Paul Jakobi

Paul Jakobi (* 17. Januar 1928 in Rüthen; † 13. März 2023 in Minden) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe und Publizist. Von 1988 bis 2004 war er Propst am Dom zu Minden und galt als Reformer der katholischen Kirche.
Werdegang[Bearbeiten]
Der in der kreisangehörigen Stadt Rüthen im Kreis Soest geborene<ref>erzbistum-paderborn.de, abgerufen am 15. März 2023</ref> Sohn eines Justizamtmanns diente als Jugendlicher als Luftwaffenhelfer und im Reichsarbeitsdienst und geriet anschließend in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Abitur 1947 in Lippstadt studierte er Theologie und Philosophie in Paderborn und Freiburg im Breisgau. Ab November 1949 war er bei der Unitas Lichtenstein und der Unitas Reichenau in Freiburg aktiv. Im Jahr 1951 ist er als Vorsitzender der Unitas Hathumar in Paderborn verzeichnet. Am 21. März 1953 wurde er in Paderborn durch Lorenz Kardinal Jaeger zum Priester geweiht.<ref name=":0">Christof Beckmann, Bbr. Propst Paul Jakobi, in Unitas 4/2023, S. 63–64.</ref>
Jakobi war zuerst als Vikar in Bochum und Paderborn tätig. Danach wurde er Diözesanjugendseelsorger für das Erzbistum Paderborn und Leiter der Bischöflichen Hauptstelle für Jugendseelsorge in Düsseldorf.<ref name=":0" />
Von 1968 bis 1988 war er Bundespräses des katholischen DJK-Sportverbandes<ref>Homepage der DJK/Wir über uns</ref> sowie Mitglied der Akademie für Jugendfragen.<ref>Volker Jörn Walpuski (2024): Zwischen Restauration und Inneren Reformen. Cora Baltussens transnational kontextualisiertes Leben und Wirken als Beitrag zur Entwicklung der Supervision in der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er Jahren. Weinheim: Beltz Juventa (Edition Soziale Arbeit). ISBN 978-3-7799-7677-6, S. 329</ref> Auch war Jacobi zu dieser Zeit Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Sport und Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für den Sport und wissenschaftlicher Beirat des DSB.<ref name=":0" /> Bei den Olympischen Spielen in Montreal 1976 und in Los Angeles 1984 war er überdies als katholischer Olympiapfarrer tätig. In dieser Zeit begründete er 1977 auch die Schriftreihe Christliche Perspektiven im Sport.<ref name=":0" /> Danach ging er zurück in die Gemeindeseelsorge und war von 1988 bis 2004 Propst am Dom zu Minden.<ref>Mindener Tageblatt vom 29. März 2013 (Hauptquelle für die biographischen Angaben)</ref> Ernannt zum Propst wurde er am 1. Dezember 1987 durch den Erzbischof Degenhardt und eingeführt an seinem 60. Geburtstag 1988. In dieser Funktion engagierte sich Jakobi in der Ökumene, aber auch im Dialog mit dem Judentum in der christlich-jüdischen Gesellschaft. Über die Jahre publizierte Jacobi zahlreiche Bücher zu unterschiedlichen Themen, so auch zum 1648 erloschenen Bischofssitz von Minden.<ref name=":0" />
Schon in den 1970er Jahren sprach er sich gegen den Zölibat aus und plädierte für freiwillige Enthaltsamkeit und dafür, dass auch Priesterinnen, aktive Laien und verheiratete Männer als Priester die Kirche gestalten sollen. Damit stellte er sich in der damaligen Zeit gegen die Mehrheitsmeinung der katholischen Kirche.<ref>Mindener Tageblatt: Ehemaliger Domprobst Paul Jakobi gestorben., abgerufen am 15. März 2023, hier viel Biographisches.</ref> Im Mai 2004 wurde Jacobi als Propst emeritiert. Auch nach seiner Emeritierung engagierte er sich im Unitas-Verband.<ref name=":0" />
Jakobi war der Onkel des Staatskirchenrechtlers Ansgar Hense.<ref>Mindener Tageblatt vom 2. April 2013</ref> Jakobi starb am 13. März 2023 in Minden<ref>Wir trauern um unser Ehrenmitglied Paul Jakobi. In: djk-dom-minden.de. 14. März 2023, abgerufen am 14. März 2023.</ref> im Alter von 95 Jahren und wurde dann in der Priestergruft im Dom zu Minden beerdigt.<ref name=":0" />
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 1988: Ludwig-Wolker-Plakette
- 1998: Ehrenring der Stadt Minden
- Goldenes Ehrenkreuz der BDKJ<ref name=":0" />
- DJK-Ethikpreis des Sports<ref name=":0" />
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- mit Hans Leo Drewes: Jugend ohne Scheuklappen. Briefe und Kerngedanken zum geistlichen Leben für junge Menschen. Arena Verlag, Würzburg 1965.
- Junge Kirche. Biblische Betrachtungen im Jahreslauf. Pfeiffer, München 1974, ISBN 3-7904-0102-1.
- mit Dieter Kürten und Heinz-Egon Rösch: Sport. „... Training für Fairness, Großzügigkeit, Gemeinschaft“. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1984, ISBN 3-7867-1103-8.
- als Herausgeber mit Heinz-Egon Rösch: Sport und Religion. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1986, ISBN 3-7867-1260-3.
- Damit das Glück Wurzeln schlägt. Erzählungen, Märchen und Gedichte, aufgeschlossen für Gespräch in Schule, Gemeinde und Jugendarbeit. Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1987, ISBN 3-7867-1282-4; vierte Auflage: Bonifatius, Paderborn 1993.
- Was gläubige Katholiken heute glauben: eine Gemeinde gibt Antwort. Bonifatius, Paderborn 2001, ISBN 3-89710-167-X.
- Der Dom zu Minden – Zeuge des Glaubens. Bonifatius, Paderborn 1998, ISBN 3-89710-068-1; 2. Auflage 2005.
- Verkünde das Evangelium. Gedanken und Anregungen zu den Evangelien der Werktage. Bonifatius, Paderborn 2010, ISBN 978-3-89710-463-1.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Paul Jakobi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jakobi, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Theologe und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1928 |
| GEBURTSORT | Rüthen |
| STERBEDATUM | 13. März 2023 |
| STERBEORT | Minden |