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Paul Potts

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Paul Potts im Pavillon Theatre in Rhyl, UK (2008)

Paul Robert Potts (* 13. Oktober 1970 in Bristol) ist ein britischer Tenor. International bekannt wurde er durch seine erfolgreiche Teilnahme in der britischen Castingshow Britain’s Got Talent im Jahr 2007. In Deutschland verkaufte er 3,5 Millionen Platten.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kindheit und Studium[Bearbeiten]

Paul Potts wuchs im Bristoler Vorort Fishponds als Sohn eines Busfahrers und einer Kassiererin auf. Er hat zwei Brüder und eine Schwester. Potts besuchte die Mary-Redcliffe-School in Bristol und studierte später Philosophie am University College Marjon Plymouth. Seine Abschlussarbeit zum Bachelor of Arts schrieb er über die Frage des Bösen und des Leidens in einer von Gott geschaffenen Welt.<ref>Mystery solved: Paul Potts is a Marjon graduate. In: roadturn.com. 18. Februar 2017.</ref><ref name="zeit-2008-09-10">Ralph Geisenhan: Ich habe einen Traum: „Geh nach vorn und sing!“ In: zeit.de. 10. September 2008, abgerufen am 9. Januar 2017.</ref><ref name="Spiegel-Hoch">Jenny Hoch: Paul Potts in Deutschland: Das verpuffte Sternchen. In: Spiegel Online. 27. Oktober 2008, abgerufen am 9. Januar 2017.</ref>

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten]

Potts sang während seiner Schulzeit im Chor der Chester Park Junior School und mehr als zehn Jahre in mehreren Bristoler Kirchenchören, u. a. in der Christ Church. Sein Interesse an der Oper wurde durch eine Tonaufnahme von La Bohème mit José Carreras inspiriert. Im Jahr 1999 nahm Potts an der britischen Talentshow My Kind of Music teil und gewann 8.000 £. Er nahm daraufhin in Norditalien Unterricht an Opernschulen unter Vilma Vernocchi und Katia Ricciarelli und wurde in die Meisterklasse aufgenommen.<ref>Was wurde eigentlich aus Paul Potts? bei kurier.at</ref>

Von 1999 bis 2003 trat er als Tenor ohne Gage auf, so an der Amateuroper Bath Opera (2001) in der Titelrolle in Don Carlos und als Radames in Aida, beide von Verdi.<ref>Paul Potts bei bathopera.org (archive.org)</ref> Seine Auftritte wurden zwar von Fernsehen und Radio ausgestrahlt, führten jedoch nicht zu seinem Durchbruch.

Wegen eines Blinddarmdurchbruchs, eines gutartigen Tumors an seiner Nebenniere und eines Schlüsselbeinbruchs konnte Potts seine Karriere zunächst nicht fortsetzen. Er arbeitete ab 2003 zunächst zwei Jahre in der Supermarktkette Tesco und danach als Verkäufer von Mobiltelefonen für die Einzelhandelskette The Carphone Warehouse, in deren Filiale in Bridgend er 2006 leitender Angestellter wurde.<ref>Der singende Handy-Man bei waz.de</ref>

Datei:One Chance 04 (9766394672).jpg
Paul Potts (2013)

Am 9. Juni 2007 trat Potts in Simon Cowells Castingshow Britain’s Got Talent beim Sender ITV in Cardiff auf. Er präsentierte eine von ihm bearbeitete Version von Puccinis Arie Nessun dorma. Zwar wurde Potts zunächst vom Publikum und den Juroren Simon Cowell, Piers Morgan und Amanda Holden skeptisch betrachtet, er kam jedoch gut an. Bei seinen weiteren Auftritten am 14. und 17. Juni setzte sich sein Erfolg mit dem Hauptteil des Stückes Con te partirò (Time to Say Goodbye) von Francesco Sartori und der ungekürzten Version von Nessun dorma fort. Potts gewann den Wettbewerb und trat infolgedessen am 3. Dezember 2007 in der Royal Variety Performance 2007 vor Königin Elisabeth II. auf. Er erhielt 100.000 £ (rund 133.000 €) und einen Plattenvertrag über eine Million £ (rund 1,3 Mio. €) von Sony BMG.<ref>Du hast nur eine Chance, Baby, nutze sie bei faz.net</ref>

Potts’ erstes Album One Chance erschien 2007 und erreichte Chartplatzierungen in zahlreichen Ländern, teilweise sogar Platz 1. Ab Juli 2008 wurde sein Auftritt aus Britain’s Got Talent in einem Werbespot der Deutschen Telekom verwendet. Seine Aufnahme von Nessun dorma schaffte es daraufhin alleine durch Downloadverkäufe auf Platz 3 der deutschen Charts, die bis dahin höchste Position eines reinen Downloadtitels in Deutschland.<ref>Paul Potts neuer Spitzenreiter der Album-Charts. GfK Entertainment, 29. Juli 2008 (Pressemitteilung)</ref> Auch sein Debütalbum, das 2007 nur Platz 31 erreicht hatte, kehrte in die Charts zurück und konnte schließlich sogar die Spitze der Charts erobern. 2009 erhielt er einen Echo in der Kategorie Rock/Pop international.<ref>Das sind die Preisträger 2009 bei spiegel.de</ref> Mit dem Stück Nessun dorma gilt Potts im deutschen Sprachraum als One-Hit-Wonder.<ref>Die ultimative Chart Show - Die erfolgreichsten One-Hit-Wonder. In: Die ultimative Chartshow. 16. Dezember 2016, abgerufen am 5. Januar 2026.</ref>

Im Frühjahr 2022 trat Potts als Koala in der sechsten Staffel der deutschen Version von The Masked Singer auf und wurde in der dritten Folge demaskiert.<ref>Der Koala ist bei "The Masked Singer" raus! Ein Weltstar steckt darunter. 5. November 2022, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref><ref>The Masked Singer 2022: Paul Potts entpuppt sich als Koala. 2. April 2022, abgerufen am 2. April 2022.</ref>

Privates[Bearbeiten]

Potts ist seit 2003 verheiratet.<ref>So wurde aus dem Handyverkäufer ein Opernsänger bei news.de</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2009: Echo in der Kategorie Künstler International Rock/Pop

Verfilmung[Bearbeiten]

Potts’ Lebensweg wurde durch die überwiegend positiv bewertete britische Filmbiografie One Chance – Einmal im Leben aus dem Jahr 2013 nachgezeichnet.

Rezeption[Bearbeiten]

Potts gesangliche Qualitäten fanden häufig recht nüchterne Urteile:

„Sein Gesang ist technisch eher mittelmäßig. Entscheidend ist, dass er überhaupt sang, dass er, der Handyverkäufer, es geschafft hat. Dafür wurde er vom Publikum nach seinem Auftritt gefeiert. Für seine außergewöhnliche Geschichte.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Matthias Lüdecke: Süddeutsche Zeitung, 2011<ref name="sz-600188">Matthias Lüdecke: Stargeburten im Internet – Potts Blitz. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 9. Januar 2017.</ref>

„Paul Potts kann zweifellos auch singen, aber auch nicht besser als Tausende andere. Seine Stimme ist, so deutlich muss man es sagen, eindimensional. Es ist eine Stimme ohne Geheimnis, die immer ganz an der Oberfläche liegt, die nichts weiß von Schmerz oder Glück oder was es heißt, sechs Stunden lang den „Siegfried“ zu singen. Die einzige Charakterfarbe, die diese Stimme kennt, ist das Schmachtende – was so manchem spätestens nach dem dritten Lied gehörig auf die Nerven geht.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Udo Badelt: Der Tagesspiegel, 2008<ref name="TP 2008">Udo Badelt: Konzertkritik: Paul Potts: Alles, nur keine Oper, tagesspiegel.de, 29. Oktober 2008</ref>

„Ich kenne Studenten, die das besser können. Auch seine Ausstrahlung ist ausbaufähig. Man sieht ihm die Anstrengung richtig an. Die Kunst des großen Singens ist, dass man die Anstrengung eben nicht sieht. Potts ist sozusagen der Antipode zu dem, was ich meinen Studenten vermittle. […] Ich gönne Potts den Erfolg von Herzen. […] Aber jetzt soll bitte keiner tun, als sei da ein neuer Klassikstar geboren.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Thomas Quasthoff: Interview, Spiegel Online, 2008<ref name="SPON-584087">Klassik-Star Thomas Quasthoff: „Paul Potts macht Popsülze“. In: Spiegel Online. 7. November 2008, abgerufen am 9. Januar 2017.</ref>

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

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Weitere Alben

  • 2007: One Chance (Christmas Edition) (Sony Music; UK: Vorlage:Schallplatte)
  • 2008: One Chance (Deluxe Edition) (Sony Music)
  • 2014: Home (Sony Music)
  • 2017: On Stage (Sony Music)
  • 2018: Winter Dreams (Paul Potts Recordings)
  • 2022: Musica Non Proibita (Paul Potts Recordings)

Singles[Bearbeiten]

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Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten]

Goldene Schallplatte

Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2007: für das Album One Chance
  • Europa Europa
    • 2008: für das Album One Chance
  • Irland Irland
    • 2007: für das Album One Chance
  • Kanada Kanada
    • 2007: für das Album One Chance
  • Niederlande Niederlande
    • 2007: für das Album One Chance

2× Platin-Schallplatte

  • Danemark Dänemark
    • 2007: für das Album One Chance<ref>Album Top 40 - Uge 50 2007. In: hitlisten.nu. Abgerufen am 21. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    • 2024: für die Single Nessun dorma
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2007: für das Album One Chance
  • Schweden Schweden
    • 2007: für das Album One Chance

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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Paul Potts – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Paul Potts (2007) | George Sampson (2008) | Diversity (2009) | Spelbound (2010) | Jai McDowall (2011) | Ashleigh and Pudsey (2012) | Attraction (2013) | Collabro (2014) | Jules O’Dwyer & Matisse (2015) | Richard Jones (2016) | Tokio Myers (2017) | Lost Voice Guy (2018) | Colin Thackery (2019) | Jon Courtenay (2020) | Axel Blake (2022) | Viggo Venn (2023) Vorlage:Klappleiste/Ende

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