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Panti Bliss

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Datei:Panti Bliss (20922291612).jpg
Panti Bliss

Panti Bliss (* 1968 in Ballinrobe, bürgerlich Rory O’Neill) ist eine irische Dragqueen und LGBT-Aktivistin.

Leben[Bearbeiten]

Rory O’Neill wurde 1968 als Sohn eines Tierarztes im irischen Ballinrobe geboren.<ref>Una Mullally: Panti Unstitched, The Irish Times, 15. Juli 2013.</ref> Er besuchte das Kunst-College in Dún Laoghaire.

Karriere[Bearbeiten]

Als Panti Bliss wurde O’Neill zur bekanntesten Dragqueen Irlands. 1990 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt bei Irlands öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalt RTÉ.<ref>Panti is Seán The Transvestite Farmer RTÉ, 9. Oktober 1990.</ref> Von 1996 bis 2012 präsentierte sie den Schönheitswettbewerb „Alternative Miss Ireland“.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.'Gay Christmas' is cancelled. So long, Alternative Miss Ireland (Memento vom 15. Oktober 2011 im Internet Archive) Irish Times, 15. Oktober 2011.</ref>

Daneben ist sie auch als Aktivistin für LGBT-Rechte bekannt und ist offizielle Repräsentantin des jährlich im Juni stattfindenden „Dublin Pride“, wo sie sich auch für die Eheöffnung in Irland einsetzte, die schließlich durch einen Volksentscheid 2015 ermöglicht wurde. In dieser Funktion ist sie auch häufiger Vortragsgast auf Konferenzen und Tagungen. Am 30. November 2007 eröffnete sie in Dublin die nach ihr benannte „Pantibar“.<ref>Barry Egan: Glamour queen is not amused, Irish Independent, 6. September 2009.</ref> Am 21. Oktober 2015 feierte der Film The Queen of Ireland Premiere; eine über mehrere Jahre gedrehte Dokumentation von Conor Horgan über das Leben von Rory O’Neill, seine Karriere als „Panti Bliss“ und seinen Kampf für LGBT-Gleichstellung.<ref>Queen of Ireland premiere goes nationwide, RTÉ, 3. Oktober 2015.</ref><ref>See Panti doc The Queen of Ireland first with live interview!, Irish Examiner, 7. Oktober 2015.</ref>

Eklat um Homophobie-Kommentar auf RTÉ („Pantigate“)[Bearbeiten]

Am 11. Januar 2014 diskutierte Panti Bliss bei RTÉ One in der Sendung The Saturday Night Show mit deren Moderator Brendan O’Connor über Homophobie. Sie erklärte, dass einige Personen des irischen Journalismus homophob seien. Dieser Vorfall entwickelte sich zum sogenannten „Pantigate“.<ref>Niamh Horan: 'Pantigate' row rumbles on as journalist takes extended leave, Irish News, 23. Februar 2014.</ref><ref>Chrissy Curtin: Pantigate: An Illustrated Timeline, 1. Dezember 2014.</ref> Die erwähnten Personen drohten RTÉ und Panti Bliss daraufhin mit einer Klage.<ref>Cahir O’Doherty: Columnist John Waters in a Panti twist over anti-gay claims, IrishCentral, 19. Januar 2014.</ref> Daraufhin entfernte RTÉ die entsprechende Stelle aus ihrem Online-Archiv.<ref>Brian Byrne: RTE cuts part of show after legal complaint from Waters, Irish Independent, 16. Januar 2014.</ref> In der Ausgabe der Saturday Night Show vom 25. Januar 2014 entschuldigte sich der Moderator Brendan O’Connor öffentlich im Namen von RTÉ bei den Personen, die in der Sendung zwei Wochen zuvor genannt wurden.<ref>RTÉ apologises for ‘distress’ caused by Saturday Night Show guest’s comments, The Journal, 26. Januar 2014.</ref> RTÉ zahlte den betreffenden Personen 85.000 Euro.<ref>RTE paid out €85,000 in 'homophobe' row, Irish Independent, 2. Februar 2014.</ref>

In der Folge wurde das Einknicken von RTÉ kritisiert und als Angriff auf die Rede- und Pressefreiheit sowie als Zensur angesehen. Auch das irische Parlament Oireachtas hat den Vorfall debattiert.<ref>Catherine Murphy: Column: Panti Bliss controversy raises major questions about RTE’s role in public discourse, The Journal, 30. Januar 2014.</ref><ref>Clare Daly: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.RTE’s Censorship and Double Standards Condones Prejudice. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. November 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/claredaly.ie, 30. Januar 2014.</ref> Auch das EU-Parlament diskutierte den Vorfall.<ref>Europäisches Parlament: Sitting of 2014-02-03</ref> Der irische EU-Abgeordnete Paul Murphy kritisierte die Zahlung als „a real attack on the freedom of speech“ und führte weiter aus: „When John Waters says that gay marriage is ‘a kind of satire’, that is homophobia. When Breda O’Brien says ‘equality must take second place to the common good’, that is homophobia. When the Iona Institute campaign against gay marriage because it is gay marriage, that is homophobia.“<ref>David Norris and Paul Murphy raise homophobia in Irish and EU parliaments, The Journal, 4. Februar 2014.</ref><ref>Suzanne Lynch: MEPs call on EU to implement road map to combat homophobia, The Irish Times, 5. Februar 2014.</ref><ref>Sunnivie Brydum: WATCH: Irish Lawmakers Call Out 'Rampant Homophobia', The Advocate, 5. Februar 2014.</ref>

Am 1. Februar 2014 hielt Panti Bliss im Abbey Theatre in Dublin eine Rede, in der sie auf den Vorfall Bezug nahm und erneut gegen Homophobie Stellung bezog.<ref>James Nichols: Panti Bliss, Irish Drag Queen, Gives Impassioned Speech About Homophobia, The Huffington Post, 3. Februar 2014.</ref><ref>Nick Ramsey: Irish drag queen gives impassioned speech on gay rights, MSNBC, 3. Februar 2014.</ref> Eine Aufzeichnung der Rede, die auf Youtube veröffentlicht wurde, erreichte in den ersten zwei Tagen mehr als 200.000 Aufrufe.<ref>Dan Buckley: Maybe we are not as tolerant as we think, Irish Examiner, 6. Februar 2014.</ref>

Fintan O’Toole, Kolumnist und Kritiker der Irish Times und mehrere Jahre für die New York Daily News tätig, bezeichnete die Rede als „the most eloquent Irish speech“ (deutsch: „die eloquenteste irische Rede“) in fast 200 Jahren.<ref>Peter McGuire: What Makes a Homophobe? Ireland’s Debate Goes Global, The Huffington Post, 11. Februar 2014.</ref> Zahlreiche Journalisten, Autoren, Schauspieler, Musiker und andere Kulturschaffende unterstützten Panti Bliss und schlossen sich ihren Aussagen an; darunter Dan Savage<ref>Dan Savage: Stupid Irish Homophobes and Their Big Homophobic Fail, The Stranger, 5. Februar 2014.</ref>, Madonna<ref>Joyce Fegan: Panti, Madge is on your side, Irish Independent, 9. Februar 2014.</ref>, Stephen Fry, RuPaul, Graham Norton<ref>Brian Byrne: Comic Norton shows support for Panti in RTE payout row, Irish Independent, 4. Februar 2014.</ref> und weitere Prominente. In der Folge wurden T-Shirts mit dem Aufdruck „I’m on Team Panti“ verkauft; der Verkaufserlös von über 10.000 Euro kam LGBT-Jugendlichen zugute.<ref>Clare Cullen: 'Team Panti' tshirts sales raise €10,000 for LGBT youth services, Irish Independent, 17. Februar 2014.</ref> Als Zeichen des Protests trugen zahlreiche Zuschauer die T-Shirts in einer Live-Übertragung von RTÉ.<ref>Brian O’Reilly: 'Team Panti' supporters infiltrate Prime Time audience, Irish Independent, 11. Februar 2014.</ref> Im März 2014 veröffentlichten die Pet Shop Boys als Solidaritäts-Zeichen ein Video, in dem sie die Rede mit ihrer Musik und einer Collage von Bildern, die Homophobie zeigen, unterlegten.<ref>Andy Towle: Pet Shop Boys Release ‘Slow Mix’ and Video of Panti Bliss Dance Track, Towleroad, 14. März 2014.</ref>

Die zahlreichen Solidarisierungen mit Panti Bliss und ihrem Recht auf freie Rede führten zu einem Umdenken und so wurde Panti Bliss schließlich noch im selben Jahr bei den 40. People of the Year Awards 2014 auf RTÉ für ihre Verdienste um Redefreiheit und ihren Kampf für Gleichstellung als Person des Jahres ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Stephen Fry.<ref>RTÉ – Ireland’s National Public Service Media: Rory O’Neill – People of the Year Awards – RTÉ One. In: youtube.com. 7. Dezember 2014, abgerufen am 22. September 2020.</ref>

Theater[Bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten]

  • 2015: The Queen of Ireland

Autobiographie[Bearbeiten]

  • 2014: Woman in the Making: A memoir (Hachette Books Ireland).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

<references />

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