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Pfeifensträucher

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Pfeifensträucher
Datei:Philadelphus virginalis0.jpg

Falscher Jasmin (Philadelphus ×virginalis), hier als gärtnerische Zuchtform mit gefüllten Blüten

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Hartriegelartige (Cornales)
Familie: Hortensiengewächse (Hydrangeaceae)
Gattung: Pfeifensträucher
Wissenschaftlicher Name
Philadelphus
L.

Die Pfeifensträucher (Philadelphus) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hortensiengewächse (Hydrangeaceae). Die etwa 70 Arten sind vor allem in Nordamerika und Ostasien verbreitet. Bekannteste Art in Europa ist der Gewöhnliche Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius), der auch wie manche andere Pflanzenarten Falscher Jasmin genannt wird. Einige Philadelphus-Arten und ihre Sorten werden in Parks und Gärten als Zierpflanzen verwendet. Der deutschsprachige Trivialname Pfeifenstrauch rührt daher, dass sich das Mark im Inneren der Zweige leicht entfernen lässt, so dass Kinder daraus Pfeifen herstellen können.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Southern wild flowers and trees (Page 224, Plate LXVII) BHL23630408.jpg
Illustration aus Southern wild flowers and trees, S. 224, Tafel LXVII von Philadelphus hirsutus
Datei:Philadelphus coronarius20110703 020.jpg
Blatt mit Blattstiel und die typischen Blattadern auf der Blattspreite des Europäischen Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius)
Datei:Botanisk tidsskrift (17869968261).jpg
Illustration von Philadelphus satsumanus
Datei:Philadelphus inodorus grandiflorus (9243911908) 4x3.jpg
Blüten von Philadelphus inodorus
Datei:Starr 070308-5501 Philadelphus karwinskianus.jpg
Blühender Zweig von Philadelphus karwinskyanus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Philadelphus-Arten sind verholzende Pflanzen, es handelt sich fast stets um selbstständig aufrecht wachsende, selten auch um kletternde Sträucher.<ref name="FoC" /> Es gibt sowohl sommergrüne wie immergrüne Arten.

Die stets gegenständig angeordneten Laubblätter sind in einen kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Auf der einfachen Blattspreite gehen meistens von der Spreitenbasis drei oder fünf deutliche Blattnerven nach vorne. Der Blattrand kann ganz oder gesägt sein. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="FoC" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen selten einzeln, meist zu vielen in rispigen, traubigen oder zymösen Blütenständen,<ref name="FoC" /> die am diesjährigen Holz gebildet werden.

Die Blüten verströmen bei vielen Arten einen mehr oder weniger intensiven fruchtigen Geruch, was ihnen auch den deutschsprachigen Trivialnamen „Falscher Jasmin“ und den englischsprachigen Trivialnamen „mock orange“ (dt. „falsche Orange“) eingebracht hat. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist vierzählig, manchmal auch fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC" /> Die vier oder selten fünf Kelchblätter sind untereinander und mit dem Fruchtknoten verwachsen.<ref name="FoC" /> Die vier oder selten fünf Kronblätter weisen gedrehte (contorte) Knospenlage auf wie bei der verwandten Kirengeshoma und sind weiß oder cremefarben, manchmal an der Basis auch ein wenig rötlich gefärbt. Die 13 bis 90 Staubblätter sitzen in einem dichten Kreis auf der kreisringförmig ausgebildeten Blütenachse, die den gesamten Fruchtknoten umgibt. Die flachen Staubfäden sind an ihrer Basis oft ein wenig verwachsen oder frei. Die gelben oder weißlichen Staubbeuteln (Antheren) sind eiförmig oder länglich, selten kugelförmig.<ref name="FoC" /> Meist vier oder selten fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen oder halbunterständigen, meist vier- oder selten fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Es sind viele hängende Samenanlagen vorhanden.<ref name="FoC" /> Der Griffel ist meist vier-, selten drei- oder fünflappig.<ref name="FoC" />

Die Kapselfrucht öffnet sich mit vier oder selten fünf Klappen und enthält je Fruchtfach mehr als zehn Samen.<ref name="FoC" /> Die rostig braunen Samen sind spindelförmig und manchmal geschwänzt.<ref name="FoNA" />

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13.<ref name="FoNA" />

Standorte[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Der Großteil der Arten wächst in Gebüschen oder als Unterbewuchs in Mischwäldern an Berghängen.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Philadelphus gehört zur Tribus Philadelpheae in der Unterfamilie Hydrangeoideae innerhalb der Familie der Hydrangeaceae.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Philadelphus wurde von Carl von Linné in seinem Werk Species Plantarum aufgestellt.<ref name="FoC" /> Der wissenschaftliche Gattungsname Philadelphus kann auf den ägyptischen König Ptolemaios II. zurückgeführt werden. Er hatte den Beinamen Philadelphos (aus dem Griechischen philein = lieben und adelphos = Bruder, Schwester).<ref name="Gen" /> Ein Synonym für Philadelphus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. ist Syringa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill. nom. illeg.

Man findet sie vom westlichen sowie südöstlichen Nordamerika (etwa neun Arten) über Mexiko bis Zentralamerika<ref name="FoNA" /> und in Eurasien vom südöstlichen Mittelmeerraum über den Kaukasusraum bis Ostasien und den Himalaya. Verbreitungsschwerpunkte sind die Neue Welt und Ostasien.

Datei:J20150521-0013—Philadelphus lewisii—RPBG (18249095168).jpg
Philadelphus lewisii
Datei:Philadelphus mexicana Rose Syringa (14302289757).jpg
Mexikanischer Pfeifenstrauch (Philadelphus mexicanus)
Datei:Philadelphus microphyllus 6.jpg
Kleinblättriger Pfeifenstrauch (Philadelphus microphyllus), Blüten
Datei:Philadelphus pubescens 2.jpg
Blüten und Blätter des Weichhaarigen Pfeifenstrauchs (Philadelphus pubescens)
Datei:Philadelphus schrenkii 2.jpg
Philadelphus schrenkii

Die Gattung Philadelphus enthält 25<ref name="FoNA" /> bis etwa 70<ref name="FoC" /> Arten (Auswahl<ref name="FoC" />):

Verwendung[Bearbeiten]

Wegen ihrer hübschen, duftenden Blüten werden diverse Arten als Ziersträucher angepflanzt. Die meisten angebotenen Pflanzen sind allerdings Hybride, vor allem zwischen dem Europäischen Pfeifenstrauch, dem Oregon-Pfeifenstrauch und dem Kleinblättrigen Pfeifenstrauch.

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan S. Weakley, James Henrickson: Philadelphus Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, New York und Oxford 2016, ISBN 978-0-1906-4372-0.
  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 447–450.
  • Göritz, Hermann: Laub- und Nadelgehölze für Garten und Landschaft, Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, 6. Auflage 1986, ISBN 3-331-00031-0
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 215 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="deutsch"> Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze </ref> <ref name="FoC"> Huang Shumei, Hideaki Ohba, Shinobu Akiyama: Philadelphus, S. 395 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Saxifragaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 0-915279-93-2. </ref> <ref name="FoNA"> Alan S. Weakley, James Henrickson: Philadelphus Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, New York und Oxford 2016, ISBN 978-0-1906-4372-0. </ref> <ref name="Gen"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 477–478 </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="POWO">Datenblatt Philadelphus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science..</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pfeifensträucher (Philadelphus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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