Pataliputra
Pataliputra (Sanskrit: पाटलिपुत्र, Pāṭaliputra; Pali Pataliputta, griechisch Pali(m)bothra) war eine am Südufer des indischen Flusses Ganges gelegene Stadt, das heutige Patna im Bundesstaat Bihar. Es war die Hauptstadt des indischen Königreiches Magadha (6. und 5. Jahrhundert v. Chr.), später des Maurya-Reiches (von 320 bis 185 v. Chr.) und schließlich des Gupta-Reichs (ca. 320 bis 562).
Geschichte[Bearbeiten]
Pataliputra war ursprünglich die Ortschaft Pataligrama (Pali: Pataligama) an der Mündung des Son in den Ganges. Nach dem Mahaparinirvana-Sutra soll der legendäre Ajatasattu, der König von Magadha, sie zu einer Stadt ausgebaut und nahe Rajagrha befestigt haben. Sein Sohn Udayabhadra (oder Udayin) machte Pataliputra zur Hauptstadt des Reichs. Pataliputra war auch Hauptstadt unter der nachfolgenden Maurya-Dynastie. Um 300 v. Chr. versuchte der Seleukidenkönig Seleukos I. Nikator, das Maurya-Reich zu erobern, musste sich diesem jedoch geschlagen geben und dessen König Chandragupta zwei Ostprovinzen seines Reiches überlassen. Er sandte den Historiker Megasthenes als Botschafter nach Pataliputra, dem wir eine ausführliche Beschreibung der Stadt verdanken.
Megasthenes schätzte die Größe Pataliputras auf 80 × 15 Stadien (15 × 3 Kilometer). Um die Stadt zog sich eine 40 Kilometer lange Palisadenmauer, die später um eine Ziegelmauer ergänzt wurde. Die kieselgepflasterten Straßen waren rechtwinklig zueinander angeordnet. Pataliputra bestand aus sechzehn Vierteln, die alle eine andere Handwerkszunft beheimateten. Manche von ihnen besaßen kleine mit Bäumen bewachsene Flächen, wo die Menschen zum Markt zusammenkamen. Zur Stadtmitte hin, wo sich der Königspalast befand, lebten viele Beamte und Adlige in ihren prächtigen, zum Teil mehrstöckigen Häusern. Diese besaßen oft kleine Gärten und Teiche, an denen sich die Menschen entspannen konnten. Direkt am Palast hingegen befanden sich nur die Wohnungen der Musikanten und Kurtisanen des Königs sowie alle öffentlichen Gebäude. Diese waren durch Kanäle vom Palast getrennt, was die Hitze in der Stadt milderte.
Auf den Plätzen waren die Tempel für verschiedene Gottheiten gebaut worden, vielleicht auch für die in der Stadt ansässigen griechischen Händler. Als Ausländer galten sie als Kastenlose, standen jedoch unter dem Schutz des Königs und genossen deshalb ein gewisses Ansehen bei den Einheimischen.
Im Jahr 253 v. Chr. fand das dritte buddhistische Konzil in Pataliputra statt. Die Stadt war ein wichtiges Zentrum des frühen Buddhismus.
Chandragupta I. (reg. ca. 320–335), heiratete Kumaradevi, eine Prinzessin des Licchavi-Geschlechts, wurde König von Magadha und vergrößerte damit das Gupta-Reich. Als Residenz wählte er Pataliputra und führte im Jahr 320 die von seinen Nachfolgern beibehaltene Gupta-Zeitrechnung ein.
Es ist nicht genau bekannt, wann und warum die alte Stadt unterging. Der Chinese Faxian, der Pataliputra um 400 n. Chr. als Pilger besuchte, beschrieb sie als „reiche und wohlhabende Stadt“.<ref name="Beal">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ein weiterer chinesischer Reisender, Xuanzang, berichtete im Jahr 637 nur noch von Ruinen. Er schrieb, dass die alte Stadt seit vielen Jahren völlig verlassen war und nur noch eine kleine, von einer Mauer umgebene Siedlung am Ufer des Ganges übrig geblieben war, in der nicht mehr als etwa 1.000 Menschen lebten. Die meisten alten historischen Gebäude der Stadt seien bis auf die Grundmauern zerstört. Ein Gebäude, das er besonders hervorhob, war ein alter Stupa, der angeblich der erste der 84.000 von Ashoka errichteten Stupas war. Sein Fundament war so tief in den Boden gesunken, dass nur noch die verzierte Kuppelspitze zu sehen war, und selbst diese befand sich in einem prekären Zustand. Vom Kukkuṭārāma-Kloster im Südosten der Stadt war nur noch das Fundament übrig.<ref name="Altekar and Mishra 1959">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="Singh 1975" details="S. 53–54.">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Der Niedergang von Pataliputra hatte wahrscheinlich schon lange vor Xuanzangs Zeit begonnen. Zumindest in Kumrahar deuten archäologische Funde auf einen allmählichen Niedergang hin, der in den 300er Jahren einsetzte, wobei zwischen dieser Zeit und ca. 600 immer weniger und immer schlichtere Bauwerke entstanden. Danach gibt es tausend Jahre lang keine Spuren menschlicher Aktivität mehr, und die Stätte scheint aufgegeben worden zu sein.<ref name="Singh 1975" details="S. 53." /> Ein wahrscheinlicher Faktor war eine Verlagerung des Gangeslaufs. Bereits Faxian schrieb, dass Pataliputra ein Yojana (etwa 10 km) südlich des Ganges lag. Das Varāha Purāṇa aus der Zeit nach der Gupta-Dynastie weist darauf hin, dass der Zusammenfluss von Gandak – aus dem Himalaya kommend – und Ganges damals etwa 10 km nördlich des heutigen Standorts lag. Da Pataliputra einen Großteil seines Wohlstands dem Flusshandel verdankte, dürfte die Trennung vom Fluss seine Wirtschaft geschwächt haben. Ein allgemeiner Rückgang des internationalen Handels gegen Ende der Gupta-Zeit hätte eine ähnliche Wirkung gehabt.<ref name="Singh 1975" details="S. 56." />
Zudem hat möglicherweise eine verheerende Überschwemmung die Stadt Ende der 500er Jahre verwüstet. Ein späteres jainistisches Werk, das „Titlhogali Painniya“, überliefert eine traditionelle Erzählung von einer verheerenden Überschwemmung am Fluss Son, die Pataliputra zerstörte. Dieser Bericht beschreibt, dass diese Überschwemmung im Monat Bhādrapada, also im September, nach 17 Tagen und Nächten heftigen Regens stattfand. Die Überschwemmung des Son führte offenbar dazu, dass auch der Ganges über die Ufer trat, und Pataliputra wurde von mehreren Seiten überflutet. Der Bericht beschreibt weitreichende Zerstörungen in Pataliputra, erwähnt jedoch auch, dass die Stadt anschließend wieder aufgebaut wurde.<ref name="Singh 1975" details="S. 56–57." />
Ein dritter möglicher Faktor ist die absichtliche Zerstörung durch einfallende Alchon in den frühen 500er Jahren. Eine dicke Ascheschicht, die in der 80-Säulen-Halle in Kumrahar gefunden wurde, deutet darauf hin, dass das Gebäude möglicherweise durch einen Brand zerstört wurde, was diese Theorie untermauern könnte.<ref name="Singh 1975" details="S. 54, 57." />
Hauptstadt der Maurya-Dynastie[Bearbeiten]
Während der Regierungszeit von Kaiser Ashoka im 3. Jahrhundert v. Chr. war Pataliputra mit etwa 150.000 bis 400.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Stadt hatte schätzungsweise eine Fläche von 25,5 Quadratkilometern und einen Umfang von 33,8 Kilometern; sie hatte die Form eines Parallelogramms und verfügte über 64 Tore (das entspricht etwa einem Tor alle 500 Meter).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Pataliputra erreichte den Höhepunkt seines Wohlstands, als es die Hauptstadt der großen Maurya-Kaiser Chandragupta Maurya und Ashoka war.
Die Stadt erlebte unter den Maurya-Herrschern eine Blütezeit, und ein griechischer Gesandter, Megasthenes (* um 350 v. Chr.), hielt sich dort auf und hinterließ einen detaillierten Bericht über die Pracht der Stadt, die er als „Palibothra“ bezeichnete:<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
„Sie übertreffen an Macht und Ruhm jedes andere Volk, nicht nur in dieser Gegend, sondern, so könnte man sagen, in ganz Indien; ihre Hauptstadt ist Palibothra, eine sehr große und wohlhabende Stadt, nach der manche das Volk selbst die Palibothri nennen – ja, sogar das gesamte Gebiet entlang des Ganges. Ihr König unterhält eine stehende Armee von 600.000 Fußsoldaten, 30.000 Reitern und 9.000 Elefanten; woraus sich eine gewisse Vorstellung von der Unermesslichkeit seiner Ressourcen gewinnen lässt.“
Der römische Geschichtsschreiber Arrian griff diesen Bericht in seiner Beschreibung des Alexanderzugs auf:<ref>E. J. Chinnock: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
„Megasthenes berichtet, dass sich diese Stadt an ihrer längsten Seite über zehn Meilen erstreckt und eine Breite von eineinviertel Meilen aufweist; dass sie von einem Graben mit einer Breite von 600 Fuß und einer Tiefe von 45 Fuß umgeben ist; und dass ihre Stadtmauer 570 Türme und 64 Tore besitzt.“
Der Geschichtsschreiber Strabon (* etwa 63 v. Chr.) fügte in seiner „Geographia“ hinzu, dass die Stadtmauern aus Holz bestanden. Es wird angenommen, dass es sich dabei um die hölzernen Palisaden handelt, die bei den Ausgrabungen in Patna identifiziert wurden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
„Am Zusammenfluss des Ganges und eines anderen Flusses liegt Palibothra, 80 Stadien lang und 15 Stadien breit. Es hat die Form eines Parallelogramms und ist von einer Holzmauer umgeben, die mit Öffnungen versehen ist, durch die Pfeile abgeschossen werden können. Davor befindet sich ein Graben, der sowohl der Verteidigung als auch als Abwasserkanal für die Stadt dient.“
Der römische Sophist Aelianus (* um 170) beschrieb, obwohl er Megasthenes nicht ausdrücklich zitierte und Pataliputra nicht erwähnte, indische Paläste als an Pracht den persischen Städten Susa oder Ekbatana überlegen:<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
„In den königlichen Residenzen Indiens, wo die größten Könige dieses Landes leben, gibt es so viele bewundernswerte Dinge, dass weder Memnons Stadt Susa mit all ihrer Extravaganz noch die Pracht von Ekbatana mit ihnen zu vergleichen ist. (...) In den Parks werden zahme Pfauen und Fasane gehalten.“
Unter Ashoka wurden die meisten Holzkonstruktionen des Palastes von Pataliputra vermutlich nach und nach durch Stein ersetzt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ashoka galt als großer Baumeister, der möglicherweise sogar Handwerker aus dem Ausland herbeiholte, um königliche Denkmäler zu errichten.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Der Palast von Pataliputra weist dekorative Einflüsse der achämenidischen Paläste und von Persepolis auf und wurde möglicherweise mit Hilfe ausländischer Handwerker errichtet.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref name="Sagar" details="S. 40." /> Dies könnte das Ergebnis des prägenden Einflusses von Handwerkern aus Persien sein, die nach dem Zerfall des Achämenidenreichs infolge der Eroberungen Alexanders des Großen beschäftigt wurden.<ref name="auto1">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Calcutta, Bengal secretariat press, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Hauptstadt späterer Dynastien[Bearbeiten]
Pataliputra war neben Vidisha in Malwa Hauptstadt der Shunga-Dynastie zwischen 185 v. Chr. und 73 v. Chr.
Die Stadt entwickelte sich zu einem blühenden buddhistischen Zentrum mit einer Reihe bedeutender Klöster. Sie blieb die Hauptstadt der Gupta-Dynastie (3.–6. Jahrhundert). Faxian stellte um 400 n. Chr. fest, dass die Adligen und Hausbesitzer der Stadt nach den Grundsätzen der Tugend und der Gerechtigkeit lebten und mehrere Krankenhäuser errichtet hatten, in denen die Armen aus allen Ländern, die Mittellosen, die Verkrüppelten und die Kranken unentgeltlich behandelt wurden. Ärzte untersuchten die Kranken und verordneten ihnen Essen, Trinken und Medikamente.<ref name="Beal" />
Nach der Reise von Xuanzang, der im Jahr 637 von Ruinen berichtete, scheint sich Pataliputra zu Beginn der Pala-Dynastie (8.–12. Jahrhundert) etwas erholt zu haben. Die Khalimpur-Tafel von Dharmapala aus den frühen 9. Jahrhundert liefert eine anschauliche Beschreibung von Pataliputra als Flusshafen und königliches Lager. Sie schildert die Scharen von Booten, Elefanten, Pferden und „unzähligen Fußsoldaten aller Könige von Jambudvīpa, die sich versammelt hatten, um Dharmapala ihre Ehrerbietung zu erweisen“. B. P. Sinha interpretierte diese Inschrift so, dass Pataliputra Dharmapalas Hauptstadt war, doch A. S. Altekar widersprach dem und erklärte, die Inschrift beziehe sich lediglich auf Pataliputra als „skandhāvāra“ oder Lager, in dem Dharmapala während eines Feldzugs oder einer Reise verweilte.<ref name="Altekar and Mishra 1959" details="S. 13." /> Zwar wurde Pataliputra in zeitgenössischen Quellen erwähnt, doch haben Archäologen in Pataliputra keine Funde aus der Pala-Zeit entdeckt. Zumindest in Kumrahar gibt es bis ins 17. Jahrhundert keine Spuren menschlicher Besiedlung.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Später machte Sher Shah Suri (reg. von 1540 bis 1545) Pataliputra zu seiner Hauptstadt und änderte den Namen in das heutige Patna. In einem fantasievollen Buch über Weltgeographie aus dem Jahr 1559 erwähnte der Italiener Solino kurz ein mächtiges indisches Königreich namens Prasia mit der Hauptstadt Palibotra.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Bedeutende Kunstwerke[Bearbeiten]
Ausgrabungsstätten rund um Pataliputra gibt es in Kumrahar, Bulandi Bagh und Agam Kuan.
-
Lohanipur Torso im Patna Museum
-
Yakshas mit mauryanischen Inschriften
-
Abschlussstein aus Kumrahar mit Ranken
-
Lotos-Motive in Pataliputra
-
Polierte Säule in Kumrahar<ref name="Sagar" details="S. 43f." />
-
Maurerzeichen am Sockel einer Säule<ref name="Sagar" details="S. 41f.">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
-
Wagenrad, Bulandi Bagh, Maurya-Zeit
-
Weibliche Statuette aus Bulandi Bagh, Shunga-Zeit
-
Buddhistisches Geländer mit Abschlussstein, Shunga-Zeit
Literatur[Bearbeiten]
- Dieter Schlingloff: Die altindische Stadt. Eine vergleichende Untersuchung (= Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Abhandlungen der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Klasse. 1969, 5, ZDB-ID 210017-4). Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 1969.
Weblinks[Bearbeiten]
Vorlage:Wikidata-Registrierung
- University of Adelaide Library’s collection: Pataliputra Or Patna, in Magadha by Faxian
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references /> Koordinaten: 25° 37′ N, 85° 8′ O
{{#coordinates:25,6125|85,128333333333|primary
|dim=
|globe=
|name=Skriptfehler: Ein solches Modul „Coordinates/kml“ ist nicht vorhanden.
|region=IN
|type=city
}}