Pankratius
St. Pankratius (Körbecke) mit Türken zu seinen Füßen nach dem Sieg über die Türken bei der Zweiten Wiener Türkenbelagerung
Der heilige Pankratius (* um 290 (?) in Phrygien; † um 304 (?) in Rom) war ein römischer Märtyrer der frühen christlichen Kirche. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet Der alles Beherrschende. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde er im Deutschen auch als Pankraz bezeichnet.
Legende[Bearbeiten]
Nach der Legenda aurea stammte Pankratius aus einer adeligen Familie aus der Gegend von Synnada in Phrygien. Sein Vater war der römische Bürger Cleonius.<ref>Who is St Pancras? In: St Pancras Old Church. Abgerufen am 10. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Vater starb, als er zehn war, danach lebte er bei seinem Onkel Dionysius, der ihn nach Rom brachte. Dort wurde er im Alter von 14 Jahren durch Papst Cornelius, der sich auf ihrem Landgut versteckte, Christ.<ref>The Golden Legend, Readings on the Saints (Übersetzt von William Granger Ryan). Princeton, Princeton University Press 2012, 311–313. Stable URL: https://www.jstor.org/stable/j.ctt7stkm.81</ref> Nach dem Tode seines Onkels wurde er unter der Herrschaft des Diokletian im Jahr 304 (oder auch bereits 257–259 unter Kaiser Valerian oder unter Decius 250/251) am 12. Mai an der 2. Meile der Via Aurelia wegen seines Glaubens enthauptet. Er wurde in den Katakomben an der Via Aurelia, die nach ihm benannt sind, begraben.<ref>Hubertus R. Drobner: Pankratius. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 7. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, Sp. 1313.</ref>
Verehrung[Bearbeiten]
In der Chronographie wird er bereits 354 erwähnt. Um 500 ließ der römische Bischof Symmachus ihm zu Ehren an der Via Aurelia eine Basilika erbauen. Seine Verehrung war europaweit verbreitet. Er zählt zu den fünf Eisheiligen und Vierzehn Nothelfern.<ref name=":0">Lieselotte Schütz: Pankratius von Rom. In: Wolfgang Braunfels (Hrsg.): Lexikon Der Christlichen Ikonographie. Band 8. Freiburg im Breisgau 1976, S. 110 (archive.org [abgerufen am 13. Mai 2025]).</ref>
Pankratius gilt als Patron des Eides und der Kinder, der Ritter und des Adels, der Saat und der Blüten; er wird angerufen bei Ekzemen, Migräne und Krämpfen.
Gedenktag[Bearbeiten]
- Katholisch: 12. Mai (nichtgebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender)<ref>Martyrologium Romanum (2004). Typis vaticanis, Vatikanstadt 2004, S. 282 f. (archive.org [abgerufen am 13. Mai 2025]).</ref>
- Evangelisch: 12. Mai (Gedenktag im Evangelischen Namenkalender der EKD)<ref>Frieder Schulz: Das Gedächtnis der Zeugen – Vorgeschichte, Gestaltung und Bedeutung des Evangelischen Namenkalenders. In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie, Band 19. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1975, S. 69–104, Namenliste S. 93–104 (Digitalisat)</ref>
Bauernregel[Bearbeiten]
Die dem Gedenktag des Eisheiligen entsprechende Bauernregel lautet:
- Wenn’s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert.
- Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn.
Darstellung[Bearbeiten]
Pankratius wird oft jugendlich, in vornehmer Kleidung oder Ritterrüstung mit Schwert, Märtyrerkrone und Palme als Heiligenattributen dargestellt.<ref name=":0" />
Verehrung, Orte und Namen, die mit Pankratius in Verbindung stehen[Bearbeiten]
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Um 500 ließ Papst Symmachus zu seiner Ehre an der Via Aurelia die Basilika San Pancrazio errichten.
Nach dem Heiligen werden – oft in der Kurzform Pankraz – Orte, Kirchen und Menschen benannt. Dazu gehört St. Pankraz in Oberösterreich, in dessen Wappen das silberne Schwert als Attribut auf ihn hindeutet. Weitere Orte sind der Prager Stadtteil Pankrác sowie St. Pankraz in Salzburg mit der Kirche St. Pankraz am Haunsberg, St. Pankraz in Südtirol und mehrere San Pancrazio in Italien, ferner das Wallfahrtsziel Pankratiuskirche St. Pankraz (Karlstein). In Belecke gibt es Wappen und Kirche.
In London ist der Stadtteil St. Pancras nach ihm benannt und nach diesem der Bahnhof London St Pancras International, einer der Hauptbahnhöfe der Stadt, von dem die Züge nach Paris abfahren.
In der Haute Saône, Frankreich, gibt es die Ortschaften Mailleroncourt-Saint-Pancras, Betoncourt-Saint-Pancras und Dampvalley-Saint-Pancras.
In Wil (Kanton St. Gallen, Schweiz) befinden sich in der Kirche St. Nikolaus die Gebeine des dritten Stadtheiligen St. Pankratius.
Der Benediktiner Pankraz Stollenmayer (1889–1980) trug den Heiligennamen als Ordensnamen, desgleichen der Salvatorianer Pankratius Pfeiffer (1872–1945), der Engel von Rom.
In Mainz stand früher ein Pankratiusbrünnchen.
In Borgloh (Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald, Landkreis Osnabrück) steht die St.-Pankratius-Kirche.<ref>Borgloh. Abgerufen am 15. Juli 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Andreas Merkt: Pankratius. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 6, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1, Sp. 1483–1484.
- Hubertus R. Drobner: Pankratius. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 23, Bautz, Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3, Sp. 1039–1058.
- Hubertus R. Drobner: Pankratius. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 7. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, Sp. 1313.
- Manfred Weitlauff: Pankratius. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 6, Mohr-Siebeck, Tübingen 2003, Sp. 851.
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pankratius ( vom 29. Juni 2007 im Internet Archive) im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon (BBKL)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Mamertus | Pankratius | Servatius | Bonifatius | Sophie Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pankratius |
| ALTERNATIVNAMEN | Pankraz |
| KURZBESCHREIBUNG | christlicher Heiliger |
| GEBURTSDATUM | um 290 |
| GEBURTSORT | Phrygien |
| STERBEDATUM | um 304 |
| STERBEORT | Rom |
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Pankratius
- Heiliger (4. Jahrhundert)
- Person des evangelischen Namenkalenders
- Märtyrer
- Opfer einer Christenverfolgung
- Geboren im 3. Jahrhundert
- Gestorben im 4. Jahrhundert
- Mann