Zum Inhalt springen

Pal Kastrioti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Pal Kastrioti oder Paul Kastriota ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), bl. 1383–15. Juni 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld) war ein albanischer Adliger, der im 14. Jahrhundert lebte. Er ist der erste der Familie Kastrioti, der in historischen Dokumenten erwähnt wird, und Großvater des berühmten albanischen Fürsten Skanderbeg ist.

Name[Bearbeiten]

Pal Kastriotis Nachname leitet sich möglicherweise von dem griechischen Wort Kastriotis, das für „Burgbewohner“ oder „Burgbefehlshaber“ steht. Der Name könnte sich wiederum von kastron (aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ableiten.<ref name="Schmitt">Oliver Jens Schmitt: Der neue Alexander auf dem Balkan. S. 27</ref> Pal Kastriotis Geschlecht war eines der bescheidensten unter den vielfach mit Serbengeschlechtern vergeschwisterten Dynasten Albaniens des 14. Jahrhunderts.<ref name="Kretschmayr">Heinrich Kretschmayr, S. 375</ref>

Leben[Bearbeiten]

Datei:Albanian rulers 1360.png
Herrschaftsgebiete (in Gelb) der lokalen albanischen Herrscher nach 1359
Datei:Venice1400.png
Karte des Balkans um 1400

Die erste Spur der Familie der Kastrioti erscheint möglicherweise am Hofe der Herzöge von Valona, die dort von 1346 bis 1417 erwähnt werden.<ref>Ludwig von Thallóczy, S. 137</ref> Der österreichische Historiker und Archivar Heinrich Kretschmayr bestätigt, dass „Paul 1368 als Schloßhauptmann von Kanina bei Valona“ erschien.<ref name="Kretschmayr">Heinrich Kretschmayr, S. 375</ref> Ein Kastellan (Hauptmann) wurde 1368 an der Burg Kanina oberhalb von Vlora erwähnt, ob es sich dabei um Pal Kastrioti handelte, wie von Kretschmayr und andernorts behauptet wird,<ref>Ludwig von Thallóczy, S. 81.</ref> ist gemäß Oliver Jens Schmitt nicht nachgewiesen.<ref name="Schmitt">Oliver Jens Schmitt: Der neue Alexander auf dem Balkan. S. 27</ref>

Um 1383 wurde Pal Kastrioti als Herr von zwei Dörfern (Sina und Gard i poshtëm in der Region Dibra) an der Westflanke des Tals des Schwarzen Drins im Nordosten von Albanien aufgeführt.<ref group="Anm.">You should know that the grandfather of Lord Scanderbeg was called Lord Paul Castriota. He ruled over no more than two villages, called Signa (Sina) and Gardi Ipostesi. To this Lord Paul was born Lord John Castriota who became Lord of Mat. And to him was born Lord Scanderbeg. The mother of the said Lord Scanderbeg, i. e. the wife of the said Lord John, was called Lady Voisava Tribalda who was of a noble family.</ref><ref>John Musachi</ref> Nach dem jugoslawischen Historiker Ivan Božić hatte Pals Vater die Gebiete in Albanien vom serbischen Monarchen Stefan Uroš IV. Dušan erhalten, nachdem dieser 1345 Berat, Valona und Kanina eingenommen hatte.<ref group="Anm.">Njegov pradeda Branilo spominje se 1368. kao upravitelj Kanine […] Pretpostavlja se da je svoje posede u Albaniji dobio od cara Dušana pošto je ovaj 1345. godine osvojio gradove Berat, Valonu i Kaninu […] Njegov sin Pavle, gospodar od Sinje, imao je tri sina: Konstantina, Aleksu i Ivana... Ivan Kastriota, otac Skenderbegov, ozenio se Voislavom koja je</ref><ref name="Dialogos">Dialogos, S. 77</ref>

1359 wurde die erste balkanisch christliche anti-osmanische Koalition geschlossen, also nur fünf Jahre nach der Ankunft der Osmanen in Europa.<ref>Franco Demarchi, S. 175</ref> Am 15. Juni 1389 unterlag die Koalition der balkanischen Völker (Albaner, Bosniaken, Bulgaren, Walachen, Serben, Ungarn und Dalmatiner) in der Schlacht auf dem Amselfeld dem Sultan des Osmanischen Reiches, Murad I. Pal kämpfte an der Seite seines Sohns Gjon I. und fiel in der Schlacht. Die drei albanischen Fürsten Gjergj II. Balšić und Theodor II. Muzaka zogen sich daraufhin unter der Leitung von Gjon I. Kastrioti in ihre Grenzen zurück, waren aber in der Lage, den Osmanen zu widerstehen und eine christliche albanische Entität zu gründen, die sich von der Südgrenze von Ragusa bis zum Golf von Patras erstreckte.<ref>Irvin Faniko, S. 29 ff.</ref>

Familie[Bearbeiten]

Über Pals Vorfahren ist so gut wie nichts bekannt. Nach dem deutschen Historiker und Byzantinist Karl Hopf soll Pals Vorfahre der Serbe Branilo (ein slawischer Vorname) gewesen sein.<ref>Carl Hermann Friedrich Johann Hopf: Chroniques gréco-romanes inédites ou peu connues, S. 533</ref> In der Zwischenzeit wurde diese Theorie entkräftet. Karl Hopf hat bei der Übersetzung eines mittelalterlichen Dokumentes aus dem Jahr 1368 einen Fehler begangen. Unter den Unterzeichnern befanden sich ein Branilo von Vlora und ein Castrioti von Kanina. Indem Hopf den einzelnen Buchstaben "i" (was "und" bedeutet) übersah, brachte er Branilo Castrioti als Scanderbegs Urgroßvater hervor.<ref>Harry Hodgkinson, Bejtullah D. Destani, Westrow Cooper, David Abulafia: Scanderbeg: From Ottoman Captive to Albanian Hero, S. 224</ref> Der deutsche Historiker und Orientalist Franz Babinger übernahm die Theorie von Karl Hopf, dass Pals Vater Branilo Kastrioti und serbischer Herkunft war.<ref>Franz Babinger, S. 333</ref>

Pal soll drei Söhne gehabt haben: Gjon I. Kastrioti (Herr von Matia), der spätere Vater von Gjergj (auch Gjorg oder Georg), bekannt als Skanderbeg,<ref>Chroniques gréco-romanes, S. 201</ref> Alexius, der über drei Ortschaften herrschte<ref>Geschichte Griechenlands, S. 97</ref> und Konstantin, der Protosebastos von Sina war.<ref>Geschichte Griechenlands, S. 94</ref> Nach einem venezianischen Dokument wird Konstantin als „dominus Serinae“ (lat.: Eigentümer von Serin) bezeichnet.<ref>Johann Georg von Hahn, S. 23</ref>

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="Anm." />

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Babinger: Aufsätze und Abhandlungen zur Geschichte Südosteuropas und der Levante / 3. Südosteuropa-Südosteuropa Verlagsgesellschaft, 1976, S. 333.
  • Johann Georg von Hahn: Reise durch die Gebiete des Drin und Wardar: im Auftrage der K. Akademie der Wissenschaften unternommen im Jahre 1863. Kaiserl.-Königl. Hof- und Staatsdruckerei, 1863, IV. Bena.
  • Carl Hermann Friedrich Johann Hopf: Geschichte Griechenlands vom Beginn des Mittelalters bis auf unsere Zeit. B. Franklin, New York 1960.
  • Harry Hodgkinson, Bejtullah D. Destani, Westrow Cooper, David Abulafia: Scanderbeg: From Ottoman Captive to Albanian Hero. I.B.Tauris, London 2004, ISBN 978-1-85043-941-7.
  • Heinrich Kretschmayr: Geschichte Von Venedig. 2. Band: Die Blüte. Salzwasser Verlag, 2012, ISBN 3-8460-0658-0, S. 375 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Fan Stylian Noli: Vepra të plota: Gjergj Kastrioti Skënderbeu (1405–1468). Rilindija, Prishtinë 1968.
  • Oliver Jens Schmitt: Skanderbeg. Der neue Alexander auf dem Balkan. Friedrich Pustet, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7917-2229-0.
  • Ludwig von Thallóczy: Illyrisch-Albanische Forschungen. München Duncker & Humblot, 1916 (Textarchiv – Internet Archive).
  • John Musachi: Brief Chronicle on the Descendants of our Musachi Dynasty. In: Robert Elsie (Hrsg.): Early Albania: A Reader of Historical Texts, 11th–17th Centuries. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2003, S. 1515; books.google.it

Weblinks[Bearbeiten]

  • The Pedigree of Pal Kastrioti. Abgerufen am 20. Januar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />