Zum Inhalt springen

Pfarrkirche Zlan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Zlan - Kirche.jpg
Pfarrkirche Zlan
Datei:Zlan - Kirche - Innenansicht.JPG
Innenansicht

Die evangelische Pfarrkirche Zlan steht am Nordrand der Ortschaft Zlan in der Gemeinde Stockenboi im Bezirk Villach-Land in Kärnten. Die Pfarrkirche gehört zur Evangelischen Superintendentur A. B. Kärnten und Osttirol. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Vorlage:BDA Objekt Ref/Wd Impl).

Gebäude[Bearbeiten]

Das Kirchenschiff wurde 1805 bis 1807 im Stil des Nachrokoko errichtet, der Turm 1950 hinzugefügt. Da Zlan zur Erbauungszeit nicht zu Österreich, sondern zu den Illyrische Provinzen Napoleons gehörte, war die Kirche nicht von den baulichen Einschränkungen des josephinischen Toleranzpatents betroffen. Die Kirche besitzt an der Südseite einen geschweiften Wellgiebel und ein mit einem zarten Relief umrahmtes Portal. Das Langhaus und der Chor haben Rundbogenfenster und werden durch Pilaster gegliedert. Der westliche Turm mit einer Halle im Erdgeschoß und rundbogigen Schallfenstern wird von einem Spitzhelm bekrönt. Der einschwingende, eingezogene Chor hat im Schluss ein Rundfenster. Hinter dem Chorschluss ist eine niedrige Sakristei angebaut.

Im Inneren wird das Tonnengewölbe durch Gurtbögen, die auf Wandpilastern ruhen, in vier Joche geteilt. Die Orgelempore mit vorschwingender Balustrade steht auf sechs zarten Stützen. Die Orgel schuf 1862/1864 Jakob Ladstätter. Altarraum und Predigtraum trennt ein Kommuniongitter, über das beim Abendmahl das Brot gereicht wurde. Der Altarraum endet in einer Apsis.

In dieser Apsis steht der Altar mit aufgelöster Säulenarchitektur und Opfergangsportalen. Den Mittelpunkt des Altars bildet ein Kruzifix, flankiert von zwei weiblichen Figuren, die die christlichen Tugenden Glaube und Hoffnung versinnbildlichen. Die Statuen der vier Evangelisten bekrönen den Altar. Die Kanzel und die Betstühle stammen aus der Erbauungszeit, wobei die letzteren in der Bleiberger Holzschnitzschule gefertigt wurden.

Die Kirche ist eine Station auf dem Weg des Buches.

Am 31. Jänner 2026 fand hier die Amtseinführung der neuen Superintendentin Andrea Mattioli statt.

Orgel[Bearbeiten]

Datei:Zlan - Kirche - Blick zur Orgelempore.JPG
Orgel vor 2024

Die Orgel von Jakob Ladstätter wurde 1861 bis 1864 unter teilweiser Verwendung von Material aus einer einmanualigen Vorgängerorgel verfertigt. Sie war mit damals 28 Registern auf vier Manualen und Pedal die größte „evangelische Orgel“ Kärntens.

Eine Besonderheit dieser Orgel ist, dass sie trotz ihrer Größe kein einziges Zungenregister aufweist. Dies ist allerdings auf Johann Kuher zurückzuführen, welcher bei der Renovierung 1903 die Posaune 16′ durch einen Violonbass 16′, sowie die Trompete 8′ durch einen Violine 8′ ersetzte. Das auf dem vierten Manual vorhandene Harmonium baute er samt Klaviatur aus. Weitere Arbeiten erfolgten 1984 durch den Wiener Orgelbaumeister Herbert Gollini. Dieser ersetzte die Klaviaturen, welche sich inzwischen in einem recht schlechtem Zustand befanden. Die Anordnung der Manuale wurde getauscht und es kam zu einigen weiteren Umstellungen, „Modernisierungen“ und technischen Eingriffen.

Datei:Farbfassung Orgel 2025.jpg
Rekonstruierte Originalfassung 2025

Im August 2024 wurde die Orgelbauwerkstatt Johannes Klais aus Bonn mit der Restaurierung beauftragt, die im Jahre 2025 abgeschlossen werden konnte. Die Restaurierung wurde von einer Bestandsuntersuchung begleitet. Die originale Farbfassung wurde nach Befund rekonstruiert. Die Befundungen wurden von Matthias Wagner, Orgelbau Klais, Bonn vorgenommen. Wissenschaftliche Beratung und Archivforschung: Matthias Krampe, OSV, Wien und Matthias Reichling, Würzburg.

Ziel war die Wiederherstellung der Ladstätterschen Anlage unter Einbezug der Veränderungen durch Kuher. Hierzu mussten die 1903 in hoher Qualität gefertigten Register an anderer Stelle eingebracht werden. Der Violonbass erhielt eine eigene neue Windlade hinter der Orgel. Die Violine erhielt einen neuen Platz auf einer Doppelschleife im Oberwerk.

Ansonsten wurden die zahlreichen Veränderungen der letzten Eingriffe rückgängig gemacht und auch die eingelagerten Originalklaviaturen wieder integriert. Eine Besonderheit stellt die technische Anlage der Orgel dar, die im Wesentlichen erhalten geblieben ist. Ein Großteil der Register, die Manualwindlade I und Teile der Traktur stammen aus dem Jahr 1828; der Erbauer ist unbekannt. Zwei Register stammen von Johan Kuher (1903), drei weitere Register und zahlreiche Ergänzungspfeifen wurden von Orgelbau Klais im Jahr 2025 rekonstruiert. Folgende Disposition wurde realisiert:

I Hauptwerk C–f3<ref group="A" name="Windlade">Windlade der Vorgängerorgel.</ref>
1. Prinzipal 8′ H
2. Flöte 8′ H
3. Gambe 8′ J
4. Oktave 4′ H
5. Flöte 4′ H
6. Quinte<ref group="A" name="Holz">Holzpfeifen.</ref> 2 2⁄3′ H
7. Superoktave 2′ H
8. Mixtur II 1 1⁄3′ H
II Hinterwerk C–f3<ref group="A" name="Kombinationsw">Kombinationswindlade mit Pedal.</ref>
9. Principal 16′ H
10. Octave 08′ H
11. Flöte 04′
12. Kornett III 02 2⁄3′
13. Trompete 08′ K
III Oberwerk C–f3<ref group="A" name="Kombinations">ursprünglich als Kombinationslade angelegt.</ref>
14. Bordun 16′
15. Prinzipal 08′
16. Salicional 08´
17. Violine 08′ J
18. Flöte 08′
19. Gedeckt 08′
20. Gemshorn 04′
21. Flöte 04′
22. Quinte<ref group="A" name="Holz">Holzpfeifen.</ref> 02 2⁄3′
23. Octav 02′
24. Mixtur III


IV. Manual C–f3<ref group="A" name="neue">2025 neu angefertigt.</ref>
25. Physharmonica<ref group="A" name="schwellbar">Schwellbar im Spieltisch.</ref> 8′ K
Pedal C–c1<ref group="A" name="Komb">als Kombinationswindlade mit dem Hinterwerk.</ref>
Principalbaß (= Nr 9) 16′
26. Subbaß 16′
27. Violonbass<ref group="A" name="auf">Auf neuer Windlade (2025).</ref> 16′
28. Oktavbaß 08′ J
29. Posaune 16´
Trompete (= Nr 13) 08′ K
Datei:Spieltisch Orgel Zlan.jpg
Spieltisch der Ladstätterorgel
  • Koppeln: III/II, I/II, IV/III (durchkoppelnd),III/P, I/P,
  • Schwellvorrichtung als Tritt für Physharmonica
  • Anmerkungen:

<references group="A" />

J = Register von Johan Kuher (1903)
K = Register von Orgelbau Klais (2025)<ref>Matthias Wagner: Restaurierungsbericht. Hrsg.: Orgelbau Klais, Bonn. 1 bis 3. Bonn Dezember 2025.</ref>
H = Register von ca. 1828 (Erbauer unbekannt)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 1099.
  • Alexander Hanisch-Wolfram: Auf den Spuren der Protestanten in Kärnten. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-7084-0392-2, S. 173 ff.
  • Matthias Wagner: Restaurierungsbericht Teil I bis III. Orgelbau Johannes Klais, Bonn 2025.
  • Matthias Wagner: Untersuchungsbericht Farbfassung/Bestandsuntersuchung, Mönchengladbach 2024

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pfarrkirche Zlan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Kirchen der Superintendentur Kärnten und Osttirol

Gradzahl-Fehler: NS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) EW: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)