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Paraschachnerit

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Paraschachnerit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1971-056<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Pshn<ref name="Warr" />

Chemische Formel Ag3Hg2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

I/A.02-060<ref name="Lapis" />

1.AD.15a
01.01.08.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m oder orthorhombisch-pyramidal; mm2
Raumgruppe Cmcm (Nr. 63)Vorlage:Raumgruppe/63, Cmc21 (Nr. 36)Vorlage:Raumgruppe/36 oder C2cm (Nr. 40, Stellung 4)Vorlage:Raumgruppe/40.4
Gitterparameter a = 2,96 Å; b = 5,13 Å; c = 4,83 Å<ref name="Fleischer" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="Fleischer" />
Zwillingsbildung immer, entlang {110}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte > 3,5 (VHN100 = 79–93, durchschnittlich 87 kg/mm2)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 12,98<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit nicht definiert
Farbe zinnweiß, auf polierten Flächen cremeweiß<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe silberweiß
Transparenz undurchsichtig (opak)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz Metallglanz<ref name="Handbookofmineralogy" />

Paraschachnerit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Elemente“ mit der chemischen Zusammensetzung Ag3Hg2 und damit eine natürliche Legierung aus Silber und Quecksilber im Stoffmengenverhältnis von 3 : 2.

Paraschachnerit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, ist undurchsichtig (opak) und entwickelt Kristalle bis zu 1 cm Größe mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen. Diese sind immer kompliziert verzwilingt mit der Zwillingsebene {110}, häufig werden auch Drillinge gefunden.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Paraschachnerit wurde erstmals 1972 von E. Seeliger und A. Mücke in der Typlokalität, der „Vertrauen-zu-Gott“-Quecksilbermine am Moschellandsberg in der Nähe von Obermoschel in Rheinland-Pfalz (Deutschland), gefunden. Seinen Namen hat es auf Grund der großen Ähnlichkeit zu Schachnerit.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Paraschachnerit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.02-060. Dies entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Paraschachnerit zusammen mit Aurihydrargyrumit, Belendorffit, Bleiamalgam, Eugenit, Goldamalgam, Kolymit, Luanheit, Moschellandsbergit, Potarit, Quecksilber, Schachnerit und Weishanit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.02 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Paraschachnerit ebenfalls in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Quecksilber-Amalgam-Familie“ zu finden, wo es zusammen mit Schachnerit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 1.AD.15a bildet.<ref name="IMA-Liste-2009" />

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Paraschachnerit die System- und Mineralnummer 01.01.08.03. Das entspricht ebenfalls der Klasse und gleichnamigen Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 01.01.08, in der auch Moschellandsbergit, Schachnerit, Luanheit, Eugenit und Weishanit eingeordnet sind.<ref name="Dana-1997" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Paraschachnerit kristallisiert im in der orthorhombischen Raumgruppe Cmcm (Raumgruppen-Nr. 63)Vorlage:Raumgruppe/63, Cmc21 (Nr. 36)Vorlage:Raumgruppe/36 oder C2cm (Nr. 40, Stellung 4)Vorlage:Raumgruppe/40.4 mit den Gitterparametern a = 2,96 Å, b = 5,13 Å und c = 4,83 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Fleischer" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Paraschachnerit bildet sich unter oxidierenden Bedingungen durch die Alterung von Moschellandsbergit. Es ist vergesellschaftet mit Quecksilber, Limonit, Ankerit, Argentit und Cinnabarit.

Neben der Typlokalität sind Funde aus der Oblast Sofia in Bulgarien, Moctezuma in Mexiko, Sache und Tuwa in Russland, Kremnica in der Slowakei und Sala in Schweden bekannt.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dana-1997"> Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig: Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S. 8. </ref> <ref name="Fleischer"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Paraschachnerit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 4. August 2026. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>