Pfarrkirche Silbertal
Die Pfarrkirche Silbertal ist die römisch-katholische Pfarrkirche in der österreichischen Gemeinde Silbertal.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Vorgängerkirche ist als Filialkirche der Pfarrkirche Bartholomäberg als St. Nikolaus im Muntafune und St. Nikolaus im Silberberg überliefert, da der Ortsname Silbertal erst im 17. Jahrhundert festgelegt wurde. Es war die Kirche der um 1300 eingewanderten Walser, die noch unbewohnte steile Wälder rodeten und besiedelten. Am 21. April 1332 weihte Bischof Ulrich von Chur die Kirche auf die Heiligen der Walser St. Nikolaus und St. Mauritius.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Emil Scheibenstock: Die St. Agatha Bergknappenkapelle am Kristberg. Juli 2004, PDF 506 kB. ( des Vorlage:IconExternal vom 3. März 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Diese Kirche war 1478 baufällig geworden und musste von Grund auf erneuert werden.<ref>Chronik 2023 Silbertal. In: vorarlberger-walservereinigung.at. 21. Februar 2024, abgerufen am 14. Juni 2024.</ref>
An der Stelle der aufgrund des Bevölkerungszuwachses zu klein gewordenen, 1892 abgerissenen Vorgängerkirche wurde unter dem Pfarrer Adolf Nachbauer nach den Plänen von Friedrich von Schmidt, als Spätwerk dieses Architekten im frühgotischen Stil, unter der Leitung von Baumeister Fidel Kröner aus Feldkirch von 1892 bis 1893 die heutige Pfarrkirche errichtet und am 12. Oktober 1893 von Weihbischof Zobl geweiht.
Bauwerk[Bearbeiten]
Mit 57 Metern ist ihr Turm der mit Abstand höchste des Montafons. Als einzige der 19 Monafoner Kirchen hat sie ihren Haupteingang an der Ostseite.<ref>Michaela: Schrunser Kirche wird Münster: Kirchen und Barock im Montafon. In: silberbergmontafon.at. 6. März 2020, abgerufen am 20. Mai 2023.</ref> Die Innenmaße des in Form einer zweischiffigen Hallenkirche mit Kreuzgratgewölbe errichteten Kirchenschiffs betragen 24 m (Länge) sowie jeweils 12 m Breite und Höhe.<ref name=":1">akustische Kirchenführung (mp3-Audio, ca. 13:30 Minuten lang) anläßlich des 130-jährigen Bestehens der Pfarrkirche Silbertal. Abgerufen am 19. November 2025.</ref>
Auf dem Vorplatz der Kirche, rechts vor der Friedhofsmauer, befand sich von 1968 bis 2009 das Kriegerdenkmal der Gemeinde Silbertal zum Gedenken an die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Söhne des Ortes. Im Zuge einer geschichtlichen Aufarbeitung zu einem bei den Namensinschriften der Gefallenen mitgenannten NS-Täter wurde das Denkmal von der Gemeinde im Juni 2009 entfernt und an seiner Stelle ein Erinnerungsplatz geschaffen.
→ Siehe Hauptartikel Kriegerdenkmal Silbertal
Ausstattung[Bearbeiten]
Die Kanzel ist eine Arbeit des Bildhauers Moriz Schlachter aus Ravensburg. Hochaltar, wie auch Herz-Jesu-Altar und Mutter-Gottes-Altar als Seitenaltäre, sind von August Valentin in Brixen gefertigt und wurden von 1909 bis 1911 aufgebaut. Der Münchner Kunstmaler Hans Martin malte das Kircheninnere 1896 aus.<ref name=":1" />
Anton Behmann aus Schwarzach errichtete die Orgel im Jahr 1903. Deren Kollaudierung fand am 12. November 1903, einem Silbertaler Feiertag, verbunden mit einem vormittägigen und nachmittägigen Gottesdienst, mit den Kollaudoren Beda Öser, Pfarrer in Blons und Schulleiter Wanderer aus Schruns statt.<ref>anno.onb.ac.at Vorarlberger Volksblatt, 20. November 1903, Bericht zu Silbertal, Seite 4</ref> Die 840 Pfeifen stehen auf Kegelladen, sie können mit zwei Manualen und Pedal angespielt werden. Die Orgel mit störanfälligen pneumatischen Spiel- und Registertrakturen sollte bereits in den 1980er Jahren instandgesetzt werden, was misslang. So wurde sie stillgelegt und verfiel seither. Mit ihrem nach oben offenen Gehäuse verschmutzte sie extrem, vor allem durch Vogelkot. Zudem verschwanden Pfeifen, Registerschilder und andere Teile, was die im April 2026 begonnene Instandsetzung des inzwischen vollständig funktionsunfähig gewordenen Orgelwerks durch die Schweizer Orgelbauer Barbara Dutli und Ferdinand Stemmer anspruchsvoll machte. Am 30. August 2026 konnte sie wieder eingeweiht werden.<ref>Katharina Batlogg, vorarlberg.ORF.at: Orgel erklingt nach 40 Jahren wieder. 1. September 2026, abgerufen am 1. September 2026.</ref><ref>Eine Königin erwacht. Abgerufen am 1. September 2026.</ref>
Das 1899 aufgehängte Bronzegeläut aus der Gießerei Grassmayr (Feldkirch) bestand aus vier Glocken und wog insgesamt 4779 kg. Es wurde 1916 durch das Einschmelzen für die Rüstungsproduktion vernichtet. Als Provisorium diente danach ein Glöckchen aus der Agathakapelle am Kristberg.<ref name=":1" /> Seit 1923 besteht das Geläut aus vier Stahlglocken der Böhler-Werke Kapfenberg mit den Schlagtönen c'– e'– g'– a'. Diese hängen in einem Holzglockenstuhl an geraden Holzjochen. 2016 erfolgte eine Sanierung der gesamten Läuteanlage sowie der Turmuhr und der Schlagwerke.<ref>Kirche Silbertal. In: TurmTechnikTirol. Abgerufen am 10. Juni 2023.</ref><ref>Silbertal (Vorarlberg) Geläute der Pfarrkirche zu den heiligen Josef & Nikolaus. Abgerufen am 10. Juni 2023.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Vorarlberg. Silbertal. Pfarrkirche Hll. Josef und Nikolaus. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1983, ISBN 3-7031-0585-2, Seite 381.
Galerie[Bearbeiten]
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Ansicht des Seitenaltars Mutter-Gottes-Altar
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Unteres Einzelbild im rechten Flügel des Mutter-Gottes-Altars
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Ansicht des Seitenaltars Herz-Jesu-Altar
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Unteres Einzelbild im linken Seitenflügel des Herz-Jesu-Altars
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Unteres Einzelbild im rechten Seitenflügel des Herz-Jesu-Altars
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Mittleres Einzelbild im rechten Seitenflügel des Herz-Jesu-Altars
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 47° 5′ 40,6″ N, 9° 58′ 36,7″ O
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- Kirchengebäude in Vorarlberg
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- Silbertal
- Erbaut in den 1890er Jahren