ist im tropischen (eine Art) und Südlichen Afrika (sieben Arten) verbreitet. Das nördlichste Vorkommen liegt in Tansania.<ref name="WCSP" /> In der Capensis kommen etwa fünf Arten vor.<ref name="Manning2002" />

Ornithoglossum-Arten gedeihen in ariden Gebieten. Die meisten Arten gedeihen in Winterregengebieten in Südafrika und Namibia. Die einzige Art, Ornithoglossum vulgare, die im tropischen Afrika weitverbreitet ist, ist die ursprünglichste Ornithoglossum-Art; deshalb kann vermutet werden, dass diese Gattung im tropischen Afrika entstanden ist und sich südwärts in die ariden Gebiete verbreitet hat.<ref name="Manning2002" />

In Südafrika wird nur eine Art, Ornithoglossum gracile, als „Near Threatened“ = „gering gefährdet“ bewertet. Als „Vulnerable“ = „gefährdet“ gelten .... Die anderen in Südafrika vorkommenden Arten Ornithoglossum dinteri, Ornithoglossum parviflorum, Ornithoglossum undulatum, Ornithoglossum viride, Ornithoglossum vulgare und Ornithoglossum zeyheri werden als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ eingeschätzt.<ref name="redlistSA" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Ornithoglossum wurde 1806 durch den englischen Botaniker Richard Anthony Salisbury in Paradisus Londinensis: or Coloured Figures of Plants Cultivated in the vicinity of the Metropolis. London, Tafel 54 aufgestellt. Typusart ist Ornithoglossum glaucum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., ein Synonym von Ornithoglossum viride Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.f.) Dryand. ex W.T.Aiton.<ref name="tropicos" /> Der Gattungsname Ornithoglossum leitet sich von den griechischen Wörtern ornis für Vogel und glossum für Lippe ab; dies bezieht sich auf die Form der Blüte. Synonyme für Ornithoglossum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb. sind: Lichtensteinia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willd., Cymation Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Spreng. und Cymatium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Spreng. orth. var.<ref name="WCSP" /><ref name="GRIN" />

Eine Revision erfolgte durch Bertil Nordenstam in A monograph of the genus Ornithoglossum (Liliaceae) in der Reihe Opera Botanica, Ausgabe 64, 1982, 51 Seiten; auch veröffentlicht in Nordic Journal of Botany, Volume 2, Issue 6, 1983, S. 640.

Die Gattung Ornithoglossum gehört zur Tribus Colchiceae innerhalb der Familie Colchicaceae; sie wurde früher in die Familie Liliaceae eingeordnet.<ref name="GRIN" /> Die Gattung Ornithoglossum ist am nächsten mit der monotypischen Gattung Hexacyrtis verwandt, die in Namibia und dem nördlichen Namaqualand vorkommt.<ref name="Manning2002" />

Es gibt etwa neun Ornithoglossum-Arten:<ref name="WCSP" /><ref name="Manning2002" />

Nutzung[Bearbeiten]

Über eine Nutzung ist nichts bekannt. Die interessant aufgebauten Blüten von Ornithoglossum undulatum könnten ein Anreiz sein, diese Art zu kultivieren.<ref name="Manning2002" />

Literatur[Bearbeiten]

  • John C. Manning, Peter Goldblatt & Dee Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs, Timber Press, Portland und Cambridge, 2002. ISBN 0-88192-547-0: Wurmbea auf S. 409–412 (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Manning2002"> John C. Manning, Peter Goldblatt & Dee Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs, Timber Press, Portland und Cambridge, 2002. ISBN 0-88192-547-0, Ornithoglossum S. 325–327 </ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="tropicos">Ornithoglossum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="redlistSA"> D. Raimondo, L. von Staden, W. Foden, J. E. Victor, N. A. Helme, R. C. Turner, D. A. Kamundi & P. A. Manyama, 2009: Eintrag bei der Red List of South African Plants des South African National Biodiversity Institute = SANBI. zuletzt abgerufen am 28. März 2013</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ornithoglossum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien