Otto Stender
Otto Stender (geboren am 4. Dezember 1936<ref name="SLH Georgsbuchhandlung">Hugo Thielen: Georgsbuchhandlung. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 214; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> in Uelzen;<ref name="Centaur">Stephan-Thomas Klose: Leselust wecken. Eine gesellschaftliche Aufgabe. Im vergangenen Jahr feierte der Verein „Mentor-Leselernhelfer“ sein 10-jähriges Jubiläum. Der visionäre Gründer Otto Stender ist in Hannover seit Jahrzehnten als literarischer Buchhändler ein Begriff, in Gerd Gießler, Anja Christina Lohmann (Red.): Centaur. Ihr Kundenmagazin von Rossmann, Hrsg. von der Dirk Rossmann GmbH, Ausgabe 6/2014 Juli/August, München: Journal International, 2014, S. 8–14; auch als PDF-Dokument von der Seite rossmann.de, zuletzt abgerufen am 12. März 2018</ref> gestorben am 30. September 2021 in Hannover)<ref name="HAZ v. 01.10.21">Conrad von Meding: Mentor-Gründer Otto Stender gestorben, Artikel auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 1. Oktober 2021; Vorschau hinter Bezahlschranke auf der Seite haz.de</ref> war ein deutscher Buchhändler und Gründer des Bundesverbandes Mentor – Die Leselernhelfer.<ref name="Centaur" />
Leben[Bearbeiten]
Otto Stender kam durch die Lektüre von Mark Twains Die Abenteuer des Tom Sawyer zur Literatur.<ref name="Centaur"/> Stender hat einen Zwillingsbruder, der in Coppenbrügge Buchhändler war.<ref>Heiner und Otto Stender (70), Buchmarkt, 4. Dezember 2006</ref><ref>Das besondere WBNachrichten-Video mit Heiner Stender zu Günter Grass: Ein gedämpfter Trommelwirbel für den beherzten Trommler unter den Nachkriegsautoren, weserbergland-nachrichten.de.</ref> Ab 1954 durchlief Stender eine Ausbildung zum Buchhändler. Während der anschließenden Wanderjahre lernte er seine spätere Ehefrau kennen, mit der er 1959 in Hannover ihre erste gemeinsame Buchhandlung und auch seine Familie begründete.<ref name="Centaur"/>
1987 übernahm Stender die Georgsbuchhandlung. Er initiierte als erster in Hannover monatliche Autorenlesungen mit unter anderen Günter Grass, Siegfried Lenz, W. G. Sebald, Doris Dörrie, Hilde Domin und Gabriele Wohmann. Stadtbekannt waren Stenders Veranstaltungen unter dem Oberbegriff „Rotes Sofa“.<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/>
1997 musste Stender die Georgsbuchhandlung aufgrund von Mieterhöhungen zunächst in die Karmarschstraße 27 in Hannover verlegen und schließlich 1999 wegen Konkurs schließen.<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/> Seine buchhändlerische Tätigkeit führte er zeitweilig in der Marienstraße 77 unter dem Namen Buchhandlung Stender fort.<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/>
Als Pferdeliebhaber hielt sich Stender in seiner Freizeit oftmals auf Reithöfen auf, wo er immer wieder junge Mädchen kennenlernte, die nur „schlecht lesen konnten und kaum Bücher kannten“. Diese Erfahrungen führten Stender zu Überlegungen, wie jungen Menschen die Freude am Lesen lernen durch persönlichen Einsatz und Betreuung, sozusagen als „Mentor“, zu vermitteln sei.<ref name="Centaur"/> Auch aufgrund der Ergebnisse der ersten PISA-Studie fand Stender „Hannovers Antwort auf PISA“,<ref name="Stadtplakette">o.V.: Auszeichnung / Stadtplakette an sieben Personen verliehen ..., Artikel auf der Seite hannover.de vom 19. Juni 2014; online im Internet Archive</ref> den 2003 gemeinsam mit anderen gegründeten Verein Mentor – Die Leselernhelfer.<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/>
Durch den 2008 gegründeten Bundesverband der Vereine, den Stender als Vorsitzender leitete<ref name="Stadtplakette"/> und dessen Präsidenten er wurde,<ref name="Deutsche Sprache">Helmut Glück, Walter Krämer, Eberhard Schöck (Hrsg.), Kristin Bischoff, Stephanie Wichert (Red.), Felicitas Schöck, Simone Schöck, Margret Schaaf, Huguette Morin-Hauser: Kulturpreis Deutsche Sprache 2014. Ansprachen und Reden, Paderborn: IFB-Verlag Deutsche Sprache GmbH, 2014, ISBN 978-3-942409-42-1, passim; als PDF-Dokument von der Seite kulturpreis-deutsche-sprache.de, zuletzt abgerufen am 12. März 2018</ref> Ehrenamtlich<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/> wurde bisher die Lese-, Sprach- und Schreibkompetenz von tausender benachteiligter Schüler, Kinder und Jugendlicher unter 16 Jahren, verbessert.<ref name="Stadtplakette"/> Für viele junge Menschen, auch mit Migrationshintergrund,<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/> konnten die Bildungschancen, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Teilhabe an einer sozialen Stadtgesellschaft verbessert werden.<ref name="Stadtplakette"/>
2014 wurde der Bundesverband der Mentoren und Leselernhelfer mit dem Initiativpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet.<ref name="Deutsche Sprache"/>
Ebenfalls 2014 schloss Stender seine Buchhandlung und spendete die noch unverkauften Bücher dem fairKauf-Warenhaus in Hannover.<ref name="Centaur"/><ref>Aus für Buchladen in der Marienstraße: Herr Stender gibt auf, haz.de, 11. März 2014</ref> Nach der Entgegennahme des Leinesterns, einer Auszeichnung für Ehrenamtliche in Hannover, hielt Stender im September 2017 während einer Festgala eine Rede darüber, wie „die Herkunft und das Versagen der Bildungspolitik“ junge Menschen abhängten:
„“
Otto Stender, der zuletzt aufgrund starker Gefäßverengungen in der Henriettenstiftung gewesen ist, ist kurze Zeit nach seinem eineiigen Zwillingsbruder im Alter von 84 Jahren im Krankenhaus der Henriettenstiftung „friedlich eingeschlafen“.<ref name="HAZ v. 01.10.21" />
Bundesversammlung[Bearbeiten]
Bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2009 durch die Bundesversammlung am 23. Mai 2009 war Stender für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands einer von 1244 Stimmberechtigten zur Entscheidung zwischen Joachim Gauck und Christian Wulff.<ref>Reinhard Urschel: Bundesversammlung / Mit der Macht von 1244 Stimmen ..., Artikel vom 29. Juni 2010 (aktualisiert am selben Tage um 22:38 Uhr) auf der Seite des Göttinger Tageblatts und des Eichsfelder Tageblatts, zuletzt abgerufen am 12. März 2018</ref>
Ehrungen[Bearbeiten]
Für seinen Einsatz zur Lese-Lern-Förderung<ref name="Centaur"/> wurde Stender mehrfach ausgezeichnet:
- 1999: Stadtkulturpreis durch den Freundeskreis Hannover<ref name="SLH Georgsbuchhandlung"/>
- 2012: Bundesverdienstkreuz am Bande.<ref name="Centaur"/><ref>Bekanntgabe der Verleihungen vom 1. März 2012, bundespraesident.de, 1. März 2012</ref>
- 2014: Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover.<ref name="Stadtplakette"/>
- 2015: Gelsenkirchener Leselernpreis<ref>Otto Stender bekommt ersten Leselernpreis, waz.de, 8. Oktober 2015</ref>
- 2017: Mit dem vom Freiwilligenzentrum Hannover organisierten und erstmals durch die Stiftung der Sparda-Bank Hannover mit 10.000 Euro dotierten Preis – verteilt auf verschiedene Geehrte – erhielt Stender eine bronzene Leinestern-Skulptur der Bildhauerin Ulrike Enders.<ref name="Leinestern"/>
Literatur[Bearbeiten]
- Stephan-Thomas Klose: Leselust wecken. Eine gesellschaftliche Aufgabe. Im vergangenen Jahr feierte der Verein „Mentor-Leselernhelfer“ sein 10-jähriges Jubiläum. Der visionäre Gründer Otto Stender ist in Hannover seit Jahrzehnten als literarischer Buchhändler ein Begriff, in Gerd Gießler, Anja Christina Lohmann (Red.): Centaur. Ihr Kundenmagazin von Rossmann, Hrsg. von der Dirk Rossmann GmbH, Ausgabe 6/2014 Juli/August, München: Journal International, 2014, S. 8–14; als PDF-Dokument von der Seite rossmann.de
Weblinks[Bearbeiten]
- Kondolenz: Die Landeshauptstadt trauert um Otto Stender - Hannover.de. Abgerufen am 1. Oktober 2021.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stender, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Buchhändler und Funktionär |
| GEBURTSDATUM | 4. Dezember 1936 |
| GEBURTSORT | Uelzen |
| STERBEDATUM | 30. September 2021 |
| STERBEORT | Hannover |
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