Zum Inhalt springen

Pierre Hauck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Pierre Hauck (* 1976 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Werdegang[Bearbeiten]

Hauck studierte zunächst von 1997 bis 2001 Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er sein erstes Juristisches Staatsexamen ablegte. In dieser Zeit war er als studentische Hilfskraft bei Walter Gropp tätig. Dieser war auch sein Doktorvater während der Anfertigung seiner Dissertation in den Jahren 2001 bis 2003; das zweite juristische Staatsexamen legte Hauck ebenfalls in diesem Zeitraum ab.

Hauck wechselte an die Universität Sussex, wo er von 2005 bis 2006 ein Postgraduiertenstudium des Völkerstrafrechts und der Strafrechtsvergleichung absolvierte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er bis zum Jahr 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, noch im Jahr seiner Rückkehr promovierte er an der Uni Gießen und zum Dr. jur. Im Jahr 2007 wurde er durch die Universität Sussex zum „LL.M. International Criminal Law“ graduiert.

Die Ausarbeitung der Habilitationsschrift mit dem Thema „Heimliche Strafverfolgung und Schutz der Privatheit“ erfolgte in den Jahren 2007 bis 2011. In diesem Zeitraum war Hauck außerdem für diverse andere Fakultäten in diversen Positionen tätig.

Im Jahr 2010 erhielt Hauck ein DFG-Forschungsstipendium als Gastwissenschaftler an der University of Oxford (UK) bei Professor Andrew Ashworth.<ref>Heimliche Strafverfolgung und Privatheit - Eine vergleichende und interdisziplinäre Analyse des deutschen, englischen und europäischen Rechts sowie des Völkerstrafrechts. In: GEPRIS. Deutsche Forschungsgemeinschaft, abgerufen am 26. Juni 2026.</ref> Für seine Habilitationsschrift erhielt er im Jahr 2011 den Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis der Universität Gießen.<ref>Preisträgerinnen und Preisträger ab dem Jahr 2001. Tabellarische Aufstellung der Preisträgerinnen und Preisträger der Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preise ab dem Jahr 2001. Justus-Liebig-Universität Gießen, abgerufen am 26. Juni 2026.</ref>

Nachdem er im Wintersemester 2011 und Sommersemester 2012 die Lehrstühle für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Gießen und Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Trier vertretungsweise übernahm, erhielt er zum Wintersemester 2012/2013 den Ruf an den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Trier. 2014 verlieh ihm das Präsidium dieser Universität den Preis für hervorragende Leistungen in der akademischen Lehre.<ref>"Dies": Glanzvolle und vielschichtige Eröffnungsfeier. Universität Trier, 13. November 2014, abgerufen am 20. Mai 2021.</ref><ref>Lehrpreisträger und Lehrpreisträgerinnen 2014. Fachbereich V. Universität Trier, abgerufen am 21. Juni 2023.</ref> Zum 1. Oktober 2018 übernahm Hauck in der Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen den Lehrstuhl.

In den Jahren 2018 und 2020 wurde seine Forschung von der Europäischen Kommission gefördert. Hieraus sind die Werke *Fraud in Europe*, *The EPPO/OLAF Compendium of National Procedures* sowie die Kommentare zur PIF-Richtlinie, zur OLAF-Verordnung und zur EPPO-Verordnung entstanden.<ref>EU fördert Rechtsprojekt an JLU mit 100 000 Euro. In: Gießener Allgemeine Zeitung. 13. Juni 2019, abgerufen am 26. Juni 2026.</ref>

Von 1. Oktober 2022 bis 30. September 2025 amtierte er drei Jahre als Studiendekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft der JLU Gießen.<ref>Sebastian Schmidt: Ist das Jura-Studium zu schwer? In: Gießener Allgemeine Zeitung. 26. März 2023, abgerufen am 26. Juni 2026.</ref>

Hauck ist Mitglied im DFG-Netzwerk „Die Rolle der Strafrechtsvergleichung bei der Europäisierung der Strafrechtspflege“.<ref>DFG - GEPRIS - Die Rolle der Strafrechtsvergleichung bei der Europäisierung der Strafrechtspflege. Abgerufen am 26. Juni 2026.</ref>

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • The PIF Directive. A Commentary on the Directive on the Fight against Fraud Affecting the EU's Financial Interests by Means of Criminal Law (= Elgar Commentaries in Transnational and EU Criminal Law series. Vol. 1). Edward Elgar Publishing, Cheltenham 2025, ISBN 978 1 03536 096 3 (englisch, 1172 S.).
  • Fraud in Europe. From Roman Law to the Implementation of the PIF Directive. Edward Elgar Publishing, Cheltenham 2025, ISBN 978 1 03537 517 2 (englisch, 364 S.).
  • Mit Jan-Martin Schneider: The EPPO/OLAF Compendium of National Procedures. Desktop Codes on the Procedural Law of the Member States with Annotations by National Experts. Logos, Berlin 2024, ISBN 978-3-8325-5743-0.
  • Heimliche Strafverfolgung und Schutz der Privatheit. Eine vergleichende und interdisziplinäre Analyse des deutschen und englischen Rechts unter Berücksichtigung der Strafverfolgung in der Europäischen Union und im Völkerstrafrecht (= Veröffentlichungen zum Verfahrensrecht. Band 102). Mohr Siebeck, Tübingen 2014, ISBN 978-3-16-151919-2 (836 S.).
  • Drittzueignung und Beteiligung (= Gießener Schriften zum Strafrecht und zur Kriminologie. Band 19). Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2738-7 (274 S.).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein