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Peter Faber

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Andachtsbildchen des hl. Petrus Faber (Vita Petri Fabri des Niccolò Orlandini, 1617)

Petrus Faber SJ (französisch Pierre Favre, auch Lefèvre, eingedeutscht Peter Faber; * 13. April 1506 in Villaret, Herzogtum Savoyen; † 1. August 1546 in Rom) war einer der Gefährten des Ignatius von Loyola und Mitbegründer des Jesuitenordens. In der römisch-katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt.

Leben[Bearbeiten]

Piero wuchs in einer Bauernfamilie im entlegenen Weiler Lo Vilarét (heute Le Villaret) auf, der zum gleichnamigen Pfarrdorf (heute Saint-Jean-de-Sixt) gehörte. Die Menschen in dieser Gegend sprachen frankoprovenzalisch (das Gebiet wurde noch zu Fabers Lebzeiten von 1536 bis 1559 von Frankreich besetzt, aber erst 1860 französisch). Seine Eltern betrauten den Siebenjährigen bereits mit dem Hüten ihrer Schafherde auf den Almen des Grand-Bornand im Bornes-Massiv in den Savoyer Alpen (frz. Massif des Bornes). Schulen gab es in den Gebirgsdörfern nicht, doch lernte Pierre den Katechismus, vermutlich von seiner Mutter.<ref>Rita Haub: Peter Faber. Globetrotter Gottes. Lahn-Verlag, Kevelaer 2006, S. 11.</ref> Sein Onkel Mamert, der Prior der nahegelegenen Kartause Repausatorium war, erkannte die Begabung seines Neffen und bewirkte, dass dieser bei einem Priester in Tono Unterricht erhielt. Er lernte schnell Lesen und Schreiben sowie die Grundlagen des Lateinischen und Französischen, sodass er mit 12 Jahren die Lateinschule in La Roche besuchen konnte, das etwa 30 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt lag.<ref>Rita Haub: Peter Faber. Globetrotter Gottes. Lahn-Verlag, Kevelaer 2006, S. 12.</ref>

Schon früh fühlte Piero sich zum Priestertum berufen. 1525 konnte er trotz widriger finanzieller Umstände am Collège Sainte-Barbe in Paris das Studium beginnen.<ref>Rita Haub: Peter Faber. Globetrotter Gottes. Lahn-Verlag, Kevelaer 2006, S. 13.</ref> Sein Zimmer teilte er mit Ignatius von Loyola und mit Franz Xaver.<ref>Severin Leitner: Peter Faber SJ (1506–1546). Geistliche Gestalt und Spiritualität. In: Geist und Leben, Jg. 79 (2006), S. 89–106, hier S. 90.</ref> Hier französisierte er seinen Namen zu Pierre Favre.

1534 wurde Petrus Faber zum Priester geweiht. Im selben Jahr legte er zusammen mit der jungen Gemeinschaft um Ignatius von Loyola (Franz Xaver, Diego Laínez, Alfonso Rodrigues und Nicolás Bobadilla) in Paris das Gelübde ab, das 1540 zur Gründung des Jesuitenordens führte. 1537 übersiedelte die Gruppe nach Venedig. In den folgenden Jahren betätigte sich Faber mit Gefährten in Parma und Ravenna.

1541 hielt er sich im Auftrag des Papstes in Worms auf, um am Wormser Religionsgespräch von 1541 teilzunehmen, was ihm aber verwehrt wurde.<ref>Peter Schmidt und Matthias Untermann: Worms, St. Joseph, später St. Xaver. Jesuitenresidenz, dann Jesuitenkolleg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden Band 5 = Beiträge zur pfälzischen Geschichte Band 26.5. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2019. ISBN 978-3-927754-86-7, S. 976–999 (977).</ref> Am Regensburger Religionsgespräch im gleichen Jahr soll er teilgenommen haben. 1542 kehrte er nach einem kurzen Aufenthalt in Spanien wieder nach Deutschland zurück und wirkte in den Bistümern Speyer, Mainz und Köln vor allem als geistlicher Exerzitienmeister. Bei dieser Tätigkeit lernte er in Mainz den jungen Petrus Canisius kennen, der durch die Exerzitien Fabers in seiner zukünftigen Lebensplanung stark beeinflusst und für den Jesuitenorden gewonnen wurde. Er wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit der Gegenreformation und später sogar zum Kirchenlehrer erhoben. In Deutschland beobachtete Petrus Faber, dass das unmoralische Verhalten in Teilen des Klerus und das fehlende Glaubenswissen im Volk die Hauptgründe für die Erfolge des Protestantismus seien, was weitreichende Folgen für die apostolische Ausrichtung des ganz jungen Jesuitenordens hatte. Faber pflegte an den verschiedenen Orten seines Wirkens intensive geistliche Kontakte zu Kartäusern, die seine Spiritualität mitprägten. Mit ihrer Hilfe errichtete er in Köln auch die erste Niederlassung des Jesuitenordens auf deutschem Boden. In Mainz verehrte er besonders das sogenannte Gnadenkreuz, das sich heute im dortigen Priesterseminar befindet. Er erwähnte es auch mehrfach in seinem 1542 begonnenen „Memoriale“, dem geistlichen Tagebuch.<ref>Webseite des Bistums Mainz zur Franziskuskapelle mit dem Gnadenkreuz</ref>

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Peter Faber – Portraitbüste in der Kirchenruine St. Christoph in Mainz

1543 kam Peter Faber nach Löwen und Antwerpen in Flandern. 1544 wurde er nach Portugal und Spanien gesandt und von dort nach Italien gerufen, um als päpstlicher Theologe am Konzil von Trient teilzunehmen. Am 17. Juli 1546 traf er in Rom ein, infolge seiner unablässigen, weiten Reisen zu Fuß völlig entkräftet.<ref>Severin Leitner: Peter Faber SJ (1506–1546). Geistliche Gestalt und Spiritualität. In: Geist und Leben, Jg. 79 (2006), S. 89–106, hier S. 96.</ref> Dort verstarb er, der Überlieferung zufolge in den Armen des Ignatius.

Seligsprechung und Heiligsprechung[Bearbeiten]

Am 5. September 1872 wurde Petrus Faber seliggesprochen, sein Gedenktag ist der 1. August. Am 17. Dezember 2013 sprach ihn Papst Franziskus unter Verzicht auf formale Erfordernisse und Zeremonien per Dekret heilig.<ref>Katholische Nachrichten-Agentur (KNA), 18. Dezember 2013</ref>

Patronate[Bearbeiten]

In Berlin-Kladow besteht die Seniorenresidenz Peter-Faber-Haus als Jesuiten-Kommunität.

Die Kölner Jesuitenkommunität hat das „Peter-Faber-Haus“ neben den Gemeinderäumen von St. Peter, der ältesten Pfarrkirche Kölns, im Herbst 2015 neu bezogen.

Peter Faber ist Patron der Kölner Jesuiten.<ref>Peter-Faber-Haus Köln, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>

In Daressalam gibt es eine Pfarrkirche mit dem Patronat St. Peter Faber.<ref>„Jahr der Gnade“. In: Christian Braunigger SJ, Missionsprokurator für Deutschland und Österreich (Hrsg.): jesuitenweltweit. Nr. 4, 2023, ISSN 2364-8635, S. 31–32 (jesuitenweltweit.at [PDF]).</ref><ref>MuPhilip Media: Mwanakondoo wa Mungu kwaya ya Ukwakata Parokia ya Mt.Peter Faber Mabibo Dar es salaam auf YouTube, 16. Juli 2023, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref>

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Bautz: Peter Faber. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 1585–1586.
  • Michel de Certeau: L’experience du salut chez Pierre Favre, in: Christus, Jahrgang 5, 1958, S. 75–92.übersetzt von Andreas Falkner 2014 Die Erfahrung von Heil bei Peter Faber. In: Geist und Leben. Band 87, Nr. 3, 2014, S. 236–251 (geist-und-leben.de).
  • Rudolf Cornely: Leben des seligen Petrus Faber, ersten Priesters der Gesellschaft Jesu. Herder, Freiburg im Breisgau 2. Aufl., verbessert und vermehrt von Heinrich Scheid, 1900.
  • Rita Haub: Peter Faber. Globetrotter Gottes. Lahn-Verlag, Kevelaer 2006, ISBN 3-7867-8568-6.
  • Peter Henrici: „Bei allem Tun Andacht finden“. Aus dem geistlichen Tagebuch des seligen Peter Faber. In: Geist und Leben. Band 36, Nr. 4, 1963, S. 281–293 (geist-und-leben.de).
  • Stefan Kiechle: Ein reformierter Priester. Warum Papst Franziskus den heiligen Peter Faber so schätzt. In: Herder Korrespondenz. Nr. 4, 2014, S. 192–195 (herder.de).
  • Bernhard Knorn: Peter Faber und das Kreuz. In: GuL. Band 87, Nr. 2, 2014, S. 123–136 (geist-und-leben.de).
  • Severin Leitner: Peter Faber SJ (1506–1546). Geistliche Gestalt und Spiritualität. In: GuL. Band 79, Nr. 2, 2006, S. 89–106 (echter.de).
  • Christoph Nebgen (Hrsg.): Die Zeit ist ein Bote Gottes. Der heilige Peter Faber SJ und sein Wirken in Mainz (= Mainzer Perspektiven: Aus der Geschichte des Bistums, Bd. 7). Echter, Würzburg 2014, ISBN 978-3-429-03723-9.
  • Klaus Schatz: Deutschland und die Reformation in der Sicht Peter Fabers (1506–1546). In: Geist und Leben. Band 69, 1996, S. 259–272 (echter.de).
  • Santiago Madrigal: Jesuiten und die Reformation im 16. Jahrhundert: Peter Faber. In: Jesuiten. Band 65, Nr. 2, 2014, S. 10–11 (jesuiten.org [PDF]).
  • Jos Vercruysse: „In Wahrheit Lieben …“. Peter Faber und die Lutherische Reformation. In: GuL. Band 69, Nr. 1, 2016, S. 82–90 (geist-und-leben.de).
  • Dominik Terstriep: Peter Faber: Freund - Wanderer - Mystiker (= Ignatianische Impulse 73), Echter-Verlag, Würzburg 2016, ISBN 978-3-429-03985-1

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Peter Faber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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