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Penzenhofen

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Penzenhofen
Gemeinde Winkelhaid
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(706)&title=Penzenhofen 49° 23′ N, 11° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(706) 49° 22′ 47″ N, 11° 18′ 12″ O
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Höhe: 420 m ü. NHN
Einwohner: 706 (30. Juni 2023)<ref name="Einwohner">Porträt | Gemeinde Winkelhaid. Abgerufen am 24. August 2024.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 90610
Vorwahl: 09187
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Penzenhofen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Winkelhaid im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Penzenhofen liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Winkelhaid, teils auf dem Gemeindegebiet von Altdorf. Sie hat eine Fläche von 4,604 km² und ist in 1310 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3514,79 m² haben.<ref>Gemarkung Penzenhofen (093453). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 4. November 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Au und Ludersheim.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref>

Die ehemals eigenständige Landgemeinde ist heute ein Wohnort mit umgebender landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Nutzung. Die Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer ist das älteste Gebäude im Dorf. Sie prägte über Jahrhunderte das Orts- und Landschaftsbild von Penzenhofen und ebenso die Entwicklung des Dorfes. Der Ort ist sehr wahrscheinlich als Siedlung um einen Zeidlerhof entstanden und wurde bereits im Jahre 1129 erstmals urkundlich erwähnt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Das Pfarrdorf bildet mit Winkelhaid im Norden eine geschlossene Siedlung. Diese liegt am östlichen Rande des Lorenzer Reichswaldes im Fränkischen Keuper-Lias-Land. Die Staatsstraße 2239 führt an Moosbach vorbei nach Feucht (6,5 km westlich) bzw. an Grünsberg vorbei nach Weinhof (1,7 km östlich). Die Kreisstraße LAU 23 nach Winkelhaid (0,8 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Altenthann (1,4 km südlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Der Landschaftsraum von Penzenhofen liegt im Übergangsbereich von zwei Naturraumeinheiten, die nach der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (gemäß Meynen/Schmithüsen et al.) Teil der Haupteinheitengruppe Fränkisches Keuper-Lias-Land sind. Im Osten erstrecken sich die Ausläufer des Vorlandes der mittleren Frankenalb und im Westen des Dorfes schließt sich das Mittelfränkische Becken an.<ref>Karte der Naturraum-Haupteinheiten und Naturraum-Einheiten in Bayern. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 5. August 2020.</ref><ref>Geodienst: Landschaften in Deutschland. Bundesamt für Naturschutz (BfN), abgerufen am 5. August 2020.</ref>

Geologie[Bearbeiten]

Penzenhofen ist im Südwestdeutschen Schichtstufenland gelegen.<ref>Landschaftssteckbrief 11100: Vorland der Mittelfränkischen Frankenalb. Bundesamt für Naturschutz, 1. März 2012, abgerufen am 5. August 2020.</ref> Die Geologie wird durch Keuper- und Lias-Schichten aus dem Trias geprägt. Das oberflächlich anstehende jungpaläozoische bis mesozoische Deckgebirge aus der Zeit der Obertrias bis Unterjura bestimmt das leicht modellierte Relief des Ortes. Ungegliederte Schichten des Rhätolias formen den Naturraum und zeichnen sich durch eine Wechselfolge von mittel- bis grobkörnigen Sandstein und wasserstauenden Tonstein aus. Schichten der Gryphäensandstein- bis Numismalismergel-Formationen treten südlich des Ebenbaches zutage. Nördlich der Penzenhofener Hauptstraße haben sich quartäre Flugsande abgelagert. Die Sande weisen eine geringe Korngröße um 200 Mikrometer auf.<ref>Digitale Geologische Karte von Bayern 1:25.000 (dGK25). In: UmweltAtlas Geologie. Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), abgerufen am 19. Mai 2019.</ref>

Boden[Bearbeiten]

Datei:Penzenhofen Ausschnitt 6451.jpg
Blick aus südlicher Richtung auf den eingegrünten Ortsrand von Penzenhofen, im Vordergrund sind Felder auf Braunerde-Böden zu sehen und am rechten Bildrand ist die Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer zu erkennen.

Die Keuper-Lias-Landschaft des ländlich geprägten Dorfes wird überwiegend von agrarisch wertvollen Braunerde-Böden bedeckt. Die westlich gelegenen Wälder Rabenholz und Neuer Bruch nördlich und südlich der Penzenhofener Hauptstraße stocken auf Podsol- und Braunerde-Podsol-Böden, die durch Nährstoffarmut gekennzeichnet sind und für eine landwirtschaftliche Nutzung zu ertragsarm sind. In den Auenlagen des Ebenbaches haben sich Gleye und andere grundwasserbeeinflusste Böden aus skelettführendem Sand entwickelt. Diese Bodentypen bilden das Talsediment des sandgeprägten Tieflandbachs. Daran schließen sich Pseudogleystandorte an. Diese terrestrischen Böden sind durch Stauwasser charakterisiert.<ref>Übersichtsbodenkarte 1:25.000. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref>

Klima[Bearbeiten]

Penzenhofen liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Der Ortsteil befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Penzenhofen zum gemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C.<ref>Klima. Climate-Data.org, abgerufen am 5. August 2020.</ref>

Fließgewässer[Bearbeiten]

Der Ebenbach bildet die südwestliche Grenze des Dorfes. Im Südosten des Bachverlaufes wurde das Gewässer zu zwei Weihern aufgestaut.<ref name=":0">Ortskarte 1:10.000. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref> Bereits im 19. Jahrhundert ist ein Stillgewässer in historischen Karten (Uraufnahmeblätter und Positionsblätter) sichtbar.<ref>Uraufnahmeblätter (1808-1864). In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref><ref>Positionsblätter im Maßstab 1:25.000 (1817-1841). In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref> Ein Wäldchen mit der alten Flurbezeichnung Heulohe grenzt im Süden direkt an die Weiher an.<ref name=":0" />

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Das Albvorland östlich von Nürnberg wurde aufgrund der agrarisch wertvollen Schwarzjuraböden bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Dazu zählt eine Fundstelle östlich von Penzenhofen, die möglicherweise von Siedlern aus Altbayern angelegt wurde.<ref>Peter Honig: Eine Siedlung des Südostbayerischen Mittelneolithikums bei Penzenhofen (Gde. Winkelhaid, Lkr. Nürnberger Land): Ein Nachweis zur mittelneolithischen Besiedelung des Alb Vorlands. Hrsg.: Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg e.V. Jahresmitteilungen 1995. Nürnberg 1995, S. 47–52.</ref> Der Raum südwestlich und südöstlich von Penzenhofen weist Siedlungsbelege aus der Urnenfelderzeit und der Latènezeit auf.<ref>Bayerische Denkmalatlas. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 31. August 2017, abgerufen am 18. Februar 2018.</ref>

Mittelalter[Bearbeiten]

Vermutlich ist Penzenhofen um die Siedlung eines Zeidlerhofes entstanden, ebenso wie wohl auch Winkelhaid und Ungelstetten.<ref>Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783895701078 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes ist auf das Jahr 1129 datiert, als der Reichsdienstmann Turinhard von Penzenhofen Zeuge bei einem Schiedsspruch war.<ref>F. Heidingsfelder, Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt, Erlangen 1915–1938, Nr. 333.</ref> Allerdings verlegte er bereits wenige Jahre später seinen Wohnsitz nach Pyrbaum, während sein Bruder Hartmann noch bis 1155 hier wohnte.<ref>W. Stadelmann, Der Besitz des Nürnberger Klosters St. Ägidien im Neumarkter Raum, 29. Jahresbericht des Historischen Vereins Neumarkt, 2020, S. 59.</ref> Um 1500 gehörten bereits 4 Bauernhöfe zum Besitz der Reichsstadt Nürnberg,<ref>P. Fleischmann, Das Reichssteuerregister von 1497 der reichsstadt Nürnberg, 1993, S. 186, Nr. 5964-5947.</ref> die 1504 mit der Hofmark Altdorf auch alle weiteren Herrschaftsrechte erwarb.

Neuzeit[Bearbeiten]

Zur Reformationszeit bestand Penzenhofen aus 8 Bauernhöfen.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 55b, Nr. 1, fol. 68.</ref> Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Penzenhofen gebildet. Zu diesem gehörten Au, Ludersheim, Richthausen, Ungelstetten und Winkelhaid. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Penzenhofen, zu der Au und Ludersheim gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Altdorf.<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 22 (Digitalisat).</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 31. Dezember 1971 aufgelöst: Penzenhofen wurde nach Winkelhaid eingegliedert, Au und Ludersheim nach Altdorf.<ref> </ref><ref>Winkelhaid (Mittelfranken) > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 6. November 2024.</ref>

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Berichtsjahr Gemeinde Penzenhofen Berichtsjahr Kirchdorf Penzenhofen
1871 255 Einwohner 1970 461 Einwohner
1925 329 Einwohner
1950 577 Einwohner

Quelle: Gemeinde<ref>Einwohnerstatistik Gemeinde. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 16. April 2026.</ref> / Kirchdorf<ref>Einwohnerstatistik Kirchdorf. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 16. April 2026.</ref>

Sehenswürdigkeiten und Naherholung[Bearbeiten]

In Penzenhofen befinden sich mit der evangelisch-lutherischen Johanniskirche, einem Wohnstallhaus und einer Scheune drei Baudenkmäler.

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Johanniskirche[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ist das älteste Gebäude in Penzenhofen.<ref name=":1">Porträt. Gemeinde Winkelhaid, abgerufen am 19. Mai 2019.</ref> Die erste schriftliche Erwähnung des Gotteshauses ist für das Jahr 1403 belegt. Das genaue Errichtungsdatum ist allerdings unbekannt.<ref name=":02" />

Bereits von der Ferne aus ist die Saalkirche mit schlankem Viereckturm und Fachwerk sichtbar.<ref name=":02">Michaela Moritz: Nürnberger Land. Hrsg.: Haus der Bayerischen Geschichte des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Nr. 11. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2637-3, S. 42.</ref><ref>Regierungsbezirk Mittelfranken, Landkreis Nürnberger Land, Gemeinde Winkelhaid. In: Bayerische Denkmalliste. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 16. April 2020, abgerufen am 20. August 2020.</ref>

Naherholung[Bearbeiten]

Datei:Penzenhofen 6454 (2).jpg
Blick über ein Gerstenfeld auf Penzenhofen aus südwestlicher Richtung

Durch den abwechslungsreichen Landschaftsraum von Penzenhofen verlaufen mehrere gekennzeichnete Wander- und Radwege. Entlang der Penzenhofener Hauptstraße (Staatsstraße 2239) führt ein Zweirichtungsradweg. Der getrennt von der Straße verlaufende Radwanderweg verbindet die beiden Gemeinden Feucht und Altdorf mit Penzenhofen. Parallel zur Penzenhofener Straße und Altenthanner Straße führt ein weiter Radwanderweg in Nord-Süd-Richtung des Ortes. Der Weg verbindet Altenthann mit Penzenhofen und Winkelhaid.<ref>Freizeit in Bayern. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. November 2024.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Penzenhofen (Winkelhaid) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

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Penzenhofen | Richthausen | Ungelstetten | Winkelhaid

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