PIIGS

Die Abkürzung PIIGS ist eine während der Eurokrise 2010 für die fünf Euro-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien entstandene Abkürzung.<ref>Richard Deiss, Der Nabel des Mondes und die Träne im Indischen Ozean: 333 Länderbeinamen und wie es zu ihnen kam, 2008, S. 21 Norderstedt: Books on Demand, ISBN 978-3-8370-5910-6</ref><ref>Tagesschau.de (Hrsg.), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />80 Milliarden Euro in PIIGS-Staaten investiert ( vom 9. Mai 2010 im Internet Archive) (vom 7. Mai 2010, Abgelesen: 27. Juni 2010)</ref><ref>Robert Elman, PIIGS (Portugal, Ireland, Italy, Greece, Spain) II and the Greek crisis, in: THE METROPOLITAIN vom 23. April 2010, abgerufen am 27. Juni 2010</ref>
Allgemeines[Bearbeiten]
Den Staaten wird unterstellt, sie hätten eine so hohe Staatsverschuldung, so dass ihnen der Staatsbankrott drohe (siehe Liste der Länder nach Staatsschuldenquote). Da die Bezeichnung an das englische Wort pigs ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) erinnert, hat sie die Rolle eines abwertend konnotierten Akronyms.
Ursprünglich wurde im Jahre 2008 von angelsächsischen Journalisten auch der Begriff der PIGS-Staaten verwendet. Hierin stand das „I“ für Italien.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL, The Sunday Times, 25. Mai 2008 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Gelegentlich wird auch das ebenfalls herabwürdigend gemeinte Akronym GIPSI verwendet (erinnernd an {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) = Zigeuner), teilweise mit einem weiteren I für Island, obwohl dieser Staat nicht Mitglied der EU ist und eine eigene Währung hat.<ref>Bezeichnung „Gipsi“ neben „PIIGS“.</ref> Ebenfalls wird – selten – das Akronym um ein weiteres G zu PIIGGS erweitert, um auch Großbritannien (eigentlich Vereinigtes Königreich) mit einzubeziehen.<ref>Peter Cohan: Broken Bench: 5 Principles for Fixing Our Busted Financial System. Forbes, 4. Juni 2012, abgerufen am 7. Februar 2022.</ref> Eine andere Variante ist die Reihenfolge GIIPS, wo das G für Griechenland an erster Stelle genannt ist.<ref>Business Week vom 19. Januar 2012, Morgan Stanley restructures derivatives deal to cut giips-risk</ref> Nimmt man das ebenfalls hoch verschuldete Belgien hinzu, entsteht mit dem Akronym BIG SIP ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eine eher neutrale Bezeichnung.<ref>Berliner Zeitung vom 16. Dezember 2010</ref>
Aufgrund des despektierlichen Charakters wurde der Begriff, insbesondere in der Öffentlichkeit der betroffenen Staaten, wiederholt kritisiert.<ref>So in Spanien von Soledad Gallego Díaz, Sentido de la realidad, in El País, 7. März 2010, mit dem ironischen Vorschlag, für die reicheren EU-Staaten die Abkürzung FUCKING ("France, United Kingdom, Netherlands, Germany") zu verwenden.</ref>
Statistik[Bearbeiten]
Die Staatsschuldenquoten der PIIGS-Staaten stellen sich wie folgt dar:<ref>Report for Selected Countries and Subjects. Abgerufen am 18. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Leila Simona Talani, Europe in Crisis, 2016, S. 145 f.</ref>
| Staat | Staatsschuldenquote in % des Bruttoinlandsprodukts 2015 |
Staatsschuldenquote in % des Bruttoinlandsprodukts 2022 |
|---|---|---|
| 131 | 116 | |
| 135 | 145 | |
| 77 | 45 | |
| 179 | 177 | |
| 103 | 112 |
Gemäß Art. 126 Abs. 2b AEUV in Verbindung mit den EU-Konvergenzkriterien dürfen Staatsschulden nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts betragen. Nur Irland, dessen Staatsschuldenquote 2015 ohnehin die geringste der PIIGS-Staaten war, erfüllte 2022 das aus dem Europarecht stammende ökonomische Staatsziel.
Literatur[Bearbeiten]
- Literatur über PIIGS im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />