Zum Inhalt springen

Palagnedra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Palagnedra
Datei:Palagnedra-coat of arms.svg
Wappen von Palagnedra
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton TessinDatei:CHE Ticino COA.svg Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Melezza
Gemeinde: Centovallii2
Postleitzahl: 6657
frühere BFS-Nr.: 5122
Koordinaten: 692204 / 112098Koordinaten: 46° 9′ 15″ N, 8° 37′ 56″ O; CH1903: 692204 / 112098
 {{#coordinates:46,15406|8,63218|primary
dim=5000 globe= name= region=CH-TI type=city
  }}
Höhe: 657 m ü. M.
Höhenbereich: 350–2183 m ü. M.
Fläche: 16,74 km²
Einwohner: 123 (31. Dezember 2008)
Einwohnerdichte: 7 Einw. pro km²
Website: centovalli.swiss
Karte
Palagnedra (Schweiz)
Palagnedra (Schweiz)
w{ww
Datei:Karte Gemeinde Palagnedra 2008.png
Gemeindestand vor der Fusion am 25. Oktober 2009

Palagnèdra Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.[palaˈñɛːdra] (im lombardischen Taldialekt Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.[palaˈɲɛdra parˈɲɛdri]<ref>Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialektologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 693.</ref>) ist ein Ortsteil der Tessiner Gemeinde Centovalli. Bis 2009 bildete er eine eigenständige politische Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt auf einer Terrasse am Südhang des Centovalli, kurz vor der schweizerisch-italienischen Grenze. Zur ehemaligen Gemeinde gehörten die Weiler Bordei, Moneto und Cresto-Monadello.

In der Nähe der Ortschaft liegt der Stausee Lago di Palagnedra. Der Damm wurde 1952 fertiggestellt und ist 72 m hoch. Der See entstand durch die Stauung des Flusses Melezza.

Geschichte und Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Dorf wurde erstmals 1236 schriftlich erwähnt, eine weitere frühe Nennung erfolgte 1379 als Pallagnidrio. Der Ort war im Hochmittelalter das administrative und kirchliche Zentrum des Centovalli, und die Kirche San Michele war die Mutterkirche des Tales. 1864 wurde Palagnedra eine eigene politische Gemeinde.

Ab dem ausgehenden Mittelalter bildete die saisonale Auswanderung ein wichtiges Standbein der Wirtschaft: Aus Palagnedra zogen viele Bürger in die Toskana, um ab dem 16. Jahrhundert vor allem als Lastenträger und ab dem 19. Jahrhundert auch als Garköche Geld zu verdienen. Etliche stattliche Häuser im Dorf zeugen noch heute vom einstigen Wohlstand. Bis in die 1950er-Jahre spielte dank der Grenznähe auch der Schmuggel eine wichtige Rolle.

Im Weiler Bordei wurde nach 1970 das «Basislager» der therapeutischen Stiftung Terra Vecchia errichtet. Diese hatte damals das Ziel, den gleichnamigen, zwischenzeitlich verfallenen Ort wieder aufzubauen.

Am 25. Oktober 2009 fusionierte Palagnedra mit den Gemeinden Borgnone und Intragna zur neuen Gemeinde Centovalli. Palagnedra und Rasa bilden aber zusammen nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.<ref>Patriziato di Palagnedra e Rasa. In: www4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati. Abgerufen am 2. August 2024 (italienisch; mit Landkarte).</ref>

Noch 2005 gehörten über ein Drittel aller Arbeitsplätze dem Primärsektor an.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Vorlage:Einwohner B Diagramm1824: inkl. Borgnone und Rasa, 1850/1860: inkl. Rasa

Datei:Tradate up.jpg
Antonio da Tradate: Fresken im Chor der Kirche San Michele. Palagnedra

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Die Dorfbilder der Fraktionen Palagnedra<ref>Palagnedra. In: ISOS - Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2009, abgerufen am 30. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Bordei<ref>Bordei (Palagnedra). In: ISOS - Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2009, abgerufen am 30. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sind im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.

  • Pfarrkirche San Michele mit dem besterhaltenen spätgotischen Freskenzyklus von Antonio da Tradate<ref>Lara Broggi: Antonio da Tradate. In: Sikart (Stand: 2013)Vorlage:Abrufdatum</ref>, gemalt in den 1490er-Jahren und restauriert 1964–1965<ref>Kunstführer durch die Schweiz. Band 2. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe, Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3, S. 634.</ref><ref>Kirche San Michele (mit Foto) auf ascona-locarno.com</ref>
  • Oratorium Santi Giacomo e Filippo im Ortsteil Moneto
  • mehrere herrschaftliche Bürgerhäuser zeugen vom Wohlstand, den die ausgewanderten Palagnedresen aus der Toskana in ihr Dorf heimbrachten, darunter:<ref>Kunstführer durch die Schweiz. Band 2. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe, Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3, S. 634 f.</ref>
    • Casa Mazzi mit dem Wappen der Medici am schmiedeeisernen Balkon, erbaut Mitte des 18. Jahrhunderts für Petronio Mazzi, einen hohen Beamten des Grossherzogs Gian Gastone de’ Medici
    • Casa P. Mazzi, verziert mit der Florentiner Gotik nachempfundenen Sgraffito-Malereien, 1907 von Handwerkern aus Florenz gefertigt.
  • Der Ponte romano, eine 36 m lange und 26 m hohe Bogenbrücke, wurde 1578 erbaut; in der Mitte ein der Muttergottes und Johann Nepomuk gewidmeter Bildstock.<ref>Ponte romano (mit Foto) auf landschaftsfotos.eu/bild</ref>

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Romano Broggini: La „Terra“ di Palagnedra. In: Bollettino della Società Storica Locarnese. Nr. 2, Tipografia Pedrazzini, Locarno 1999, S. 40–42.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Arte e monumenti della Lombardia prealpina. Istituto grafico Casagrande, Bellinzona 1967, S. 232, 472–474.
  • Rodolfo Huber: Palagnedra. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 3. November 2023.
  • Kunstführer durch die Schweiz. Band 2. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe, Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3, S. 634 f.
  • Simona Martinoli u. a.: Palagnedra. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 212, 217–220, 385.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 246–249.
  • Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Palagnedra. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1974, S. 253–270.
  • Elfi Rüsch: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Distretto di Locarno IV: La Verzasca, il Pedemonte, le Centovalli e l’Onsernone (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 123). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. SKG, Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 244–264.
  • Celestino Trezzini: Palagnedra. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 371 (Digitalisat).
  • Daniel Vischer, Giulio Trucco: The remodelling of the spillway of Palagnedra = Reconstruction de l’évacuateur de crue de Palagnedra. Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie, Zürich 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Palagnedra – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein