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Pferde-Sesel

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Pferde-Sesel
Datei:Seseli hippomarathrum sl9.jpg

Pferde-Sesel (Seseli hippomarathrum) in Niederösterreich

Systematik
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Selineae
Gattung: Bergfenchel (Seseli)
Art: Pferde-Sesel
Wissenschaftlicher Name
Seseli hippomarathrum
Jacq.

Der Pferde-Sesel (Seseli hippomarathrum),<ref name="FloraWeb" /> auch Pferdedill genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bergfenchel (Seseli) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Seseli hippomarathrum sl14.jpg
Unteransicht einer Dolde: die Hüllchenblätter sind becherartig miteinander verwachsen.
Datei:Seseli hippomarathrum sl5.jpg
Grundblätter und Stängel
Datei:Seseli hippomarathrum sl21.jpg
Blüten
Datei:Seseli hippomarathrum sl32.jpg
Früchte

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Pferde-Sesel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 15 bis 60 (bis 90) Zentimeter erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Der Stängel weist am Grund einen Faserschopf aus abgestorbenen Laubblättern auf.<ref name="EfÖLS2008"/> Er ist aufsteigend bis aufrecht, kahl, hart, stielrund und meist erst oben verzweigt.<ref name="Thellung1965" />

Die 10 bis 20 Zentimeter langen blaugrünen Laubblätter sind drei- bis vierfach gefiedert bis fiederschnittig. Die Laubblattzipfel sind bei einer Breite von meist noch nicht einmal einem Millimeter schmal-linealisch. Sie haben unterseits eine stark vorspringenden Mittelnerv. Die Stiele der Grundblätter sind oberseits rinnenförmig vertieft.<ref name="EfÖLS2008"/> Die Stängelblätter sitzen auf einer öhrchenförmig vorgezogenen etwas bewimperten Blattscheide.<ref name="Thellung1965" /> Sie sind viel kleiner und auch weniger stark zerteilt als die Grundblätter.<ref name="Thellung1965" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blühzeit des Pferde-Sesel reicht in Mitteleuropa von Juli bis Oktober. Der doppeldoldige Blütenstand weist meist keine Hüllblätter und fünf bis zwölf Doldenstrahlen auf, die zumindest auf der Innenseite flaumig behaart sind. Die Hüllchenblätter der Döldchen sind fast bis zur Spitze becherartig miteinander verwachsen. Die Doppeldolde hat einen Durchmesser von etwa 2 bis 4 Zentimeter.<ref name="Thellung1965" /> Die Blütenstiele sind 1 bis 2 Millimeter lang.<ref name="EfÖLS2008"/> Die Blüte riecht stark und unangenehm.<ref name="Thellung1965" />

Die Blüte besitzt eine doppelte Blütenhülle. Die Kelchblätter sind meist nur undeutlich ausgebildet. Die Kronblätter sind weiß und kahl. Der Vorderrand der Kronblätter ist ausgerandet bis gekerbt. Der Kronblattflügel ist maximal ein Viertel so lang wie das Kronblatt. Das eingeschlagene Läppchen (Lobulum inflexum) ist riemenförmig und ein Fünftel so lang bis gleich lang wie das Kronblatt ohne Flügel.<ref name="EfÖLS2008"/> Der Griffel ist zuerst kurz, später verlängert und etwa doppelt so lang wie das niedrig-gewölbte Griffelpolster.<ref name="Thellung1965" /> Die Frucht ist gerippt<ref name="EfÖLS2008"/>, zur Blütezeit feinflaumig behaart und bei der Reife fast kahl.<ref name="Thellung1965" /> Sie ist ellipsoidisch und etwa 4 bis 6 Millimeter lang.<ref name="Thellung1965" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Beim Pferde-Sesel handelt es sich um einen Hemikryptophyten.<ref name="EfÖLS2008"/>

Auf ihm schmarotzen die Pilze Puccinia bullata, Puccinia oreoselini, Aecidium seselis, Protomyces macrosporus und Leptosphaeria libanotis. Gallen werden gebildet durch Schizomyia pympinellae, Eriophyes peucedani und Lasioptera carophila.<ref name="Thellung1965" />

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Der Pferde-Sesel ist in Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und der Ukraine indigen.<ref name="Euro+Med"/>

In Österreich tritt der Pferde-Sesel im pannonischen Gebiet zerstreut, sonst nur selten, auf Trockenrasen und in Föhrenwäldern in der collinen bis untermontanen Höhenstufe auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich und das Burgenland. In Oberösterreich ist Seseli hippomarathrum ausgestorben, ansonsten gilt sie in Österreich als gefährdet.<ref name="EfÖLS2008"/>

In Deutschland kommt die Art in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt vor und gilt Seseli hippomarathrum als „stark gefährdet“.<ref name="FloraWeb"/> Seseli hippomarathrum ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Festucion-valesiacae, kommt aber selten auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Xerobromion oder des Verbands Seslerio-Festucion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Vorkommen in Deutschland finden sich im Kaiserstuhl, im Nahetal und in Rheinhessen, im östlichen Harz, im Saaletal und im Unstruttal.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Seseli hippomarathrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq. erfolgte 1762 durch Nicolaus Joseph von Jacquin in Enumeratio stirpium plerarumque, quae sponte crescunt in agro vindobonensi, montibusque confinibus, S. 52, 224. Das Artepitheton hippomarathrum bedeutet „Pferdefenchel“. Synonyme von Seseli hippomarathrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq. sind Hippomarathrum vulgare Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Röhl. ex DC. und Hippomarathrum pelviforme Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Gaertn., B.Mey. & Scherb.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FloraWeb"> Seseli hippomarathrum Jacq., Pferde-Sesel auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="EfÖLS2008"> Unter Berücksichtigung der Korrekturen zur 3. Auflage (2008) der Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol in Ergänzung zur Liste in Neilreichia 5 (2008). In: Neilreichia, Band 6, 2011, S. 297–325 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="Euro+Med">Ralf Hand (2011+): Apiaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Seseli hippomarathrum. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 713. </ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1229–1231.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Birgit Nordt: Apiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 738.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pferde-Sesel (Seseli hippomarathrum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien