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Paul von Colindres

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Datei:Paul von Colindres Gemälde.jpg
Paul von Colindres
Datei:Paul von Colindres Stich.jpg
Zeitgenössischer Stich
Datei:Colindres - Monumento a Fray Pablo de Colindres.JPG
Denkmal in der Geburtsstadt Colindres

Paul von Colindres OFMCap (* 28. Oktober 1696 in Colindres, Kantabrien, Spanien; † 7. Juni 1766 in Wien) war ein spanischer Kapuziner und Generalminister (Generaloberer) des Gesamtordens.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Er entstammte einer adligen Familie und hieß ursprünglich Pedro Francisco Antonio Oruña y Calderón de la Barca. Sein Bruder Juan Antonio Oruña († 1748) amtierte ab 1744 als Bischof von Osma. Die Eltern waren Pedro Antonio de Oruña und Manuela Calderón de la Barca.<ref>Juan Loperraez Corvalan: Descripción histórica del obispado de Osma con el catálogo de sus Prelados, Band 1, S. 569–573, Madrid, 1788; (Digitalscan zu Eltern und Bruder)</ref>

Er studierte Jura, wählte den geistlichen Stand und lehrte kirchliches sowie weltliches Recht an der Universität Valladolid. An der Universität Salamanca erwarb er das Doktorat in Kirchenrecht. Bald berief man ihn als Domherr an die Kathedrale von Salamanca.

Pedro Francisco Antonio Oruña y Calderón de la Barca trat 1725 in den Kapuzinerorden ein und erhielt den Ordensnamen Paulus, nach Kapuzinersitte verbunden mit seinem Herkunftsort. Er hieß daher im Orden Bruder „Paul von Colindres“. Aufgrund seiner Gelehrsamkeit und seiner Frömmigkeit stieg er dort rasch auf. Der Ordensgeneral Hartmann von Brixen ernannte ihn 1727 zum Sekretär der spanischen Provinz.<ref>Emerich von Hall: Sieben-Jährige Wanderschaft, das ist: Kurtze und wahrhaffte Beschreibung der Sieben-Jährigen Visitations-Reyss R. P. Hartmanni Brixinensis des gantzen Capuciner-Ordens weiland gewesten Ministri Generalis, durch Spanien, Franckreich, Niederland, Teutsch- & Welschland, Innsbruck, 1753, S. 14; (Digitalscan)</ref> Von 1727 bis 1733 begleitete Paul von Colindres den Oberen auf seinen ausgedehnten Visitationsreisen, wobei er am 28. Januar 1731, zu Freiburg im Breisgau, der Hauptstadt von Vorderösterreich, spanischen Soldaten in ihrer Muttersprache predigte.<ref>Emerich von Hall: Sieben-Jährige Wanderschaft, das ist: Kurtze und wahrhaffte Beschreibung der Sieben-Jährigen Visitations-Reyss R. P. Hartmanni Brixinensis des gantzen Capuciner-Ordens weiland gewesten Ministri Generalis, durch Spanien, Franckreich, Niederland, Teutsch- & Welschland, Innsbruck, 1753, S. 173; (Digitalscan)</ref> Ab 1735 lebte er fünf Jahre lang als Missionar im afrikanischen Oran<ref>Spanische Webseite zu Paul von Colindres</ref> und wurde 1746 Ordensminister der Provinz Spanien. Als er General-Definitor der Kapuziner geworden war, bot ihm König Ferdinand VI. das Bistum Barcelona an, was er jedoch aus Bescheidenheit ablehnte. Im Amt des Definitors nahm er am Generalkapitel von 1747 teil, das Sigismund von Ferrara zum Ordensgeneral erkor.

Am 8. Mai 1761 wählte man Bruder Paul von Colindres zum 43. Generalminister des Kapuzinerordens. König Ferdinand IV. erhob ihn am 10. Juli 1762 zum Granden von Spanien. In seiner Generalatszeit visitierte er eifrig die Klöster und bereiste zu diesem Zweck sein Heimatland, Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Im Oktober 1765 hielt er sich in Bonn auf,<ref>Archivalien zum Bonner Aufenthalt</ref> ebenso in Köln,<ref>Klaus Baulmann: Annalen der Kapuziner von Kloster Brunnen 1705-1796, Band 62 von: Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, 2008, ISBN 3897104253, S. 161; (Ausschnittscan)</ref> wo ihm der Weihbischof Franz Kaspar von Franken-Siersdorf seine Aufwartung machte.<ref>Augspurgische Ordinari Postzeitung: Nr. 252, vom 21. Oktober 1765; (Digitalscan)</ref> Im Dezember weilte Paul von Colindres im Kapuzinerkonvent Bruchsal<ref> Webseite zum Kapuzinerkloster Bruchsal</ref> und traf mit dem Speyerer Fürstbischof Kardinal von Hutten zusammen.<ref>Freiburger Diözesan-Archiv, Band 29, 1901, S. 189, Herder-Verlag, Freiburg; (Ausschnittscan 1), (Ausschnittscan 2)</ref> Vom 17. bis zum 26. Januar 1766 besuchte der Generalobere Bamberg und wohnte im dortigen Kapuzinerkloster.<ref>Tag-Blatt der Stadt Bamberg, S. 125 des Jahrgangs 1853; (Digitalscan)</ref> Dann kam er in das Kapuzinerkloster Speyer. Hier übernachtete Paul von Colindres und besuchte das Rathaus sowie den Speyerer Dom, bevor er nach Mannheim an den kurfürstlichen Hof weiterreiste. Die zeitgenössischen Quellen bezeichnen ihn bei dieser Gelegenheit als bescheiden, freundlich und leutselig.<ref>Jakob Baumann: Geschichte der St. Ägidienkirche und des Kapuzinerkonventes in der freien Reichsstadt Speier, Speyer, 1918, S. 80–81</ref> Alle Berichte betonen, dass er angebotene Fahrgelegenheiten grundsätzlich ablehnte und alle Wege zu Fuß zurücklegte.

Der Ordensgeneral befand sich im Juli 1766 in Wien, wo er an einem „hitzigen Brustkatarrh“ (wohl Lungenentzündung) erkrankte und im dortigen Kapuzinerkloster verstarb.<ref>Johann Joseph von Khevenhüller-Metsch: Aus der Zeit Maria Theresias: Tagebuch des Fürsten Johann Josef Khevenhüller-Metsch, Kaiserlichen Obersthofmeisters 1742-1776, 1917, S. 186, (Ausschnittscan)</ref> Er wurde in der berühmten Wiener Kapuzinerkirche, der Begräbnisstätte der Habsburger, nahe beim Grab des seligen Marco d’Aviano beigesetzt. Seine Grabplatte mit Chronogramm ist erhalten;<ref>Günther Buchinger, Christa Farka: Wien: I. Bezirk - Innere Stadt, Institut für Österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, Wien, 2003, S. 81, ISBN 3850283666; (Ausschnittscan)</ref> die Trauerpredigt erschien im Druck.<ref>Kilian von Wien: Lob- und Trauerrede über den zeitlichen Hintritt des Priesters Paulus von Colindres des Ordens der minderen Brüder Capuciner Generalvorstehers, Wien, 1766; (Digitalscan der Trauerpredigt)</ref>

In seiner Geburtsstadt Colindres ist das „Colegio Público Fray Pablo de Colindres“ nach ihm benannt<ref>Webauftritt der Schule</ref> und man hat ihm ein Denkmal errichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Christian von Stramberg, Anton Joseph Weidenbach: Denkwürdiger und nützlicher rheinischer Antiquarius, II. Abteilung, Band 10, S. 616, Koblenz, 1861; (Digitalscan)
  • Melchior a Pobladura: Litterae circulares superiorum generalium Ordinis Fratrum Minorum Capuccinorum (1548-1803), Band 1, S. 274 ff., Institutum Historicum Ord. Fr. Min. Cap., 1960; (Ausschnittscan 1), (Ausschnittscan 2)
  • Bonifazio da Nizza: Ritratti degli nomini illustri dell'istituto de'Minori Capuccini promossi, o destinati a dignita ecclesiastiche, Teil 2, S. 35–37, Rom, 1804; (Digitalscan)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Paul von Colindres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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