Zum Inhalt springen

Perfluortributylamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Strukturformel von Perfluortributylamin
Allgemeines
Name Perfluortributylamin
Andere Namen
  • PFTBA
  • FC-43
  • Heptacosafluortri-n-butylamin
  • Tris(perfluorbutyl)amin
  • Fluosol FC 43
Summenformel C12F27N
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit<ref name="Alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 206-223-1
ECHA-InfoCard 100.005.659
PubChem 9397
ChemSpider 13836523
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 671,09 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="Sigma" />

Dichte

1,883 g·cm−3 (25 °C)<ref name="Sigma" />

Schmelzpunkt

−52 °C<ref name="Sigma" />

Siedepunkt

178 °C<ref name="Sigma" />

Dampfdruck

170 Pa (25 °C)<ref name="Sigma" />

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser<ref name="DreiM" />

Brechungsindex

1,2890 (20 °C)<ref name="Alfa" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Perfluortributylamin (PFTBA) bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Perfluortributylamin (PFTBA) ist eine Flüssigkeit aus der Gruppe der Perfluorcarbone,<ref name="Franz von Bruchhausen, Hermann Hager, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe" /> welche in der Atmosphäre den Treibhauseffekt stark fördert.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Perfluortributylamin ist eine wasserunlösliche und chemisch inerte, farblose Flüssigkeit. Forscher der Universität Toronto stellten fest, dass PFTBA als Gas das 7100-fache Treibhauspotential von Kohlendioxid besitzt. Da es nur in Spuren in der Atmosphäre vorkommt, ist seine Gesamtwirkung hingegen nur 1/10.000 so groß wie die von Kohlendioxid.<ref name="DOI10.1002/2013GL058010" />

Es ist strukturell eng verwandt mit Perfluamin und Perfluortripentylamin, die statt perfluorierten Butylgruppen perfluorierte Propyl-, bzw. Pentylgruppen aufweisen.

Verwendung[Bearbeiten]

PFTBA wird unter anderem in der Elektronikindustrie (Handelsname z. B. Fluorinert FC-43 von 3M) für Hitzetests<ref name="DreiM" /> und früher / anfänglich etwa 1990 bis 1995 beim Dampfphasenlöten<ref name="Howard H. Manko" /> eingesetzt, welches aber zwischenzeitlich durch nicht klimaaktives Perfluorpolyether abgelöst wurde. Ebenfalls findet es in der Massenspektrometrie als Kalibriersubstanz Verwendung.<ref name="Jürgen H. Gross, Karin Beifuss" /> Ein Massenspektrum und eine Tabelle mit exakten Massen zur Kalibrierung von Massenspektrometern ist als Referenz zugänglich<ref>Hans-Joachim Hübschmann: Handbook of GC-MS. 3. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim, Germany 2015, ISBN 978-3-527-33474-2, S. 319 ff.</ref>. Zubereitungen, die Perfluortributylamin (z. B. Fluosol) und andere Perfluorcarbone enthalten, eignen sich als Blut- und Erythrozytenersatz<ref name="Franz von Bruchhausen, Hermann Hager, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe" /> und werden auch in der Augenmedizin<ref name="Alain Tressaud, Günter Haufe" /> und in Partikelzählern in Flugzeugen<ref name="Manfred Wendisch, Jean-Louis Brenguier" /> eingesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="Alfa">Datenblatt Perfluorotributylamine, Mass Spec Std bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref> <ref name="dose"> S. Gangolli, Royal Society of Chemistry (Great Britain): The Dictionary of Substances and Their Effects: O–S. Royal Society of Chemistry, 1999, ISBN 0-85404-833-2, S. 175 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Franz von Bruchhausen, Hermann Hager, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe"> Franz von Bruchhausen, Hermann Hager, Siegfried Ebel, Eberhard Hackenthal, Ulrike Holzgrabe: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Stoffe L–Z. Springer DE, 1999, ISBN 3-642-58388-1, S. 407 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="DOI10.1002/2013GL058010">Angela C. Hong, Cora J. Young, Michael D. Hurley, Timothy J. Wallington, Scott A. Mabury: Perfluorotributylamine: A novel long-lived greenhouse gas. In: Geophysical Research Letters. 40, 2013, S. 6010–6015, doi:10.1002/2013GL058010.</ref> <ref name="DreiM">3M: Electronic Liquid FC-43</ref> <ref name="Howard H. Manko"> Howard H. Manko: Soldering Handbook For Printed Circuits and Surface Mounting. Springer, 1995, ISBN 0-442-01206-3, S. 239 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Jürgen H. Gross, Karin Beifuss"> Jürgen H. Gross, Karin Beifuss: Massenspektrometrie: Ein Lehrbuch. Springer DE, 2013, ISBN 3-8274-2981-1, S. 110 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Alain Tressaud, Günter Haufe"> Alain Tressaud, Günter Haufe: Fluorine and Health: Molecular Imaging, Biomedical Materials and Pharmaceuticals. Elsevier, 2008, ISBN 0-08-055811-9, S. 410 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Manfred Wendisch, Jean-Louis Brenguier"> Manfred Wendisch, Jean-Louis Brenguier: Airborne Measurements for Environmental Research: Methods and Instruments. John Wiley & Sons, 2013, ISBN 978-3-527-65324-9, S. 166 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>