Philipp Olkus
Philipp Olkus (* 1. Juni 1891; † 24. Januar 1982)<ref>Lebensdaten nach einer Abbildung des Grabsteins auf dem Leonhardsfriedhof in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis)</ref> war ein deutscher Architekt. Er entwarf mehrere Kirchen.
Leben[Bearbeiten]
Olkus stammte aus Igersheim im Nordosten des heutigen Baden-Württemberg.<ref name="Ankersdorfer">Hans Ankersdorfer: Auf der Suche nach Heimat und Brot. Bausteine zu einer Geschichte der St.-Antonius-Gemeinde Waiblingen. epubli, Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-076-3, S. 52.</ref>
Olkus nahm als Soldat an beiden Weltkriegen teil. Er gehörte im Ersten Weltkrieg als Leutnant der Reserve dem Württembergischen Landsturm-Infanterie-Regiment Nr. 13 an. Ihm wurden das Ritterkreuz des Friedrichs-Ordens, das Eiserne Kreuz 1. Klasse und am 13. April 1917 das Ritterkreuz des königlich württembergischen Militärverdienstordens verliehen.<ref>Generalleutnant Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkriege. Chr. Belser AG, Stuttgart 1926.</ref> Im Jahr 1939 wurde er reaktiviert und zum Kommandeur des 5. Bau-Ersatz-Bataillons (in Schwäbisch Gmünd) ernannt. Er kehrte 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zurück.<ref>Geschichte der katholischen Gemeinde in Fellbach auf www.katholiken-fellbach.de</ref> Er war zeitweilig in Stuttgart-Feuerbach,<ref name="Lamm">Die katholische Pfarrkirche St. Kilian. Homepage der katholischen Kirchengemeinde St. Kilian in Markelsheim, 22. November 2012. Memento aus dem Internet Archive vom 15. Februar 2013</ref> in Fellbach, später in Schwäbisch Gmünd ansässig.
Bauten und Entwürfe[Bearbeiten]
1923 wurde der Grundstein der Kirche St. Johannes in Fellbach gelegt, die Olkus entworfen hatte. Das Bauwerk galt nur als Notkirche, sollte aber nicht weniger als 400 Gläubigen Platz bieten. Es wurde im Herbst 1923 von Joannes Baptista Sproll geweiht.<ref>Geschichte der katholischen Gemeinde in Fellbach auf www.katholiken-fellbach.de</ref> Am 2. März 1944 wurde die Kirche bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Ab 1948 wurde sie wiederaufgebaut. Die Saalkirche wurde dabei verlängert und erhielt zwei Seitenschiffe. Außerdem wurden auch der Chorraum und der Querturm erst in der Nachkriegszeit errichtet. 1958 folgte noch das Gemeindezentrum St. Franziskus, das wie die Umgestaltung der Kirche St. Johannes von Philipp Olkus geplant worden war.<ref>St. Johannes in Fellbach auf ng.kirchkunst.de</ref>
1926 wurde sein Wettbewerbsentwurf für einen Neubau des Bezirkskrankenhauses in Waiblingen angekauft, den er zusammen mit Karl Haug aus Fellbach erstellt hatte.<ref>Deutsche Bauzeitung, 60. Jahrgang 1926, Nr. 91 (vom 13. November 1926) (online als PDF), S. 744.</ref>
In den frühen 1950er Jahren entwarf Olkus die Kirche St. Antonius in Waiblingen.<ref name="Ankersdorfer"/>
Aus dem Jahr 1954 stammt die Kirche St. Andreas in Weinstadt-Endersbach. Ursprünglich war „der Kirchenraum von einer ausgewogenen Raumproportion und einer sorgfältigen Lichtführung geprägt“, er habe einen „bei aller Sparsamkeit feierlichen Eindruck“ gemacht.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Öffnende Helligkeit ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Februar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf www.world-architects.com</ref>
1958/1959 wurde die Kirche St. Kilian in Markelsheim nach Olkus' Plänen errichtet.<ref name="Lamm"/>
Das freitragende Dach der Herz-Jesu-Kirche in Rommelshausen, die 1959 gebaut wurde, erregte bei den mit dem Bau Beauftragten Argwohn und wurde von ihnen eigenmächtig verstärkt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ein extra Sack Zement für stabiles Mauerwerk. ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Februar 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: Stuttgarter Nachrichten vom 5. Juni 2010</ref>
Aus dem Jahr 1960 stammt die Kirche Maria Königin im Schwäbisch Gmünder Stadtbezirk Rehnenhof-Wetzgau. Diese Kirche war der 200. Kirchenneubau der Diözese Rottenburg nach dem Zweiten Weltkrieg.<ref>Die Kirche St.-Maria-Königin in Wetzgau-Rehnenhof wird 50, die katholische Kirchengemeinde 40 Jahre alt. In: Remszeitung vom 29. September 2010</ref>
1961/1962 wurde die katholische Kirche Zum kostbaren Blut in Weikersheim nach Plänen von Olkus errichtet.<ref>Klaus T. Mende: Als die alte Kirche zu klein war. In: Fränkische Nachrichten vom 2. Januar 2012</ref>
Die katholische Pfarrkirche Zu unserer lieben Frau in Eningen entwarf Olkus zusammen mit dem Reutlinger Architekten Bernhard Kolditz. Sie wurde 1963 eingeweiht.<ref>Erläuterungen zur Innenrenovierung der Kirche Zu unserer lieben Frau in Eningen</ref>
Neben Sakralbauten plante Olkus auch profane Gebäude. Auf dem Grundstück Esslinger Straße 2 in Fellbach wurde 1929 ein zweigeschossiges Wohnhaus für Jakob Stern errichtet.<ref>Rals Beckmann, Joseph Breitung u. a.: Juden in Fellbach und Waiblingen. Fellbach 1989, ISBN 978-3-98059-840-8, S. 103.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Olkus, Philipp |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt BDA |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1891 |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1982 |
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- Träger des Württembergischen Militärverdienstordens (Ritter)
- Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter)
- Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Deutscher
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- Gestorben 1982
- Mann