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Pedell

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Pedelle mit Universitätszeptern, 1815 gestochen von Rudolph Ackermann in der History of the University of Cambridge
Datei:Pedell Payer Tübingen.jpg
Johann Friedrich Payer (1775–1851), Oberpedell in Tübingen, kontrolliert Studenten in einer Kneipe (mit kläffendem Pudel)
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Pedelle der Universität Bonn bei der Eröffnung des Akademischen Jahres 2024/25

Ein Pedell ist eine organisatorische Hilfskraft bei öffentlichen Institutionen, wie Gerichten, Schulen und insbesondere an Universitäten.

Begriffsherkunft[Bearbeiten]

Der Begriff Pedell wird auf das spätmittelhochdeutsche pedel, pedele oder bedelle zurückgeführt, was so viel heißt wie „Hausmeister einer [Hoch-]Schule“, sowie auf das frühneuhochdeutsche bedell oder pedell, was „Gerichtsbote“ (einer Universität), „Universitätsbote“ oder „Universitätsdiener“ bedeutet. Den Ausgang nahm der Begriff aus dem gleichbedeutenden mittellateinischen pedellus bzw. bedellus, welches vermutlich die Latinisierung eines germanischen Wortes war, denn das althochdeutsche Wort bitil ist bereits im 11. Jahrhundert nachweisbar; ferner steht das altenglische bedul wie auch altnordisch biðill – wie der althochdeutsche Ausdruck – in etwa für „Bittsteller“.<ref>Pedell. In: Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Digitalisierte und aufbereitete Ausgabe basierend auf der 2., im Akademie-Verlag 1993 erschienenen Auflage.</ref> Möglicherweise kam es im Laufe der Zeit zudem zu einer Vermischung mit Büttel.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25., durchges. und erw. Auflage. de Gruyter, Berlin [et al.] 2011, ISBN 978-3-11-022364-4, S. 691.</ref>

Funktionen und Aufgaben[Bearbeiten]

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit unterstanden die Angehörigen einer Universität nicht den örtlichen Institutionen, sondern hatten ihre eigene Gerichtsbarkeit. Der Pedell hatte dabei die Exekutive inne. Er war Gerichtsdiener<ref>Theodor Heinsius: Vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache. Band 3, Wien 1830, S. 369.</ref> und für die Ordnung und Einhaltung der Universitätsgesetze zuständig. Er überbrachte an unbotsame Studenten Ladungen vor den Rektor und war für die Ausführung der akademischen Strafen verantwortlich. So gehörte auch der Karzer zu seinem Aufgabengebiet.<ref>Otto Krabs: Von Erlaucht bis Spektabilis. Kleines Lexikon der Titel und Anreden. 2. Aufl., München 2004, S. 107.</ref> Üblicherweise war der Pedell auch für die Organisation der akademischen Leichenbegängnisse verantwortlich.<ref>Silke Wagener: Pedelle, Mägde und Lakaien. Dissertation Universität Göttingen 1994, Göttingen 1996, S. 272.</ref>

Für die Studenten waren die Pedelle unliebsame Aufpasser, die so manchen Spaß verdarben.<ref>J. Vollmann: Burschicoses Wörterbuch. 1. Teil, Ragaz 1846, S. 358; Neuauflage mit Vorwort, WHB Verlag, Mönchengladbach 2020, ISBN 978-3-943953-02-2.</ref> Der übliche Spitzname für den Pedell war „Pudel“.<ref>Egon F. Herbert: Die Burschensprache. Standessprache des deutschen Studenten. Salzburg / Linz 1991, S. 36.</ref>

Das Amt des Pedells war bis ins 16. Jahrhundert mit einem gewissen Prestige verbunden, verlor jedoch dann zunehmend an Ansehen und ist heute nur noch dem Namen nach vorhanden.<ref>Otto Krabs: Von Erlaucht bis Spektabilis. Kleines Lexikon der Titel und Anreden. 2. Auflage. München 2004, S. 106 f.</ref> Die Berufsbezeichnung gibt es vereinzelt heute noch – allerdings mit gewandeltem Tätigkeitsprofil, etwa bei den Mitarbeitern der Hausverwaltungen der Universitäten Mainz<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. FB 03 / Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> und Trier<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Universität Trier, Trier; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>.

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Das Pedellhaus in Ingolstadt

In Ingolstadt beherbergt das mittelalterliche Pedellhaus heute ein Heimatmuseum. Als Schutzpatronin der Pedelle wird Lucia von Syrakus angesehen.<ref>Otto Wimmer: Handbuch der Namen und Heiligen. Innsbruck 1966, S. 622.</ref>

Bekannte Pedelle waren unter anderem Wilhelm Eder, George Edwards, Louis Elsevier, Matthys Elsevier, Johann Friedrich Payer und Jakob Schmid.

Kultur[Bearbeiten]

Pedelle in der Literatur[Bearbeiten]

Pedelle im Film[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Berent Schwineköper: Aus dem Göttinger Studentenleben um 1880. Über das Verhältnis von Pedellen und Studenten. Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 23 (1978), S. 231–237.
  • Silke Wagener: Pedelle, Mägde und Lakaien. Diss. Univ. Göttingen 1994.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bedells – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Wiktionary: Pedell – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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