Pascale Ehrenfreund
Pascale Ehrenfreund (* 24. Juni 1960 in Wien) ist eine österreichische Astrobiologin. Von September 2013 bis 2015 war Ehrenfreund Präsidentin des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und vom 15. August 2015 bis Ende September 2020 Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.<ref>Anke Kaysser-Pyzalla ist neue Chefin des DLR. In: ga.de. 1. Oktober 2020, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref><ref name="dlr">dlr.de - Erstmals eine Frau an der Spitze der größten deutschen ingenieurwissenschaftlichen Forschungseinrichtung. Artikel vom 18. Juni 2015, abgerufen am 18. Juni 2015</ref>
Leben[Bearbeiten]
Ehrenfreund studierte ab 1983 an der Universität Wien Astronomie und Biologie. Ihre Diplomarbeit am Institut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften in Salzburg schrieb sie 1987 zum Thema Reinigung und Charakterisierung einer Iminopeptidase aus Streptomyces plicatus.<ref>Verbundkatalog - Hochschulschriften - Pascale Ehrenfreund (Diplomarbeit, 1987): Reinigung und Charakterisierung einer Iminopeptidase aus Streptomyces plicatus. Abgerufen am 5. April 2014</ref> 1990 folgte die Promotion an der Universität Paris VII und der Universität Wien (Dissertation in Astrophysik zum Thema Visible and spectroscopic studies of polycyclic aromatic hydrocarbons and other carbon clusters.<ref>Verbundkatalog - Hochschulschriften - Pascale Ehrenfreund (Dissertation, 1990): Visible and spectroscopic studies of polycyclic aromatic hydrocarbons and other carbon clusters. Abgerufen am 5. April 2014</ref>) Beide Abschlüsse erfolgten mit Auszeichnung.
Nach absolviertem Doktoratsstudium ging Ehrenfreund als Fellow der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) an das Observatorium Leiden (Niederlande).
Von 1996 bis 1999 erhielt sie ein APART-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, welches ihr die Erarbeitung ihrer Habilitationsschrift in Astrochemie an der Universität Wien zum Thema Kosmischer Staub (1999)<ref>Verbundkatalog - Hochschulschriften - Pascale Ehrenfreund (Habilitation, 1999): Kosmischer Staub. Abgerufen am 5. April 2014</ref> ermöglichte.
Von 2001 bis 2005 war Ehrenfreund Professorin für Astrobiologie an der Universität Amsterdam sowie der Universität Leiden, wo sie seit 2006 Visiting Professor ist. 2005 wechselte sie als Distinguished Visiting Scientist an das zum California Institute of Technology gehörende Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) (USA). 2008 absolvierte Ehrenfreund ein Masterstudium in Management und Internationale Beziehungen. Seit 2008 ist sie Professorin für Space Policy and International Affairs am Space Policy Institute der George Washington University sowie Lead Investigator am NASA Astrobiology Institute.
Von September 2013 bis 2015 war Ehrenfreund Präsidentin des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) - Präsidium - Profil Pascale Ehrenfreund ( vom 18. Juni 2015 im Internet Archive)</ref><ref>derStandard.at - Astrobiologin führt künftig den FWF. Artikel vom 6. Juni 2013, abgerufen am 5. April 2014.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.science.orf.at - Astrobiologin Ehrenfreund neue FWF-Chefin ( vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive). Artikel vom 7. Juni 2013, abgerufen am 5. April 2014.</ref> Mit 15. August 2015 wechselte sie als Nachfolgerin von Johann-Dietrich Wörner als Vorstandsvorsitzende zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).<ref name="dlr"/><ref>derStandard.at - FWF-Chefin Ehrenfreund wechselt zum DLR nach Deutschland. Artikel vom 18. Juni 2015, abgerufen am 18. Juni 2015.</ref> Ihre Agenden beim FWF übernahm im August 2015 Christine Mannhalter.<ref name="nachfolge-fwf">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.orf.at - Christine Mannhalter führt FWF ( vom 26. September 2015 im Internet Archive). Artikel vom 17. August 2015, abgerufen am 26. September 2015.</ref>
Seit 2015 ist Ehrenfreund Vizepräsidentin der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sowie Mitglied des Kuratoriums der Universities Space Research Association (USRA), Region III. Sie ist seit 2010 Vorsitzende des Committee on Space Research (COSPAR), Mitglied im COSPAR-Panel on Exploration (PEX) sowie Mitglied des NRC-Committee on Astrobiology and Planetary Science (CAPS).<ref>Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund - Lebenslauf. Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Abgerufen am 8. April 2016.</ref>
Im November 2017 wurde sie zur Wirtschaftsbotschafterin der Stadt Köln ernannt.<ref>DLR-Vorstandsvorsitzende zur Kölner Wirtschaftsbotschafterin ernannt. Artikel vom 27. November 2017, abgerufen am 29. November 2017.</ref> Im Oktober 2018 wurde sie zur Präsidentin der International Astronautical Federation (IAF) gewählt.<ref>Pascale Ehrenfreund neue Präsidentin elect der Weltraumorganisation IAF. Artikel vom 8. Oktober 2018, abgerufen am 9. Oktober 2018.</ref>
Im März 2020 wurde Anke Kaysser-Pyzalla zu ihrer Nachfolgerin als Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ab Oktober 2020 gewählt.<ref>Präsidentin der TU Braunschweig zur DLR-Chefin gewählt. In: Süddeutsche Zeitung. 18. März 2020, abgerufen am 20. März 2020.</ref>
Im Juli 2022 wurde Pascale Ehrenfreund für die Amtszeit 2022–2026 zur ersten Präsidentin des COSPAR gewählt.<ref>New COSPAR President Elected. Abgerufen am 5. August 2022.</ref>
Leistungen[Bearbeiten]
Zusammen mit dem ESA-Wissenschaftler Bernard Foing, entdeckte Ehrenfreund in interstellaren Gaswolken zwischen den Fixsternen Hinweise auf sogenannte Fußballmoleküle (Fullerene), die aus sechzig Kohlenstoffatomen bestehen.<ref name="Stirn">Alexander Stirn: Die Chefin. Pascale Ehrenfreund leitet seit sechs Monaten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Als erste Frau an der Spitze einer so großen Forschungsorganisation muss sie die Weltraum- und Flugzeugforschung modernisieren. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 22, 28. Januar 2016, S. 16.</ref>
Als Chefin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt setzte Pascale Ehrenfreund auf Synergien.<ref name="Stirn"/> Damit zielte sie auf mehr Durchlässigkeit der Grenzen zwischen den einzelnen Instituten, zwischen Grundlagenforschung und Produktentwicklung, Naturwissenschaftlern und Ingenieuren mit ihren oftmals ganz eigenen Kulturen und Sprachen.<ref name="Stirn"/>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Am 11. November 2000 wurde der Asteroid (9826) Ehrenfreund nach Pascale Ehrenfreund benannt.
- 2001 wurde ihr der Pastoor-Schmeits-Preis für Astronomie verliehen.<ref name="cv2016">Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund - Lebenslauf. Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Abgerufen am 8. April 2016.</ref>
- 2011 erhielt sie den NASA Group Achievement Award für die O/OREOS-Mission.<ref name="cv2016" />
- 2017 wurde sie als Auslandsösterreicherin des Jahres ausgezeichnet.<ref>Auslandsösterreicherin des Jahres 2017. Artikel vom 11. September 2017, abgerufen am 18. November 2017.</ref>
- 2019 wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.<ref>DLR-Vorstandsvorsitzende zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. In: dlr.de. 22. November 2019, abgerufen am 23. November 2019.</ref>
- 2020 wurde ihr die Jean Dominique Cassini Medal der European Geosciences Union verliehen.<ref>EGU announces 2020 awards and medals. In: egu.eu. 22. Oktober 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 2022 COSPAR Harrie Massey Award<ref>SPI Research Professor Pascale Ehrenfreund Awarded COSPAR Harrie Massey Award. Space Policy Institute, 19. Juli 2022, abgerufen am 6. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mitgliedschaft in Gremien[Bearbeiten]
- 2010 – Vorsitzende, Committee on Space Research COSPAR Panel on Exploration PEX<ref name="cv2016" />
- 2012 – Mitglied, NRC Committee on Astrobiology and Planetary Science CAPS
- 2014 – Mitglied, International Institute of Space Law IISL
- 2015 – Mitglied des Kuratoriums der Universities Space Research Association USRA, Region III
- 2015 – Vizepräsidentin, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr)
- 2016 – Vizekanzlerin der International Space University (ISU)
Weblinks[Bearbeiten]
- Veröffentlichungen von Pascale Ehrenfreund im Astrophysics Data System
- Homepage von Pascale Ehrenfreund - George Washington University - Elliott School of International Affairs
- Pascale Ehrenfreund - Lebenslauf
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ehrenfreund, Pascale |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Astrobiologin |
| GEBURTSDATUM | 24. Juni 1960 |
| GEBURTSORT | Wien |
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- Hochschullehrer (Universität Leiden)
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- Geboren 1960
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